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Im Park von Schloss Mainberg bei Schweinfurt, 1874  / Hans Thoma

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Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Guter Absatz bei den Gemälden des 19. Jahrhunderts im Wiener Dorotheum

Viel Rummel um stillen Winkel



Emil Jakob Schindler, Garten in Plankenberg, 1886

Emil Jakob Schindler, Garten in Plankenberg, 1886

Das Ergebnis der Versteigerung von Gemälden des 19. Jahrhunderts im Wiener Dorotheum entsprach den Erwartungen: Solide Einzelpreise für überwiegend gefällige, technisch oft brillante Landschaften, Stillleben, Portraits, Genre- und Historienszenen von Meistern aus aller Herren Länder gab es eine ganze Reihe, Sensationen dagegen nur eine Handvoll, doch ebenso hielten sich enttäuschende Rückgänge in engen Grenzen. Von den vier hochgehandelten Stücken im sechsstelligen Schätzpreisbereich wurden genau zwei zugeschlagen, was ebenfalls etwa der losbezogenen Gesamtzuschlagsquote von gut 55 Prozent entsprach. Mit ihnen konnte das Dorotheum einen Bruttoumsatz von 2,17 Millionen Euro erwirtschaften. Als eindeutiger Sieger ging Emil Jakob Schindler aus dem Rennen. Von dem österreichischen Landschafter, durch und durch Impressionist und Ideengeber einer ganzen Generation von Künstlern des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts, hatte das Dorotheum mit dem Blick in den „Garten von Plankenberg“ aus dem Jahr 1886 ein Paradestück im Programm. Auf 120.000 bis 180.000 Euro angesetzt, wurde genau die Mitte der Schätzung für den sonnendurchfluteten Nutzgarten an einem heißen Sommertag erzielt.


Ein weiterer Favorit musste am 8. April dagegen Federn lassen: Ferdinand Georg Waldmüllers „Großmutter mit drei Enkelkindern“ von 1854 stoppte schon bei 100.000 Euro, was nicht nur 50.000 Euro unter den jetzigen Erwartungen lag, sondern sogar 150.000 Euro unterhalb dessen, was das Bild vor zwei Jahren schon einmal am selben Ort kosten sollte. Ein Zeugnis von Waldmüllers Schulung an Alten Meistern, seine Kopie von Pieter van Laers „Reitertrunk“, steigerte sich dagegen von 35.000 bis 45.000 Euro auf 50.000 Euro und erst recht deutlich gegenüber seinem ersten Auftreten bei Neumeister im September 2011. Angesetzt mit 6.000 bis 8.000 Euro, kamen damals 24.000 Euro zusammen. Zum Rückgang wurde Hans Makarts großformatiges Ölbild „Die Versenkung des Nibelungenhortes im Rhein“, das anfangs der 1880er Jahre wohl als Studie für ein Deckenbild entstand (Taxe 120.000 bis 180.000 EUR). Von den drei Offerten des Fin de siècle-Malers wurde nur das Bildnis des etwa dreijährigen Prinzen Gottfried zu Hohenlohe-Schillingsfürst aus den Jahren 1870/71 für 35.000 Euro zur unteren Schätzung übernommen.

Von Konstantin Alexeievitch Korovins gemäßigt expressionistischem „Bauernmädchen mit Früchten und Blumen“ für 120.000 bis 150.000 Euro abgesehen, erwiesen sich die russischen Künstler wieder als begehrte Sammlerstücke. Jeweils ihre untere Schätzung von 70.000 Euro schafften Konstantin Yakovlevich Kryzhitskys weite Wasserfläche samt Uferpartie an einem sonnigen Tag aus dem Jahr 1892 und Ljew Felixowitsch Lagorios Reiter und Pferdewagen beim „Überqueren der Furt“ vor spätromantisch aufgefasster Gebirgskulisse des Kaukasus. Ivan Ivanovich Endogouroff steuerte eine stille Teichlandschaft mit Boot von 1892 für 26.000 Euro bei (Taxe 25.000 bis 35.000 EUR). Auch die beiden jungen Frauen der Antike, die sich bei dem Polen Henryk Siemiradzkis in ein Gespräch über einen neuen goldenen Armreif vertieft und dafür ein schattiges Plätzchen unter Bäumen aufgesucht haben, schlossen bei 40.000 Euro am unteren Rand der Schätzung ab.

Eine Überraschung bot der Italiener Fausto Zonaro mit einem Selbstportrait, das er wohl 1908 kurz vor seiner Rückfahrt aus Konstantinopel in seine Heimat anfertigte. Über die anvisierten 40.000 bis 60.000 Euro hinaus wurde das Bildnis in ungewohnter Arbeiterpose bis auf 90.000 Euro gehoben. Gute 65.000 Euro spielte Carlo Fornaras neoimpressionistische Berglandschaft „Ultimi pascoli“ an einem klaren Sonnentag ein (Taxe 50.000 bis 70.000 EUR). Das Gemälde steht stilistisch sichtlich in der Nachfolge Giovanni Segantinis, der selbst mit dem betont kargen Frühwerk „Cavalli al guado“ von 1882/83 und der symbolistischen Szene „Jeremia beklagt die Zerstörung Jerusalems“ von 1898/99 vertreten war, die bei um die 50.000 Euro allerdings durchfielen. Dafür ließen sich die Zeichnungen und Bronzen von Vincenzo Gemito gut an, die allesamt einen Abnehmer fanden, darunter ein Selbstportrait mit Rauschebart von 1913 (Taxe 2.500 bis 3.500 EUR) und das Bildnis der exaltierten Marchesa Giulia Albani von 1920 für jeweils 9.500 Euro (Taxe 6.000 bis 8.000 EUR) sowie die Aktfigur „Der Wasserträger“ für taxgerechte 12.000 Euro.

Eine Reihe weniger hochgehandelter Stücke entfachte dagegen manch heftiges Bietgefecht, etwa ein biedermeierliches Blumenstück Franz Xaver Petters mit Rosen und Veilchen von 1836 für 19.000 Euro (Taxe 10.000 bis 14.000 EUR), oder eine orientalische Schönheit seines Zeitgenossen Émile Charles Hippolyte Lecomte-Vernets, die dem Betrachter seit 1869 ernst und mit verschränkten Armen gegenübersteht und ihre untere Schätzung auf 30.000 Euro verdoppeln konnte. Das gleiche Glück war Nikolai Dmitrievich Kuznetsovs junger Dame mit Rosen aus dem Kriegsendjahr 1918 beschieden. Sie machte einen Satz von 10.000 Euro auf 20.000 Euro. Auch Johann Michael Neder war mit seiner konzentrierten Schilderung ärmlichen Personen erfolgreich; das komplette Angebot an drei Gemälde wurde übernommen, mit 11.000 Euro für die beiden Weinbauern beim Trunk an der Spitze (Taxe 6.000 bis 8.000 EUR).

Ebenso erging es einigen Landschaften wie Tina Blaus „Stillem Winkel“ mit Marmorstatue auf kleiner Holzplatte für 22.000 Euro (Taxe 10.000 bis 12.000 EUR), Louis Gurlitts unaufgeregtem Blick auf einen See mit Fischerhütten und Netzen aus dem Jahr 1841 für 15.000 Euro (Taxe 6.000 bis 8.000 EUR) oder Ascan Lutteroths sommerlich heiterer Ansicht der Isola Bella im Lago Maggiore für 19.000 Euro (Taxe 6.000 bis 8.000 EUR). Die Schule von Barbizon punktete mit einer silbrig atmosphärischen Uferpartie samt einem Angler und seinem Boot von Paul Désiré Trouillebert bei 15.000 Euro (Taxe 8.500 bis 10.000 EUR). Als Neuentdeckungen machten die kleinen Gegenstücken biedermeierlicher Landschaftsausblicke des in Prag tätigen August Piepenhagen um 1820 auf sich aufmerksam und konnten zusammen 26.000 Euro erwirtschaften (Taxe je 7.000 bis 10.000 EUR). Schon mehr Stimmungsgehalt spricht aus Hugo Darnauts 1878 datierter Leinwand „Am Heimweg“ im Vorfrühling für 15.000 Euro (Taxe 8.000 bis 12.000 EUR) oder Adolf Chwalas „Thayagegend“ mit pittoresk am Flussufer liegenden Bauernhäusern für 12.000 Euro (Taxe 3.600 bis 4.000 EUR). Charles-Ferdinand Ceramanos lichttechnisch bemerkenswerter „Sommermorgen im Wald von Fontainebleau“ mit Hirte und zahlreichen Schafen, ausgestellt 1879 im Pariser Salon, verließ schließlich für 18.000 Euro den Saal (Taxe 7.000 bis 10.000 EUR).

Alle Preise verstehen sich als Zuschläge ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Dorotheum

Dorotheergasse 17

AT-1010 Wien

Telefon:+43 (01) 515 60 0

Telefax:+43 (01) 515 60 443

E-Mail: client.services@dorotheum.at



21.04.2014

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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08.04.2014, Gemälde des 19. Jahrhunderts

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Emil Jakob Schindler, Garten in Plankenberg, 1886
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Vincenzo
 Gemito, Der Wasserträger
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August Piepenhagen, Die Aussichtswarte, 1820
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August Piepenhagen, Wanderer vor weiter Landschaft, 1820
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Louis Gurlitt, Seelandschaft mit Fischerhütten und Fischernetzen,
 1841
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Adolf Chwala,
 Thayagegend
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Louis Gurlitt, Seelandschaft mit Fischerhütten und Fischernetzen, 1841

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Taxe: 6.000 - 8.000 EURO

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Hans Makart, Gottfried Prinz zu Hohenlohe-Schillingsfürst, 1870/71

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Taxe: 35.000 - 45.000 EURO

Zuschlag: 35.000,- EURO

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Vincenzo Gemito, Der Wasserträger

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Zuschlag: 12.000,- EURO

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Émile Charles Hippolyte Lecomte-Vernet, Orientalische Schönheit, 1869

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Taxe: 15.000 - 20.000 EURO

Zuschlag: 30.000,- EURO

Losnummer: 60

Adolf Chwala, Thayagegend

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Taxe: 3.600 - 4.000 EURO

Zuschlag: 12.000,- EURO

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Taxe: 6.000 - 8.000 EURO

Zuschlag: 19.000,- EURO

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Charles-Ferdinand Ceramano, Ein Sommermorgen im Wald von Fontainebleau, 1879

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Taxe: 7.000 - 10.000 EURO

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Vincenzo Gemito, Selbstportrait, 1913

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