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Auftragskunst heute: Mit der Ausstellung „Lichtwark revisited. Künstler sehen Hamburg“ beschreitet die Hamburger Kunsthalle neue, alte Wege und beweist ganz nebenbei, dass es offenbar auch heute noch sinnvoll ist, auswärtige Künstler mit der Hansestadt zu konfrontieren

Was geht ab in Hamburg?



Ein hellblau gestrichenes Boot, das schon bessere Tage gesehen hat, hängt an einer mächtigen Stahlkonstruktion, die an eine Schiffschaukel erinnert, wie sie früher auf Jahrmärkten üblich waren. Ob es sich bewegt, ist zunächst schwer auszumachen. Doch wer ein wenig abwartet, kann beobachten, dass das Boot in vier Minuten ganz gemächlich hin und herschaukelt. Die kontemplativ anmutende Installation des 1983 geborenen Berliner Künstlers Julius von Bismarck trägt den Titel „Hoch und Runter“. Trotz aller Kirmesromantik schwingt hier auch der Respekt vor den mitunter tödlichen Urkräften des Ozeans mit, denen ja in unserer Zeit vor allem diejenigen ausgesetzt sind, die ihre Heimat an Bord von Seelenverkäufern verlassen müssen.


Julius von Bismarck ist einer von sechs zeitgenössischen Künstlern, die jetzt auf Einladung der Hamburger Kunsthalle in die Hansestadt gekommen sind, um sich mit der Stadt und ihren Besonderheiten auseinanderzusetzen. Die Ausstellung „Lichtwark revisited. Künstler sehen Hamburg“ knüpft an eine Tradition an, die Alfred Lichtwark schon um 1900 begründet hat. Anlass der Schau ist der 100. Todestag des ersten Direktors der Hamburger Kunsthalle. Indem er damals junge avantgardistische Künstler wie Max Liebermann und Lovis Corinth oder die französischen Postimpressionisten Pierre Bonnard und Edouard Vuillard an die Elbe holte, schlug er gleich zwei Fliegen mit einer Klappe. Einerseits bereicherte er die Sammlung um die in Hamburg entstandenen Auftragsarbeiten und andererseits konfrontierte er die Museumsbesucher mit der aktuellen Kunst ihrer Zeit. Das stieß zwar bei den konservativen Hanseaten auf viele Vorbehalte, Alfred Lichtwark selbst aber positionierte sich als einer der mutigsten und progressivsten Museumsdirektoren seiner Zeit.

Die Hamburger Ausstellung konfrontiert jetzt in einer alternierenden Raumfolge Beispiele aus der Ära Lichtwark mit aktuellen Positionen unserer Zeit. Die Schau will aber auch Fragen stellen: Wie reagieren Künstler auf eine solche Einladung? Ist Auftragskunst überhaupt noch zeitgemäß? Um die Antwort darauf gleich vorwegzunehmen: Sie ist es offenbar. Alle sechs Künstler haben sich intensiv auf die Stadt eingelassen. Sie waren entweder mehrmals oder gleich für längere Zeit vor Ort. Der Berliner Videokünstler Tobias Zielony, Jahrgang 1973, etwa mietete sich in eine Seemannsmission ein, durchstreifte die Stadt und stieß auf ganz offensichtliche Widersprüche zwischen dem Weltoffenheit demonstrierenden Stadtmarketing und der Gleichgültigkeit gegenüber afrikanischen Kriegsflüchtlingen. Während er auf einem Monitor einen Sudanesen von seiner Flucht berichten lässt, zeigt er auf sechs anderen Bildschirmen eher ernüchternde Eindrücke von vermeintlichen Sehnsuchtsorten wie dem Hafen, dem Dom oder einer Bar auf St. Pauli.

Die in der bayerischen Provinz lebende Medienkünstlerin und Musikerin Michaela Melián, Jahrgang 1956, ist häufig in Hamburg, weil sie hier eine Professur bekleidet. In ihrer Diaprojektion „Reeducation“ bezieht sie sich auf die Grindelhochhäuser, das erste moderne Hochhausensemble, das unter dem Einfluss der britischen Besatzungsmacht nach dem Krieg in Deutschland errichtet wurde. Die 1954 geborene New Yorkerin Jill Baroff wiederum setzt den Wechsel von Ebbe und Flut in meditative Kreiszeichnungen um. Die Berlinerin Jorinde Voigt, Jahrgang 1977, „übersetzt“ einen Text Lichtwarks über die Betrachtung von Kunstwerken in komplexe Diagrammzeichnungen, und die in Frankfurt lebende Amerikanerin Adrian Williams, Jahrgang 1979, verarbeitet Schnappschüsse, die sie beim Flanieren durch die Stadt von ganz unspektakulären Orten gemacht hat zu Bild-Text-Collagen, indem sie jedes Blatt mit einer handgeschriebenen Geschichte beschriftet. Bilder und Texte greifen jedoch nicht nahtlos ineinander, sodass spannende Reibungen zwischen Beobachtetem und Imaginiertem entstehen.

Der Versuch, auswärtige Künstler 100 Jahre nach Lichtwark ganz unvoreingenommen mit den Gegebenheiten und Widersprüchen Hamburgs zu konfrontieren, hat zu gelungenen Resultaten geführt. Ob etwas davon die Sammlung bereichern wird, steht jedoch nicht fest. Einen Etat für entsprechende Ankäufe gibt es leider nicht.

Die Ausstellung „Lichtwark Revisited. Künstler sehen Hamburg“ läuft bis zum 7. September. Die Galerie der Gegenwart der Hamburger Kunsthalle hat täglich außer montags von 10 bis 18 Uhr, donnerstags zusätzlich bis 21 Uhr, an Christi Himmelfahrt und Pfingstmontag von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 12 Euro, ermäßigt 6 Euro. Es erscheint keine Publikation.

Kontakt:

Hamburger Kunsthalle

Glockengiesserwall

DE-20095 Hamburg

Telefon:+49 (040) 428 131 200

Telefax:+49 (040) 428 543 409



24.05.2014

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Nicole Büsing & Heiko Klaas

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Max Liebermann, Bürgermeister Carl Friedrich Petersen (1809–1892),
 1891
Max Liebermann, Bürgermeister Carl Friedrich Petersen (1809–1892), 1891

Variabilder:

Edouard Vuillard, Blick auf die Binnenalster, 1913
Edouard Vuillard, Blick auf die Binnenalster, 1913

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Lovis Corinth, Blick auf den Köhlbrand, 1911
Lovis Corinth, Blick auf den Köhlbrand, 1911







Max Liebermann, Bürgermeister Carl Friedrich Petersen (1809–1892), 1891

Max Liebermann, Bürgermeister Carl Friedrich Petersen (1809–1892), 1891

Edouard Vuillard, Blick auf die Binnenalster, 1913

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Lovis Corinth, Blick auf den Köhlbrand, 1911

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