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Amazone, nach 1906 / Franz von  Stuck

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Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Absatzschwierigkeiten bei den „Ausgewählten Werken“ im Berliner Auktionshaus Grisebach

Teurer Hut in Rosa



Wohl zu den weniger erfolgreichen Veranstaltungen in der hauseigenen Geschichte wird das Berliner Auktionshaus Grisebach seine vergangene Versteigerung „Ausgewählter Werke“ rechnen müssen. Konnte man sich in der Villa an der Fasanenstraße früher schon einmal über achtzig- oder gar neunzigprozentige Zuschlagsquoten freuen, blieb am 29. Mai immerhin ein gutes Drittel der Angebote unveräußert liegen. Verglichen mit den Bilanzen anderer Häuser im deutschsprachigen Raum ist das zwar immer noch sehr akzeptabel, gemessen an den eigenen Ansprüchen und den Erfolgen der Vergangenheit aber müssen Bernd Schultz und seine Mannschaft das Ergebnis als eher enttäuschend empfunden haben. Zumal angesichts der derzeitigen weltweiten Hochkonjunktur moderner und insbesondere zeitgenössischer Kunst.


Auch der einzige potentielle Millionenwert auf dieser Auktion floppte, Heinrich Campendonks „Landschaft mit zwei Kühen“ für geschätzte 2 bis 3 Millionen Euro. Ob den Interessenten hier noch der Beltracchi-Fälschungsfall in den Knochen sitzt, dessen Aufdeckung mit einem Campendonk ja seinen Ausgang nahm? Das vorliegende Bild war freilich ganz unverdächtig, war es doch schon im Entstehungsjahr 1914 erstmals und in späteren Jahren noch mehrmals öffentlich ausgestellt. Unveräußert blieben neben weiteren Expressionisten auch die beiden Lovis Corinth-Bilder, insbesondere sein spätes Stillleben „Zinnien“ von 1924 für 400.000 bis 600.000 Euro. So konnte sich Eduardo Chillidas 1975 geschmiedete kleine Eisenskulptur „Estela à Picasso“ mit drei krakenartigen Fingern bei unerwarteten 450.000 Euro an die Spitze setzen (Taxe 180.000 bis 240.000 EUR). Und auch auf Platz drei rangiert eine Skulptur: Wilhelm Lehmbrucks grüner Steinguss „Frauenbüste“ von 1910, hinter dem sich ein Bildnis seiner Ehefrau Anita verbirgt, schaffte die untere Grenze von 400.000 bis 600.000 Euro.

Eine Überraschung bot auch František Kupkas fauvistisch anmutendes Frauenbildnis „Der rosafarbene Hut“ aus dem Jahr 1906. Der gebürtige Böhme, der später als Abstrakter eine bedeutende Rolle spielen sollte, wandelte hier noch auf den Spuren französischer Meister um André Derain und Albert Marquet und landete damit bei 280.000 Euro jetzt einen regelrechten Coup (Taxe 120.000 bis 150.000 EUR). Noch beeindruckender steigerte sich ein „White Relief“ des Briten Ben Nicholson. Das 1934 in mehreren Schichten von Karton aufgebaute, aus Rechtecken mit kreisrunden Öffnungen bestehende Werk verließ erst bei 430.000 Euro das Haus (Taxe 120.000 bis 150.000 EUR). Ein munteres Hauen und Stechen provozierten auch vier Werke Hermann Glöckners, die allesamt für bis zu 59.000 Euro bei seinem schon abstrakten Balkengebilde „Zwei weiße Faltungen auf Schwarz“ von 1933 versteigert wurden (Taxe 15.000 bis 20.000 EUR). Auch von Gabriele Münter konnten beide Offerten weitervermittelt werden, der Blick auf den ruhig daliegenden „Staffelsee“ von 1933 mit 160.000 Euro unterhalb, das stimmungsvolle Stillleben „Fuchsie vor Mondlandschaft“ von 1928 mit 360.000 Euro deutlich oberhalb des Schätzpreises.

Vieles spielte sich am unteren Rand der Schätzungen ab, so Paula Modersohn-Beckers „Rotes Haus“ mit Birkenallee in Worpsweder Umgebung von 1903 bei 120.000 Euro, Otto Muellers Farblithografie „Lagernde Zigeunerfamilie mit Ziege“ von 1926/27 bei 30.000 Euro, George Grosz’ sozialkritische Karikatur der Großstadtgesellschaft unter dem Titel „Gedankenlos“ von 1918 bei 25.000 Euro oder Paul Klees Aquarell „Starr-Beflügelt“ von 1931 bei 120.000 Euro. Altmeisterliches von berühmten Protagonisten der klassischen Moderne boten Pablo Picasso mit seiner rasch in Tusche hingestrichenen „Femme au Tambourin“ von 1952 für 180.000 Euro (Taxe 180.000 bis 240.000 EUR) und Alberto Giacometti mit seiner in Bleistift gezeichneten „Femme nue debout“ aus den späten 1940er Jahren für 200.000 Euro (Taxe 150.000 bis 200.000 EUR). Picassos Umrisszeichnung mit den kräftigen Gestalten „Le peintre et son modèle“ von 1970 verdoppelte ihre unter Schätzung dann auf 120.000 Euro. Lichtblicke bei den Abstrakten boten Josef Albers’ blau-weiß-graue, nicht allzu große „Study for Homage to the Square“ aus den 1950er Jahren bei 90.000 Euro (Taxe 50.000 bis 70.000 EUR) und Willi Baumeisters amorphe, schwebende Formen in „Dekomposition (Senkrechte mit Linienfigur)“ von 1938 bei 75.000 Euro (Taxe 60.000 bis 80.000 EUR).

Auch bei den etwas Jüngeren sah das Ergebnis gemischt aus. Einiges ging gar nicht, anderes blieb an der unteren Schätzgrenze kleben, ein Teil verkaufte sich recht gut, vor allem Konrad Klaphecks zweieinhalb Meter breiter Monster-Lastkraftwagen unter dem Titel „Im Zeitalter der Gewalt I“ von 1994 für 270.000 Euro (Taxe 200.000 bis 300.000 EUR). Sein „Verhinderter Apostel“ von 1992, ein ebenfalls stilisierter Schlüssel mit Kette, fand dagegen keine Freunde (Taxe 70.000 bis 90.000 EUR). Bei Georg Baselitz’ auf den Kopf gestellten „Hinterglasvogel II“ von 1997 stoppten die Gebote schon bei 140.000 Euro (Taxe 150.000 bis 200.000 EUR), und Thomas Schüttes drei narrative Wand- und Bodenobjekte „Restroom“ von 1984 (Taxe 150.000 bis 200.000 EUR) oder Ilya Kabakovs skulpturale Installation „Die alte Flasche“ von 1999 wollte sich dann wieder niemand nach Hause holen (Taxe 80.000 bis 120.000 EUR). Der kürzlich verstorbene Günther Förg wurde mit 107.000 Euro für seinen vierteiligen Farbfeldzyklus „Teilung“ von 1988 geehrt (Taxe 30.000 bis 40.000 EUR), und Daniel Richter staubte mit seiner schillernden Riesenleinwand „Fun de Siècle“, auf der sich melancholisch wirkende Menschen verhalten vor einer Architekturkulisse bewegen, gute 135.000 Euro ab (Taxe 120.000 bis 150.000 EUR). Den Gesamtumsatz der Frühjahrsauktionsrunde bezifferte Grisebach mit 18,5 Millionen Euro, wobei auf die „Ausgewählten Werke“ knapp 8 Millionen Euro entfielen – ein paar mehr hätten es hier schon sein dürfen.

Die Ergebnisse verstehen sich als Zuschlag ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Grisebach

Fasanenstraße 25

DE-10719 Berlin

Telefon:+49 (030) 885 91 50

Telefax:+49 (030) 882 41 45

E-Mail: auktionen@grisebach.com



09.06.2014

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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Veranstaltung vom:


29.05.2014, Ausgewählte Werke

Bei:


Grisebach

Bericht:


Stille Linien, laute Farben

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Paula Modersohn-Becker, Rotes Haus, 1903
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Otto Mueller, Lagernde Zigeunerfamilie mit Ziege, 1926/27
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Wilhelm Lehmbruck, Frauenbüste (Büste Frau L.), 1910
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 Starr-Beflügelt, 1931
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Wilhelm Lehmbruck, Frauenbüste (Büste Frau L.), 1910

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Taxe: 400.000 - 600.000 EURO

Zuschlag: 400.000,- EURO

Losnummer: 3

Paul Klee, Starr-Beflügelt, 1931

Paul Klee, Starr-Beflügelt, 1931

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Zuschlag: 120.000,- EURO

Losnummer: 35

Otto Mueller, Lagernde Zigeunerfamilie mit Ziege, 1926/27

Otto Mueller, Lagernde Zigeunerfamilie mit Ziege, 1926/27

Taxe: 30.000 - 40.000 EURO

Zuschlag: 30.000,- EURO

Losnummer: 19

Paula Modersohn-Becker, Rotes Haus, 1903

Paula Modersohn-Becker, Rotes Haus, 1903

Taxe: 120.000 - 150.000 EURO

Zuschlag: 120.000,- EURO

Losnummer: 1




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