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Flaneure im Modus der Zerstreuung: Die Hamburger Kunsthalle stellt mit Honoré Daumier und Henri de Toulouse-Lautrec zwei Künstler aus dem Paris des 19. Jahrhunderts dialogisch gegenüber

Pariser Großstadtexistenzen



Henri de Toulouse-Lautrec, Die Loge mit der Goldmaske, 1893/94

Henri de Toulouse-Lautrec, Die Loge mit der Goldmaske, 1893/94

Als der eine geboren wurde, war der andere schon 56 Jahre alt. Honoré Daumier (1808-1879) und Henri de Toulouse-Lautrec (1864-1901) waren beide Künstler des 19. Jahrhunderts. Doch sie gehörten zwei sehr unterschiedlichen Generationen an. Der Ältere erspürte mit gnadenlosem zeichnerischem Talent die charakterlichen Unzulänglichkeiten seiner Mitmenschen und der Obrigkeit. Eine seiner entlarvenden Karikaturen, die König Louis-Philippe als Säufer und Nimmersatt schmähte, bescherte ihm 1832 sogar einen halbjährigen Gefängnisaufenthalt. Der andere, ein durch seinen Kleinwuchs zum Außenseiter abgestempelter Spross einer südfranzösischen Adelsfamilie, begab sich als Beteiligter direkt in das Milieu, aus dem er die Motive für sein künstlerisches Werk schöpfte: Das Paris der Boheme, der Varietétheater, des Zirkus und der Freudenhäuser. Doch auch wenn zwei Generationen zwischen ihnen lagen, so war ihnen doch eines gemeinsam: Beide gelten als Virtuosen der Druckgrafik.


Passend zum 150. Geburtstag Henri de Toulouse-Lautrecs führt die Hamburger Kunsthalle jetzt die beiden wichtigsten französischen Lithografen des 19. Jahrhunderts in der Ausstellung „C’est la vie. Das Paris von Daumier und Toulouse-Lautrec“ in einer direkten Gegenüberstellung zusammen. Neben druckgrafischen Werken sind in der umfangreichen Schau aber auch Zeichnungen, Ölgemälde, Karikaturen, Fotografien, Plastiken und filmische Dokumente zu sehen. Jonas Beyer, der Kurator der Schau, betont die Gemeinsamkeiten zwischen den Künstlern, die sich wohl nie persönlich begegnet sind: „Beide waren an der Interaktion der Menschen interessiert. Und beide sind Flaneure gewesen, die im Geiste der Zerstreuung zum Kern des Lebens vordringen.“

Charles Baudelaire schrieb über Honoré Daumier: „Man durchblättere sein Werk, und was in einer großen Stadt an Ungeheuern lebt, wird in seiner ganzen phantastischen, ergreifenden Wirklichkeit an einem vorüberziehen.“ In der Tat geben sich die Schmutzigen, die Hässlichen und die Gemeinen bei Daumier ein Stelldichein. Seine satirisch überzeichneten Charaktere zeichnen sich nicht nur durch körperliche Defizite wie Unförmigkeit, große Nasen oder ausgefallene Zähne aus. Wie Bühnengestalten stehen sie auch oft exponiert im Mittelpunkt des Geschehens und werden von den Umstehenden mit offensichtlichem Spott gestraft.

„Wir wollen hier eher die prosaische Welt des Alltags zeigen und nicht so sehr den politischen Daumier ins Zentrum rücken“, beschreibt Beyer den Fokus der Hamburger Schau. Dass Honoré Daumier seine Alltagsbeobachtungen allzu gern in die Welt der Bühne, des Theaters oder des Orchestergrabens verlegte, leuchtet unmittelbar ein. Die zeichnerische Zuspitzung der gesellschaftlichen Verhältnisse fällt angesichts klar verteilter Rollen in der Welt der Bühnendarsteller und ihrer Zuschauer wesentlich leichter. Sein „Eingebildeter Kranker“ hingegen liegt ganz allein auf seinem Bett und sieht den Betrachter mit weit aufgerissenen Augen an. Einige präzise gesetzte Linien, das virtuose Spiel mit Hell-Dunkel-Kontrasten und das Element des Komischen selbst im Angesicht des imaginierten Todes erzeugen jenen satirischen Mehrwert, für den Daumier bekannt geworden ist.

Während Daumier, etwa dann, wenn er die Aufs und Abs des Ehelebens oder kleinbürgerliche Freizeitvergnügen wie das Pferderennen süffisant karikiert, eher Typen als konkrete Individuen porträtiert, finden sich auf Toulouse-Lautrecs farbintensiven Arbeiten häufig Personen aus dem unmittelbaren Umfeld des Künstlers: Chansonstars, Tänzerinnen oder Prostituierte aus der Gegend rund um das Moulin Rouge und die Place Pigalle, wo Henri de Toulouse-Lautrec auch lebte. Betrachtet Daumier seine Mitmenschen aus der sicheren Distanz heraus, so ist Toulouse-Lautrec sozusagen „embedded“. Er ist Teil der nächtlichen Ausschweifungen und Vergnügungen, die er auf emphatische Art und Weise darstellt. Und er vermittelt über das Massenmedium der Druckgrafik und des Plakats auch einem breiteren Publikum nähere Einblicke in eine exotische Welt, die den meisten Betrachtern im wahren Leben verborgen blieb. Fazit: Zwei sehr unterschiedliche Künstler, denen der entlarvende Blick auf die Exzentrizität ihrer Mitmenschen in der Großstadt Paris gemeinsam ist.

Die Ausstellung „C’est la vie. Das Paris von Daumier und Toulouse-Lautrec“ läuft vom 16. Mai bis zum 3. August. Die Hamburger Kunsthalle hat täglich außer montags von 10 bis 18 Uhr, donnerstags zusätzlich bis 21 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 12 Euro, ermäßigt 6 Euro. Für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahre ist der Eintritt frei. Der kleine broschierte Katalog kostet 5,50 Euro.

Kontakt:

Hamburger Kunsthalle

Glockengiesserwall

DE-20095 Hamburg

Telefon:+49 (040) 428 131 200

Telefax:+49 (040) 428 543 409



15.05.2014

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Nicole Büsing & Heiko Klaas

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16.05.2014, C’est la vie. Das Paris von Daumier und Toulouse-Lautrec

Bei:


Hamburger Kunsthalle

Variabilder:

Henri de Toulouse-Lautrec, Im Moulin Rouge. Die Goulue und ihre
 Schwester, 1892
Henri de Toulouse-Lautrec, Im Moulin Rouge. Die Goulue und ihre Schwester, 1892

Variabilder:

Henri de Toulouse-Lautrec, Der Engländer im Moulin Rouge, 1892
Henri de Toulouse-Lautrec, Der Engländer im Moulin Rouge, 1892

Variabilder:

Honoré Daumier, Eine Theaterloge, um 1865
Honoré Daumier, Eine Theaterloge, um 1865

Variabilder:

Honoré Daumier, Der Leierkastenmann, um 1860
Honoré Daumier, Der Leierkastenmann, um 1860

Variabilder:

Honoré Daumier, Der eingebildete Kranke, o. D.
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Henri de Toulouse-Lautrec, Die Loge mit der Goldmaske, 1893/94
Henri de Toulouse-Lautrec, Die Loge mit der Goldmaske, 1893/94

Variabilder:

Henri de Toulouse-Lautrec, Yvette Guilbert singt „Linger, Longer,
 Loo“, um 1894
Henri de Toulouse-Lautrec, Yvette Guilbert singt „Linger, Longer, Loo“, um 1894







Henri de Toulouse-Lautrec, Im Moulin Rouge. Die Goulue und ihre Schwester, 1892

Henri de Toulouse-Lautrec, Im Moulin Rouge. Die Goulue und ihre Schwester, 1892

Henri de Toulouse-Lautrec, Der Engländer im Moulin Rouge, 1892

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Honoré Daumier, Eine Theaterloge, um 1865

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Honoré Daumier, Der Leierkastenmann, um 1860

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Honoré Daumier, Der eingebildete Kranke, o. D.

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Henri de Toulouse-Lautrec, Yvette Guilbert singt „Linger, Longer, Loo“, um 1894

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