Die Kunst, online zu lesen.

Home


Magazin

News


Marktberichte


Ausstellungen


Journal


Portraits


Top Event


Netzkunst





Kunst kaufen
Werben

Translation EnglishFrench

Auktionsanzeige

Am 24.09.2019 Auktion 385: Alte Kunst und Schmuck

© Neumeister Münchener Kunstauktionshaus

Anzeige

spring swing, 2012 / Heinz Mack

spring swing, 2012 / Heinz Mack
© Galerie Neher - Essen


Anzeige

Im Park von Schloss Mainberg bei Schweinfurt, 1874  / Hans Thoma

Im Park von Schloss Mainberg bei Schweinfurt, 1874 / Hans Thoma
© Kunsthandel Ron & Nora Krausz


Anzeige

Amazone, nach 1906 / Franz von  Stuck

Amazone, nach 1906 / Franz von Stuck
© Kunsthandel Ron & Nora Krausz


Newsmailer Eintrag

Bestellen Sie bitte hier:


Suchen mit Google

Google
WWW
kunstmarkt.com

Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Die Zeitgenössische Kunst bei Sotheby’s in New York: Hohes Ergebnis, aber doch nicht konkurrenzfähig

Schmelzende Damenwelt



Fast bescheiden nahmen sich die 461 Millionen Dollar Einspielergebnis der New Yorker Sotheby’s-Auktionsrunde mit zeitgenössischer Kunst gegen die knappe Milliarde aus, die Erzrivale Christie’s zur gleichen Zeit mit seinem Auktionsreigen umsetzen konnte. Dass sich freilich auch Sotheby’s nicht zu verstecken braucht, zeigen noch weitere Zahlen: Acht zweistellige Millionenpreise konnte das Haus generieren, neun neue Künstlerrekorde einstellen und im 19 Losnummern umfassenden Sonderteil der Sammlung des Hedgefonds-Managers Adam Sender eine hundertprozentige Zuschlagsquote erzielen. Ganz zu Recht also ballte Jeff Koons’ großformatige, stahlglänzende Umsetzung der Comicfigur „Popeye“ von 2009/11 seine Hand zur Faust und ließ die gewaltigen Muskeln spielen. Mit 25 Millionen Dollar landete der spinatfutternde Prachtkerl punktgenau auf seiner Schätzung und belegte Rang drei der Zuschlagsliste.


Manche Absatzschwierigkeiten hatte man bei Sotheby’s in der Abendauktion am 14. Mai allerdings schon, nachdem am Tag zuvor bei Christie’s so viele Zigmillionen gerollt waren. Zwar konnten fast alle Spitzenlose weitervermittelt werden, doch mit 26,75 Millionen Dollar kam Andy Warhols 1986 entstandenes Sextett seines berühmten „Self Portrait“ mit wirr abstehenden Haaren in unterschiedlichen Farben ebenso nur im unteren Bereich der Erwartungen an, wie sein „Big Electric Chair“ von 1967/68 für 18,1 Millionen Dollar und seine „12 Mona Lisas“ aus den „Reversal Series“ von 1980 für 10 Millionen Dollar. Ähnlich ging es Gerhard Richters abstrakt schillernden, aufgerissenen Farbschichten „Blau“ von 1988 mit der Werknummer 658 für 25,5 Millionen Dollar. Gar keinen Abnehmer fand ein großes wildes „Untitled“ Willem de Koonings aus der Zeit um 1975/77 für 18 bis 25 Millionen Dollar, wohingegen Mark Rothko mit einer gelbroten Farbfeldmalerei ebenfalls ohne Titel von 1950 bei ordentlichen 10,75 Millionen Dollar reüssierte (Taxe 8 bis 12 Millionen USD).

15 Millionen Dollar gab es für ein weiteres ungegenständliches Werk, Yves Kleins „Rélief éponge bleu (RE 51)“ von 1959 (Taxe 15 bis 20 Millionen USD). Jeweils 9 Millionen Dollar – wiederum nur an der unteren Schätzpreisgrenze – erlösten Richard Diebenkorns Farbfelder „Ocean Park #20“ von 1969 aus der Sammlung Jane und Marc Nathanson sowie Cy Twomblys „Untitled“ mit großen weißen Schriftkringeln auf bräunlichem Grund von 2006. Jackson Pollocks hochformatiges „Black and White Painting“ von circa 1952 blieb mit 7,5 Millionen Dollar sogar leicht unterhalb der Erwartungen hängen, ebenso Koonings „Montauk III“ von 1969 mit 9 Millionen Dollar. Jean-Michel Basquiats fast fünf Meter breites Riesenbild „Undiscovered Genius of the Mississippi Delta“ von 1983 landete mit 21 Millionen Dollar dagegen wieder im Bereich der Erwartungen.

Zulegen konnte einige Arbeiten in den niedrigeren Preisbereichen, etwa Yayoi Kusamas weiß-graues netzartiges Gemälde „No. E“ mit dem frühen Entstehungsjahr 1959 auf 2,7 Millionen Dollar (Taxe 800.000 bis 1,2 Millionen USD), Alexander Calder ausladendes farbiges Scheibenmobile „Double-Perforated Blue“ von 1958 auf 3,4 Millionen USD (Taxe 1,5 bis 2 Millionen USD) und auch Sigmar Polkes Raster-Stoffbild mit figurativen Elementen von 1983/2006 auf 3,6 Millionen Dollar (Taxe 2,5 bis 3,5 Millionen USD). Aus Deutschland war zudem noch Blinky Palermo mit seinem schwarzen Horizontalstrich auf weißem Grund aus dem Jahr 1971 zugegen, der aber nur die untere Schätzung von 1 Million Dollar einspielte.

Rekorde konnte Sotheby’s im allgemeinen Teil nur wenige erreichen. 800.000 Dollar für die übermannshohe, bemalte Mischtechnik „Vete al Diablo“ von 2006 bedeuteten einen neuen Höchstpreis für eine Skulptur des jungen Aufsteigers Dan Colen (Taxe 600.000 bis 800.000 USD). 580.000 Dollar sind das bisherige Maximum für eine minimalistische Papierarbeit Richard Serras, hier das schwarze, schräg gestellte Rechteck mit dem Titel „Alameda Street“ von 1982 (Taxe 400.000 bis 600.000 USD). Das gleiche gilt für Mark Grotjahns annähernd achsensymmetrisches „Red Orange Brown Black Butterfly 560“ von 2005 für 1,1 Millionen Dollar (Taxe 800.000 bis 1,2 Millionen USD). Immerhin aber Julian Schnabels mit einem Kopf bemaltes Keramikscherbenbild „800 Blows“ von 1983 für 1 Million Dollar (Taxe 1 bis 1,5 Millionen USD), Wade Guytons große Us über züngelnden Flammen von 2006 für 5,2 Millionen Dollar (Taxe 3,5 bis 4,5 Millionen USD) und James Rosenquists 1964 datiertes Pop Art-Bild mit dem Werbemotiv „Be Beautiful“ für 2,8 Millionen Dollar markierten neue Höchststände für die jeweiligen Künstler (Taxe 3 bis 4 Millionen USD).

Mehr davon bot die die Sammlung Sender mit ihren 19 für die Abendauktion ausgewählten Werken mehr oder weniger junger, jedenfalls überwiegend noch lebender Künstler. Einen der überraschendsten Coups landete Sotheby’s mit einem zweiteiligen, mit Hasenköpfen und Wollknäueln geschmückten Strickbild Rosemarie Trockels aus den Jahren 1985/88. Statt 1,5 bis 2 Millionen Dollar kamen hier 4,3 Millionen Dollar heraus. Ähnliche Preissteigerungen gelangen für Urs Fischers langsam zerschmelzendes Wachskerzentrio dreier Frauenakte unter dem Titel „What if the Phone Rings“ von 2003 für 3 Millionen Dollar (Taxe 1,2 bis 1,8 Millionen USD) und für Mike Kelleys achtteilige ironische Fotoserie „Ah… Youth“ von 1990 für 1,6 Millionen Dollar (Taxe 700.000 bis 900.000 USD). Von 1,5 bis 2 Millionen Dollar kletterte Dan Flavins monumentale Neonröhreninstallation „Alternate Diagonals of March 2, 1964“ auf 2,6 Millionen Dollar, eine auch im Titel fixierte Hommage an den Minimalisten Donald Judd.

Keith Haring, der auch in der Hauptauktion mit zwei starken Stücken seinen großen Auftritt hatte, schaffte in der Sender Collection sogar einen neuen Auktionsrekord mit seinem schwarz-weißen, gleichwohl sehr motivreichen Strichbild „September 14, 1986“ auf fast zweieinhalb mal fünf Metern für 4,2 Millionen Dollar (Taxe 2 bis 3 Millionen USD). Auch für Sarah Lucas waren noch nie mehr als jetzt 750.000 Dollar für ihre Stoffpuppeninstallation „Ace in the Hole“ mit erotisch fragmentierter Frauenkörpern von 1998 gezahlt worden (Taxe 600.000 bis 800.000 USD), ebenso wie für Matthew Barney die 1 Million Dollar, die sein klinisch reiner Tisch Glastisch „Drawing Restraint 8: Condition 2003“, ein Requisit seines gleichnamigen Films, jetzt einbrachte (Taxe 300.000 bis 400.000 USD). Den höchsten Preis erzielte Martin Kippenberger mit einer Straßenszene samt zwei Herren in Rückenansicht von 1981 aus der Werkserie „Lieber Maler, Male Mir“ für 4,8 Millionen Dollar (Taxe 3 bis 4 Millionen USD). Aber hier hatte Christie’s tags zuvor schon mit Kippenbergers unvorteilhaftem Selbstbildnis von 1988 die Messlatte auf 16,5 Millionen Dollar heftig nach oben verschoben.

Alle Preise verstehen sich als Zuschläge ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Sotheby’s New York

1334 York Avenue (at 72nd Street)

US-NY 10021 New York

Telefon:+1 (212) 606 70 00

Telefax:+1 (212) 606 71 07



30.05.2014

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

Drucken

zurück zur Übersicht


Empfehlen Sie den Artikel weiter:
an


Weitere Inhalte:

Veranstaltung vom:


14.05.2014, Contemporary Art Evening Auction

Bei:


Sotheby's










Copyright © '99-'2019
Kunstmarkt Media
Alle Rechte vorbehalten


Impressum





Zum Seitenanfang Magazin

 Amazon export/import Schnittstelle xt:commerce u. oscommerce  Amazon ebay rakuten yatego meinpaket export/import Schnittstelle xt:commerce u. oscommerce