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Blumenstrauß mit Plastik vor Fenster, 1925 / Ernst Ludwig Kirchner

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Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Moderne und zeitgenössische Kunst bei Bassenge in Berlin

Pferd auf Säule



Hans Poelzig, Stadthaus Dresden. Vorentwürfe, 1918-1921

Hans Poelzig, Stadthaus Dresden. Vorentwürfe, 1918-1921

Es kommt nicht oft vor, dass ein Architekt eine Versteigerung dominiert. Am 30. Mai aber widmet sich Bassenge in einer eigenen Veranstaltung ausschließlich dem Schaffen eines Architekten der Moderne: das Berliner Auktionshaus kann mehr als 120 Arbeiten des Berliners Hans Poelzig offerieren, der mit so bedeutenden Bauten wie dem Bürohaus des Textilunternehmens Gebrüder Meyer in Hannover-Vinnhorst oder dem Verwaltungsgebäude der I.G. Farben in Frankfurt am Main international beachtete Meisterwerke des Expressionismus und der Neuen Sachlichkeit schuf. Die Blätter – teils einzeln, teils als Konvolute versteigert und mit bis zu 7.000 Euro veranschlagt – stammen aus dem Nachlass des 1869 geborenen und 1936 verstorbenen Baumeisters. Sie betreffen unter anderem das Dresdner Stadthaus, das Große Schauspielhaus in Berlin oder das Salzburger Festspielhaus, doch finden sich auch zahlreiche Bühnenentwürfe unter den großteils farbigen Blättern.


Ein großer Schwerpunkt liegt in der Hauptauktion einen Tag später auf druckgrafischen Erzeugnissen deutscher Expressionisten. In Holzschnitttechnik sind Hermann Max Pechsteins 1911 im Profil gezeigter „Fischerkopf VII“ (Taxe 7.500 EUR), ein kantiges, fast mürrisches Selbstbildnis Karl Schmidt-Rottluffs aus dem Jahr 1914 (Taxe 15.000 EUR) und Otto Dix‘ seltene, mehrperspektivische „Straße“ von 1919 gearbeitet (Taxe 18.000 EUR). Von Emil Nolde gibt es für 12.000 Euro die 1910 datierte Radierung „Hamburg, Alsterbassin“ mit einigen Seglern auf dem Wasser in ihrem zweiten und letzten Zustand. Stattliche 75 Zentimeter miss seine Farblithografie „Die Heiligen Drei Könige“ aus dem Jahr 1913, die auch der eigenwilligen Durchführung des Motivs wegen – ohne das sonst übliche Gegenüber von Maria mit dem Kind – zu den bedeutendsten Blättern des Meisters gehört (Taxe 20.000 EUR).

Otto Mueller steuert die etwa formatgleichen, naturnahen Farblithografien „Zwei Badende im Bach“ und „Waldlandschaft“ bei, die mit ihrer Entstehung 1922 und 1924 auch zeitlich recht nahe beieinanderliegen (Taxen 10.000 und 8.000 EUR). Von dem weniger bekannten Michel Fingesten liegt eine umfangreiche Mappe mit Radierungen und originalen Zeichnungen zum Thema „Mutter und Kind“ in liebevoller Zweisamkeit aus dem Jahr 1920 bereit. Geschaffen wurden die insgesamt fast drei Dutzend Blätter samt acht Dichtungen von Rudolf Leonhard für den preußischen Regierungsrat und Sammler Heinrich Stinnes (Taxe 7.500 EUR).

Eine der bemerkenswertesten Offerten ist eine unbetitelte Collage des Belgiers Marc Eemans aus dem Jahr 1928. Der kaum zwanzigjährige Surrealist, aus der ersten Generation dieser Richtung einer der Jüngsten, kombinierte hier das schwarz-weiße, in einen ahornblattförmigen Rahmen eingepasste Fotomotiv einer feinen Gesellschaft mit einer leeren weiten Landschaft, aus dessen Ferne das Foto wie ein Schuss dem Betrachter entgegenschnellt (Taxe 7.500 EUR). Nicht ganz mit rechten Dingen geht es auch in Maurits Cornelis Eschers berühmter Lithografie „Treppauf, Treppab“ von 1960 zu, bei der sich die uniform gekleideten Bewohner eines verschachtelten Hauses in einer Endlosschleife bewegen (Taxe 20.000 EUR). Zu den jüngeren Werken zählen eine der 250 Ausgaben von Gerhard Richters einsam brennender „Kerze“ aus dem Jahr 1988 für 18.000 Euro und die ulkige Farbfotografie „No Barragán No Cry“ des albanischen Künstlers Anri Sala aus dem Jahr 2002. Zu sehen ist auf dem relativ kleinen Bild ein weißer Gaul, der auf dem Dach eines Hochhauses auf einer silbernen Säule wie nach einer Sintflut hängengeblieben zu sein scheint (Taxe 5.000 EUR).

Gegenüber den Papieren nimmt sich die Schar der Gemälde oder zumindest gemäldehaften Arbeiten eher gering aus, doch preislich stellen sie üblicherweise einige der kapitalen Stücke. So auch diesmal, etwa mit Lesser Urys aus amerikanischem Privatbesitze eingeliefertem Pastellbild „Spaziergänger am Landwehrkanal“ in der Abenddämmerung für 35.000 Euro, Leo von Königs „Liegender Schönheit“ in fast renaissanceartiger Klassik auf einem Großformat von 1911 (Taxe 28.000 EUR) oder insbesondere Pierre-Auguste Renoirs atmosphärische Landschaft „Esquisse de la maison blanche à Cagnes“ von 1900/07. Trotz seiner geringen Abmessungen von 17,5 mal 14,5 Zentimetern rangiert die Leinwand mit 40.000 Euro an der Preisspitze der Auktion. 30.000 Euro soll ein mittelgroßes Exemplar der unverwechselbaren hyperrealistischen Wassertropfenbilder des aus Korea stammenden Kim Tschang-Yeul von 1973 kosten.

Der ehemalige Worpsweder Hauptvertreter Heinrich Vogeler schuf 1930 das noch recht jugendstilig anmutende Gemälde „Weiße Nacht am Weißen Meer“. Gemeint ist die Stadt Kandalakscha im äußersten Nordwesten Russlands. Ein Jahr später siedelte Vogeler endgültig in das für ihn so gelobte Land Sowjetrussland über, wo er freilich zehn Jahre später ziemlich jämmerlich eingehen sollte (Taxe 15.000 EUR). Der etwas jüngere Russe David Burljuk ist mit einer impressionistischen „Baumblüte“ aus der Zeit um 1906 vertreten, die Bassenge recht bescheiden mit nur 3.500 Euro angesetzt hat. Da dürfte aber deutlich mehr drin sein. Das Weite suchte 1933 auch George Grosz. In Amerika wandte er sich vermehrt wieder der Malerei zu, wovon vor allem zahlreiche, teils sehr obszön in Szene gesetzte Frauenakte zeugen. Sein in Rückenansicht gezeigtes „Model undressing“ von 1942 ist da noch relativ züchtig (Taxe 12.000 EUR). Als Expressionist gibt sich Arthur Degner in drei farblich aufbrausenden Gemälden zu erkennen. Freilich gehören seine „Fischerfamilie“, die „Samlandküste“ und die „Künstlerkollegen“ zu seinem Spätwerk und datieren in die ersten Jahrzehnte nach dem Zweiten Weltkrieg (Taxen bis 4.500 EUR).

An Abstraktem gibt es Einiges von Künstlern der zweiten und dritten Reihe wie zwei informelle Kompositionen Francis Botts von 1955 und 1961 für 4.500 und 6.000 Euro oder eine mit Öl, Sand und Holzspänen erstellte bewegte Kreisarbeit Alfred Reths aus dem Jahr 1958 für 6.000 Euro. Deutlich teurer wird es nur für eine wieder auf Papier festgehaltene Studie László Moholy-Nagys mit wenigen Linien und geometrischen Formen in Rot, Grün, Blau und Schwarz aus dem Jahr 1924. Gewidmet ist das Aquarell über Bleistift dem Regisseur und Kunstfilmproduzenten Hans Cürlis, der unter dem Titel „Schaffende Hände“ seit 1923 zahlreiche Künstler, darunter Grosz, Dix, Ury, Pechstein und Wassily Kandinsky, im Film festgehalten hat (Taxe 24.000 EUR). Unter den Skulpturen sind das 1935/36 für das eigene Grab konzipierte Bronzerelief „Ruht im Frieden seiner Hände“ und die rund fünf Jahre später geschaffene innige Vollplastik „Der Abschied“ von Käthe Kollwitz zu nennen (Taxen 18.000 und 12.000 EUR).

Die Auktion mit dem Nachlass von Hans Poelzig beginnt am 30. Mai um 18:30 Uhr, die Auktion Moderne Kunst Teil I am 31. Mai um 15 Uhr. Die Besichtigung läuft bis zum 29. Mai täglich von 10 bis 18 Uhr, am 30. Mai von 10 bis 16 Uhr in der Rankestraße 24, 10789 Berlin. Der Internetkatalog listet die Objekte unter www.bassenge.com.

Kontakt:

Galerie Gerda Bassenge

Erdener Straße 5a

DE-14193 Berlin

Telefon:+49 (030) 893 80 290

Telefax:+49 (030) 891 80 25

E-Mail: art@bassenge.com



29.05.2014

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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Otto Mueller, Zwei Badende im Bach, 1922

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Lesser Ury, Dame, eine Pferdedroschke rufend, um 1920

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Hans Poelzig, Großes Schauspielhaus. Säulenstudien, 1919

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Zuschlag: 5.000,- EURO

Losnummer: 6828

Hans Poelzig, Hotelprojekt Dresden oder Bürohaus Köln, 1921/22

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Heinrich Vogeler, Weiße Nächte am Weißen Meer (Kandalakscha), 1930

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Hans Poelzig, König Lear. Kristallpalast, 1923

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Pierre-Auguste Renoir, Esquisse de la maison blanche à Cagnes, 1900/07

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Taxe: 40.000,- EURO

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Leo von König, Liegende Schönheit, 1911

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