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Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Andreas Sturies glänzte in seiner Frühjahresauktion mit Kunst von Richter, Polke, Broodthaers und Beuys

Ausverkauf bei Gerhard Richter



Verwackelt, verschwommen, immer undeutlicher werden mit den Jahren unsere Erinnerungen selbst bei intensivem Nachsinnen. Schon über 40 Jahre hatte der Maler Gerhard Richter seine Vergangenheit in der DDR hinter sich gelassen, als er im Jahr 2008 das Künstlerbuch „Wald II“ inklusive einer grau übermalten Fotografie schuf. Lässt das diffus erkennbare Unterholz etwa an eine Flucht denken? Die auf 12.000 Euro festgesetzte, schon recht stolze Taxe für das als Teil einer Edition geschaffene Werk konnte sich auf der Auktion moderner und zeitgenössischer Kunst beim Düsseldorfer Versteigerer Andreas Sturies noch deutlich verbessern. Bis auf 19.000 Euro boten sich die Kunden hoch und verhalfen damit der im Verlag von Walther König in 80 Stück erschienen Arbeit zu Platz 1 der Ergebnisliste.


Überhaupt waren Gerhard Richters Werke am 3. Mai erfolgreich. Alle vier offerierten Positionen fanden nicht nur Käufer, sondern erzielten auch deutlich höhere Preise, als veranschlagt. „Das Atelier“, ein auf einem unscharfen Foto beruhender früher Offsetdruck aus dem „Revolutionsjahr“ 1968, hob von den avisierten 1.500 Euro auf 2.600 Euro an. Das abbildungsfreie Künstlerbuch „Galleria Pieroni, Roma“ von 1980, eröffnet von einem mit grauem Glanzlack besprühten Vordeckel, steigerte sich um 2.000 Euro auf glatte 10.000 Euro. Selbst das als Teil einer Edition im Jahr 2002 gefertigte „Prisma I“, bestehend aus einem Glasprisma im Etui, kletterte um 300 Euro auf 1.500 Euro.

Auch insgesamt gesehen kann der für seine stets originelle Auswahl bekannte Düsseldorfer Auktionator recht zufrieden sein: 122 Verkäufen standen bei der Maiauktion 54 unverkaufte Lose gegenüber, was einer sehr zufriedenstellenden Quote von rund 70 Prozent entspricht. Schon mit 80 Euro konnte man dabei sein. Für diesen Betrag nahm ein Liebhaber den spielerisch typografischen, schwarz-roten Farbholzschnitt „Komposition mit A und T“ von Josua Reichert aus dem Jahr 1968 mit (Taxe 100 EUR). Doch vom preiswertesten Stück zurück zu den Spitzenwerten. Kurz vor dem Ende der Auktion trieb der ungarnstämmige Op-Art-Meister Victor Vasarely die Gebote auf hohes preisliches Niveau. Seine frühen Werke aus den 1950er Jahren sind selten geworden. Nun standen zwei dieser frühen in Gelb-Schwarz und Grau gehaltenen, farblich noch stark gedämpften Ölgemälde mit eher zackig-expressiven statt den für ihn typischen flirrend-verwobenen Sujets zum Verkauf. „Xingou IV“ und „OUR=2“ kletterten jeweils um ein Drittel auf 16.000 Euro.

Die Serie fünfstelliger Ergebnisse vervollständigt die aus Düsseldorfer Privatbesitz abgegebene, von tiefdunkler Patina gekennzeichnete, kleinformatige Bronze „Kussgruppe I“ von Ernst Barlach aus dem Jahr 1921 mit einem Wert von 11.500 Euro, knapp unter der 500 Euro höher liegenden Schätzung. Auch Sol LeWitt gehört zu den herausragenden Künstlern der weltweit ersten Liga. Sein titelloses Aquarell, eine gitterartige Konstruktion aus vor- und zurückspringenden, erdfarben abgetönten, trapezartigen Flächen, kam nur auf 8.000 Euro (Taxe 10.000 EUR). Emil Nolde hingegen steigerte die kalkulierten 1.800 Euro für die frühe Lithografie „Wie Vögel (Ada Nolde und Lis Vilstrup)“ aus dem Jahr 1907 noch um 400 Euro. Freuen durfte sich zudem Gert Heinrich Wollheim über die 7.000 Euro für die Kohlezeichnung seines expressiven Selbstportraits wohl aus dem Jahr 1915 (Taxe 2.000 EUR). Als Raissimum pries Andreas Sturies das Künstlerbuch „Al Vostro Servizio“ an, das Martin Kippenberger 1977 gemeinsam mit Achim Duchow und Jochen Krüger erstellte und das neben einem Interview Abbildungen von Kippenbergers in Florenz entstandenen Gemälden enthält. Das half; denn aus 4.000 Euro wurden schließlich 6.000 Euro.

Recht mäßig stellt sich das Ergebnis zweier Illustrationen des Altmeisters Pablo Picasso dar. Die für die 1949 geschaffene Aquatintaradierung „Le Torero Escamillo“ anberaumten 3.000 Euro halbierten sich mit 1.600 Euro in etwa, und ein vierblättriger illustrierter Leinenband mit Lithografien von 1961 verfehlte die geschätzten 1.500 Euro um 300 Euro. Ein Freudenfest dann wieder bei Sigmar Polke, dessen fünf Grafiken ausnahmslos für deutlich höhere Preise ihre neuen Besitzer bezirzten. Ein abstrakter Farbsiebdruck mit blauer Tintenpfütze über Rasterpunkten aus dem Jahr 1988 setzte sich mit 1.700 Euro an die Spitze (Taxe 1.000 Euro). Über fünfzig Prozent zulegen konnte die zum Schmunzeln anregende Fotografie von Elliott Erwitt. Der auf Tier- und Menschenbeine fixierte Bildausschnitt aus dem Jahr 1974 verbesserte sich von 2.000 Euro auf 3.000 Euro. Dagegen gaben die Werte für Fotoarbeiten so bekannter Vertreter ihres Metiers wie Gregory Crewdson (Taxe 2.000 EUR, Zuschlag 1.500 EUR), Candida Höfer (Taxe je 500 EUR, Zuschläge bei 400 bzw. 450 EUR), Thomas Ruff (Taxe 800 EUR, Zuschlag 500 EUR) oder Thomas Struth (Taxe 1.200 EUR, Zuschlag bei 900 EUR) erstaunlicherweise allesamt nach.

Auch die wunderschöne Aquatintaradierung „Six Bottles, State 2“ von Tony Cragg verlor 200 Euro gegenüber ihrer Schätzung und wurde schließlich für 1.600 Euro abgegeben. Dafür gab es bei einigen dreistellig bewerteten grafischen Arbeiten schöne Steigerungen, etwa bei Herbert Bayers farbig akzentuierten Kreissegmenten „Triaded Circles“ von 1964/75 auf 640 Euro (Taxe 300 EUR), Victor Bonatos typischem Spiegelobjekt „A – KX 70/71“ von 1971 auf 900 Euro, Karl Fred Dahmens farblich reizvoller, informeller Papiercollage von 1959 auf 1.200 Euro (Taxe je 400 EUR) oder bei Frank Stellas wenigstens im Titel programmatischer Lithografie „Arbeit macht frei“ von 1967 auf 1.000 Euro (Taxe 800 EUR). Bildhauerisches blieb ebenfalls nicht unbeachtet, so eine charakteristische Edelstahlskulptur Friedrich Werthmanns mit trapezförmigen, verschweißten Blechfragmenten und spitzen Stahlnadeln aus den 1960er Jahren bei 2.400 Euro (Taxe 2.000 EUR).

Auf über das Dreifache hinaus, auf satte 9.500 Euro, schwang sich flugs das Multiple „The Manuscript found in a Bottle“ von Marcel Broodthaers auf. Aus Bordeauxflasche, Karton und beschriftetem Einwickelpapier setzt sich das Werk aus dem Jahr 1974 zusammen und verschränkt die Vorstellungen von Subjet und Objekt ineinander. Auch bei Robert Filliou war der Zuspruch rege, als seine „Information Box“ von 1973 an der Reihe war. Das Multiple mit einer Sammlung von Dias, Einladungen und Besprechungen in einer Kassette vereinte 1.800 Euro auf sich (Taxe 1.500 EUR). „Alles verkauft“ konnte Andreas Sturies auch für Joseph Beuys verbuchen, der in seiner Wahlheimatstadt quasi ein Heimspiel bestritt. „Demokratie ist lustig“ betitelte er im Jahr 1973 einen Farbsiebdruck, der den Meister zeigt, wie er durch ein Spalier von Polizisten die Düsseldorfer Kunstakademie verlässt. Das heute nicht minder aktuelle Motiv stieg deutlich von 2.000 Euro auf 5.900 Euro empor, dem höchsten Zuschlagswert aller 15 Stücke aus der Beuys-Suite.

Die Ergebnisse verstehen sich als Zuschlag ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Dr. Andreas Sturies - Moderne Kunst & Auktionen

Goltsteinstraße 23

DE-40211 Düsseldorf

Telefon:+49 (0211) 514 13 54

Telefax:+49 (0211) 514 07 69

E-Mail: auktionen@sturies.de



21.05.2014

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Hans-Peter Schwanke

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Veranstaltung vom:


03.05.2014, Moderne und Zeitgenössische Kunst

Bei:


Dr. Andreas Sturies - Moderne Kunst & Auktionen

Bericht:


Einen Richter frei Haus

Kunstwerk:

Ernst
 Barlach, Kussgruppe I, 1921
Ernst Barlach, Kussgruppe I, 1921







Ernst Barlach, Kussgruppe I, 1921

Ernst Barlach, Kussgruppe I, 1921

Taxe: 12.000,- EURO

Zuschlag: 11.500,- EURO

Losnummer: 7




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