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Der französische Kunst- und Musikproduzent Arnaud Maguet hat im Kulturzentrum „La Friche Belle de Mai“ in Marseille eine Plattform der Möglichkeiten errichtet

Music not only for the masses



„C’est une illusion collective“ steht plakativ auf dem Werbebanner. Wie über einer amerikanischen Autobahnraststätte dreht er sich hoch oben unter dem Dach des „Juke Joint“, den der französische Künstler Arnaud Maguet in dem einem gigantischen Überseecontainer gleichenden Ausstellungsraum „Panorama“ des Kulturzentrums „La Friche Belle de Mai“ gebaut hat. Als „Juke Joint“ bezeichnet man eine einfache Holzhütte im Südosten der USA, ursprünglich eine Art Kneipe und Treffpunkt der Afroamerikaner zu Zeiten der Rassentrennung. Das „weiße“ Gegenstück ist als „Honky Tonk“ bekannt. Hier gab es, im Film und in der Wirklichkeit, Tanz und Alkohol, Glücksspiel und Prostitution. Anfang des 20. Jahrhunderts wurde hier der Blues geboren. Maguets „Juke Joint“ allerdings stellt ein ziemlich großes Exemplar dar. Er bildet das Herz seiner Ausstellung „Le psychédélisme est-il mort ou vivant?“, die vom Kunstnetzwerk „Le Cartel“ im Rahmen des „Printemps de l’Art Contemporain“ in Marseille präsentiert wird.


Musik spielt eine wesentliche Rolle im Werk des 1975 in Toulon geborenen und zur Zeit in Nizza lebenden Arnaud Maguet. „Ich selbst würde mich eher als ‚Nicht-Musiker’ im Sinne von Brian Eno bezeichnen“, so Maguet. Dafür ist er so etwas wie ein Ermöglicher für experimentelle Musiker, fast schon ein Produzent. Zur Eröffnung seiner Ausstellung brachte er eine Vinyl-LP in kleiner Auflage heraus. Außerdem gab es ein Konzert der Berliner Band „KPTMICHIGAN/Philippe Robert“ im „Juke Joint“. Die mit einem Kleinbus aus Berlin angereisten Musiker traten vor einem halbtransparenten Vorhang aus ungekochten Rigatoni auf, der den Blick auf die atemberaubende Terrasse des „La Friche“ und das Häusermeer von Marseille mit dem Meer dahinter freigab.

Arnaud Maguet sieht seine Ausstellung wie all seine Auftritte, etwa auch den 2011 im Pariser Centre Pompidou, auch als Möglichkeit, befreundeten Künstlern eine Plattform zu bieten. So sind in Marseille auch seine Künstlerkollegen Olivier Millagou und Arnaud Labelle-Rojoux mit eigenen Werken vertreten. Alle Arbeiten drehen sich im weitesten Sinne um Musik: Perücken im Windkanal eines Ventilators erinnern an die Sturmfrisuren der Beatles; Gipsnachbildungen des traurigen Hundes Nipper, dessen Konterfei das legendäre Plattenlabel „His Master’s Voice“ zierte, rotieren auf alten Plattenspielern; Biker-Jacken mit allerlei Sprüchen auf dem Rücken und ein Ensemble gefundener altmodischer Phonogeräte, Verstärker und Megaphone, die Maguet zu einer Multimedia-Skulptur in Low-Tech-Manier zusammengebaut hat, komplettieren eine Schau voller gekonnter Do-it-yourself-Ästhetik, in der sich Gefundenes und Erfundenes einander die Hand geben.

Auf den Wänden zeigt Maguet plakatähnliche Drucke und sogar Batiken. „Ich nutze ganz unterschiedliche Materialquellen, mal sind das Dinge, die ich auf dem Flohmarkt entdecke oder zu Hause auf dem Dachboden. Sie kommen als eine Art ‚found footage’ zu mir. Bestimmten Bildern begegne ich, wenn ich im Internet nach bestimmten Büchern suche oder sonstige Recherchen durchführe. Solche Dinge faszinieren mich aus den unterschiedlichsten Gründen. Entweder aufgrund ihrer Stillosigkeit oder aber, weil sie ganz einfach zu perfekt sind.“

Der Titel der sehenswerten Schau im intensiv nach Holz riechenden bretternen Shed-Ambiente spielt an auf die ketzerische Frage „Is Surrealism Dead or Alive?“, die der Philosoph und Vordenker der Situationisten, Guy Debord, im Jahr 1957 anlässlich eines in die Kunstgeschichte eingegangenen situationistischen Streitgesprächs gestellt hat. Arnaud Maguet hat den Begriff Surrealismus durch Psychedelismus ersetzt. Mit dem diffusen Phänomen des Psychedelischen beschäftigt sich der Grenzgänger zwischen Kunst und Musik bereits seit seiner viel beachteten Ausstellung „What the hell happened to music?“ im Jahr 2008 in der Villa Arson in Nizza.

Die Ausstellung in Marseille ist ein Crossover aus bildender Kunst, experimentellem Film, Rock ‘n’ Roll, Kunst- und Musikgeschichte und Performance in einem temporären Setting, das den White Cube einmal mehr in Frage stellt. William S. Burroughs trifft auf Raoul Hausmann, Bob Dylan auf die Residents. Arnaud Maguet, der auch erfolgreich ein eigenes Plattenlabel betreibt, ist ein postmoderner Kunst- und Musikproduzent, der sich mit diesem Remix aus Philosophie, Kunstgeschichte, Sound, Experiment und Architektur ein ebenso eigenwilliges wie überzeugendes Ausstellungskonzept erdacht hat.

Die Ausstellung „Arnaud Maguet: Le psychédélisme est-il mort ou vivant?“ ist bis zum 3. August zu sehen. La Friche Belle de Mai hat dienstags bis sonntags von 13 bis 19 Uhr, am letzten Freitag im Monat von 13 bis 22 Uhr geöffnet.

Kontakt:

La Friche Belle de Mai

41 rue Jobin

FR-13003 Marseille

Telefon:+33 (04) 95 04 95 95

www.cartel-artcontemporain.fr



13.07.2014

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Nicole Büsing & Heiko Klaas

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