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Stillleben mit Blaudistel und Fruchtschale, 1958 / Karl Schmidt-Rottluff

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Ohne Titel, 1965 / Ernst Wilhelm Nay

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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Der Düsseldorfer Auktionator Andreas Sturies hat wieder eine feine Selektion moderner und zeitgenössischer Kunst zusammengestellt

Einen Richter frei Haus



Etwas geheimnisvoll schweift der Blick entlang des blinzelnden Lichtschweifs der Sonne über die Weiten der Ozeanwellen bis zum Horizont. Der Himmel mit aufziehenden Wolkenbergen antwortet auf viel größerer Bildfläche den Spielen des Wassers. „Seestück (Gegenlicht)“ bezeichnete Gerhard Richter sein im Original zwei Mal zwei Meter großes Foto aus dem Jahr 1969. Der Deutschen Post war dies im vergangenen Jahr ein Briefmarkenmotiv wert. Jeder Abonnent von Andreas Sturies’ Auktionskatalogen erhält Richters Gemälde auf dem Briefumschlag sinnigerweise frei Haus per Marke. Sie weckt Neugier auf die Katalogauswahl und enttäuscht geweckte Erwartungen nicht. Faktisch stehen vier Arbeiten des in allen Rankings obenauf rangierenden Künstlers zum Verkauf an.


Die älteste Arbeit Richters, die der Düsseldorfer Auktionator am 3. Mai offeriert, ist das „Atelier“. Der auf einem unscharfen Foto beruhende Offsetdruck erschien als Teil einer Mappe zum Kölner Kunstmarkt 1968 und ist mit 1.500 Euro angesetzt. Verschwommen kann ein Ateliergebäude erfasst werden, ein Motiv, dass treffend die Abkehr des wenige Jahre zuvor aus der DDR umgesiedelten Malers vom der Sozialistischen Realismus zur realistischen Sachlichkeit spiegelt, doch verwackelt bleiben Erinnerungen zurück. Weiter schickt Gerhard Richter sein 1980 gefertigtes, abbildungsfreies Künstlerbuch „Galleria Pieroni, Roma“, bei dem der mit grauen Glanzlack besprühte Vorderdeckel auffällt (Taxe 8.000 EUR), in die Auktion oder ein weiteres Künstlerbuch samt übermalter Fotografie samt aus dem Jahr 2008. Wer „Wald II“, so der Titel des ebenfalls als Teil einer Edition geschaffenen Werkes erwerben will, muss 12.000 Euro einplanen.

Wer im handlichen Katalogheft schmökert, durchläuft 176 sorgfältig ausgewählte Stücke überwiegend aus den Sparten Arbeiten auf Papier, aber auch Multiples, Fotografien und einige Plastiken sowie Gemälde. Ausgehend von lokaler Verortung bietet Andreas Sturies einen Fundus origineller Kunstwerke an, die kaleidoskopisch vor allem wichtige Positionen der Kunstgeschichte der 1950er bis 1980er Jahre aufbieten. Auch preislich zeigt sich eine im erschwinglichen Sektor pendelnde Spanne von 150 Euro für einen 1969 im Geist der amerikanischen Pop Art mit vegetabilen Motiven gestalteten Siebdruck des schlesisch-deutschen Malers Gernot Bubenik bis hin zu avisierten 25.000 Euro für ein Ölgemälde der lettischstämmigen Bauhausschülerin Ida Kerkovius. „Vor dem Gewitter“, so der Titel der kleinformatigen Arbeit aus den unmittelbaren Nachkriegsjahren, entfaltet ihren Reiz aus dem Kontrast strahlender roter und blauer Töne mit dunklem Kolorit sowie aus großen klaren, aber im Detail unidentifizierbaren Figurationen. Unbestritten hat die Schülerin von Paul Klee, Wassily Kandinsky und Johannes Itten viel von der Ausdrucksweise ihrer Lehrer aufgenommen.

Kerkovius war auch Meisterschülerin von Adolf Hölzel, der drei seiner typisch verkapselten, zur Ungegenständlichkeit tendierenden Figurationen beisteuert. Mit 6.000 Euro ist das Pastell eines Figurenfrieses dabei am höchsten bewertet. Die Klassische Moderne hat zudem Erich Heckels spätes Aquarell „Der Dom“ mit Blick über die Lahn auf das Limburger Gotteshaus von 1957 (Taxe 6.000 EUR), die Kohlezeichnung mit einem expressiven Selbstportrait Gert Heinrich Wollheims wohl aus dem Jahr 1915 (Taxe 2.000 EUR), Georg Tapperts aquarellierte, karge „Fränkische Landschaft“ aus den späten 1930er Jahren (Taxe 800 EUR) oder zwei Entwurfsblätter von Albert Gleizes zu bieten. Die hochformatigen Tuschestudien „Aladin“ und „Icare“ von 1937/38 waren als Wandmalereien für den großen Hörsaal des Pariser Conservatoire des Arts et Métiers gedacht, wurden aber nie ausgeführt (Taxe je 2.000 EUR).

Neben Werken oft eher beiläufig wahrgenommener, aber dennoch aussagekräftiger Künstler finden sich viele geläufige Namen gestandener Vertreter des Fachs, allen voran Lokalmatador Joseph Beuys, der mit 15 Nummern so stark vertreten ist wie kein anderer. Von einem auf 200 Euro geschätzten „Fettbrief“ von 1973 über das zehn Jahre später entstandene, vieldeutige und heute seltene Multiple „Wirtschaftswert Mineralwasser“ (Taxe 400 EUR), Manifesten, Feldhasen bis hin zur berühmten Lichtpause „La Rivoluzione siamo Noi“ mit dem aurenhaft aufgehellten Körperabbild des Künstlers, die mit 2.000 Euro bewertet ist, und dem mit Vermerken übersäten Aktenkuvert „Gironale Partitura“ von 1982/83 für 5.000 Euro erstreckt sich das Angebot. Den lokalen Bezug halten zudem Kuno Gonschiors rot grundierte und grün gepunktete Leinwand „Quadrat konvex – Vibration Rot-Grün-Violett“ von 1969 (Taxe 5.000 EUR), eine freie, kleinteilige Zeichnung in schwarzer Kreide auf beschichtetem Papier von Gerhard Hoehme aus dem Jahr 1962 (Taxe 3.000 EUR) oder eine farbige Aquatintaradierung Tony Craggs aufrecht. Auf den ersten Blick mag sich mancher Betrachter von „Six Bottles, State 2“ von 1988 an Giorgio Morandi erinnert fühlen. Doch bei genauerer Betrachtung der frühen seltenen und für 1.800 Euro offerierten Arbeit verdeutlichen neuzeitliche Flaschenformen Ästhetik und Duktus jener Zeit.

Gleich anschließend wendet sich der Blick aber dann nach Amerika. Denn es steht ein Foto des Amerikaners Gregory Crewdson zum Aufruf an, der für seine sorgfältig inszenierten, mysteriös anmutenden Sujets berühmt ist. 2.000 Euro werden für den 2003 entstandenen C-Print „Man in the Woods # 5“ erwartet, der einen unheimlichen Blick in einen dunklen Wald mit dampfenden Auto gewährt. Mit dem gleichen Preis ist wenig später ein berühmtes Motiv von Elliott Erwitt ausgezeichnet. Das Foto „New York City (Felix, Gladys and Rover)“ von 1974 zeigt nur Beine und Füße der genanten Menschen und Hunde. Mit jeweils 500 Euro sind zwei C-Prints der in Köln lebenden Fotokünstlerin Candida Höfer im Angebot, die in charakteristischer Schärfe die Frankfurter Städelschule und die Kopenhagener Glyptothek vorstellen. In den Bereich des Skurrilen driften körperbezogenen Fotografien des ebenfalls in Köln beheimateten Jürgen Klauke ab, dessen „Self-Performances“ mit 800 Euro oder 1.000 Euro etwas höher angesetzt sind.

Zwischen früheren und heutigen Zeiten, vertraut und weniger präsent oszilliert auch das plastische Angebot. Im Jahr 1921 schuf Ernst Barlach die Bronze „Kussgruppe I“, die erste von drei in diesem Jahr entstandenen Fassungen des Themas. Der exzellent erhaltene, mit tiefdunkler Patina versehene Guss der renommierten Berliner Gießerei Noack ist für mindestens 12.000 Euro zu haben. Eher für seine vielen im öffentlichen Raum realisierten Plastiken bekannt ist der nahe Düsseldorf lebende Friedrich Werthmann, von dem eine charakteristische Edelstahlskulptur der 1960er Jahre aus trapezförmigen, miteinander verschweißten Blechfragmenten und spitzen Stahlnadeln für 2.000 Euro zu haben ist. Ein Gegensatzpaar ergibt sich auch aus den weichen, flauschigen und beweglichen Strukturen des mit Schaffell überzogenen „Atemobjekts B41/68“ von Günter Weseler (Taxe 800 EUR) und der streng geometrisch ausgerichteten Kartonskulptur von Erwin Heerich aus dem Jahr 1969 (Taxe 500 EUR).

Besonders stark und abwechslungsreich präsentiert sich das Grafiksegment. Zu den ersten Aufrufen gehört ein Farbsiebdruck des Leiters der Klasse „Typografie und Reklamegestaltung“ am Dessauer Bauhaus, Herbert Bayer. Die farbig akzentuierten Kreissegmente in „Triaded Circles“ von 1964/75 sollen 300 Euro einbringen. Der selbe Betrag wird für einen titellosen abstrakten Farbsiebdruck des Bauhaus-Schülers Max Bill erwartet. Neben einer filigranen, vertikal rhythmisierten Tuschezeichnung für 4.000 Euro ist Peter Brüning, Schüler der Düsseldorfer Akademie und ein Hauptvertreter der „Signalkunst“ in Deutschland, mit dem auf 200 Euro angesetzten Druck „Umleitung“ präsent, der Kürzel von Landkarten und Verkehrsschilder originell interpretiert. Den für Rupprecht Geiger charakteristischen roten Sonnenkreis kann man mit Glück für 400 Euro auf einem Siebdruck des Jahres 1971 mit nach Hause nehmen.

Schreitet man den Zeitstrahl rückwärts, trifft man zudem noch auf John Cages erste grafische Arbeit, die mit Calvin Sumsion entwickelte und mit Buchstaben übersäte Farblithografie „Not wanting to say anything about Marcel“ von 1969 (Taxe 4.000 EUR), auf den zur Documenta 1968 erschienenen Siebdruck mit farbigen Rasterpunktebalken von Almir da Silva Mavignier (Taxe 1.800 EUR) oder Pablo Picassos Aquatintaradierung „Le Torero Escamillo“, eine Illustration zu Prosper Merimées „Carmen“ von 1949 (Taxe 3.000 EUR). Mit mindestens 1.000 Euro muss derjenige rechnen, der einen Probeabzug des Posters für eine Ausstellung mit Werken von Henri Matisse in London 1953 erwerben möchte. Für den frühen Expressionismus steht Emil Noldes Lithografie „Wie Vögel (Ada Nolde und Lis Vilstrup)“ von 1907 (Taxe 1.800 EUR). Dem Jugendstil verhaftet zeigt sich „Lorenzaccio“, ein berühmtes Plakat mit einem Rollenportrait Sarah Bernhardts, geschaffen 1896 von dem Tschechen Alphonse Mucha (Taxe 600 EUR).

Kurz vor dem Ende beschickt der ungarische Op-Art-Meister Victor Vasarely die Auktion. Die frühen Ölgemälde „Xingou IV“ und „OUR=2“ aus den 1950er Jahren zeichnen sich durch spitze, Grau in Grau und Gelb gehaltene Segmente aus, die die glatte Fläche optisch aufbrechen und so räumliche Wechselwirkungen erzeugen (Taxe je 12.000 EUR). In diese Zeit datiert zudem Fritz Winters lockere informelle Komposition „Schwarz in Blau“ (Taxe 6.000 EUR). Keinesfalls unerwähnt bleiben sollen Arbeiten zweier berühmter Künstler. 1988 kreierte Nam June Paik mit Öl und Filsstift auf Leinwand eine kleinformatige Komposition, die vor farbigen Bahnen eine mit gedrückter weißer Tube aufgetragene Silhouette eines Fernsehers akzentuiert (Taxe 10.000 EUR). Zuvor wird sicherlich ein Bietgefecht um eine titellose Aquarellgouache des amerikanischen Minimal Art-Stars Sol LeWitt brausen. Erdfarben abgetönt enthält die 1989 entstandene Arbeit prismenartig strukturierte trapezförmige Flächen, die sich einer genauen räumlichen Verortung entziehen. Auch an den „Complex Forms“ hängt ein Preisschild von 10.000 Euro.

Die Auktion beginnt am 3. Mai um 14 Uhr im Parkhotel Steigenberger, Königsallee 1a, in Düsseldorf. Die Besichtigung der Objekte noch am 30. April von 10:30 bis 20 Uhr in den Räumen des Auktionshauses möglich, der Katalog im Internet unter www.sturies.de abrufbar.

Kontakt:

Dr. Andreas Sturies - Moderne Kunst & Auktionen

Goltsteinstraße 23

DE-40211 Düsseldorf

Telefon:+49 (0211) 514 13 54

Telefax:+49 (0211) 514 07 69

E-Mail: auktionen@sturies.de



30.04.2014

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Hans-Peter Schwanke

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