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Kym IV, 1999 / K. O. (Karl Otto) Götz

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Im Park von Schloss Mainberg bei Schweinfurt, 1874  / Hans Thoma

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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Vor allem auf eine Sammlung mit internationalem Studioglas stürzten sich die Kunden in der Glas-Auktion bei Fischer in Heilbronn

Mitbringsel vom Strandspaziergang



Ermanno Toso, Vase „millepiedi“, um 1955

Ermanno Toso, Vase „millepiedi“, um 1955

Die Einlieferer italienischen und tschechischen Glases der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts trugen einmal mehr die höchsten Gewinne auf der 225. Versteigerung des Heilbronner Auktionshauses Dr. Fischer nach Hause. Erstere Rubrik führte Ermanno Tosos um 1955 entworfene Vase „Millepiedi“ mit stilisiertem Blütendekor auf goldgelbem Grund an. Das Ergebnis von 10.000 Euro entsprach hier der unteren Schätzung, die die Experten für das 35 Zentimeter hohe Gefäß angegeben hatten. Andere Schöpfungen der berühmten Murano-Werkstätten und ihrer Entwerfer konnte Fischer dagegen zunächst nur unter Vorbehalt zuschlagen, da die Hammerpreise jeweils nicht ganz den Erwartungen entsprachen. Das galt etwa für Archimede Segusos annähernd tropfenförmige Vase „A Piume“ von 1955 für 5.800 Euro und seine fast kugelrunde „Filigrana stellata“ von 1968 mit wirbelnden Spiralfäden in Weiß für 5.000 Euro sowie elf federleicht wirkende „Fazzoletti“-Vasen von Fulvio Bianconi in buntesten Farben von 1949 für 6.500 Euro. Paolo Veninis mittig sich verengende Vase „Zanfirico“ von circa 1950 mit rosafarbenen Spiralfäden steigerte sich dagegen von 2.500 bis 2.800 Euro auf 3.600 Euro, und auch Segusos „Merletto“-Vase in Weiß-Grün mit dichtem Fadengewirr von 1952 schloss bei 4.500 Euro etwas besser ab als erhofft.


Bei den Tschechen lag am 15. März wie erwartet das Künstlerehepaar Stanislav Libensky und Jaroslava Brychtová vorn. Ihre rote Glasskulptur „Head“ von 1989, deren geöffneter Mund eine Folge großer zackiger Haifischzähne offenbart, erreichte taxgerechte 11.000 Euro und damit den Höchstpreis des Tages. 9.000 Euro gab es für den rotbraunen „Kuss“ aus den späten 1950er Jahren und damit mindestens 2.000 Euro mehr, als die Schätzung hatte vermuten lassen. Um zunächst im fortgeschrittenen 20. Jahrhundert zu bleiben, sei noch auf die Erfolge zweier Amerikaner verwiesen. Dale Chihulys siebenteiliges „Seaform set“ von 1981 mit hauchfein wirkenden Gefäßen, die – wie der Name schon andeutet – die Anmutung von Mitbringseln eines Strandspaziergangs wecken, schaffte 7.500 Euro und wurde, obwohl 500 Euro unterhalb der Taxe, dennoch sicher vergeben. Ein zweiteiliges Dekorationsobjekt Harvey K. Littletons aus dem Jahr 1982, das aus einer ovaloiden, in der Mitte zersägten Grundform gewonnen ist und den Beschauer mit einem angenehmen Spiel violetter und blauer Farben erfreut, traf die Mitte der anvisierten 5.000 bis 7.000 Euro.

Zeitlich am anderen Ende der Skala standen Produkte aus der Frühen Neuzeit. Gleich das erste Los, ein venezianisches Flügelglas von circa 1600, weckte mit einem hohen Ergebnis von 3.800 Euro Hoffnungen auf einen Auktionserfolg. In der Tat fiel das Ergebnis auch in der losbezogenen Gesamtzuschlagsquote von etwas mehr als sechzig Prozent sehr zufriedenstellend aus. Die älteste Abteilung hatte daran vor allem quantitativen Anteil, während die Preise im Einzelnen kaum einmal über die niedrige Vierstelligkeit hinausgingen. Immerhin eine alpenländische Schnapsflasche des 18. Jahrhunderts mit unregelmäßigem Rippendekor und intensivem Manganton machte einen Satz von 500 bis 700 auf 2.200 Euro. Ein weiteres Exemplar derselben Funktion, diesmal allerdings mit porzellanartiger Milchglaseinfärbung und informellem blauem Tupfendekor, zog mit 4.500 Euro sogar an Arbeiten gestandener Glaskünstler vorbei (Taxe 1.500 bis 1.800 EUR).

Bei den barocken Schnittpokalen sind eine fränkische Arbeit mit Jagdszene der Zeit um 1700 für 2.400 Euro (Taxe 1.700 bis 2.000 EUR) und ein wohl thüringisches Glas des mittleren 18. Jahrhunderts für 2.800 Euro zu nennen, auf dem ein großer Bär dran glauben muss (Taxe 1.500 bis 1.800 EUR). Aufmerksamkeit erregte auch ein Nürnberger Kugelfußbecher mit einer Schwarzlotmalerei wohl von Hermann Benckert aus der Zeit um 1680, der unter anderem eine Ansicht der Lorenzkirche bot. Mit 3.000 Euro wurde hier das Doppelte der unteren Schätzung erlöst. Das 19. Jahrhundert beeindruckte mit kunsthandwerklicher Perfektion, allen voran die Arbeiten böhmischer Hütten. Besonders begehrt war eine Gruppe kobaltblau überfangener Pokale um 1855 mit und ohne Deckel sowie bildlichen Darstellungen von Karl Pfohl, der mit einer Eberjagd ebensolchen Erfolg hatte wie mit einer fast süßlichen Madonnenfigur. Beide kosteten 4.000 Euro (Taxen 4.000 bis 5.000 EUR und 2.500 bis 3.500 EUR).

Bei den französischen Jugendstilgläsern war eine Vase von Henri Bergé, ausgeführt um 1899/1902 bei Daum Frères, der Überraschungskandidat. Die mit einer tristen Winterlandschaft geschmückte „Pluviose“ kletterte von 1.800 bis 2.200 Euro auf 4.500 Euro. Ein anderes Objekt derselben Firma mit Mohnblumen, die sich die orangefarbene und zitronengelbe Wandung hinaufschlängeln, wurde bei 3.600 Euro vergeben (Taxe 2.500 bis 3.000 EUR), während sich die Bewerber um eine kraftvoll reliefierte Vase Emile Gallés mit Darwin-Tulpe von circa 1903 bei 7.000 Euro einigten (Taxe 6.000 bis 8.000 EUR). Art Déco war ebenfalls gefragt, wie der Einsatz von 5.000 Euro für eine Vase René Laliques bezeugte, die 1924 unter dem Titel „Ceylan“ mehrere Wellensittichpaare zwischen stilisierten Blumenranken zum Leben erweckte (Taxe 5.000 bis 6.000 EUR). Anklang fand auch eine Deckeldose der Daum Frères um 1930 mit stark vereinfachtem Blätter- und Blütendekor auf vergoldetem Grund bei 2.000 Euro (Taxe 350 bis 450 EUR). Noch besser platzierte sich von gleicher Ausgangsbasis die rund Dose „Une Figurine et Bouquet“ René Laliques mit einem Frauenakt umgeben Blütenranken bei 2.200 Euro. Schmerzlichster Rückgang beim französischen Art Nouveau war die grün-weiß-violette Vase der Firma Verrerie d’Art de Lorraine Burgun, Schverer & Co. mit einem kräftig reliefierten Anemonenstrauß für 14.000 bis 16.000 Euro.

Teuerstes Stück des deutsch-österreichischen Jugendstils wurde ein teils rosafarbenes Weinglas Otto Prutschers von etwa 1906 mit geometrischem Dekor für 4.900 Euro (Taxe 4.000 bis 5.000 EUR). Ein hochstieliges, mehr als dreißig Zentimeter hohes Sherryglas Koloman Mosers, das einige Jahre vorher ebenfalls bei Meyr’s Neffe vom Band lief, fand bei 5.000 bis 6.000 Euro dagegen keine passende Vitrinen. Auf 2.600 Euro verdoppelte sich der Wert eines Entwurfs von Ludwig Sütterlin, der um 1900 eine konisch sich verbreiternde Vase der Firma Fritz Heckert in Petersdorf mit einem vereinfachten Skorpion in Rosaviolett auf hellblauem Grund schmückte. Marie Kirschner überzeugte mit einer Schalenvase von 1904/05 in wasserblauem Schimmer bei 2.500 Euro (Taxe 2.000 bis 2.500 EUR), während sich Peter Behrens bei seinem neunteiligen Gläsersatz „Mit dem breiten Goldrand“ von 1902 schon mit 2.800 Euro zufriedengeben musste (Taxe 3.000 bis 5.000 EUR).

Mit einer Zuschlagsquote von über 90 Prozent konnte Fischer annähernd komplett eine Sammlung von gut zweihundert Objekten internationalen Studioglases weitervermitteln, für die sogar ein eigener Katalog erstellt worden war. Auch hier gab es bei insgesamt sehr moderaten Schätzungen manche Überraschung, etwa bei einer tiefblauen Vase mit einem Strauß abstrakter Glasblumen von Miluse Roubícková aus dem Jahr 1971, die erst bei 2.500 Euro eine neue Tafel zierte (Taxe 400 bis 500 EUR). Ihre tschechische Kollegin Ivana Srámková schuf in der zweiten Hälfte der 1980er Jahre eine sitzende Gestalt aus blauem Glas, die mit ihrer riesigen Nase ein wenig an die Deformationen von Pablo Picasso erinnerte. Sie reüssierte bei 2.600 Euro (Taxe 400 bis 500 EUR). Helmut Köhlers farblose zylindrische Vase mit einer surrealen Händelandschaft in Tiefschnitt kam auf die oberen anvisierten 1.500 Euro.

Ein betont schrundiges Andreaskreuz von Colin Reid aus dem Jahr 1988 brachte es auf 2.400 Euro (Taxe 1.000 bis 1.200 EUR), und noch einmal Dale Chihuly reüssierte mit der horizontal durch feine Fäden gegliederten und mit farbigen Kröseln geschmückten, gesteinsartigen Schale „Macchia“ von 1982 bei 2.800 Euro (Taxe 1.300 bis 1.700 EUR). Als Spitzenlos der Glassammlung schloss ein gut sechzig Zentimeter breites, ovaloides Vasenobjekt Joel Philip Myers’ in einer futuristischen, von Orangerot dominierten Farbmischung bei 5.200 Euro ab (Taxe 3.000 bis 4.000 EUR). Sie wurde allerdings noch übertroffen von einem Gemälde: Ein abstraktes Bild des 1931 geborenen Tschechen Vladimír Kopecký erreichte 5.600 Euro, ein weiteres desselben Meisters 3.200 Euro. Beide waren nur auf wenige hundert Euro geschätzt worden.

Alle Preise verstehen sich als Zuschläge ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Kunstauktionshaus Dr. Jürgen Fischer

Trappensee-Schlösschen

DE-74074 Heilbronn

Telefax:+49 (07131) 15 55 720

Telefon:+49 (07131) 15 55 70

E-Mail: info@auctions-fischer.de



06.04.2014

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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Veranstaltung vom:


15.03.2014, 225. Auktion: Europäisches Glas & Studioglas - Sammlung internationales Studioglas

Bei:


Heilbronner Kunst- und Auktionshaus Dr. Jürgen Fischer

Bericht:


Breite Vase

Kunstwerk:

Stanislav Libensky und Jaroslava Brychtová, Head, 1989
Stanislav Libensky und Jaroslava Brychtová, Head, 1989

Kunstwerk:

Joel Philip
 Myers, Vasenobjekt
Joel Philip Myers, Vasenobjekt

Kunstwerk:

Colin Reid, Objekt,
 1988
Colin Reid, Objekt, 1988

Kunstwerk:

Ludwig Sütterlin, Vase mit Skorpion, um 1900
Ludwig Sütterlin, Vase mit Skorpion, um 1900

Kunstwerk:

René Lalique, Vase „Ceylan“, 1924
René Lalique, Vase „Ceylan“, 1924

Kunstwerk:

Emile Gallé, Vase mit Darwintulpe, um 1903
Emile Gallé, Vase mit Darwintulpe, um 1903







René Lalique, Vase „Ceylan“, 1924

René Lalique, Vase „Ceylan“, 1924

Taxe: 5.000 - 6.000 EURO

Zuschlag: 5.000,- EURO

Losnummer: 412

Colin Reid, Objekt, 1988

Colin Reid, Objekt, 1988

Taxe: 1.000 - 1.200 EURO

Zuschlag: 2.400,- EURO

Losnummer: 642

Joel Philip Myers, Vasenobjekt

Joel Philip Myers, Vasenobjekt

Taxe: 3.000 - 4.000 EURO

Zuschlag: 5.200,- EURO

Losnummer: 653

Karl Pfohl zugeschrieben, Fußpokal mit Maria und dem Jesusknaben, um 1855

Karl Pfohl zugeschrieben, Fußpokal mit Maria und dem Jesusknaben, um 1855

Taxe: 2.500 - 3.500 EURO

Zuschlag: 4.000,- EURO

Losnummer: 220

Hermann Benckert zugeschrieben, Kugelfußbecher mit Nürnberger Ansichten, um 1680

Hermann Benckert zugeschrieben, Kugelfußbecher mit Nürnberger Ansichten, um 1680

Taxe: 1.500 - 2.000 EURO

Zuschlag: 3.000,- EURO

Losnummer: 164

Deckeldose, Daum Frères, um 1930

Deckeldose, Daum Frères, um 1930

Taxe: 350 - 450 EURO

Zuschlag: 2.000,- EURO

Losnummer: 354

Karl Pfohl, Großer Deckelpokal mit Hirschen, um 1860

Karl Pfohl, Großer Deckelpokal mit Hirschen, um 1860

Taxe: 2.000 - 2.500 EURO

Zuschlag: 2.800,- EURO

Losnummer: 216

Ludwig Sütterlin, Vase mit Skorpion, um 1900

Ludwig Sütterlin, Vase mit Skorpion, um 1900

Taxe: 1.300 - 1.600 EURO

Zuschlag: 2.600,- EURO

Losnummer: 463

Flügelglas, Venedig, um 1600

Flügelglas, Venedig, um 1600

Taxe: 2.500 - 3.000 EURO

Zuschlag: 3.800,- EURO

Losnummer: 1

Stanislav Libensky und Jaroslava Brychtová, Der Kuss (Kopf mit zwei Gesichtern), 1958/60

Stanislav Libensky und Jaroslava Brychtová, Der Kuss (Kopf mit zwei Gesichtern), 1958/60

Taxe: 5.000 - 7.000 EURO

Zuschlag: 9.000,- EURO

Losnummer: 883

Karl Pfohl zugeschrieben, Deckelpokal mit Eberjagd, Steinschönau um 1855

Karl Pfohl zugeschrieben, Deckelpokal mit Eberjagd, Steinschönau um 1855

Taxe: 4.000 - 5.000 EURO

Zuschlag: 4.000,- EURO

Losnummer: 215

Harvey K. Littleton, Zweiteiliges Objekt, 1982

Harvey K. Littleton, Zweiteiliges Objekt, 1982

Taxe: 5.000 - 7.000 EURO

Zuschlag: 6.000,- EURO

Losnummer: 922

Stanislav Libensky und Jaroslava Brychtová, Head, 1989

Stanislav Libensky und Jaroslava Brychtová, Head, 1989

Taxe: 9.000 - 12.000 EURO

Zuschlag: 11.000,- EURO

Losnummer: 884




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