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Große Wertschätzung für ein scheinbar aussterbendes Medium: Der Kunstverein in Hamburg würdigt das 16mm-Filmformat im Kontext zeitgenössischer Kunst mit einer Ausstellung, allabendlichen Filmvorführungen und Hintergrundgesprächen

Film, wie nur Film sein kann



Wer in den letzten Jahren aufmerksam durch Ausstellungen oder Biennalen gegangen ist, wird es bemerkt haben: Trotz immer hochauflösenderer Videobeamer und Super-Wide-Flat-Screens in flimmerfreier HDTV-Präzision neigen viele Künstler, die mit bewegten Bildern arbeiten, dazu, diese im klassischen Filmformat aufzunehmen und mit Hilfe laut ratternder und oft wartungsbedürftiger Projektoren aufzuführen. Was zunächst wie ein hoffnungslos nostalgischer Versuch wirkt, an einer alten, scheinbar überholten Technik festzuhalten, entpuppt sich bei genauerer Betrachtung als ganz bewusste ästhetische Entscheidung von Künstlern wie etwa William Kentridge, Douglas Gordon oder Simon Starling, die für den hohen Reflexionsgrad ihrer Arbeiten bekannt sind. Auch die in Berlin lebende Britin Tacita Dean etwa arbeitet ganz bewusst mit dem Medium Film. 2011 war in der Turbinenhalle der Londoner Tate Modern unter dem programmatischen Titel „FILM“ ihre beeindruckende Hommage an das aussterbende Medium zu sehen. „Ich bin in keinster Weise anti-digital eingestellt, aber ich liebe den Film“, sagt sie. „Die digitale Technologie verlässt sich voll und ganz auf die Nachbearbeitung. Es geht nicht mehr um den Augenblick, in dem etwas geschieht, und so bleibt eine gewisse Vitalität auf der Strecke.“


Tacita Deans Film „Palast“ aus dem Jahr 2004, eine Hommage an eine Fensterwand im abgerissenen Berliner Palast der Republik während des Sonnenuntergangs, gehört zu den 70 Filmprojekten bildender Künstler, die jetzt bis Anfang September Abend für Abend im Hamburger Kunstverein zu sehen sind. Das Spektrum der Ausstellung „A Paradise Built in Hell – Das 16mm-Filmformat im Kontext aktueller Bildproduktion“ reicht dabei vom dreiminütigen Kurzfilm „Intro“ des Documenta-Teilnehmers Clemens von Wedemeyer bis hin zum 286minütigen Filmtagebuch des 92jährigen New Yorker Urgesteins der unabhängigen Filmszene, Jonas Mekas. Im Anschluss an jede Filmvorführung gibt es Skype-Interviews mit den Filmemachern oder internationalen Fachleuten, und jeden Mittwoch vertiefende Gesprächsabende mit Protagonisten und Beobachtern der aktuellen und historischen Avantgarde-Filmszene.

Das groß angelegte und tiefschürfende Projekt wird aber auch von einer Ausstellung flankiert. Diese rückt anhand zahlreicher in Vitrinen präsentierter Archivalien auch die besondere Situation in der Filmstadt Hamburg Ende der 1960er Jahre in den Fokus. Mit der Gründung der „Hamburger Filmmacher Cooperative“ 1968 suchten nämlich avantgardistische Filmer wie Helmut Herbst, Klaus Wyborny, Werner Nekes oder Werner Grassmann, der spätere Gründer des Programmkinos „Abaton“, den Anschluss an wenige Jahre zuvor gegründete Vorbilder in London und New York. Während sich ihre Berliner Generationskollegen in politischen Grabenkämpfen gegenseitig zerfleischten und das Mainstream-Kino Straßenfeger wie „Zur Sache Schätzchen“ oder „Doktor Schiwago“ zeigte, produzierten die weitaus weniger politisierten Hamburger in dieser Zeit ästhetisch anspruchsvolle Experimentalfilme, die unter dem Etikett „Das andere Kino“ handwerkliche Konventionen des Mediums Film kreativ auf die Probe stellten und die eingespielten Sehgewohnheiten des Publikums kräftig herausforderten. Wenigstens für ein paar Jahre war Hamburg ein schillerndes Zentrum des Avantgardefilms.

Dass sich Film und bildende Kunst im Bereich des Experimentalfilms immer wieder überlappen, demonstriert die Schau unter anderem anhand Dutzender in den 1970er Jahren in New York entstandener Storyboard-Zeichnungen des 1948 in Achim bei Bremen geborenen Künstlers und Filmemachers Heinz Emigholz. „A Paradise Built in Hell“ konzentriert sich bewusst auf das bereits 1923 auf den Markt gekommene 16mm-Format, weil es aufgrund seiner geringeren Kosten und der leichteren Kameras immer wieder von Künstlern und Filmemachern der Avantgarde verwendet wurde. Und das trotz seiner geringeren Auflösung. Mit hochaktuellen Beispielen führt die Schau eindrucksvoll vor Augen, dass das letzte Kapitel in der Geschichte des fotochemischen Films noch längst nicht geschrieben ist. Allem digitalen Hype zum Trotz: Totgesagte leben länger.

Die Ausstellung „A Paradise Built in Hell. Das 16mm-Filmformat im Kontext aktueller Bildproduktion“ ist bis zum 7. September zu sehen. Der Kunstverein in Hamburg hat täglich außer montags von 12 bis 18 Uhr geöffnet. Die Filmvorführungen finden dienstags bis sonntags jeweils um 18 Uhr statt, die Gespräche jeden Mittwoch um 19 Uhr. Der Eintritt beträgt 3 Euro, ermäßigt 1,50 Euro. Für Mitglieder, Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre ist er kostenlos.

Kontakt:

Kunstverein in Hamburg

Klosterwall 23

DE-20095 Hamburg

Telefax:+49 (040) 32 21 59

Telefon:+49 (040) 33 83 44

E-Mail: hamburg@kunstverein.de



13.07.2014

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Nicole Büsing & Heiko Klaas

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Veranstaltung vom:


28.06.2014, A Paradise Built in Hell. Das 16mm-Filmformat im Kontext aktueller Bildproduktion

Bei:


Kunstverein in Hamburg

Variabilder:

in der Ausstellung
 „A Paradise Built in Hell. Das 16mm-Filmformat im Kontext aktueller Bildproduktion“
in der Ausstellung „A Paradise Built in Hell. Das 16mm-Filmformat im Kontext aktueller Bildproduktion“







in der Ausstellung „A Paradise Built in Hell. Das 16mm-Filmformat im Kontext aktueller Bildproduktion“

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