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Am 21.10.2017 Kunstauktion 95 bei Winterberg|Kunst in Heidelberg

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Blumenstrauß mit Plastik vor Fenster, 1925 / Ernst Ludwig Kirchner

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Ohne Titel, 2013 / Heinz Mack

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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Resultate: Moderne Kunst bei Lempertz in Köln

Familientreffen



Gleich zwei seiner Töchter hat der Grafiker und Bildhauer Gerhard Marcks in seiner lebensgroßen Bronzeskulptur „Schwimmerin II“ verewigt. Den weitaus größeren Anteil hat die 1916 geborene Brigitte, die der Künstler 1938 in dem Augenblick darstellt, da sich die junge Frau gerade auf ihren bevorstehenden Sprung in kühle Nass konzentriert, das eine Bein wie in einer Lockerungsübung noch kurz über das andere schlägt und sich gleichzeitig die Badekappe überzieht. 14 Jahre später nahm Marcks die Skulptur noch einmal vor und änderte sie geringfügig an der Frisur. Hierfür bediente er sich seiner 1921 geborenen zweiten Tochter Ute als Modell. Stilgeschichtlich ist das Werk ein interessantes Beispiel für das Bestreben, Gestaltungsprinzipien der klassischen Antike in zeitgenössische Formen zu übersetzen. Jedenfalls waren auch die Kunden des Kölner Auktionshauses Lempertz hellauf begeistert von der Skulptur, die auf der vergangenen Versteigerung moderner Kunst mit einer Schätzung 140.000 bis 160.000 Euro zum Aufruf gelangte. Der heftige Bietkampf zweier Sammler schraubte den Wert schließlich auf 320.000 Euro und damit auf Platz 2 im Auktionsranking für Marcks hinauf.


Die rund dreißig ausgewählten Werke, die Lempertz an den Anfang der Auktion am 30. Mai gestellt hatte, schafften zu ganz überwiegendem Teil den Absprung, obwohl die Zuschläge meist im fünfstelligen Bereich verharrten und sensationelle Offerten eher die Ausnahme blieben. Auf die gesamte Auktion bezogen, lag die Zuschlagsquote nach Losen noch immer bei guten 54 Prozent. Jenseits der Hunderttausend schlossen noch Emil Noldes nach 1945 entstandenes Aquarell „Freude“ eines tanzenden Paares für 120.000 Euro und Max Liebermanns Wannseer Gartenstillleben „Rote und weiße Blumen nach Südosten“ von 1925 für 220.000 Euro jeweils an der unteren Taxgrenze ab. Auch Hans Purrmanns 1949 festgehaltenes „Stillleben mit Relief“ für 60.000 Euro und Carlo Menses farbenkräftiges, abstrakt-expressionistisches Hinterglasbild „Pferdeschwemme“ von 1913 für 50.000 Euro bestätigten vollauf die Einschätzungen des Hauses.

Auf 48.000 Euro aus deutscher Sammlerhand konnte Erich Heckels farblich bemerkenswerter Holzschnitt „Weiße Pferde“ mit zarten Blautönen von 1912 seinen Wert etwa verdoppeln. Der Künstler schuf die einzelnen Blätter dieser Grafik als individuelle Handdrucke mit unterschiedlichem Kolorit, so dass jedes Exemplar in gewissem Umfang Unikatcharakter trägt. Auch Heckels aquarelliertes Stillleben „Mohn“ von 1926 mit seiner kleinen, an afrikanischen Vorbildern orientierten Holzfigur „Frau“ ließ sich bei 32.000 Euro nicht lumpen. Leicht über den Schätzungen platzierte Christian Rohlfs seine expressionistische Schattengestalt „Tänzerin mit rotem Schal“ von 1912 bei 34.000 Euro und seine charakteristische Wassertemperamalerei „Topf mit blauer Blume“ von 1919 bei 39.000 Euro.

Der französische Moderne war mit Albert Marquets 1899 datiertem Frühwerk „Le Réverbère, Arcueil“, ein spontaner Dorfausschnitt von 1899, für 60.000 Euro und Louis Valtats ebenfalls koloristisch aufgeweckte „Maison auf fond du jardin“ von circa 1907 für 80.000 Euro vertreten, versteigert jeweils zur unteren Schätzung. Geometirsch-abstrakt wurde es mit Willi Baumeister und seinen beiden materialreichen Kleinbildern „Konstruktivistisch (4)“ von 1920 und „Maschine“ aus der Zeit um 1925. 46.000 Euro und 44.000 Euro rangierten hier ebenfalls im Rahmen der Erwartungen. Unter den Skulpturen ist außer Marcks’ „Schwimmerin“ noch Georg Kolbes „Kleine Stehende“ von 1935 zu nennen. Die Tänzerin Renate Löwy ist hier als entspannt wirkender Akt zu sehen, allerdings nur in halber Lebensgröße und mit etwas angerauter Körperoberfläche; 68.000 Euro liegen hier am oberen Rand der Schätzgrenze. 2.000 Euro weniger bei identischer Schätzung von 50.000 bis 70.000 Euro gab es für Max Ernsts eulenartigen „Janus“ von 1974 aus gelblich-braun patinierter Bronze.

Im weiteren Auktionsverlauf erzielten auch einige weniger bekannte Meister gute Preise, etwa der brandenburgische Impressionist Karl Hagemeister mit dem pastosen Seestück „Große Woge“ von 1915 für 30.000 Euro (Taxe 20.000 bis 25.000 EUR), Hanns Lamers mit einer unbetitelten, zwischen Abstraktion und Figuration changierenden Komposition dreier Menschen in einem prismatischen Gerüst von 1953 wiederum in Hinterglastechnik für 18.000 Euro (Taxe 2.000 bis 3.000 EUR) oder der Rheinländer Josef Urbach mit der an Marc und Feininger erinnernden Arbeit „Rennpferde mit Jockeys“ von circa 1919 ebenfalls für 18.000 Euro (Taxe 8.000 bis 10.000 EUR). Lyonel Feininger selbst war unter anderem mit der aquarellierten Tuschfederzeichnung „Umpferstedt“, einer tektonisch aufgebauten Sicht auf das thüringische Dörfchen mit zentralem Kirchturm von 1930, bei 23.000 Euro zugegen (Taxe 18.000 bis 22.000 EUR). Otto Langes kantig-expressiver Farbholzschnitt „Stillleben auf roter Decke“ von 1916 ließ sich erst bei 10.000 Euro aus dem Auktionshaus bitten (Taxe 4.000 bis 6.000 EUR). Der menschlichen Figur widmeten sich Mela Muter in Gestalt ihres schrundigen Ölportraits „Mann mit Mut“ von 1912 für 17.000 Euro (Taxe 16.000 bis 18.000 EUR) und Emy Roeder, deren grünlich-schwarz patinierte, von tiefer Geistigkeit durchdrungene Bronzebüste „Die Blinde“ von 1927 von 10.000 bis 12.000 Euro auf 25.000 Euro kletterte.

Alle Preise verstehen sich als Zuschläge ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Kunsthaus Lempertz

Neumarkt 3

DE-50667 Köln

Telefon:+49 (0221) 92 57 290

Telefax:+49 (0221) 92 57 296

E-Mail: info@lempertz.com



27.07.2014

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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 Negerakt im roten Mantel), 1912
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Karl Hagemeister, Große Woge (Stürmische See), 1915

Karl Hagemeister, Große Woge (Stürmische See), 1915

Taxe: 20.000 - 25.000 EURO

Zuschlag: 30.000,- EURO

Losnummer: 400

Max Liebermann, Rote und weiße Blumen nach Südosten, 1925

Max Liebermann, Rote und weiße Blumen nach Südosten, 1925

Taxe: 220.000 - 250.000 EURO

Zuschlag: 220.000,- EURO

Losnummer: 319

Otto Lange, Stillleben auf roter Decke, 1916

Otto Lange, Stillleben auf roter Decke, 1916

Taxe: 4.000 - 6.000 EURO

Zuschlag: 10.000,- EURO

Losnummer: 442

Christian Rohlfs, Tänzerin mit rotem Schal (Weiblicher Negerakt im roten Mantel), 1912

Christian Rohlfs, Tänzerin mit rotem Schal (Weiblicher Negerakt im roten Mantel), 1912

Taxe: 28.000 - 32.000 EURO

Zuschlag: 34.000,- EURO

Losnummer: 307

Christian Rohlfs, Topf mit blauer Blume, 1919

Christian Rohlfs, Topf mit blauer Blume, 1919

Taxe: 30.000 - 35.000 EURO

Zuschlag: 39.000,- EURO

Losnummer: 309




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