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Im Park von Schloss Mainberg bei Schweinfurt, 1874  / Hans Thoma

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Vom „Absolute Beginner“ zum Superstar: Mit einer kulturgeschichtlich tiefschürfenden Ausstellung würdigt der Berliner Martin-Gropius-Bau David Bowie als wandelbare Pop- und Stilikone

Die 1000 Metamorphosen des David Bowie



So viel Sound war selten in einer Ausstellung des Berliner Martin-Gropius-Baus: Wer die aktuelle David Bowie-Schau mit allen Sinnen erleben will, tut gut daran, sich wenigstens dieses eine Mal auf den Audioguide einzulassen. Es lohnt sich. Die im Londoner Victoria and Albert Museum (V&A) entwickelte, multimedial inszenierte Schau bietet anhand von rund 300 Objekten nicht nur ein geradezu überbordendes visuelles Angebot. Wer sie ausgestattet mit High-Tech-Kopfhörern besucht, taucht zusätzlich in die Klangwelten eines der größten Visionäre der Pop-Geschichte ein. Avantgardistische Originalkostüme und Set-Designs, Plattencover, handgeschriebene Songtexte, zahlreiche Fotodokumente und Musikvideos, wohin das Auge blickt, entführen den Besucher in den Kosmos eines innovativen Performers und Stilchamäleons, das sich im Laufe seiner Karriere immer wieder ganz neu erfunden hat, statt sich, wie andere Superstars, auf dem Erreichten auszuruhen.


Die V&A-Kuratoren Victoria Broackes und Geoffrey Marsh betonen denn auch das besondere Verdienst des 1947 unter dem bürgerlichen Namen David Robert Jones geborenen britischen Musikers, Sängers, Schauspielers, Produzenten und Malers: „Bowie überführte die Avantgarde in den Mainstream, ohne dabei ihre subversive, befreiende Kraft zu kompromittieren.“ Und ebenso wie er sich aus der Geschichte der Kunst, des Films, der Mode oder der Literatur bediente, wirkte er auch auf die zeitgenössische Kultur zurück. Selbst eine Conchita Wurst wäre wohl ohne Bowies Vorkämpferrolle als Ikone des individuellen Ausdrucks kaum denkbar.

Die Berliner Ausstellung zeigt den Musiker nicht in erster Linie als Celebrity und Superstar, der bislang mehr als 140 Millionen Alben verkauft hat. Es gelingt den Kuratoren vielmehr, Bowie als kulturgeschichtliches Phänomen greifbar zu machen, das trotz seiner enormen Wandlungsfähigkeit immer auch über einen hohen Grad an Wiedererkennbarkeit verfügt. Für etliche Generationen bildet Bowie eine Konstante in der musikalischen Sozialisation. Seine metallisch-gelb gefärbten Haare, die hohen Wangenknochen, seine hauteng geschnittenen, spacigen Kostüme, seine androgyne Ausstrahlung oder seine gentlemanhaften Auftritte im lässigen Anzug mit geföhnter blonder Mähne: David Bowie steht für kompromisslose Selbstentfaltung.

Kaum ein anderer Musiker ist im Laufe seiner Karriere in so viele Rollen geschlüpft. Ob als Major Tom, der im von Stanley Kubrick inspirierten Kultsong „Space Oddity“ im Weltall verschwindet, als „Thin White Duke“, als „Aladdin Sane“ oder „Ziggy Stardust“, inspiriert von der Dekadenz der 1920er Jahre in Berlin: David Bowie brachte all diese Figuren in stilprägenden Kostümen auf die Bühne. Die Berliner Ausstellung reinszeniert in atemberaubenden Multimedia-Projektionen Kultkonzerte etwa aus der Tournee „Diamond Dogs“, die mit dem herzzerreißenden Song „Rock ’n’ Roll Suicide“ endet, in dem Bowie das Ende seiner Bühnenkarriere verkündet. Doch dazu kam es nicht.

Die Berliner Festspiele haben die Londoner Ausstellung nicht 1:1 adaptiert. Ein extra eingefügtes Berlin-Kapitel mit mehr als 60 Exponaten, die an der Themse nicht zu sehen waren, widmet sich ausführlich Bowies Berliner Jahren, als er zwischen 1976 und 1978 eine Schöneberger Altbauwohnung bewohnte. Hier entstand in Zusammenarbeit mit Brian Eno und Iggy Pop auch die „Berlin Trilogy“ mit den experimentellen Alben „Low“, „Heroes“ und „Lodger“. Sound und Vision einer damals noch unangepassten, nervösen und zerrissenen Metropole am östlichen Rand der westlichen Welt. In Berlin drehte Bowie aber auch gemeinsam mit Marlene Dietrich den Film „Schöner Gigolo, armer Gigolo“. Seine Briefe an die Dietrich – stilvoll auf Servietten des Überschalljets Concorde verfasst – sind jetzt erstmals ausgestellt.

Mit aufgenommen in die Berliner Schau wurden auch etliche Werke der bildenden Kunst: Grafik von Victor Vasarely, eine Videoarbeit von Tony Oursler und – besonders wichtig für Bowie – der den deutschen Expressionismus sehr schätzt, das Ölbildnis „Roquairol“ aus dem Jahr 1917 und der Farbholzschnitt „Männerbildnis“ von 1919 von Erich Heckel, der als Vorlage für das Heroes-Cover diente. Schade nur, dass man unmittelbar nach dem Verstummen des letzten Soundschnipsels dieser wirklich tiefschürfenden Multi-Media-Schau in die kommerzielle Realität des Merchandise-Shops gestoßen wird, wo es vor weitgehend überflüssigen Bowie-Memorabilia nur so wimmelt.

Die Ausstellung „David Bowie“ läuft vom 20. Mai bis zum 10. August. Der Martin-Gropius-Bau hat täglich von 10 bis 20 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 9 Euro, ermäßigt 6,50 Euro. Für Kinder und Jugendliche frei bis 16 Jahre ist er frei. Der 320seitige Katalog aus dem Knesebeck Verlag kostet im Gropiusbau 34,95 Euro, im Buchhandel 49,95 Euro.

Kontakt:

Martin-Gropius-Bau

Niederkirchnerstraße 7

DE-10963 Berlin

Telefon:+49 (030) 25 48 60

Telefax:+49 (030) 25 48 61 07

www.davidbowie-berlin.de



20.05.2014

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Nicole Büsing & Heiko Klaas

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Veranstaltung vom:


20.05.2014, David Bowie

Bei:


Martin-Gropius-Bau










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