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Mit Alten Meistern und zeitgenössischer Fotografie, mit exquisiten Asiatika und ausgewähltem Kunsthandwerk geben Konrad O. Bernheimer und Tochter Blanca in einer pointierten Verkaufsschau Rückblick und Ausblick auf 150 Jahre Kunsthandel Bernheimer

Im globalen Zentrum des Kunsthandels angekommen



Altmeisterspezialist Konrad O. Bernheimer und Fotogaleristin Blanca Bernheimer setzen die 150jährige Familientradition fort

Altmeisterspezialist Konrad O. Bernheimer und Fotogaleristin Blanca Bernheimer setzen die 150jährige Familientradition fort

Ein seriöser Kunsthändler weiß, in welche Hände seine Topstücke einst gegangen sind. Schließlich sind die Käufer von gestern auch potenzielle Quellen für Gegenwart und Zukunft. Deutschlands erfolgreichster und renommiertester Altmeister-Händler Konrad O. Bernheimer tippt mit der Fingerspitze auf die dunkeltürkisfarbene Oberfläche eines exzeptionellen Dresdner Lackmöbels. Vor zwanzig Jahren hat er das Schreibtischchen von 1738 schon einmal veräußert. Zu seiner Jubiläumsschau „150 Jahre Bernheimer“ steht es nun für 340.000 Euro in seiner Galerie in der Münchner Brienner Straße neben Gemälden von Claude Joseph Vernet, Jean-Honoré Fragonard und Jan Brueghel d.Ä. wieder zum Verkauf. Es erzählt vor allem eins: Die Münchner Kunsthändlerdynastie Bernheimer war nicht immer nur auf Alte Meister spezialisiert.


Im 19. Jahrhundert handelte man mit Kleiderstoffen, Seiden und Möbelbezügen. Aus dem Stoffhandel wurde ein Antiquitätenhandel, als Firmengründer Lehmann Bernheimer von den Einkaufsreisen in Konstantinopel auch wertvolle Teppiche und Kunstgewerbe mitbrachte. Boomzeit für Bernheimer. München hatte tagelang Gesprächsstoff, als 1887 das neobarocke Bernheimer-Palais mit Sälen voller Tapisserien, voller alter Möbel und Möbel im alten Stil und Antiquitäten im damaligen Geschmack eröffnet wurde. Den glanzvollen Zeiten bereiteten die Nazis ein Ende. Die jüdische Familie wurde enteignet und konnte nach Venezuela fliehen.

Bernheimer war vor der Nazi-Zeit und auch nach dem Untergang des Dritten Reiches Münchens Star-Einrichter für Antiquitäten und Stilmöbel. Noch 1945 kehrte Otto Bernheimer in seine Heimatstadt zurück. Er machte weiter wie vor der Enteignung im Jahr 1938 – mit Tapisserien, Teppichen, Renaissancetruhen, Barockschränken. Aber schon 1957 titelte eine Spiegelausgabe mit Konsul Bernheimer auf dem Cover: Sehnsucht nach der verlorenen Zeit. Wer im Kunsthandel bestehen will, muss die Gabe haben, Entwicklungen vorauszusehen, meint Konrad O. Bernheimer. „Als ich merkte, dass der Teppich-Hype der 1980/90er Jahre allmählich abebbte, war mir als Teppichhändler bewusst – das war’s.“ Schon Jahre zuvor hat er das Familienunternehmen auf einen anderen Kurs gebracht.

27 Jahre war er alt, als er 1977 die Geschäftsführung des Hauses am Maximiliansplatz übernahm. Er kaufte chinesische Porzellane. Wie etwa jene Vase mit der betörenden Powderblue-Glasur aus der Kangxi-Zeit (1654-1722), die er im Handel wiederentdeckte und nun in der Jubiläumsschau mit 68.000 Euro ausgepreist hat. Zur gleichen Zeit brachte er die Möbelabteilung mit hochwertigen italienischen und englischen Stücken des 18. Jahrhundert auf ein internationales Niveau. Und jahrelang akquirierte er für das Metropolitan Museum in ganz Europa italienische Majoliken und wurde nebenbei zum Keramikspezialist. In der Ausstellung erinnert ein strahlend blau dekorierter Breitrandteller mit dem Porträt eines Orientalen im Zentrum an diese Episode in der langen Geschichte der Bernheimers. Der Preis der Keramik aus Faenza beträgt 64.000 Euro.

In München war man der König der Szene, aber der Markt für hochkarätige Kunst konzentrierte sich auf die großen Metropolen Europas. „Und ich wollte ins Zentrum des Kunsthandels“, sagt Konrad O. Bernheimer. Die Gründung des Londoner Ablegers „Bernheimer Fine Art Ltd.“ 1985 war in vieler Hinsicht eine Entscheidung mit Folgen. Hier wurde er zum Bilderhändler, zum Spezialisten für Alte Meister, der Königsdisziplin des Kunsthandels. Nach dem Verkauf von Bernardo Bellottos „Festung Königstein“ für 12 Millionen Dollar an die National Gallery in Washington gab es keinen Weg zurück zum Generalisten. 2002 erwarb er mit Colnaghi die älteste Kunsthandlung der Welt, die neben den Galerien von Knoedler und Duveen die wichtigste Schaltestelle der größten Altmeister-Transaktionen des 20. Jahrhunderts war. Die traditionsreiche Londoner Galerie war der Türöffner in die amerikanische Sammlerschaft. Da ignoriert er gern, wenn man ihn mit Mr. Colnaghi anspricht.

Bernheimers Aufstieg in die Top-Riege der größten international tätigen Altmeister-Händler hat vielleicht weniger mit seinen Vorfahren als mit seiner Konsequenz zu tun. Nicht ein einziges Gemälde gehörte zum Warenbestand des Bernheimer-Palais am Maximilansplatz. „Heute“, so der kosmopolitische Händler, „verfüge ich wohl weltweit über einen der größten Händler-Stocks an Altmeistergemälden.“ In welchen Dimensionen man sich bewegt, zeigt die Jubiläumsausstellung. Für 1,65 Millionen Euro ist unter anderem Henri Stresors detailreiche, in Habitus und Farbigkeit delikat gemaltes Gemälde „Der junge Genießer“ zu haben, 680.000 Euro soll die kleine Version von Lucas Cranachs Tafel „Das ungleiche Paar“ kosten.

Konrad O. Bernheimer ist heute 64 Jahre alt und er rechnet fest damit, auch die nächsten zehn Jahre die Geschicke von Colnaghi und Bernheimer Fine Old Masters zu leiten. Die Zukunft der Kunsthändlerdynastie sieht er als gesichert. Vor neun Jahren gründete Tochter Blanca „Bernheimer Fine Photographie“. Dass das Netzwerk Bernheimer-Colnaghi mit Sitz in München und London ein Baustein ihrer Karriere ist, leugnet sie durchaus nicht. Als einzige in Europa zeigte sie ziemlich am Anfang ihrer Karriere die großen Polaroids von Julian Schnabel. Damals suchte die Agentin des US-Künstlers einen Galeristen, ihre Wege führten irgendwie über Colnaghi. Doch als Galeristin ist sie seit einiger Zeit selbständig, abgekoppelt vom väterlichen Unternehmen. Seit vergangenem Jahr agiert sie zusätzlich in eigenen Räumen in Luzern. Wer über die Jahre ihre Ausstellungen mit ästhetisch ausgewogenen, klassischen Fotografien von Irving Penn, Annie Leibovitz, von dem Landschaftsfotografen Michael Kenna oder dem gerade entdeckten, experimentellen jungen Künstler Gregor Törzs verfolgt hat, spürt das Konzept. Blanca Bernheimer will auf ihrem Gebiet die Galerie für die großen Namen sein – und das ist ja durchaus Bernheimer-Tradition.

Die Ausstellung „150 Jahre Bernheimer“ läuft bis zum 26. Juli in den Galerieräumen von Bernheimer Old Masters in der Brienner Straße. Geöffnet ist dienstags bis freitags von 11 bis 18 Uhr, samstags von 11 bis 16 Uhr. Die Familiengeschichte der Münchner Kunsthändlerdynastie ist in dem von Konrad O. Bernheimer verfassten Band „Narwalzahn und alte Meister“ im Verlag Hoffmann und Campe erschienen.

Kontakt:

Bernheimer - Fine Old Masters

Brienner Straße 7

DE-80333 München

Telefon:+49 (089) 22 66 72

Telefax:+49 (089) 22 60 37

E-Mail: contact@bernheimer.com



22.07.2014

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Sabine Spindler

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