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Stilleben mit Äpfeln in weißer Schale mit blauem Glas, 1925 / Otto  Modersohn

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Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Spitzenwerke von Ferdinand Hodler, Albert Anker und Félix Vallotton in der kommenden Auktion für Schweizer Kunst bei Koller in Zürich

Frühlingserwachen



Ferdinand Hodler, Der Frühling. Fassung IV, um 1912

Ferdinand Hodler, Der Frühling. Fassung IV, um 1912

Im Zentrum von Ferdinand Hodlers Komposition „Der Frühling“ sitzt ein exzentrisch wirkender Jüngling auf einer mit Blumen übersäten Bergwiese. Die Mädchengestalt, die neben ihm kniet, scheint ihm Luft zuzupusten. Die Körperhaltung der beiden übergroß gezeichneten Figuren, für die sein Sohn Hector und eine seiner Nichten Modell standen, isoliert sie und macht sie unfähig, miteinander zu kommunizieren. Besonders die Pose des Jünglings mit dem auffällig abgewinkelten Arm wirkt manieriert. Für Hodlers Figurenstil ist diese starke Stilisierung jedoch typisch. Seine Figuren verkörpern das Idealbild einer Einheit von Mensch und Natur, Körper und Geist, verbunden durch einen alles durchdringenden Rhythmus. „Der Frühling“ war schon zu Lebzeiten des Schweizer Künstlers ein bedeutendes Bild, da es von seinen Zeitgenossen als Darstellung des erwachenden sexuellen Bewusstseins zweier Heranwachsender gesehen wurde. Hodler beschäftigte sich viermal mit diesem Thema. Während das Essener Museum Folkwang die erste Version von 1901 besitzt, befinden sich die zweite und dritte Fassung in Privatbesitz. Die vierte Variante, in der Hodler um 1912 die Figuren im Gegensatz zu den anderen vertauscht und den Hintergrund in helleren Farbtönen hält, ist nun die Spitzenposition der Auktion „Schweizer Kunst“ bei Koller. Der Züricher Versteigerer hat dafür eine Schätzung von 4 bis 6 Millionen Franken vorgesehen.


Von suggestiver Kraft ist zudem Ferdinand Hodlers Zeichnung „Die kranke Valentine Godé-Darel“ aus dem Jahr 1915. In siechender Gestalt ist seine schwerkranke Geliebte dargestellt, die Hodler bis zu ihrem Tod in Gemälden und Zeichnungen festhielt (Taxe 80.000 bis 120.000 SFR). Mit stattlichen 19 Werken dominiert Albert Ankers die Auktion am 27. Juni. „Kinder bei den Hausaufgaben“ aus der Zeit um 1900 und „Strickendes Mädchen am Fenster“ von 1878 sind Paradebeispiele für Ankers unprätentiösen Realismus. Beide Bilder mit den konzentriert arbeitenden Menschen stammen aus einer Schweizer Privatsammlung und sind mit jeweils 1,2 bis 1,8 Millionen Franken angesetzt. Auf deutlich niedriger Stufe rangieren bei Koller die Aquarelle „Strickendes Mädchen“ (Taxe 80.000 bis 120.000 SFR), „Zwei junge Mädchen“ beim Nachhauseweg (Taxe 60.000 bis 80.000 SFR) und der alte „Mann beim Suppeessen“ ein (Taxe 70.000 bis 90.000 SFR). Beachtlich ist auch die Kohlezeichnung „Mädchen beim Zöpfeflechten“, die durch eine feine Ausführung des anmutigen Modells besticht (Taxe 120.000 bis 180.000 SFR).

Auch von Cuno Amiet befinden sich mehreren Arbeiten in der Auktion. Neben den ruhigen Landschaften „Segelschiffe auf dem Thunersee“ von 1931 (Taxe 100.000 bis 150.000 SFR) und „Zwei Bäume“ auf der Oschwand von 1919 (140.000 bis 180.000 SFR) soll auch ein Werk aus seiner Zeit als Mitglied der Künstlergruppe „Brücke“ unter den Hammer kommen. „Die Toilette (Mutter, ein Mädchen nach dem Bade trocknend)“ aus dem Jahr 1908 entstand mit seinen kurzen, impulsiven Pinselstrichen unter Einfluss eines Werks von Vincent van Gogh und zeigt die Ehefrau sowie die Nichte Amiets, die 1904 von dem Ehepaar adoptiert wurde. Dieses Motiv, aus dem der Künstler eine fünfteilige Serie schuf, soll für 180.000 bis 240.000 Franken den Besitzer wechseln. In einem etwas niedrigeren Preissektor befinden sich zwei Stillleben, die dem ruhigeren Spätwerk Amiets angehören. „Stillleben mit Nelken in einer Glasvase“ von 1940 wird von Koller auf 40.000 bis 60.000 Franken und „Blumenstillleben mit Gerberas“ von 1957 auf 22.000 bis 28.000 Franken geschätzt. Wie Amiet weist auch Hermann Scherer, einer der wichtigsten Expressionisten der Schweiz, einen Bezug zur Dresdner „Brücke“ auf. Der Schüler von Ernst Ludwig Kirchner, einem der Gründungsmitglieder der Künstlergemeinschaft, schuf mit „Mendrisiotto“ aus der Zeit um 1925/26 eine weite Landschaft, die in der unwirklichen Farbgebung und der expressiven Formensprache an die Davoser Arbeiten Kirchners erinnert. Mit einer Schätzung von 350.000 bis 500.000 Franken ist ein Spitzenplatz im Auktionsranking Scherers anvisiert.

Ebenfalls Beachtung verdienen zwei Werke Félix Vallottons. „Route de Sainte-Anne et le Faron“ von 1925 überzeugt hauptsächlich durch das stimmungsvolle Licht, in das die mediterrane Landschaft mit dem Gebirge Faron im Hintergrund gehüllt ist (Taxe 600.000 bis 800.000 SFR). In „Trois femmes jouant avec des crabes“ von 1910 ist die Landschaft dagegen sehr reduziert und besteht lediglich aus einem roten, wohl sandigen Ufer, einem dünnem Streifen Meer sowie einem hohen blauen Himmel. Vor dieser Kulisse sind die plastisch gestalteten Körper dreier nackter Frauen innig miteinander verschlungen; man kann die Gliedmaßen oft nicht sofort den einzelnen Personen zuordnen. Auch wenn Vallotton hier die mythologische Darstellung der drei Grazien aufgreift, interpretiert er sie in den eher durchschnittlich gebauten Frauenkörpern doch auf eine moderne Art und verleiht ihnen im Spiel mit den beiden Krabben zusätzlich eine erotisch-gefährliche Note (Taxe 450.000 bis 600.000 SFR).

Liebhaber der Schweizer Bergwelt kommen bei Giovanni Giacometti auf ihre Kosten. In „Sera d’autunno“ von 1908 hat er ein Flussbett sowie eine Bergkette im Hintergrund aus kurzen, nebeneinandergesetzten Pinselstrichen expressiv geformt (Taxe 260.000 bis 360.000 SFR). Eine freundlichere und intensivere Farbgebung weist die Weide mit dem Weiler „Pila bei Maloja mit Blick auf den Piz Corvatsch“ von 1928/29 auf (Taxe 200.000 bis 300.000 SFR), und bei „Paesaggio di Bregaglia (novembre). Bergeller Landschaft“ von 1924 lässt Giacometti den Betrachter von oben in ein weites, herbstlich gefärbtes Bergtal blicken (Taxe 380.000 bis 500.000 SFR). Mit der „Reisigsammlerin am See“ in einem sommerlichen Birkenwald von Rudolf Koller (Taxe 20.000 bis 30.000 SFR), mit François Didays heiterem „Blick auf den Vierwaldstättersee und den Urirotstock vom Axenberg aus gesehen“ (Taxe 7.000 bis 9.000 SFR) und der „Hirtin mit Tieren vor einer weiten Seelandschaft“, ein Gemeinschaftswerk des Schweizers Alexandre Calame und des Belgiers Eugène Joseph Verboeckhoven für 20.000 bis 30.000 Franken, finden sich auch ansprechende Schweizer Landschaften aus dem 19. Jahrhundert in der Auktion.

Gottardo Segantini ist ein Vertreter einer pointillistischen Malerei, was man an seinem Gemälde „Engadiner Winterlandschaft mit Corvatsch, Arles und Rosatsch von Maloja aus gesehen“ aus dem Jahr 1959 bestens studieren kann (Taxe 60.000 bis 80.000 SFR). In der Nachfolge von Hodlers rhythmisierten Landschaften stehen etwa Hans Beat Wielands „Sommerwolken“ von 1926, die gerade über einen Berggipfel hinweg ziehen (Taxe 2.000 bis 3.000 SFR), oder Ernst Samuel Geiger mit seiner Aufsicht auf den Bielersee samt der Kirche von Ligerz aus dem Jahr 1919 (Taxe 4.000 bis 6.000 SFR). Ein höheres Maß an Stilisierung weisen Ernest Biélers in Tempera gestrichelter „Genfersee mit Sicht auf den Grammont“ (Taxe 50.000 bis 70.000 SFR) und Clara Porges’ in konturierte Farbflächen zerlegter Blick „Fuorcla Surlej mit Bernina Gruppe“ von 1916 auf (Taxe 40.000 bis 60.000 SFR). Otto Morach entführt mit seiner einsamen, von hohen Kalkfelsen gerahmten provenzalischen Bucht „Calanque d’Anveau“ dann in surrealistische Gefilde (Taxe 20.000 bis 28.000 SFR).

Auch an Stillleben hat Koller einiges zu bieten. Adolf Dietrichs fein und detailgenau ausgearbeiteter Herbstblumenstrauß in blauer Vase von 1932 hat vor allem in den dicht gesteckten Dahlien seine beste Zeit schon ein wenig hinter sich (Taxe 50.000 bis 70.000 SFR). Während Niklaus Stoecklins Blumenstillleben mit Stiefmütterchen ebenfalls ein Paradebeispiel der Neuen Sachlichkeit ist (Taxe 3.000 bis 4.000 SFR), folgen Giovanni Giacomettis „Äpfel in Zinnteller“ von 1926 (Taxe 120.000 bis 160.000 SFR), Wilhelm Gimmis locker arrangierte „Les grenades“ von 1915 (Taxe 5.000 bis 7.000 SFR) und vor allem Max Gublers „Liegender Fasan“ von 1957 und sein Arrangement aus Blumenvase, Obstkorb, Büste und Salzfass einer gröberen, da expressiveren Darstellungsweise (Taxe je 25.000 bis 35.000 SFR).

Ignaz Epper entwickelt sein Früchtestillleben mit weißer Obstschale um 1920 dann in leicht kubistischen Formen (Taxe 10.000 bis 15.000 SFR), und Augusto Giacometti überführt 1930 seine beiden Orchideenblüten auf blauem Grund beinahe in die Ungegenständlichkeit (Taxe 120.000 bis 160.000 SFR). Eine Synthese aus beiden Stilformen gelingt Oscar Wilhelm Lüthy 1928 in seiner Mischung aus Gefäßen und floralen Elementen unter dem Titel „Opus VII“ (Taxe 4.000 bis 6.000 SFR). Die Vanitas-Thematik greifen Félix Vallotton in seiner „Hortensia et citron“ von 1923 (Taxe 150.000 bis 200.000 SFR) und René Auberjonois in „Nature morte“ auf (Taxe 16.000 bis 20.000 SFR). Beide zeigen eine Blumenvase auf einem Tisch mit einem Schneidewerkzeug daneben, das auf die Vergänglichkeit des Irdischen hinweisen soll.

Die Auktion findet am 27. Juni um 14 Uhr statt. Vorbesichtigung läuft bis zum 23. Juni täglich von 10 bis 19 Uhr. Der Katalog ist im Internet unter www.kollerauktionen.ch abrufbar.

Kontakt:

Koller Auktionen

Hardturmstrasse 102

CH-8031 Zürich

Telefon:+41 (044) 445 63 63

Telefax:+41 (044) 273 19 66

E-Mail: office@kollerauktionen.ch

www.kollerauktionen.ch



20.06.2014

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Anna Wolfesberger

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Taxe: 600.000 - 800.000 SFR

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