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Aktuellzum Archiv:Ausstellung

Die Ausstellung „Von Liebermann bis Nolde“ im Alten Rathaus Ingelheim präsentiert Haupt- und Nebenfiguren des deutschen Impressionismus

Befreiende Experimente auf Papier



Heinrich Kühn, Stillleben. Blumen in Vase, um 1914

Heinrich Kühn, Stillleben. Blumen in Vase, um 1914

„Der Impressionismus ist nicht eine Richtung sondern eine Weltanschauung“, sagt Ulrich Luckhardt, Kurator der Ausstellung „Von Liebermann bis Nolde. Impressionismus in Deutschland auf Papier“, die noch bis Mitte Juni im Rahmen der Internationalen Tage Ingelheim zu sehen ist. Rund 150 Arbeiten überwiegend auf Papier von 13 Künstlerinnen und Künstlern geben einen Überblick über das Aufkommen des Impressionismus in Deutschland im ausgehenden 19. Jahrhundert und die weitere Entwicklung im frühen 20. Jahrhundert. „Der Impressionismus ist in Frankreich ein eigenständiger Stil“, erläutert Luckhardt. „In Deutschland ist er es nicht. Es sind unterschiedliche künstlerische Standpunkte. Die Künstler in Deutschland wagen, sich vom Akademischen und dem Realismus zu lösen hin zu neuen Farb- und Formfindungen.“


Die sehenswerte, von Ulrich Luckhardt gemeinsam mit der Co-Kuratorin Dagmar Lott-Reschke sorgfältig kuratierte Ausstellung versammelt nicht nur Arbeiten der drei Hauptvertreter des deutschen Impressionismus Max Liebermann, Lovis Corinth und Max Slevogt. Es ist vielmehr eine Schau der Entdeckungen: Atmosphärisch aufgeladene Berliner Straßenszenen des weniger bekannten Malers Lesser Ury (1861-1931), noch nie ausgestellte Bleistiftzeichnungen des Liebermann-Freundes Thomas Herbst (1848-1915), experimentelle Radierungen von Anna Gerresheim (1852-1921), die in der Künstlerkolonie Ahrenshoop lebte, oder Farbradierungen des in Hamburg tätigen Arthur Illies (1870-1952) konfrontieren den Betrachter mit noch weitgehend unbekannten Positionen.

Zwischen den mal skizzenhaften, mal ausgefeilten Experimenten auf Papier setzen Fotoarbeiten des zu Unrecht selten gezeigten Piktorialisten Heinrich Kühn (1866-1944) starke Akzente. Der gebürtige Dresdner gehört zu den großen Entdeckungen dieser Ausstellung. Er spielt in seinen Fotografien, die er mit selbst erfundenen Drucktechniken wie Gummigravüre oder Leimdruck auf Papier transferierte, souverän mit Schärfe und Unschärfe, unterschiedlichen Tonwerten und Formauflösungen. Kühn gilt als einer der ambitioniertesten Kunstfotografen seiner Zeit. Seine Stillleben und Landschaftsaufnahmen haben auch heute nichts von ihrer Kraft und poetischen Intensität eingebüßt.

Die weitgehende Konzentration der Ausstellung auf das Medium Papier und die Techniken Zeichnung, Aquarell, Pastell und Druckgrafik liegt in der Tatsache begründet, dass sich der deutsche Impressionismus im Gegensatz zu Frankreich, wo er sich fast ganz auf die Malerei konzentriert, vor allem in den Papierarbeiten entwickelte. Max Liebermann kam 1886 in der Berliner Privatsammlung Bernstein erstmals mit Werken der französischen Impressionisten in Kontakt. Sie müssen ihn tief beeindruckt haben, denn er begann daraufhin selbst, Werke von Pierre-Auguste Renoir und Claude Monet zu sammeln. In der Ingelheimer Ausstellung ist er mit luftigen Strandszenen und Landschaftsdarstellungen vertreten. „Die Radikalität, die er sich im Pastell traut, traut er sich in der Ölmalerei nicht“, stellt Ulrich Luckhardt fest und ergänzt: „Was Liebermann und die deutschen Impressionisten auf ihren Papierarbeiten machen, gibt es in Frankreich nicht.“

Die impressionistische Entwicklung in Deutschland fand im Übrigen nicht nur in Berlin, sondern dezentral sowohl in abgeschiedenen Künstlerkolonien als auch in Städten wie Weimar, Karlsruhe oder Hamburg statt. Im Jahr 1889 hielt der Kunstschriftsteller Emil Heilbut in Weimar einen Vortrag über Claude Monet mit drei mitgebrachten Bildern, der beim akademischen Nachwuchs für großes Aufsehen sorgte.

Die Ausstellung zeichnet anhand zahlreicher Beispiele nach, wie sich die Impressionisten in Richtung Moderne entwickelten. Den Schlusspunkt der Schau bilden einige ganz klar Richtung Abstraktion tendierende Aquarelle Emil Noldes aus der kurzen impressionistischen Phase im Werk des später führenden Vertreters des deutschen Expressionismus. Die aus dem Jahr 1908 datierenden Werke zeigen stark farbig gehaltene Bäume, die nahezu am Zerfließen sind. Eine abstrakte Unbestimmbarkeit, die durch die Saugkraft des Papiers und den direkten, unmittelbaren Auftrag der Wasserfarbe zu Stande kommt. Hier erkennt man, dass der Maler seinen Brücke-Kollegen in puncto Farb- und Formexperimenten weit voraus war. Der Kunsthistoriker Botho Graef bemerkte im selben Jahr: „Wenn man versuchen wollte, die Bedeutung von Emil Nolde mit wenigen Worten zu umschreiben, so könnte man etwa sagen, dass er die moderne malerische Anschauung, wie sie sich im Laufe eines Jahrhunderts wesentlich in Frankreich herausgebildet hat, zu einer durch und durch deutschen gemacht hat.“

Ulrich Luckhardt und Dagmar Lott-Reschke ist es gelungen, den künstlerischen Vorwärtsdrang und die Experimentierfreude der teils bekannten, teils erst noch zu entdeckenden deutschen Impressionisten herauszuarbeiten. Ulrich Luckhardt betont denn auch die Notwendigkeit dieser Ausstellung: „Der deutsche Impressionismus ist das Missing Link zwischen der Akademiemalerei im 19. Jahrhundert und der Moderne.“

Die Ausstellung „Von Liebermann bis Nolde. Impressionismus in Deutschland auf Papier“ ist noch bis zum 15. Juni zu sehen. Das Alte Rathaus in Ingelheim hat täglich außer montags von 11 bis 19 Uhr, am Wochenende und feiertags von 11 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 6 Euro, ermäßigt 4 Euro. Für Kinder und Jugendliche bis 16 Jahre ist er frei. Der Katalog aus dem Hatje Cantz Verlag kostet in der Ausstellung 29,80 Euro, im Buchhandel 35 Euro.

Kontakt:

Altes Rathaus Ingelheim

DE-55218 Ingelheim am Rhein

Telefon:+49 (06132) 77 20 75

Telefax:+49 (06132) 77 44 56

E-Mail: info@internationale-tage.de



14.05.2014

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Nicole Büsing & Heiko Klaas

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05.04.2014, Von Liebermann bis Nolde. Impressionismus in Deutschland auf Papier

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Altes Rathaus Ingelheim

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Kanadischer Impressionismus in München

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Maria Slavona, Lilly, die Tochter der Künstlerin, 1892
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Christian Rohlfs, Häuser unter Reet hinter Bäumen, Gothmund, 1899
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Heinrich Kühn, Wiese mit Bäumen, 1897
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Thomas Herbst, Knicklandschaft mit Holzgestell, um 1900
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Thomas Herbst, Kartoffelbuddler, um 1890
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Anna Gerresheim, Mond (über Buschgehölz), um 1903
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Maria Slavona, Lilly, die Tochter der Künstlerin, 1892

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Christian Rohlfs, Häuser unter Reet hinter Bäumen, Gothmund, 1899

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Heinrich Kühn, Wiese mit Bäumen, 1897

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Thomas Herbst, Knicklandschaft mit Holzgestell, um 1900

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Thomas Herbst, Kartoffelbuddler, um 1890

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Anna Gerresheim, Mond (über Buschgehölz), um 1903

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Lesser Ury, Märkischer See bei Sonnenuntergang, um 1900

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Max Liebermann, Strandszene in Nordwijk, 1908

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Max Liebermann, Monte Oliveto (Dächer in Florenz), 1902

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Anna Gerresheim, Mondschein über lichtem Wald mit Graben (Aufgehender Mond), um 1895

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