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Im Park von Schloss Mainberg bei Schweinfurt, 1874  / Hans Thoma

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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Der chinesische Markt spielt für das Auktionshaus Koller eine immer größere Rolle. Mit einigen einzigartigen Kunstwerken aus dem asiatischen Raum hofft der Züricher Versteigerer den exklusiven Ansprüchen der Sammler aus Fernost gerecht zu werden

Goldene Götter und Schätze der verbotenen Stadt



Das Objekt, das diesen Ansprüchen wohl am meisten entgegenkommt, ist eine vierarmige Göttin der nepalesischen Schule. Die feuervergoldete Kupferfigur aus dem 14. oder 15. Jahrhundert sitzt in Lalitasana, der spielerischen, Entspanntheit signalisierenden Haltung mit den angezogenen Unterschenkeln, locker auf einem doppelten Lotosthron. Ihre Arme halten einen Vajra, ein buddhistisches Ritualobjekt, und Blütenstängel, wobei eine Hand ausgestreckt auf ihrem linken Oberschenkel ruht. Ihr Kopf, der mit dem dritten, vertikal angeordneten Auge einen in sich ruhenden Ausdruck wiedergibt, wird von einer Krone bedeckt. Ihr ganzer Leib ist über und über mit Schmuck in Form von bunten Stein- und später ergänzt Perlenapplikationen überzogen. Eine vorhandene Befestigung am Hinterkopf zeigt, dass sie wohl Teil eines Tashigomangs, einer Art Stupa, war. Sie gehört zum Bestand des prächtigsten Klosters Densatil in Tibet, das in der Kulturevolution zerstört wurde. Aus deutschem Privatbesitz kommt die Göttin, die wohl als Tara oder Prajnaparamita zu identifizieren ist, mit 250.000 bis 350.000 Franken als Favoritin bei Koller wieder auf den Markt.


Die zweitteuerste Figur der Auktion „Asiatica“ am 6. und 7. Mai in Zürich stammt ebenfalls in dem Bereich lamaistischer Kunst. Der elfköpfige Avalokiteshvara aus dem 18. Jahrhundert ist in Bronze gefertigt und teils vergoldet. Über dem Kopf der aufrecht auf einem doppelten Lotosthron stehenden Figur, türmen sich in drei Reihen neun friedfertige Gesichter und im Anschluss ein zürnender Mahakala der wiederum von einem freundlichen Buddha Amithaba bekrönt wird. Die Haupthände sind in Namaskara Mudra, der Geste des Grußes, Gebets und der Verehrung, vor der Brust gefaltet, die anderen Arme zeigen unterschiedliche Mudras. Die Figur stammt aus der Baseler Sammlung Paul Erni und geht mit 130.000 bis 180.000 Franken an den Start.

Ebenfalls ein herausragendes Objekt stellt eine prachtvolle Priesterkrone aus dem Kathmandutal in Nepal dar. Diese 33 Zentimeter hohe feuervergoldete Kupfer-Mukuta aus dem 15. oder 16. Jahrhundert trugen tantrische Priester zu zeremoniellen Anlässen. Sie nahmen dabei die Rolle des Bodhisattvas ein. Zu Verzierung der helmartigen Bekrönung zählen Schmuckeinlagen sowie getriebene Dhyani Buddhas, Shadakshari, sechs Taras und vier Gottheiten, wobei die Schläfenflügel eine jüngere Ergänzung sind (Taxe 50.000 bis 80.000 SFR).

Fast 30 Thangkas, die buddhistischen Rollbilder, und Mandalas bilden den Abschluss des Bereiches der lamaistischen Kunst. Ihre Schätzungen liegen zwischen 1.500 und 15.000 Franken, darunter ein Cakrasamvara-Mandala mit vier Toren im zentralen Medaillon für 7.000 bis 9.000 Franken sowie zwei Thangkas des Tsongkhapa Tsogshin mit detailfreudigen Malereien des Zufluchtsbaums samt der Versammlung von Heiligen und Lehrern ebenfalls aus dem 18. Jahrhundert für 5.000 bis 8.000 Franken und 10.000 bis 15 000 Franken. Ein besonders schönes Thangka um 1700 ist ebenfalls in diesem Preisbereich angesiedelt und zeigt den Philosophenkönig Kulik Manjushri Kirti. Er gilt als Anhänger des tantrischen Systems des Kalacakra und ist eine frühere Existenz eines der Großlamas des Klosters Tashilumpo (Taxe 7.000 bis 9.000 SFR).

Wie auch schon in der Asiatica-Auktion vom letzten Jahr machen die Angebote aus dem Reich der Mitte den größten Anteil der Objekte aus. Zu ihnen zählen verschiedene Figuren aus Stein, Holz, Kristall, Jade, Speckstein und Ton. Ein junges Paar chinesischer Adorantinnen gehört mit einem Schätzpreis von 40.000 bis 60.000 Franken zu den Highlights dieser Sparte. Ihre verhältnismäßig großen Köpfe mit zierlichen weißen Gesichtern sind streng von langen hochgesteckten schwarzen Haaren eingerahmt. Die jungen Frauen tragen Gewänder mit farbigen Bordüren und Opfergaben auf ihren unter Tüchern versteckten Händen. Die Gewänder reichen bis zum Boden, wo ihre kleinen Lotosfüße zu sehen sind. Vergleichbare Keramikfiguren wurden in einem Tempel in der Region Shanxi gesehen und auf die Song-Dynastie (960-1279) datiert. Noch älter ist ein Terrakotta-Pferd aus der zwischen 618 und 906 herrschenden Tang-Dynastie. Das stolze Tier verhaart in der Vorwärtsbewegung. Dabei wendet es den Kopf nach links und wiehert. So wird die detaillierte Bearbeitung des Mundes, der Zähne und der Augen sichtbar. Der Sattel ist mit tang-zeitlichen Blumenmotiven bemalt. Ein in Oxford durchgeführter Thermolumineszenztest bestätigt die Echtheit und Alter des Pferdes (Taxe 28.000 bis 35.000 SFR).

Neben einigen Bronzekesseln, wenig Schmuck, zwei aufwendigen Lackdosen, 28 Snuffbottles, prunkvollen silbernen Gefäßen, massiven Holzmöbeln, filigranen Malereien und Kalligrafie macht der Anteil der Vasen aus Porzellan und anderen Materialien wie Emaille und Lack den Löwenanteil der chinesischen Offerte aus. Drei kleine Rotlackvasen mit Bezügen zum kaiserlichen Haushalt der Qianlong-Periode (1736-1795). Allen Vasen gemein ist ein kleiner Holzsockel, der geschnitzte Rotlack, die hell-seladonfarbenen Jade-Plaketten und die darauf in Kanzleischrift eingemeißelten Gedichte des Kaisers Qianlong. Die Form und das Dekor unterscheidet sie. So ist eine Vase bauchig und weist Blüten auf einem Wellengrund auf, die andere tropfenförmige zeigt auf einem Wirbelgrund glückbringende Fledermäuse und die letzte balusterförmige Vase zieren filigrane Drachen mit einem Cintamani. Die aus Schweizer Privatbesitz stammenden Vasen werden für 20.000 bis 30.000 Franken ausgerufen.

Eine weitere Vase aus der Qianlong-Periode ist um die Hälfte kleiner, wird aber um einiges teuerer bewertet als die Lackvasen. Das nur 9,6 Zentimeter hohe Exemplar kommt aus der kaiserlichen Werkstatt Qianlongs und ist neben einigen Ornamentbändern an Schulter und Fuß mit einer weltentrückten Palastlandschaft in blauer Emailfarbe bemalt. Hier stehen 70.000 bis 90.000 Franken auf dem Etikett. Zu den kaiserlichen Schätzen und Gebrauchsgegenständen zählt auch ein gelbgrundiger Teppich mit Inschriften von circa 1880 aus Seide. Die Inschrift besagt, dass dieser florale Teppich zu den Einrichtungsgegenständen des Palastes der Himmlischen Reinheit im Inneren Hof der Verbotenen Stadt, den privaten Gemächern unter der Regentschaft der Kaiserinwitwe Cixi, gehörte. Hinzukommt ein weiteres Kleinod eines kaiserlichen Haushaltes, diesmal aus der Qing-Dynastie (1644-1912): Ein quadratisches und an den Seiten gewölbtes Sitzkissen, das mit Lotosmedaillons und floralen Ornamenten auf Seide bestickt ist (Taxe 6.000 bis 8.000 SFR).

Von verspielter Eleganz der Daoguang-Periode (1721-1850) zeugen zwei kleine Porzellanschalen. Die Medaillon-Schalen mit einem Durchmesser von 14,5 Zentimeter zeigen äußerlich auf pinkfarbenem Sgrafitto-Grund in vier Kartuschen fein arrangiertes Blumendekor, im Inneren ein Rundmedaillon mit den „Drei Freuden im Winter“ und am Rand Blumen der vier Jahreszeiten. Die außerordentlich feine Ausführung und die detailreiche Gestaltung der floralen Ornamente schlagen sich in der Schätzung von 30.000 bis 50.000 Franken nieder. In der Reihe der bemalten Porzellane wecken einige Vasen in ihrer noblen Schlichtheit Interesse. Eine Flambé-Vase aus dem 18. oder 19. Jahrhundert und eine Tianqiuping in Ochsenblut aus dem 18. Jahrhundert verleiten durch den feinen Farbverlauf von Hals zu Bauch zum genauen Hinschauen (Taxe 2.000 bis 3.000 SFR und 1.500 bis 2.500 SFR). Aber auch ein Pärchen monochrom weißer Hu-Vasen der Qing-Dynastie überzeugt mit seiner klaren Einfachheit. Nur die durch Ritzungen verzierten Volutenhandhaben brechen diese harmonische Form (Taxe 6.000 bis 9.000 SFR).

Die japanischen Angebote der diesjährigen Frühjahrsauktion sind bunt gemischt. Von prächtigen Lackstapeldosen, etwa mit Kiefernlandschaft in Schwarzlack und Gold-Hiramakie aus dem 19. Jahrhundert (Taxe 10.000 bis 15.000 SFR), über kleine Inrôs und alten Tsubas bis hin zu prunkvollen Wandschirmen ist viel japanische Kunst geboten. Das prominenteste Stück dieser Riege ist die Bronzefigur eines bärtigen Mannes aus der Meiji-Periode (1868-1912). Er versucht seine Kleidung, die durch einen heftigen Windstoß durcheinander gebracht wurde, zu ordnen. Dabei hebt er die rechte Hand und hält seinen Hut fest, wobei die linke Hand einen Wanderstab senkt. Phönixmedaillons als Goldlack Muster verzieren die Kleidung des Mannes. Die Figur hat eine Signatur auf der Rückseite: Miyao zô (Taxe 15.000 bis 25.000 SFR).

Ein sitzender bronzener Buddha aus dem Thailand des 15. Jahrhunderts bildet einen Höhepunkt der südostasiatischen Angebote. Der Buddha Shakyamuni sitzt entspannt auf einem Lotoskissen, in der Bewegung eines Bhumisparsa Mudra vertieft. Sein freundliches Gesicht wird von schwarz lackierten Noppenlocken gerahmt. Seine preislichen Erwartungen erstrecken sich von 40.000 bis 60.000 Franken und sind zum Teil auf seinen gut erhaltenen Zustand und seine außerordentlich schöne Patina zurückzuführen. Den Abschluss der Auktion bildet die Regionen Indien und Gandhara mit einigen skulpturalen Objekten, oft mit einem Schätzwert von über 10.000 Franken. Das interessanteste und wiederum zugleich teuerste Objekt ist ein fast 80 Zentimeter großes Fragment einer Schieferstatue des Bodhisattva aus dem 2. oder 3. Jahrhundert. Seine Haare sind über einem Mondsicheldiadem zu einem apollonisch anmutenden Knoten gebunden, die großen Ohrringe mit langen Quasten strecken das runde Gesicht mit den grazil geschwungen Lippen, die Augen sind sehr lidschwer, und die Nase stark beschädigt. Der freie Oberkörper ist mit Ketten behängt. Eine Schärpe fällt tief nach unten und gibt den Blick auf einen kunstvoll geknoteten Dhoti frei. Das einzigartige Zeugnis des graeco-buddhistischen Stils des alten Reiches Gandhara soll 35.000 bis 50.000 Franken einbringen.

Die Auktion beginnt am 6. und 7. Mai jeweils um 10 Uhr. Die Besichtigung der Objekte ist vom 2. bis zum 4. Mai täglich von 10 bis 19 Uhr, am 5. Mai von 10 bis 14 Uhr möglich, der Online-Katalog unter www.kollerauktionen.ch abrufbar.

Kontakt:

Koller Auktionen

Hardturmstrasse 102

CH-8031 Zürich

Telefon:+41 (044) 445 63 63

Telefax:+41 (044) 273 19 66

E-Mail: office@kollerauktionen.ch



02.05.2014

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Ann-Claudine Simmer

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