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Kym IV, 1999 / K. O. (Karl Otto) Götz

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Im Park von Schloss Mainberg bei Schweinfurt, 1874  / Hans Thoma

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Aktuellzum Archiv:Ausstellung

Hamburg und München präsentieren fast zeitgleich die feinsinnigen, lyrischen Arbeiten des Malers und Zeichners Jürgen Partenheimer. In Bayerns Hauptstadt stellt die Pinakothek der Moderne zudem skulpturale Arbeiten des 65jährigen aus

Von der Weisheit der Linie



Wo immer in den letzen zehn Jahren die sanft leuchtenden Farbskizzen und stillen, unpathetischen Gemälde von Jürgen Partenheimer gezeigt wurden, betonten Kuratoren und Ausstellungsmacher immer wieder gern: Jürgen Partenheimer war im Jahr 2000 der erste westliche Künstler, der seit Maos Zeiten in der Nationalgalerie in Peking ausstellen durfte. Warum gerade er, mag man sich fragen. Eine Antwort darauf gibt indirekt die breit angelegte Werkschau „Archiv“ in der Pinakothek der Moderne in München. Jürgen Partenheimer ist kein Provokateur. Er versinnbildlicht philosophische und literarische Inhalte als zarte minimalistische, von keinem Kalkül gesteuerte Abstraktionen. Wie ein Käfig schließen auf dem Gemälde „Carme“ brüchige, zittrige Linien auf grünem Hintergrund ein monolithisches Gebilde ein. Auf einer anderen Zeichnung werden sie zu einer feinnervigen, vibrierenden Gitterstruktur im leeren Raum. Hin und wieder fühlt man sich an die fiebrigen Zeichnungen eines Paul Klee oder an die aus den tiefen Sphären des Unterbewusstseins emporgekommenen Arbeiten eines Wols erinnert, was man im nächsten Moment aber sofort wieder verwirft – beide waren nicht minimalistisch, nicht abstrakt genug.


Jürgen Partenheimer führt uns vor, wie abstraktes Denken zu Bildern werden kann und eben manchmal auch zu Skulpturen. Ganz gleich, ob es sich um die aufgetürmten, strahlend blauen Kuben der „Weltachse“ oder das verzogene Gerüst von „District and Circle“ handelt, sie sind allesamt Reflexionen über die Fragilität des Gleichgewichts. Manche Kritiker nennen ihn auch einen Meister spiritueller Andeutungen. Denn Erdenschwere ist etwas, was man in seinen stets von einer positiven Stimmung charakterisierten Zeichnungen, Aquarellen und Gemälden nicht finden wird. Sie sind durchzogen von einer kompositorischen Klarheit und einem schwingenden Rhythmus, von Klang und Musik und von einer eigenwilligen zentrifugalen Balance, die auch die scheinbar nach Zufallsprinzip verteilten Bildelemente zusammenhält. Abstrakte Kunst als Lehre von der Dialektik des Seins, vermittelt mit einem leisen, lyrischen Unterton, knapp, konzentriert und klar, analytisch und reflexiv. Dass seine Zeichnungen daraufhin geradezu prädestiniert sind, als grafische Pendants zu Texten zu fungieren, kann man in München anhand des großformatigen Bandes „Folded Spirits“ mit Gedichten von Lebogang Mashile und anhand des drei Meter langen Leporellos „Mimesis“ nachvollziehen.

Jürgen Partenheimer, der in den 1980er Jahren auf den wichtigen Biennalen von São Paulo bis Venedig vertreten war, ist auf dem Kunstmarkt etwas ins Abseits geraten. Und es ist gut, dass die Hamburger Deichtorhallen in der Sammlung Falckenberg mit der Präsentation des Werkkomplexes „Le Bouleau volant“, seines Beitrags zur Biennale von Paris 1979, und dass die Pinakothek der Moderne in München mit der Ausstellung „Archiv“ den in Köln lebenden Künstler wieder ins Scheinwerferlicht des oft kurzlebigen Kunstbetriebs stellen. Denn Partenheimer zählt bis heute zu den wichtigsten deutschen Vertretern einer subjektiven Abstraktion.

Auch wenn die Münchner Schau „Archiv“ genannt ist, als Retrospektive, als sortiertes Œuvre will man sie nicht verstanden wissen. Zumal man sich bei den gezeigten Arbeiten vor allem auf die vergangenen zwanzig Jahre konzentriert. Jürgen Partenheimer skizziert das Projekt mit folgenden Worten: Das Archiv des Künstlers bezeichnet weder einen Ort noch einen Raum, es ist ein Synonym für alles Bestehende und Zusammengetragene innerhalb und außerhalb eines offenen Terrains von Vorstellung und Wirklichkeit.“

Die Ausstellung „Jürgen Partenheimer – Das Archiv“ ist bis zum 21. April zu sehen. Die Pinakothek der Moderne hat dienstags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr, donnerstags zusätzlich bis 20 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt regulär 10 Euro, ermäßigt 7 Euro, sonntags 1 Euro und mittwochs ist er kostenlos.

Partenheimers Werkgruppe „Le Bouleau volant“ ist bis zum 25. Mai in Hamburg-Harburg zu sehen. Die Sammlung Falckenberg kann nur nach vorheriger Anmeldung besucht werden. Öffentliche Führungen finden donnerstags und freitags um 18 Uhr, samstags um 15 Uhr und sonntags um 12, 15 und 17 Uhr statt. Anmeldung unter 040 – 3250 6762 oder www.sammlung-falckenberg.de. Der Eintritt beträgt 15 Euro, ermäßigt 12 Euro; für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren ist er frei.

Anlässlich dieser beiden Ausstellungen sowie weiterer Aktivitäten im Gemeentemuseum Den Haag und der Contemporary Art Gallery in Vancouver ist unter dem Titel „Jürgen Partenheimer. Das Archiv“ im Distanz Verlag eine umfangreiche Publikation mit Beiträgen der Kuratorin Anna Rühl, der kanadischen Dichterin Anne Carson sowie zahlreicher internationaler Kunsthistoriker und des Künstlers selbst erschienen. Der Band kostet 49,90 Euro.

Deichtorhallen Hamburg – Sammlung Falckenberg
Wilstorfer Straße 71
D-21073 Hamburg

Telefon: + 40 (0)40 – 3250 6762
Telefax: + 40 (0)40 – 3039 4757

Kontakt:

Pinakothek der Moderne

Barer Straße 40

DE-80333 München

Telefon:+49 (089) 23 805 360

E-Mail: info@pinakothek.de



07.04.2014

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Sabine Spindler

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Weitere Inhalte:

Veranstaltung vom:


31.01.2014, Jürgen Partenheimer. Das Archiv

Veranstaltung vom:


22.02.2014, Jürgen Partenheimer – Das Archiv – Le bouleau volant

Bei:


Bayerische Staatsgemäldesammlungen

Künstler:

Jürgen Partenheimer










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