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Kym IV, 1999 / K. O. (Karl Otto) Götz

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Im Park von Schloss Mainberg bei Schweinfurt, 1874  / Hans Thoma

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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Antiquitäten und Möbel im Wiener Dorotheum

Popo aus der Kuppel



Adolf Hoffmann, Zentraltisch, Berlin 1899/1900

Adolf Hoffmann, Zentraltisch, Berlin 1899/1900

Als die Kunst des historistischen Remakes gegen Ende des 19. Jahrhunderts im Kunsthandwerk ihren Höhepunkt erreichte, deckte sich auch der Adel mit Möbeln aller möglichen Stile ein. Kein Geringerer als Wilhelm II., Kaiser des Deutschen Reiches und König von Preußen, war 1899/1900 Auftraggebern eines prachtvollen rechteckigen Tisches, der zusammen mit einer Anzahl weiterer Möbel die Ausstattung der sogenannten Mecklenburgischen Wohnung für Großherzoginmutter Alexandrine, eine Großtante Wilhelms, im Berliner Schloss bildete. Geschnitzt von Adolf Hoffmann sowie vergoldet und mit Marmorplatte versehen, ist das reich verzierte Stück ein schönes Beispiel für die Wiederaufnahme von Louis XIV-Formen in jener Zeit. Doch nicht nur das Berliner Schloss, sogar den deutschen Pavillon der Pariser Weltausstellung im Jahr 1900 schmückte der Tisch. Jetzt bildet er eines der Prunkstücke in der Auslage des Wiener Auktionshauses Dorotheum, das ihn für 45.000 bis 60.000 Euro unter den Hammer bringen möchte.


Möbel

Mit knapp fünfhundert Objekten wartet das Dorotheum am 9. und 10. April im Rahmen der großen Frühjahrsauktionen stattfindenden Möbel- und Antiquitätenversteigerung auf Kundschaft. Denn Beginn machen am Mittwochnachmittag die Möbel und Einrichtungsgegenstände des 17. bis 20. Jahrhunderts. Als eines der ältesten und zugleich teuerstes Lose geht hier ein hochbarocker Hallenschrank in der Art des Basler Ebenisten Johann Heinrich Keller an den Start, mächtig mit gedrehten Säulen, drallen Putten und saftigen Fruchtgehängen geschmückt. 45.000 bis 60.000 Euro soll das knapp zweieinhalb Meter hohe Möbel kosten. Filigraner geben sich die Erzeugnisse des mittleren 18. Jahrhunderts, etwa ein österreichischer Aufsatzschrank mit vier intarsierten Papageiendarstellungen für 25.000 bis 30.000 Euro oder ein schlankes Nähtischchen mit rautenförmiger Marketerie aus dem Umkreis der Neuwieder Roentgen-Werkstatt für 30.000 bis 40.000 Euro.

Manche Arbeiten des späteren 18. Jahrhunderts sind durch Stempel bestimmten Meistern zuzuordnen und überdies preislich gar nicht so ehrgeizig angesetzt, darunter eine kleine französische Salonkommode von Pierre Migeon IV. (Taxe 14.000 bis 18.000 EUR), eine mit quadratischen, teils gefärbten Feldern geschmückte Kommode des Transiton von Pierre Roussel (Taxe 15.000 bis 20.000 EUR) und eine etwa gleichzeitig um 1770/80 geschaffene Kommode mit einem dreidimensionalem würfelförmigem Furnierbilde von Pierre Harry Mewesen für 12.000 bis 15.000 Euro. Für das Wiener Empire steht ein sphingengeschmückter Rundtisch aus der Werkstatt Josef Danhausers nach Vorlagen der Pariser Architekten Charles Percier und Pierre François Léonard Fontaine (Taxe 30.000 bis 40.000 EUR). Englische Eleganz prägt ein Paar Teeboxen im Stil der Arbeiten von Gillows aus den späten 1830er Jahren. Gravierte Messingeinlagen feinsten Schnitts kontrastieren hier mit dem warmen Dunkelbraunton des Holzes (Taxe 30.000 bis 40.000 EUR). Historistischen Glanz versprüht außer Hoffmanns Tisch unter anderem noch Joseph Emmanuel Zwieners Bureau plat im Louis XV-Stil mit feinen Blumenintarsien und Bronzebeschlägen (Taxe 40.000 bis 50.000 EUR).

Skulpturen

Auch einige dekorative Skulpturen haben sich schon unter die Möbel gemischt, so ein trinkender Triton als barocke Brunnenfigur von dem Dresdner Johann Benjamin Thomae, einem Mitarbeiter Balthasar Permosers, von circa 1715/20 für das 1945 zerstörte Schloss Tiefenau (Taxe 22.000 bis 26.000 EUR) oder ein Paar französischer Eisengüsse in Gestalt großer Löwen mit Widderhörnern, auf denen nackte Jünglinge mit Speeren und Fackeln lagern, von circa 1870/90 (Taxe 35.000 bis 50.000 EUR). Ansonsten gibt es für die Bildhauerei aber eine eigene Abteilung, die vor allem aus dem Mittelalter Bedeutendes wie eine französische Sandsteinmadonna in feinem S-Schwung des ausgehenden 13. Jahrhunderts (Taxe 30.000 bis 36.000 EUR) oder eine spätgotische Schutzmantelmadonna um 1480 aus Lindenholz bietet (Taxe 30.000 bis 40.000 EUR). Dem Umkreis des Tiroler Meisters Michael Parth zu Beginn des 16. Jahrhunderts wird ein Relief der Geburt Mariens aus Zirbenholz zugeschrieben, das wohl ehemals einen Flügelaltar geziert hat (Taxe 35.000 bis 40.000 EUR).

Aus der Barockzeit gelangen ein Paar stürmisch flatternder Engel mit wallendem Haar von Thomas Schwanthaler aus der Zeit um 1670/80 für 20.000 bis 25.000 Euro und ein heiliger Zacharias zum Aufruf, der in reicher Gewandung und mit ausdrucksstarkem Gesicht gerade seinen Priesterdienst zu verrichten scheint. Hierfür wird der aus einer württembergischen Bildhauerfamilie stammende Philipp Jakob Straub in Anspruch genommen, der seit 1733 in Graz vor allem für kirchliche Auftraggeber arbeitete. Die lebensgroße Skulptur besteht aus Lindenholz und besitzt noch ihre originale Fassung und Vergoldung. Nur die Hände sind später ergänzt (Taxe 25.000 bis 30.000 EUR). Im dritten Viertel des 19. Jahrhunderts lief in der französischen Werkstatt Emile Louis Picaults eine hoheitsvolle Kamingarnitur vom Band, in deren Mittelpunkt auf einem Uhrensockel die Figur eines ägyptischen Pharao mit einer Weihegabe steht (Taxe 30.000 bis 35.000 EUR).

Glas und Porzellan

Am Donnerstagnachmittag geht es in der Dorotheergasse mit Glas und Porzellan weiter. Erstere Abteilung ist mit rund drei Dutzend Offerten relativ klein, enthält aber unter anderem eine Reihe schöner Anton Kothgasser-Becher mit anmutigen Darstellungen wie einer Amorette beim Ordnen eines Blumenstraußes und der Inschrift „Blühe immer“ oder Wiener Ansichten vom Stephansdom oder Schloss Schönbrunn (Taxen zwischen 9.000 und 15.000 EUR). Der Böhme Friedrich Egermann ist für mehrere steinartige Lithyalin-Becher verantwortlich, darunter einem zehnfach facettiertem Exemplar, der auf seiner braun-schwarzen Wandung goldene Insekten, Streublumen und die Aufschrift „Erinnerung“ präsentiert (Taxe 6.000 bis 8.000 EUR). Aus der Frankfurter Werkstatt des vielbeschäftigten Glasmalers Otto Linnemann stammt ein dreiteiliges, insgesamt rund drei mal dreieinhalb Meter großes Fenster aus dem Jahr 1922. Zu sehen sind drei Figuren und darunter die Beschriftungen „Tages Arbeit“, „Abends Gäste – Frohe Feste“ sowie „Saure Wochen“ (Taxe 24.000 bis 30.000 EUR).

Beim Porzellan ragen vor allem Meißner Figuren heraus, unter anderem eine Schäfergruppe mit Hund und Schaf nach einem Modell Johann Joachim Kändlers um 1750 (Taxe 24.000 bis 36.000 EUR) und ein wohl etwa gleichzeitiges Liebespaar mit Mops in einer Gartenlaube für 28.000 bis 40.000 EUR). Aus frühester Meißner Zeit um 1710 gibt es eine Böttger-Teekanne, die fernöstliche Motivik aufgreift, reich mit Kranichen und Blumengebinden geschmückt ist und auf deren Deckel ein stolzer Löwe ruht (Taxe 30.000 bis 40.000 EUR). Bildplatten wurden meist erst später modern, in Russland etwa mit paradierenden Soldaten auf einem Stück der Kaiserlichen Porzellanmanufaktur St. Petersburg zur Zeit Zar Nikolaus’ I. (Taxe 20.000 bis 30.000 EUR) oder aus Wiener Fertigung ein fast gemäldehaftes Tableau mit echtem Holzrahmen und sechzehn Stadtansichten, die sich um den „Steffl“ gruppieren (Taxe 50.000 bis 60.000 EUR).

Auch die Kaiserliche Porzellanmanufaktur in Wien kann mit einer prominenten Bildplatte aufwarten. Für seine mythologische Darstellung „Les filles de Cecrops“ hat sich der Miniaturist und Porzellanmaler Moritz Michael Daffinger 1808 einer Idee Franz Caucigs bedient (Taxe 15.000 bis 25.000 EUR). Daneben listet der Katalog aus Wiener Produktion etliche Bildtassen samt Untertassen für drei- und niedrige vierstellige Beträge, ein grün-goldenes Zierservice mit zwei Kannen und vier Tassen, auf denen Leopold Lieb 1815 in Medaillons Portraits von König Max I. Joseph von Bayern und seiner Familie gemalt hat (Taxe 17.000 bis 22.000 EUR), oder noch aus der Manufaktur von Claudius Innocentius du Paquier einen etwas unbeholfenen Kerzenleuchter mit einer Musikantin von etwa 1740 (Taxe 2.800 bis 7.000 EUR). Etwas leichter tat sich diese erste Wiener Manufaktur Gefäßen, etwa einer Deckelterrine mit Vögel-, Insekten- und Blütendekor (Taxe 7.000 bis 12.000 EUR). Die vielleicht originellste Offerte ist ein knapp halbmeterhoher Tempietto auf sechs korinthischen Säulen, aus dessen blauer Dachkuppel durch runde Öffnungen hindurch kleine Putten ihre Köpfe, Arme, Füße und gelegentlich auch ihren Popo strecken. Der um 1800 wohl bei Caron et Lefèbre in Paris gefertigte Aufsatz soll nur 1.400 bis 3.400 Euro kosten.

Die Auktion beginnt am 9. April und 10. April um 14 Uhr. Die Besichtigung ist bis zum Auktionsbeginn täglich von 10 bis 18 Uhr, samstags von 9 bis 17 Uhr und sonntags von 14 bis 17 Uhr möglich. Der Katalog listet die Objekte unter www.dorotheum.com.

Kontakt:

Dorotheum

Dorotheergasse 17

AT-1010 Wien

Telefon:+43 (01) 515 60 0

Telefax:+43 (01) 515 60 443

E-Mail: client.services@dorotheum.at



07.04.2014

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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