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Amazone, nach 1906 / Franz von  Stuck

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Alte und Neuere Meister bei Ketterer in München

Geld und Liebe



Franz von Defregger, Die Werbung, 1900

Franz von Defregger, Die Werbung, 1900

Man kann doch noch froh sein, wenn Liebe überhaupt im Spiel ist. Denn geheiratet wurde früher bekanntlich häufig vornehmlich aus wirtschaftlichen Gründen. Auf Franz von Defreggers Gemälde „Die Werbung“ von 1900 aber sitzt das junge Paar rechts am Tisch, Händchen haltend, schüchtern und still, aber im Inneren offenbar doch ganz froh lächelnd, scheinbar ohne etwas von seiner Umgebung zu bemerken. Denn in dieser geht es durchaus hart zur Sache: Links sitzen und stehen die Väter und Mütter der Beiden. Zwar nicht richtig heftig, aber durchaus bewegt redet und gestikuliert der eine Vater zu seinem Gegenüber. Es geht um die Mitgift, so scheint es, und damit wieder um eminent wichtige ökonomische Aspekte dieser Eheschließung. Defregger schildert diese Szene bis in die Nuancen, mit sicherem Pinselstrich für die Details und unbestechlichem Blick für die mitunter harte Realität. Zu haben ist dieses Gemälde auf der kommenden Versteigerung Alter und Neuerer Meister bei Ketterer in München. 40.000 bis 60.000 Euro möchten Auktionshaus und süddeutscher Privatbesitzer dafür sehen.


Neuere Meister

Vor allem die zweite Hälfte des 19. und das frühe 20. Jahrhundert bieten wieder eine reiche Auswahl an Künstlern überwiegend aus dem deutschsprachigen Raum. Einer der am häufigsten aufgerufenen Namen im Hochpreissegment ist derjenige Alexander Koesters. Neben obligatorischen Entenbildern wie einer großen Gruppe auf einem weiten See von circa 1909/13 (Taxe 30.000 bis 40.000 EUR) oder einem Sextett unter Bäumen an kleinerem Teichufer von etwa 1908 (Taxe 25.000 bis 35.000 EUR) gibt es auch ein für ihn eher ungewöhnliches Motiv aus der Frühzeit seines Schaffens: Die junge Frau in den Bergen am „Sonntagmorgen“, die sich zum Kirchgang aufmacht, verdankt ihre Verlebendigung der Zeit um 1893/94 (Taxe 10.000 bis 15.000 EUR). Auch das Münchner Original Carl Spitzweg ist mehrmals vertreten, unter anderem mit einer kleinen fränkischen Landschaft von circa 1865 auf einer Malpappe, die fast fünfmal so breit wie hoch ist und trotzdem noch auf ein DIN A4-Blatt passt (Taxe 15.000 bis 20.000 EUR). Noch in Klassizismus und Nazarenertum wurzelt Ferdinand Oliviers „Campagnalandschaft mit befestigter Stadt“ von circa 1830. Etwas Heroisches, Arkadisches haftet dieser Naturschilderung mit der mächtig aufragenden, befestigten Stadt an, während sich Menschen nur verhältnismäßig klein im Vordergrund befinden (Taxe 25.000 bis 35.000 EUR).

Die Berge liebte der gebürtige Engländer und Wahlbayer Edward Theodore Compton so sehr, dass er sie immer wieder in Gemälden und Zeichnungen festhielt. Seine Leinwand „Bei Kaprun: Mooserboden Tal mit Blick auf den Karlinger Gletscher“ von 1916 hat gewissermaßen sogar dokumentarischen Wert, denn abgesehen vom allmählichen Verschwinden der Gletscher ist auch der See durch eine Talsperre heute inzwischen völlig verändert (Taxe 18.000 bis 24.000 EUR). Wohl aus den 1850er Jahren stammt Heinrich Bürkels Szene „Beim Hufschmied im Gebirge“, die ebenfalls der heimischen Voralpenlandschaft huldigt (Taxe 15.000 bis 20.000 EUR). Erzählerisch haben sich auch Heinrich Marr in seinem „Almauftrieb im Sommer“ von 1838 (Taxe 3.000 bis 4.000 EUR) oder Christian Mali in der „Ruhenden Schafherde vor dem Haus am Bergsee“ von 1885 dem bäuerlichen Leben genähert (Taxe 4.000 bis 6.000 EUR). Auch der Kärntner Oskar Mulley kann ob der Beliebtheit seiner mitunter ins Monumentale gesteigerten Motive aus den Tiroler Alpen auf breiteres Interesse rechnen, wenn es um seinen knapp halbmeterhohen Berghof von circa 1942 für 20.000 bis 30.000 Euro geht.

1909 wurde auf der zehnten Internationalen Kunstausstellung im Münchner Glaspalast Alfred von Wierusz-Kowalskis „Glückliche Kutschfahrt“ gezeigt und von den Vorfahren der jetzigen Besitzer käuflich erworben. Die hübsche unprätentiöse Genreszene aus den polnischen Landen soll jetzt 30.000 bis 50.000 Euro kosten. In südliche Gefilde entführen August Wilhelm Ferdinand Schirmer mit seiner Sicht auf das Städtchen „Ariccia“ in den Albaner Bergen bei mildem Sonnenlicht von 1836 (Taxe 7.000 bis 9.000 EUR) und Friedrich August Elsasser in dieser Zeit zu Ruinen unter Palmen (Taxe 1.500 bis 2.500 EUR). Edmund Berninger hat aus Italien die Genreszene mit jungem, aber auch älterem Volk bei einer Marionettenaufführung mitgebracht (Taxe 3.000 bis 4.000 EUR). In noch weitere Ferne geht es mit Paul von Frankens Gemälde eines kleinen Bergstädtchens von 1876; denn es liegt mit nördlichen Kaukasus (Taxe 10.000 bis 15.000 EUR). Gar ins Elfenreich nimmt uns dann Alphonse Mucha bei seinem Aquarell einer im Schilf schwebenden Fee mit Irisblüten im Haar mit (Taxe 12.000 bis 15.000 EUR). Wohl einen Engel mit Sense und eine Schar kleiner Engelchen hat es auf Édouard Joseph Dantans Gemälde „Le temps passe vite“ von 1895 gegeben. Doch das bisher verschollen geglaubte Werk ist nur als Fragment erhalten. Der Engel ist weggeschnitten, sein Gefolge teils übermalt; geblieben ist von dem Vanitasmotiv nur das junge, nackte und melancholisch blickende Liebespaar am rechten Bildrand (Taxe 8.000 bis 10.000 EUR).

Pierre-Auguste Renoirs 1898 in zweihundert Exemplaren hergestellte Farblithografie „La Chapeau épinglé (deuxième planche)“ ist mit 30.000 bis 40.000 Euro die Königin unter den jüngeren Grafiken. Vor allem die Suite mit französischen Blättern ist reich bestückt. Sie beginnt mit Théodore Géricaults kämpferischer Lithografie „Mameluck défendant un trompette blessé“ aus dem Jahr 1818 (Taxe 3.500 bis 4.500 EUR), zieht sich über einige Karikaturen Honoré Daumiers bis zu 8.000 Euro, die für die sechs Männer im Künstleratelier beim Bestaunen eines neuen Werks spendiert werden sollen, und Edouard Manets bekannter Radierung der nackten „Olympia“ von 1867 (Taxe 3.200 bis 4.000 EUR) bis zu Paul Gauguins verhärmten Frauen in „Les vieilles Filles à Arles“ von 1889 (Taxe 1.500 bis 2.000 EUR) und Henri de Toulouse-Lautrecs Pariser Nachtleben hin, etwa zu dem berühmten Plakat „Divan Japonais“ von 1892 (Taxe 10.000 bis 12.000 EUR). Nennenswert aus deutscher Produktion sind Carl Blechens seltene Lithografie „Mühle bei Amalfi“ von 1830 (Taxe 3.000 bis 4.000 EUR) und die vollständige Folge von Max Klingers symbolistischer „Brahms-Phantasie“ von 1894 für 5.000 bis 7.000 Euro.

Alte Meister

Das teuerste Kunstwerk des Tages hat sich allerdings bei den Alten Meistern versteckt: 90.000 bis 120.000 Euro soll ein Stillleben des in Frankfurt tätigen Georg Flegel kosten, der in dieser Branche zu Beginn des 17. Jahrhunderts ziemlich einsam an der Spitze der deutschen Maler stand. Sauber nebeneinandergereiht hat er hier ein paar Glasgefäße sowie einen Blumenstrauß, der prächtig aus seiner Vase hervorblüht und doch nur dazu da ist, bald wieder zu verwelken. Dem Umkreis des Niederländers Jacob van Ruisdael wird eine weite Flusslandschaft mit kleiner Personenstaffage zugeschrieben. Früher galt das Gemälde sogar als ein Original des Meisters und wurde als solches mehrfach gehandelt (Taxe 20.000 bis 30.000 EUR). Ebenfalls nur der Schule des Sieneser Renaissancemalers Giovanni Antonio Bazzi, genannt Sodoma, kann die schöne Darstellung einer Heiligen Familie mit Johannesknaben zugeschrieben werden (Taxe 15.000 bis 20.000 EUR), wohingegen es sich bei dem feinen und lebensvollen Bildnis einer edlen Dame mit großer Halskrause von 1618 wohl um ein eigenhändiges Werk Cornelis van der Voorts handelt (Taxe 9.000 bis 12.000 EUR).

Hochkarätige Einlieferungen konnte Ketterer auch bei der Grafik Alter Meister akquirieren, darunter Albrecht Dürers berühmten Meisterstich „Der Reiter“, auch als „Ritter, Tod und Teufel“ bekannt, von 1513 für 18.000 bis 24.000 Euro und Gerrit Pietersz Sweelinks achtzig Jahre später gedruckte Radierung „Ruhe auf der Flucht nach Ägypten“ im Duktus des italienisch beeinflussten Frühbarock für 8.000 bis 12.000 Euro. Mittelbar – über Hendrick Goltzius nämlich – dürfte hier Federico Barocci Pate gestanden haben, von dem wiederum eine in Rötel gezeichnete Studie eines stehenden Mannes nach rechts bereitliegt. Vermutlich der auferstandene Christus ist hier gemeint, der Maria Magdalena erscheint und in das um 1600 beliebte Bildthema „Noli me tangere“ Eingang fand (Taxe 15.000 bis 20.000 EUR). Bei den Druckgrafiken schließen sich etwa noch Jacques Callots von sechs Platten gedruckte Großradierung „Siège de la Citadelle de St.-Martin dans l’Ile de Rè“ von 1631 (Taxe 4.000 bis 5.000 EUR) oder die zehn kleinen Kopfstudien mit orientalischem Kopfschmuck von Giovanni Benedetto Castiglione um 1645 an (Taxe 2.000 bis 3.000 EUR), bei den Zeichnungen Abraham Bloemaerts Studienblatt einer Frauen in vier liegenden und knienden Posen um 1625/30 (Taxe 2.500 bis 3.500 EUR) oder die kleine Flusslandschaft mit Kirche, Bauernhaus und Figurenstaffage von Johann Georg Schütz um 1800 (Taxe 1.000 bis 1.500 EUR).

Die Auktion beginnt am 24. Mai um 14 Uhr. Die Besichtigung der Kunstwerke ist noch bis zum 22. Mai täglich von 10 bis 18 Uhr, am 23. Mai von 10 bis 15 Uhr möglich, der Katalog im Internet unter www.kettererkunst.de einsehbar.

Kontakt:

Ketterer Kunst

Joseph-Wild-Straße 18

DE-81829 München

Telefon:+49 (089) 552 440

Telefax:+49 (089) 552 441 66

E-Mail: infomuenchen@kettererkunst.de



20.05.2014

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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