Die Kunst, online zu lesen.

Home


Magazin

News


Marktberichte


Ausstellungen


Journal


Portraits


Top Event


Netzkunst





Kunst kaufen
Werben

Translation EnglishFrench

Auktionsanzeige

Am 19.10.2019 Friedrich Kallmorgen

© Winterberg|Kunst

Anzeige

spring swing, 2012 / Heinz Mack

spring swing, 2012 / Heinz Mack
© Galerie Neher - Essen


Anzeige

Im Park von Schloss Mainberg bei Schweinfurt, 1874  / Hans Thoma

Im Park von Schloss Mainberg bei Schweinfurt, 1874 / Hans Thoma
© Kunsthandel Ron & Nora Krausz


Anzeige

Amazone, nach 1906 / Franz von  Stuck

Amazone, nach 1906 / Franz von Stuck
© Kunsthandel Ron & Nora Krausz


Newsmailer Eintrag

Bestellen Sie bitte hier:


Suchen mit Google

Google
WWW
kunstmarkt.com

Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Möbel, Uhren, Einrichtungsgegenstände und Teppiche bei Koller mit unterschiedlichen Ergebnissen

Wer braucht schon Luxusmöbel, wenn er auch fliegende Teppiche haben kann?



Zacharie Joseph Raingo, Kaminpendule mit Planetarium-Aufsatz, um 1810/20

Zacharie Joseph Raingo, Kaminpendule mit Planetarium-Aufsatz, um 1810/20

Die Möbel und Einrichtungsgegenstände bleiben das Sorgenkind von Koller. Wie schon in den vergangenen Auktionen konnten der Züricher Versteigerer seine kostspielig taxierten Objekte kaum unter die Leute bringen. Auch die losbezogene Zuschlagsquote lag mit knapp 48 Prozent im Vergleich zu den anderen Sparten der Frühjahrsauktion recht niedrig. Die Kunden pickten sich einige ausgefallene Stücke heraus, nahmen etliches zu mittleren bis erschwinglichen Preisen mit, verschmähten aber das Gros der hochwertigen Kommoden, Uhren, Tapisserien, Leuchter oder Bronzearbeiten. Tagessieger wurde eine ungewöhnliche, um 1810/20 gefertigte Empire-Standuhr des Belgiers Zacharie Joseph Raingo, die auf einem hüfthohen, mit Blattgirlanden verzierten Sockel thront. Ein viersäuliger, pavillonartiger Aufbau birgt unterhalb des Gebälks das Zifferblatt und das Pendel, wohingegen die Abdeckung des Monopteros einen Planetariumsaufsatz präsentiert, der neben den Konstellationen von Erde, Sonne, Mond und Planeten auch die Wochentage und Sternzeichen indiziert. Für dieses nicht alltägliche Uhrwerk des Franzosen Antide Janvier zahlte ein deutscher Käufer taxgerechte 200.000 Franken.


Uhren

Und nochmals konnte am 27. März ein außerordentlicher Zeitmesser punkten. Die gut zwei Meter hohe astronomische Standuhr „A Equation“ von musealer Qualität, die von den Würzburger Ebenisten Johann Georg Neßtfell und Johann Georg Fellweck um 1760 aus wertvollem Veilchenholz in feiner Würfelmarketerie eingelegt, geschmackvoll mit Rokoko-Bronzen verziert wurde und deren Werk 80 Tage am Stück läuft, erreichte mit 160.000 Franken die untere Schätzung und belegte damit Platz 2 der Ergebnisliste. Mit einer klassischen Kaminpendule war Jean-Joseph de Saint-Germain vertreten, der das runde blumengeschmückte Uhrwerk Simon Ier François Festeaus von Chinesen tragen ließ, während oben auf ein kleiner Indianerjunge thront. Für soviel Pariser Exotik um 1745/50 wurden 65.000 Franken bewilligt (Taxe 60.000 bis 100.000 SFR). In dieser Zeit bediente sich der Schweizer Uhrmacher Pierre Jaquet-Droz noch der veralteten Boulle-Technik, überspielte sie aber bei seiner Pendule samt einem kleinen Orgelwerk mit bewegt gestaltetem Bronzezierrat. Hierfür kamen 55.000 Franken zusammen (Taxe 25.000 bis 45.000 SFR).

Möbel und Einrichtungsgegenstände

Recht enttäuschend gestaltete sich die Nachfrage nach Möbelstücken aus dem oberen Preissegment. Vieles Ungewöhnliche blieb liegen. Einzig eine von Mathieu Criaerd um 1760 in Paris signierte zweischübige, bauchige, rote Lackkommode fand ein neues Zuhause. Die von leichten Rokoko-Ranken aus Bronze überspielten Goldmalereien zeigen eine idealisierte Pagoden- und Parklandschaft und bedienten damit den in jener Zeit so weit verbreiteten und auch heute offensichtlich noch geschätzten „goût chinois“. Angesetzt mit 120.000 Franken, war dem neuen Besitzer die Kommode 140.000 Franken wert. Viele der sonst hoch taxierten Möbel erwiesen sich als Ladenhüter, darunter Jacques-Philippe Carels locker mit Blüten marketiertes Damenbureau um 1730 (Taxe 90.000 bis 140.000 SFR), die beiden Prunkpostamente von Alexandre-Jean Oppenordt um 1700 mit Boulle-Marketerie (Taxe 100.000 bis 160.000 SFR), Edmé Chollots Konsoltisch um 1760/65 in Formen des beginnenden Klassizismus (Taxe 240.000 bis 360.000 SFR) oder der zwölfteilige chinesische Paravent mit Coromandellack der Quing-Dynastie für 150.000 bis 250.000 Franken.

Insgesamt sechs Zuschläge über der Marke von 100.000 Franken konnte Koller verzeichnen. Dazu gehörte mit einer kleinen Überraschung auch ein klassizistisches Vasenpaar aus der Manufaktur Sèvres, die die königsblauen Porzellangefäße mit Rosen in weißen Medaillons herstellte. Zusammenmontiert wurden die Ziervasen mit vergoldeten Bronzen wohl in einer Pariser Werkstatt am Ende des 18. Jahrhunderts. Ein Kunde aus dem Nahen Osten spendierte dafür 110.000 Franken (Taxe 60.000 bis 90.000 SFR). Er war noch für weitere hohe Zuschläge verantwortlich und nahm die Bronzeskulptur eines anatomischen Pferdes nach einer Vorlage des Römers Francesco Righetti für 60.000 Franken (Taxe 28.000 bis 48.000 SFR) und einen etwas überbordenden silbernen Tafelaufsatz für 105.000 Franken mit. Zwar erst um 1895 bei Odiot in Paris gefertigt, bediente sich das große Centrepiece, das einst die Tafel der Familie Le Cordier de Bigars inszenierte, des damals bereits 170 Jahre alten Régence-Stils (Taxe 40.000 bis 70.000 SFR).

Diesen Wert gab es zudem für ein Paar Prunkdeckelvasen „aux chasseurs“ aus Carrara-Marmor. Die feinen Reliefs der Wandungen zeigen Jagdschilderungen und eine dionysische Orakelszene. Die um 1800 wohl in Deutschland gefertigten Steinkolosse standen ursprünglich im englischen Hackwood Park Castle (Taxe 90.000 bis 140.000 SFR). Das Kaminsims eines neuen Besitzers zieren zukünftig zwei im Empirestil gestaltete Henkelvasen, die um 1825 in Paris bei Darte Frères geschaffen wurden. Ihr ganz und gar vergoldeter Porzellankorpus besticht durch eine meisterhaft ausgeführte Bemalung, wobei zwei Blütenarrangements auf der Vorderseite den Blick ihres Käufers für 70.000 Franken einzufangen vermochten (Taxe 60.000 bis 90.000 SFR).

Bei den Möbeln für den nicht so prall gefüllten Geldbeutel gab es einige schöne Preisentwicklungen, so für einen kleinen Sekretär um 1760 von Jean-François Dubut. Sein schlichter, kastenförmiger Korpus, der sich durch simple geometrische Einlegearbeiten auszeichnet und von einer Marmorplatte bedeckt wird, war einem Freund eckiger Formen immerhin 38.000 Franken wert (Taxe 18.000 bis 28.000 SFR). In seiner Schlichtheit noch gut zwanzig Jahre jünger, präsentierte sich ein Kommodenpaar von Jean Soltzer aus Kuba-Mahagoni mit sparsamer Bronzezier, das 42.000 Franken auf sich vereinigen konnte (Taxe 24.000 bis 36.000 SFR). Taxgerecht kam ein kleiner Aufsatzschrank um 1680 mit grafisch aufgefasstem floralem Dekor, das sich an den Arbeiten Pierre Goles orientiert, bei 25.000 Franken ans Ziel, ebenso dann schon in Rokokoformen die beiden Eckschränkchen von Pierre Roussel mit großen Blumensträußen bei 22.000 Franken oder der leichter dekorierte Sekretär „a abattant“ von Roger Vandercruse bei 62.000 Franken. An Sitzmöbel aus dieser Epoche fanden vier holzsichtige Fauteuils aus der Werkstatt Jean-Baptiste Tilliards bei 34.000 Franken (Taxe 18.000 bis 28.000 SFR) und acht vergoldete Armlehnstühle, die Louis Delanois zugeschrieben werden, bei 70.000 Franken einen Abnehmer (Taxe 65.000 bis 85.000 SFR).

Mittelalterliches Kunsthandwerk und Skulpturen

Die kunsthandwerkliche und skulpturale Offerte hatte Koller an den Beginn der Auktion platziert. Hier sollte eine Hochzeitsschatulle mit Beinreliefs, die Szenen aus dem Leben der heiligen Susanna darstellen und um 1430 in der Werkstatt der Embriachi geschaffen worden ist, 25.000 Franken kosten. Ihr gelang eine enorme Steigerung auf 90.000 Franken. Auch die zweite Arbeit dieser venezianischen Manufaktur, ein kleiner als Triptychon gestalteter Hausaltar um 1410/20 mit einer sacra conversazione, ließ sich nicht lumpen und kletterte von 8.000 Franken auf 18.000 Franken. Noch rund 200 Jahre älter war ein Prozessionskreuz aus Limoges mit Emailzier und buntem Steinbesatz, das 50.000 Franken auf sich vereinen konnte (Taxe 48.000 bis 68.000 SFR).

Nach Nordostfrankreich zur Mitte des 14. Jahrhunderts lokalisierten und datierten die Experten eine Maria Lactans. Die Kalksteinfigur mit den zarten Resten einer farbigen Fassung verabschiedete sich bei 30.000 Franken (Taxe 25.000 bis 45.000 SFR). Seine obere Erwatung von 45.000 Franken erreichte ein spanisches, teils farbig gefasstes Holzrelief; Diego de Siloé soll die heilige Familie nebst Mutter Anna und Johannes den Täufer in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts geschaffen haben. Mit 17.000 Franken wurden die spätgotischen Reliefs Johannes’ des Täufers und des Apostels Johannes aus Südtirol um 1470/80 umworben (Taxe 10.000 bis 15.000 SFR).

Teppiche

Erstaunliche Zugewinne gelangen Koller in einer Sparte, die sich in letzter Zeit häufig keiner größeren Nachfrage erfreuen durfte. Bei den Teppichen, die schon mit einer hohen losbezogene Zuschlagsquote von 64,7 Prozent glänzten, kletterten einige Stücke bis auf das Sechsfache ihrer Schätzpreise, die von 200 bis 20.000 Franken rangierten. Ein sehr gut erhaltener antiker Seidenkeshan, der ein nicht alltäglich geformtes Zentralmedaillon auf hellblauem Innenfeld aufweist, verlockte einen Bieter, statt der erwarteten 3.000 bis 5.000 Franken immerhin 20.000 Franken locker zu machen. Zum teuersten Teppich mutierte bei 30.000 Franken ebenfalls ein antiker Keshan mit einem wuchtigen Zentralmedaillon in Violett und Weiß (Taxe 8.000 bis 12.000 SFR), gefolgt von einem üppig mit Pflanzen überwucherten Täbriz bei 26.000 Franken (Taxe 5.000 bis 8.000 SFR). Eine aparte Verneh-Kameldecke wird demnächst eventuell das orientalische Reittier eines Koller-Kunden wärmen, der sich das auf 1.000 Franken geschätzte Stück schließlich das Sechsfache kosten ließ.

Die Ergebnisse verstehen sich als Zuschlag ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Koller Auktionen

Hardturmstrasse 102

CH-8031 Zürich

Telefon:+41 (044) 445 63 63

Telefax:+41 (044) 273 19 66

E-Mail: office@kollerauktionen.ch



21.04.2014

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Peter Süß/Andreas Flurschütz da Cruz

Drucken

zurück zur Übersicht


Empfehlen Sie den Artikel weiter:
an


Weitere Inhalte:

Gesamt Treffer 18

Seiten: 1  •  2

Adressen (1)Berichte (1)Kunstwerke (16)

Bei:


Koller Auktionen AG

Bericht:


Starke und kluge Männer

Kunstwerk:

Hausaltar, Werkstatt Embriachi, Venedig um 1410/20
Hausaltar, Werkstatt Embriachi, Venedig um 1410/20

Kunstwerk:

Hochzeitsschatulle mit der Vita der Susanna, Werkstatt
 Embriachi, Venedig um 1430
Hochzeitsschatulle mit der Vita der Susanna, Werkstatt Embriachi, Venedig um 1430

Kunstwerk:

Diego de Siloé zugeschrieben, Relief mit der Heiligen Familie, 16.
 Jahrhundert
Diego de Siloé zugeschrieben, Relief mit der Heiligen Familie, 16. Jahrhundert

Kunstwerk:

Maria lactans, Nordostfrankreich, Mitte 14. Jahrhundert
Maria lactans, Nordostfrankreich, Mitte 14. Jahrhundert

Kunstwerk:

Johannes der Täufer und Apostel Johannes, Südtirol, um 1470/80
Johannes der Täufer und Apostel Johannes, Südtirol, um 1470/80

Kunstwerk:

Aufsatzschrank, Paris, um 1680
Aufsatzschrank, Paris, um 1680

Kunstwerk:

Pierre Roussel, Paar Encoignuren, Paris um 1750
Pierre Roussel, Paar Encoignuren, Paris um 1750







Prozessionskreuz, Limoges, um 1225/30

Prozessionskreuz, Limoges, um 1225/30

Taxe: 48.000 - 68.000 SFR

Zuschlag: 50.000,- SFR

Losnummer: 1017

Hausaltar, Werkstatt Embriachi, Venedig um 1410/20

Hausaltar, Werkstatt Embriachi, Venedig um 1410/20

Taxe: 8.000 - 12.000 SFR

Zuschlag: 18.000,- SFR

Losnummer: 1018

Maria lactans, Nordostfrankreich, Mitte 14. Jahrhundert

Maria lactans, Nordostfrankreich, Mitte 14. Jahrhundert

Taxe: 25.000 - 45.000 SFR

Zuschlag: 30.000,- SFR

Losnummer: 1051

Roger Vandercruse, Sekretär, Paris um 1760/65

Roger Vandercruse, Sekretär, Paris um 1760/65

Taxe: 60.000 - 90.000 SFR

Zuschlag: 62.000,- SFR

Losnummer: 1104

Johannes der Täufer und Apostel Johannes, Südtirol, um 1470/80

Johannes der Täufer und Apostel Johannes, Südtirol, um 1470/80

Taxe: 10.000 - 15.000 SFR

Zuschlag: 17.000,- SFR

Losnummer: 1057

Jean-François Dubut, Sekretär, Paris um 1760/65

Jean-François Dubut, Sekretär, Paris um 1760/65

Taxe: 18.000 - 28.000 SFR

Zuschlag: 38.000,- SFR

Losnummer: 1114

Pierre Roussel, Paar Encoignuren, Paris um 1750

Pierre Roussel, Paar Encoignuren, Paris um 1750

Taxe: 18.000 - 28.000 SFR

Zuschlag: 22.000,- SFR

Losnummer: 1101

Jean-Joseph de Saint-Germain, Pendule, Paris um 1749/50

Jean-Joseph de Saint-Germain, Pendule, Paris um 1749/50

Taxe: 60.000 - 100.000 SFR

Zuschlag: 65.000,- SFR

Losnummer: 1114a

Mathieu Criaerd, Rote Lack-Kommode, Paris um 1760

Mathieu Criaerd, Rote Lack-Kommode, Paris um 1760

Taxe: 120.000 - 180.000 SFR

Zuschlag: 140.000,- SFR

Losnummer: 1115

Louis Delanois zugeschrieben, 8 Fauteuils, Paris um 1760

Louis Delanois zugeschrieben, 8 Fauteuils, Paris um 1760

Taxe: 65.000 - 85.000 SFR

Zuschlag: 70.000,- SFR

Losnummer: 1102

Diego de Siloé zugeschrieben, Relief mit der Heiligen Familie, 16. Jahrhundert

Diego de Siloé zugeschrieben, Relief mit der Heiligen Familie, 16. Jahrhundert

Taxe: 25.000 - 45.000 SFR

Zuschlag: 45.000,- SFR

Losnummer: 1024

Aufsatzschrank, Paris, um 1680

Aufsatzschrank, Paris, um 1680

Taxe: 20.000 - 30.000 SFR

Zuschlag: 25.000,- SFR

Losnummer: 1082

Wohl Johann Georg Neßtfell und Johann Georg Fellweck, Astronomische Standuhr, Süddeutschland um 1760

Wohl Johann Georg Neßtfell und Johann Georg Fellweck, Astronomische Standuhr, Süddeutschland um 1760

Taxe: 160.000 - 240.000 SFR

Zuschlag: 160.000,- SFR

Losnummer: 1060




Copyright © '99-'2019
Kunstmarkt Media
Alle Rechte vorbehalten


Impressum





Zum Seitenanfang Magazin

 Amazon export/import Schnittstelle xt:commerce u. oscommerce  Amazon ebay rakuten yatego meinpaket export/import Schnittstelle xt:commerce u. oscommerce