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Libeskind in Osnabrück

Felix-Nussbaum-Haus: Museum ohne Ausgang



Felix-Nussbaum-Haus

Felix-Nussbaum-Haus


Das "Mikadosystem" von Daniel Libeskind
Aus der Vogelperspektive erinnert das Felix-Nussbaum-Haus in Osnabrück an zufällig hingeworfene Mikadostäbe. Die Hand, die losgelassen hatte und das Spiel, respektive den Bau ins Rollen brachte, war der amerikanische Architekt Daniel Libeskind. Bei dem 1994 ausgeschriebenen Wettbewerb um den Museumsbau ging der Antiklassiker aus 296 Bewerbern als Sieger hervor. Es entstand ein Bau, der Zersplitterung, Dynamik und letztendlich Ausweglosigkeit vermittelt.


Die Architektur des Felix-Nussbaum-Hauses korrespondiert sowohl mit dem Lebensweg des Malers Nussbaum als auch mit dem des Architekten Libeskind - beide in jüdischer Tradition verhaftet.

Die Architektur
Die zentralen Bestandteile des Libeskind-Baus sind der schmale und hohe "Nussbaum-Gang" mit dem von einem Fußweg abgeschnittenen "Vertikalen Museum", der ebenfalls längs verlaufende Haupttrakt mit spitzwinkligem Treppenhaus sowie die "Nussbaum-Brücke", die quasi als Korridor altes und neues Museum miteinander verbindet. Zum alten Museumskomplex gehören das 1888/89 im Rundbogenstil errichtete Haupthaus, das kleinere Akzisehaus von 1817, sowie die 1900/01 gebaute Villa Schlikker, in der sich heute die volkskundliche Abteilung des Museums befindet. Durch den kürzlichen Fund der dreibogigen Ravelinbrücke aus dem Jahre 1672, die heute wesentlicher Bestandteil des Neubaus ist, musste der Plan von Libeskind geringfügig modifiziert werden.

Korrespondenz zwischen Bau- und Lebenswerk

Die karge Architektur mit kalten Materialien soll, so Libeskind, den Werdegang des jüdischen Malers versinnbildlichen. Der fensterlose "Nussbaum-Gang" beispielsweise die Orientierungslosigkeit auf seiner Odyssee durch Italien, Frankreich und Belgien. Oder die mit Zinkblechen verkleidete "Nussbaum-Brücke", mit einer Wegführung, die plötzlich abbricht oder auf eine Mauer führt. Hier will der Amerikaner die letzten Lebensabschnitte des Malers und des Menschen Nussbaum architektonisch untermauern.

Sogar die geographische Ausrichtung der einzelnen Gebäudeteile folgt diesem internalisierten Konzept Libeskinds. Der Haupttrakt läuft auf die "Alte Synagogenstraße" zu, und der "Nussbaum-Gang" orientiert sich zur Villa Schlikker hin, zum "Braunen Haus", wie es die Osnabrücker heute noch nennen. Dieser alte Part des Museums war von 1933 bis 1945 Sitz der NSDAP. Die "Nussbaum-Brücke" schließlich verbindet Altes und Neues miteinander. An der architektonischen Schnittstelle wird im Innern des Baus die Stadtgeschichte Osnabrücks dokumentiert, was wiederum als Reintegration des in Osnabrück geborenen Nussbaum gedacht ist. So kehrt der Künstler und Mensch Felix Nussbaum posthum in seine Heimat zurück.

Nussbaum und Libeskind

Damit aber immer noch nicht genug der Querverbindungen: Vergleicht man die Architektur Libeskinds und die Bilder Nussbaums ergeben sich auch hier Parallelen. Beide lehnen Gleichklang und Ausgewogenheit ab. Dynamik und Perspektivenlosigkeit sind die Schlüsselbegriffe zum Verständnis ihrer "Kunst". Die Grundfesten der Libeskind-Architektur finden sich darüber hinaus im russischen Konstruktivismus mit seinen verschnittenen Geometrien, im Manifest des italienischen Malers Carlo Càrra, das 1913 herausgegeben wurde, bei Michelangelo, Guilio Romano, Francesco Borromini, sowie bei den Engländern Christopher Wren, Nicolas Hawksmoor und John Soane. Damit reiht sich Libeskind in eine Bautradition ein, die man als antiklassisch bezeichnet. Nicht ein übergeordneter Architekturkanon ist hier das Maß aller Dinge, sondern die "menschliche Vorlage", das Individuum mit seinen Emotionen und Erfahrungen. Libeskind will, dass seine Architektur über ihre bauliche Funktion hinaus als "Bedeutungsträger" wahrgenommen wird.

Die Sammlung

Rund 160 Exponate des Osnabrücker Malers im Besitz der Stadt zeichnen dafür verantwortlich, dass der Bau des Felix-Nussbaum-Hauses überhaupt initiiert wurde. Die Anfänge der Sammlung gehen zurück auf das Jahr 1970. Die Cousine Felix Nussbaums setzte sich vehement dafür ein, das die Bilder zurück an Ort und Stelle nach Osnabrück kamen. Vielfach mussten größere Nachforschungen angestellt werden. Bisweilen war auch juristischer Eingriff nötig, um die Herausgabe der Bilder aus dem Nachlass Nussbaums an die rechtmäßigen Besitzer zu erzwingen. Die Niedersächsische Sparkassenstiftung erwarb letztlich die Sammlung und pflegt nun zusammen mit der Stadt Osnabrück das Erbe des dort geborenen jüdischen Malers.

Die Öffnungszeiten sind Dienstag bis Sonntag von 11 bis 18 Uhr, freitags bis 20 Uhr. Der Eintrittspreis beträgt 8 Mark, ermäßigt 4 Mark.

Kontakt:

Felix-Nussbaum-Haus

Lotter Straße 2

DE-49078 Osnabrück

Telefax:+49 (0541) 323 22 37

Telefon:+49 (0541) 323 22 07



25.04.2001

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Susanna Khoury

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