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Töchterchen Marion mit Katze, 1898 / Franz von Lenbach

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Römerin mit Lorbeerkranz / Franz von  Stuck

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Blumenstrauß mit Plastik vor Fenster, 1925 / Ernst Ludwig Kirchner

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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Gemälde und Papierarbeiten des 19. Jahrhunderts bei Grisebach in Berlin

Berge und Abgründe



Max Liebermann, Schafherde, 1888

Max Liebermann, Schafherde, 1888

Immer dicker werden die Kataloge des Berliner Auktionshauses Grisebach, in denen die Malerei und Zeichnung des 19. Jahrhunderts versammelt sind. In der anstehenden Frühjahrsrunde sollen rund 170 Werke unter den Hammer kommen, darunter eine Reihe Hochkaräter berühmter Meister insbesondere aus Deutschland und Frankreich. An der Preisspitze rangiert der Impressionist Max Liebermann mit seiner 1888 datierten „Schafherde“, einem vor allem von der Thematik her noch recht realistischen Gemälde, das seit 1910 in der Sammlung des Hamburger Kaufmanns Ernst Kalkmann nachweisbar ist, zwischenzeitlich eine Reise über den Großen Teich nach New York gemacht hat und jetzt aus nordrhein-westfälischem Privatbesitz für 300.000 bis 400.000 Euro zum Aufruf gelangt. Von demselben Meister gibt es außerdem die ebenfalls noch dem Realismus zugehörige Ölstudie „Interieur mit bügelnder Frau und Kind“ aus dem Jahr 1884. Nach Liebermanns Tod 1935 musste seine Frau Martha, die sieben Jahre später ihrer Deportation nach Theresienstadt den Selbstmord vorzog, das Bild rasch verkaufen. Jetzt soll es 50.000 bis 70.000 Euro kosten.


Den Beginn der Veranstaltung am 28. Mai bestreitet eine stattliche Reihe klassizistischer Landschaften. Da wäre aus Frankreich etwa Jean-Pierre Péquignots „Paysage de montagne avec un satyre et une nymphe“ von circa 1803. Der 1765 geborene Künstler bedient sich hier des Formen- und Kompositionsvokabulars, das rund 150 Jahre zuvor schon Nicolas Poussin und Claude Lorrain entwickelt haben. Bei den kleinen Figuren im Vordergrund der gebirgigen Gegend handelt es sich vielleicht um Pan und Syrinx. Letztere muss sich gerade der stürmischen und handgreiflichen Avancen des Hirtengottes erwehren (Taxe 40.000 bis 60.000 EUR). Aus Deutschland sticht Joseph Anton Kochs „Landschaft mit Apoll unter den Hirten“ hervor. Die Leinwand datiert als Spätwerk des Meisters zwar schon in die Zeit um 1836 und lässt nazarenische Einflüsse erkennen, wurzelt jedoch in derselben Tradition wie die Arbeiten des nur drei Jahre älteren Franzosen Péquignot (Taxe 140.000 bis 180.000 EUR). Bernhard Neher bildete einen monumentalen Spätnazarenismus aus, der sich an die Vorbilder der Hochrenaissance anlehnte und sie dramatisch überhöhte. Dafür steht sein Gemälde „Noahs Dankopfer“ aus dem Jahr 1861 (Taxe 12.000 bis 15.000 EUR).

Einen anderen Zugriff auf das Genre der Landschaft verrät Georg Heinrich Crola 1838 mit seiner „Jagdgesellschaft an einem bayerischen See“. Schon das unprätentiöse Motiv mit seinem ganz unheroischen und vor allem unantiken Personal verrät hier den spätromantisch-biedermeierlichen Künstler, der offenbar mehr die Stimmung als die Großartigkeit der Natur festhalten möchte (Taxe 25.000 bis 35.000 EUR). Gelernt hat er das von seinem Lehrer Caspar David Friedrich, der – selten genug – auch einmal wieder auf einer Auktion zugegen ist, und zwar mit zwei Bleistiftzeichnungen der „Rügischen Küste bei Göhren“ vom Juli 1806 (Taxe 60.000 bis 80.000 EUR) und dem flüchtig skizzierten „Blick über den Wolfsgraben“ in der Sächsischen Schweiz von 1813. Letzteres Blatt gehörte einst dem Münchner Dichter Eugen Roth (Taxe 40.000 bis 60.000 EUR).

Unter den zahlreich anwesenden Deutschrömern ist Franz Ludwig Catel zu nennen. Gegen 1813/18 schuf er in Öl eine Ansicht der Tiberinsel mit St. Bartholomäus in Rom samt Wäscherinnen auf einer Terrasse im Vordergrund. 2009 war das kleine Bild als Werk eines unbekannten Deutschen für 1.000 Euro bei Van Ham angeboten, wurde dort für 5.500 Euro verkauft, kostete ein halbes Jahr später bei Bassenge in Berlin schon 15.000 Euro und setzt jetzt seine flotte Wertsteigerung bei einer Schätzung von 30.000 bis 40.000 Euro fort. Ihre frohgemuten Eindrücke aus Italien haben dann etwa noch Gustav Jäger 1836 mit dem weiten ruhigen „Blick aufs Volskergebirge“ (Taxe 6.000 bis 8.000 EUR), Rudolf Schuster 1889 mit der realistischen Aufsicht auf die „Certosa di San Giacomo auf Capri“ oder Carl Maria Nicolaus Hummel 1869 mit dem fein aquarellierten Blatt eines südlichen Küstenstreifens mitgebracht (Taxe 1.800 bis 2.400 EUR), den Victor Paul Mohn 1866 mit einem ansteigenden bewaldeten Berghang der Gegend bei Olevano ergänzt (Taxe 3.000 bis 4.000 EUR). Die Morbidität Venedigs hat Wilhelm Schreuer mit fahlen, verstörenden Farben und einsamer Schwermut in seinem frühen Abend in der Lagunenstadt unmittelbar eingefangen. Thomas Manns Novelle „Der Tod in Venedig“ ist hier nicht mehr weit (Taxe 2.000 bis 3.000 EUR).

Auch das Nordlicht Thomas Fearnley hielt sich ab Herbst 1832 für drei Jahre in Italien auf und ließ sich hier von den schroffen und fantastischen Felsformationen des Arco naturale auf Capri begeistern (Taxe 10.000 bis 15.000 EUR). Auf die iberische Halbinsel nimmt uns dann Fritz Bamberger mit, der 1856 die imposant auf dem Bergplateau gelegene Stadt Toledo über dem Fluss Tajo ins Bild gesetzt hat (Taxe 12.000 bis 15.000 EUR). Zwei Schöne Beispiele der Bildniskunst des Biedermeier führt der Katalog an. Da ist zum einen Carl Christian Vogel von Vogelstein, der 1832 bei der Kur im böhmischen Teplitz den preußischen König Friedrich Wilhelm III. als etwas unsichere Gestalt auf kleinem Karton aufnahm, zum anderen Eduard Magnus. Der wenig bekannte Berliner hat mit dem anmutigen Portrait der Casper’schen Kinder um 1840 ein Paradebeispiel der damals beliebten Gattung Geschwisterbildnis geschaffen (Taxe 12.000 bis 15.000 EUR).

Vor allem für die mittelalterliche Architektur des alten sächsischen Raumes konnte sich Carl Georg Hasenpflug begeistern. Gern hielt er sich etwa in den Ruinen des Zisterzienserklosters Walkenried auf. Als künstlerisches Ergebnis entstand daraus unter anderem 1839 eine Innenansicht des zweischiffigen Kreuzgangs. Der zeichnende Hasenpflug hat sich darin selbst abgebildet (Taxe 20.000 bis 30.000 EUR). In der zweiten Jahrhunderthälfte kühlte sich die Mittelalterromantik allmählich ab und wich einem eher nüchternen, manchmal verschmitzten Blick auf die Wirklichkeit, hinter der aber doch immer eine gewisse Unsicherheit lauert. Diesen Eindruck hat man auch bei Carl Spitzwegs kleiner Holztafel „Auf dem Pirschgang“ mit einem Jäger und einer jungen Frau, die langsam in einem dunklen Waldstück verschwinden (Taxe 40.000 bis 60.000 EUR). Carl Schuch lässt den Betrachter mit seiner fast düsteren, jedenfalls wenig anheimelnden Ansicht eines Stauwehrs im Südtiroler Prags von 1877 eher ratlos zurück (Taxe 40.000 bis 60.000 EUR).

Gerade der Symbolismus ist ja nicht eine Kunst der klaren und erst recht nicht der unbeschwert heiteren Aussage. Hinter Franz von Stucks „Faun und Nymphe“ – Letztere wird von Ersterem gierig verfolgt – aus der Zeit vor 1893 (Taxe 50.000 bis 70.000 EUR) und Hanns Pellars orientalisch anmutender, unverblümt erotischer Szene „Sinnliche Nacht“ von 1912 lauern tiefe menschliche Abgründe, in die man eigentlich gar nicht blicken möchte (Taxe 25.000 bis 30.000 EUR). Richtig martialisch wird es mit Friedrich Ernst Wolfroms Leinwand „Herakles und Iolaos im Kampf mit der Hydra“ aus dem Jahr 1899 (Taxe 6.000 bis 8.000 EUR). Wieder etwas idyllischer geht es in Oswald Achenbachs quirligem Treiben vor der Fontana di Trevi in Rom von 1876 (Taxe 14.000 bis 18.000 EUR) und einem Blick in Richtung Castel Gandolfo zu, den der 1871 nicht einmal dreißigjährig verstorbene Albert Venus einige Jahre zuvor auf mittelgroßer und nicht vollständig ausformulierte Leinwand festgehalten hat (Taxe 18.000 bis 24.000 EUR).

Andere Sammler werden ihre Blicke vielleicht auf den etwa gleichzeitigen französischen Vorimpressionismus werfen, den Jean-Baptiste Camille Corots knorrige „Arbres tordus sur une crête (Soleil couchant)“ aus den späten 1860er Jahren repräsentiert (Taxe 60.000 bis 80.000 EUR). Sogar ein echter Camille Pissarro hat sich nach Berlin begeben, wenngleich nur in Form der kleinen aquarellierten Zeichnung „Paysage à Gisors“ von 1887, die einst dem Sohn Lucien Pissarro und später dem renommierten Kunsthistoriker John Rewald gehört hat (Taxe 12.000 bis 15.000 EUR). In dieser Zeit malte Christian Friedrich Gille einen Blick über das Elbtal bei Dresden mit schnellem Pinsel in großer malerischer Freizügigkeit (Taxe 15.000 bis 20.000 EUR). Für die Berliner Kunst dieser Epoche stehen die eindrücklichen Schilderungen älterer Menschen auf mehreren Zeichnungen Adolph von Menzels für bis zu 15.000 Euro oder Franz Skarbinas impressionistisches Interieur einer Frau am Schreibtisch mit „Einem neuen Buch“ vor 1891 für 18.000 bis 24.000 Euro.

Die Auktion beginnt am 28. Mai um 14:30 Uhr. Die Besichtigung ist noch am 26. Mai von 10 bis 18 Uhr, am 27. Mai von 10 bis 17 Uhr möglich. Der Internetkatalog listet die Objekte unter www.villa-grisebach.de.

Kontakt:

Villa Grisebach

Fasanenstraße 25

DE-10719 Berlin

Telefon:+49 (030) 885 91 50

Telefax:+49 (030) 882 41 45

E-Mail: auktionen@villa-grisebach.de



26.05.2014

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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Veranstaltung vom:


28.05.2014, Kunst des 19. Jahrhunderts

Bei:


Villa Grisebach

Bericht:


Ein gutes Händchen

Kunstwerk:

Jean-Pierre Péquignot, Paysage de
 montagne avec un satyre et une nymphe (Pan et Syrnix?), um 1803
Jean-Pierre Péquignot, Paysage de montagne avec un satyre et une nymphe (Pan et Syrnix?), um 1803

Kunstwerk:

Victor Paul Mohn, Landschaft bei Olevano, 1866
Victor Paul Mohn, Landschaft bei Olevano, 1866

Kunstwerk:

Albert Venus, Blick zum Castel Gandolfo, 1866/69
Albert Venus, Blick zum Castel Gandolfo, 1866/69

Kunstwerk:

Rudolf Schuster, Certosa di San Giacomo auf Capri, 1889
Rudolf Schuster, Certosa di San Giacomo auf Capri, 1889

Kunstwerk:

Jean-Baptiste Camille Corot, Arbres tordus sur une crête
 (Soleil couchant), um 1865/70
Jean-Baptiste Camille Corot, Arbres tordus sur une crête (Soleil couchant), um 1865/70

Kunstwerk:

Christian Friedrich Gille, Blick über das Elbtal bei Dresden, um 1870/75
Christian Friedrich Gille, Blick über das Elbtal bei Dresden, um 1870/75







Carl Georg Hasenpflug, Klostergang zu Walkenried (mit einem Selbstportrait des Künstlers), 1839

Carl Georg Hasenpflug, Klostergang zu Walkenried (mit einem Selbstportrait des Künstlers), 1839

Taxe: 25.000 - 35.000 EURO

Zuschlag: 35.000,- EURO

Losnummer: 133

Oswald Achenbach, Fontana di Trevi, 1876

Oswald Achenbach, Fontana di Trevi, 1876

Taxe: 14.000 - 18.000 EURO

Zuschlag: 46.000,- EURO

Losnummer: 194

Christian Friedrich Gille, Blick über das Elbtal bei Dresden, um 1870/75

Christian Friedrich Gille, Blick über das Elbtal bei Dresden, um 1870/75

Taxe: 15.000 - 20.000 EURO

Zuschlag: 15.000,- EURO

Losnummer: 219

Wilhelm Schreuer, Früher Abend in Venedig

Wilhelm Schreuer, Früher Abend in Venedig

Taxe: 2.000 - 3.000 EURO

Zuschlag: 4.000,- EURO

Losnummer: 193

Carl Maria Nicolaus Hummel, An der italienischen Küste, 1869

Carl Maria Nicolaus Hummel, An der italienischen Küste, 1869

Taxe: 1.800 - 2.400 EURO

Zuschlag: 3.500,- EURO

Losnummer: 159

Georg Heinrich Crola, Jagdgesellschaft an einem bayerischen See, 1838

Georg Heinrich Crola, Jagdgesellschaft an einem bayerischen See, 1838

Taxe: 25.000 - 35.000 EURO

Zuschlag: 25.000,- EURO

Losnummer: 125

Franz von Stuck, Faun und Nymphe, vor 1893

Franz von Stuck, Faun und Nymphe, vor 1893

Taxe: 50.000 - 70.000 EURO

Zuschlag: 180.000,- EURO

Losnummer: 249

Fritz Bamberger, Blick auf Toledo am Tajo, 1856

Fritz Bamberger, Blick auf Toledo am Tajo, 1856

Taxe: 12.000 - 15.000 EURO

Losnummer: 172

Victor Paul Mohn, Landschaft bei Olevano, 1866

Victor Paul Mohn, Landschaft bei Olevano, 1866

Taxe: 3.000 - 4.000 EURO

Zuschlag: 11.500,- EURO

Losnummer: 195

Franz Ludwig Catel, Blick auf Rom, um 1813/18

Franz Ludwig Catel, Blick auf Rom, um 1813/18

Taxe: 30.000 - 40.000 EURO

Zuschlag: 30.000,- EURO

Losnummer: 136

Carl Schuch, Ein Stauwehr in Prags, Südtirol, 1877

Carl Schuch, Ein Stauwehr in Prags, Südtirol, 1877

Taxe: 40.000 - 60.000 EURO

Zuschlag: 40.000,- EURO

Losnummer: 232

Max Liebermann, Interieur mit bügelnder Frau und Kind, 1884

Max Liebermann, Interieur mit bügelnder Frau und Kind, 1884

Taxe: 50.000 - 70.000 EURO

Zuschlag: 102.000,- EURO

Losnummer: 238

Gustav Jäger, Blick aufs Volskergebirge, 1836

Gustav Jäger, Blick aufs Volskergebirge, 1836

Taxe: 6.000 - 8.000 EURO

Zuschlag: 4.000,- EURO

Losnummer: 156




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