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Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Resultate: Design, Kunst nach 1945 und afrikanische Objekte bei Quittenbaum in München

Teure Plastikröhrchen



Philip Arctander, Sessel „Clam chair“, 1944

Philip Arctander, Sessel „Clam chair“, 1944

Zwei Armlehnsessel des dänischen Designers Philip Arctander gehörten zu den begehrtesten Stücken auf der vergangenen Versteigerung von Einrichtungsgegenständen des 20. Jahrhunderts bei Quittenbaum in München. Die beiden Möbelstücke waren baugleich, es handelte sich jeweils um gut achtzig Zentimeter hohe, bequeme Sitzgelegenheiten mit dem Titel „Clam chair“ aus dunkel gebeiztem Buchenholz mit erneuertem weißem Schaffell, das durch Lederknöpfe fixiert ist. Bislang galten sie als Entwurf von Arctanders nordeuropäischen Kollegen Viggo Boesen oder Martin Olsen, erst kürzlich wurde ihr wahrer Schöpfer identifiziert. Die Ausführung erfolgte mitten während des Krieges 1944 bei Vik & Blindheim in Norwegen. Bei einer Schätzung von jeweils 10.000 bis 20.000 Euro erzielten die beiden Sessel beachtliche 17.000 Euro und 16.000 Euro.


Ansonsten ging die Auktion am 3. Juni mit einer losbezogenen Zuschlagsquote von 42 Prozent eher ruhig über die Bühne, dokumentierte aber eine gewisse Vorliebe der Bieter für das im Rahmen eines eigenen Kataloges präsentierte skandinavische Design. So sicherte sich ein deutsches Museum den aus Kunststoff gefertigten hellblauen Einbausessel, den der finnische Futurist Matti Suuronen 1968 für eines seiner berühmten Kunststofffertighäuser „Futuro“ entwarf, für 4.500 Euro (Taxe 3.000 bis 4.000 EUR). Ein der Möbelfirma Fritz Hansen zugeschriebener Armlehnsessel aus den 1940er Jahren, wiederum aus Buchenholz und Schaffell, aber in etwas kompakteren Proportionen, schaffte die untere Grenze von 6.000 bis 8.000 Euro. Mit 8.000 Euro etwas unterhalb der Erwartungen blieb eine lederbezogene Aluminiumsitzgruppe Verner Pantons mit runden Lehnen von 1963, bestehend aus Zweiersofa samt Ablage und zwei Sesseln mit den Nummern S420 C und S420 H (Taxe 10.000 bis 12.000 EUR).

Panton war zudem noch für die poppige Deckenleuchte „Flowerpot“ mit gelbem Fond und orangefarbenen Schlangenlinien von 1971 für 2.000 Euro verantwortlich (Taxe 1.800 bis 2.000 EUR). Ein deutscher Kunde wurde beim Jubilar Hans J. Wegner fündig, der im April seinen 100. Geburtstag hätte feiern können, und nahm die beiden kantigen Armlehnsessel „GE 290“ von 1953 bei 2.500 Euro zur oberen Schätzung mit. Innerhalb des Taxrahmens platzierten sich der Tisch „Grand Prix“ und zwei gleichfalls aus hellem Buchenschichtholz gefertigte, leicht geschwungene Stühle von Arne Jacobsen aus dem Jahr 1957 bei 2.600 Euro, ebenso wie ein filigraner Schreibtisch in dunklem Palisanderholz mit passendem Stuhl aus dem Jahr 1958 von Svend Åge Madsen und wohl Ib Kofod-Larsen bei 2.400 Euro.

Am 3. Juni stand zudem noch afrikanische Kunst auf dem Programm. Sie speiste sich hauptsächlich aus der lange gewachsenen Hamburger Privatsammlung Ulrich Klever, was nicht zuletzt den internationalen Handel begeisterte und in eine losbezogene Verkaufsrate von über 75 Prozent mündete. Hauptstücke waren die magische Holzfigur „nkisi“ der Songye mit prominenten Penis und Gürtel samt noch erhaltener Zauberfüllung, die ein Kunsthändler erst bei 5.500 Euro übernehmen konnte (Taxe 1.200 bis 1.500 EUR), und die weibliche sitzende Ahnenfigur „muzidi“ der Bembe aus getrockneten Naturfasern in einer bemalten Baumwollhaut für 3.800 Euro (Taxe 4.000 bis 5.000 EUR). Recht begehrt waren auch die zahlreichen Ibejis, die kleinen als Zwillingspaare ausgebildeten Figuren der Yoruba. Ein Paar aus der Region Abeokuta mit Resten der blauen Haareinfärbung und Glasperlenkettchen kletterte auf 2.100 Euro (Taxe 900 bis 1.000 EUR), die dunklen Zwillingsfiguren auf Plateausandalen mit vielen Tatauierungen der Egba auf 2.400 Euro (Taxe 1.300 bis 1.400 EUR), ebenso wie eine nur noch als männliche Figur vorhandene Arbeit mit starken Gebrauchsspuren, die den Grad der Abstraktion noch weiter erhöhten (Taxe 450 bis 500 EUR). Höhepunkt dieser Gruppe war eine weibliche Ibeji der Igbomina mit Hüft- und Halsketten und einem auffallenden vierzackigen Frisurenaufbau bei 2.800 Euro (Taxe 700 bis 800 EUR). Allerdings blieb die langgestreckte Maske des „ngil“-Geheimbundes der Fang aus Zentralafrika bei stattlichen 30.000 bis 35.000 Euro unverkauft.

Die Design-Hauptauktion hielt Quittenbaum erst am 24. Juni ab. Spitzenreiter war Jean Prouvés Armlehnsessel „Visiteur Kangourou FV 22“ von 1948, ein Klassiker des französischen Designs der frühen Moderne. Ein amerikanischer Sammler bestätigte für das Möbelstück, das aus der „Abbatucci“-Kaserne im elsässischen Volgelsheim stammte, die untere Taxe von 25.000 Euro. Pierre Jeanneret beteiligte sich mit einem Exemplar seines für die Verwaltungsgebäude der indischen Provinzhauptstadt Chandigarh angefertigten gleichnamigen Tagesbettes von 1957/58, das für taxkonforme 8.000 Euro nach Japan abwanderte. Weitere, etwas ältere Möbel des Meisters und seiner zeitweiligen Kompagnons Le Corbusier und Charlotte Perriand erzielten bis zu 3.200 Euro, und auch die schlichten, funktionalistischen Leuchtkörper französischer Designer wie Perriand oder Serge Mouille wurden mit bis zu 4.500 Euro hoch bezahlt.

Aber nicht nur die Franzosen meldeten sich zu Wort; auch internationale Designer mit Objekten der 1980er und 1990er Jahre waren gefragt. Gute Werte gab es etwa für Danny Lanes unikaten, neobarock verschnörkelten Glas- und Eisentisch um 1985 mit 2.500 Euro, Heinz H. Landes’ technoid aus Beton und Monierstahl aufgebauten Stuhl „Solid“ von 1993 für 3.100 Euro (Taxe je 2.500 bis 3.000 EUR), Hanspeter Münchs 1990 mit abstrakten Farblachen auf blauem Grund gestalteten seidenen Wandteppich „tappeti per i sposi“ oder Karim Rashids buntes Exemplar „kr2“ mit amöbenartigem Muster für jeweils 1.500 Euro (Taxe je 1.500 bis 1.800 EUR) sowie Fernando und Humberto Campanas zotteliges Stuhl-Wesen „Vermelha“ von 1993/98 aus unzähligen Schlaufen roten Baumwolltaus für 4.400 Euro (Taxe 2.500 bis 3.000 EUR).

Bei den älteren Schöpfungen fanden die Kunden in Charles und Ray Eames’ klassischem Lounge Chair „670“ samt Ottomane „671“ von 1956 bei 4.000 Euro (Taxe 3.000 bis 4.000 EUR), in Piero Fornasettis bunt mit Kriegszeug bedrucktem Schirmständer „Tamburo“ aus den 1950er Jahren bei 1.300 Euro (Taxe 1.000 bis 1.200 EUR) oder den Tierskulpturen von Renate Müller ihre Lieblinge. Ein Privatsammler steigerte zwei liebenswerte Nilpferde von 1969/70 auf 850 Euro (Taxe 300 bis 400 EUR) und 2.000 Euro (Taxe 500 bis 600 EUR), ein hoher Wert für die mittlerweile zu Designklassikern avancierten Dickhäuter aus Rupfen. Das mit schwarzen Strichmännchen und bunten Zeichen übersäte, 16teilige Kaffeeservice „Spirit of Art“, das sich Keith Haring 1991 für Villeroy & Boch ausdachte, wartete bis zu 2.200 Euro auf seinen Zuschlag (Taxe 1.200 bis 1.500 EUR).

Auch ein paar Kunstwerke waren zu haben, etwa Hans Arps kleiner bronzener „Torso“ eines zusammengekauerten Frauenkörpers von 1958 für 4.500 Euro (Taxe 5.500 bis 6.000 EUR) oder für 6.000 Euro Martin Kippenbergers überdimensioniertes Plastiktelefon „Roger E.A.“, 1990 als Prototyp für eine Edition von Johann Widauer aus Innsbruck entstanden (Taxe 5.500 bis 6.500 EUR). Besonderes Aufsehen erregte eine aus aneinandergeklebten Kunststoffröhrchen gebildete „Struktur“ von Zdenek Sýkora, einem tschechischen Vertreter der konkreten Kunst. Von 800 bis 900 Euro schoss das dunkelgraue Objekt auf stolze 8.300 Euro. Bei der Malerei reüssierte Jan Tarasins weitgehend schwarz-weißes, informell wirkendes Ölbild „Sytuacja II“ von 1981. Polnischer Handel bewilligte dafür 16.000 Euro (Taxe 12.000 bis 15.000 EUR). Quittenbaum bleibt also – das zeigte sich erneut – mit der zunehmenden Integration bildender Kunst in seine Design-Auktionen trotz sehr begrenzter Auswahl weiterhin auf Erfolgskurs.

Alle Preise verstehen sich als Zuschläge ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Quittenbaum Kunstauktionen

Theresienstraße 60

DE-80333 München

Telefon:+49 (089) 273 702 125

Telefax:+49 (089) 273 702 122

E-Mail: info@quittenbaum.de



07.09.2014

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander/Ulrich Raphael Firsching

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Verner Panton, Zweiersofa mit Ablage „S420 C“ und 2 Sessel „S420 H“, 1963
Verner Panton, Zweiersofa mit Ablage „S420 C“ und 2 Sessel „S420 H“, 1963

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Arne Jacobsen, Tisch „Grand Prix – 4606“ mit zwei Stühlen „4130“, 1957
Arne Jacobsen, Tisch „Grand Prix – 4606“ mit zwei Stühlen „4130“, 1957

Kunstwerk:

Verner Panton, Deckenleuchte „Flowerpot“, 1971
Verner Panton, Deckenleuchte „Flowerpot“, 1971







Le Corbusier, Pierre Jeanneret und Charlotte Perriand, Zwei Sessel „LC 2“, 1928

Le Corbusier, Pierre Jeanneret und Charlotte Perriand, Zwei Sessel „LC 2“, 1928

Taxe: 2.500 - 3.000 EURO

Zuschlag: 3.000,- EURO

Losnummer: 460

Ibeji, Yoruba, Nigeria

Ibeji, Yoruba, Nigeria

Taxe: 450 - 500 EURO

Zuschlag: 2.400,- EURO

Losnummer: 78

Le Corbusier, Charlotte Perriand und Pierre Jeanneret, Dreiersofa „LC2“, 1928

Le Corbusier, Charlotte Perriand und Pierre Jeanneret, Dreiersofa „LC2“, 1928

Taxe: 2.500 - 3.000 EURO

Zuschlag: 3.200,- EURO

Losnummer: 459

Danny Lane, Tisch, um 1985

Danny Lane, Tisch, um 1985

Taxe: 2.500 - 3.000 EURO

Zuschlag: 2.500,- EURO

Losnummer: 408

Philip Arctander, Sessel „Clam chair“, 1944

Philip Arctander, Sessel „Clam chair“, 1944

Taxe: 10.000 - 20.000 EURO

Zuschlag: 16.000,- EURO

Losnummer: 170

Jean Prouvé, Armlehnsessel „Visiteur Kangourou FV 22“, 1948

Jean Prouvé, Armlehnsessel „Visiteur Kangourou FV 22“, 1948

Taxe: 25.000 - 35.000 EURO

Zuschlag: 25.000,- EURO

Losnummer: 470

Renate Müller, Nilpferd, 1969

Renate Müller, Nilpferd, 1969

Taxe: 300 - 400 EURO

Zuschlag: 850,- EURO

Losnummer: 186

Hanspeter Münch, Teppich „Tappeti per i sposi, 1990

Hanspeter Münch, Teppich „Tappeti per i sposi, 1990

Taxe: 1.500 - 1.800 EURO

Zuschlag: 1.500,- EURO

Losnummer: 211

Ibeji-Paar, Yoruba, Nigeria

Ibeji-Paar, Yoruba, Nigeria

Taxe: 1.300 - 1.400 EURO

Zuschlag: 2.400,- EURO

Losnummer: 96

Serge Mouille, Stehleuchte „Three-armed floor lamp“, 1952

Serge Mouille, Stehleuchte „Three-armed floor lamp“, 1952

Taxe: 4.000 - 4.500 EURO

Zuschlag: 4.500,- EURO

Losnummer: 484

Ibeji, Yoruba, Nigeria

Ibeji, Yoruba, Nigeria

Taxe: 700 - 800 EURO

Zuschlag: 2.800,- EURO

Losnummer: 62

Renate Müller, Nilpferd, 1969/70

Renate Müller, Nilpferd, 1969/70

Taxe: 500 - 600 EURO

Zuschlag: 2.000,- EURO

Losnummer: 187

Hans J. Wegner, 2 Armlehnsessel „GE 290“, 1953

Hans J. Wegner, 2 Armlehnsessel „GE 290“, 1953

Taxe: 2.200 - 2.500 EURO

Zuschlag: 2.500,- EURO

Losnummer: 194




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