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Das Hamburger Museum für Kunst und Gewerbe zeigt in der Ausstellung „Die Zukunft fotografieren“ fünf deutsche und fünf russische Fotografen

Die Zukunft, ein oft hohles Versprechen



Die Berliner Fotografin Beate Gütschow war gerade ins Flugzeug eingestiegen, als sie beim Aufblättern der „Süddeutschen Zeitung“ von einem unguten Gefühl beschlichen wurde. Der Zeitung entnahm sie, dass das umstrittene russische Gesetz gegen „homosexuelle Propaganda“ nunmehr in Kraft getreten war und Verstöße dagegen mit saftigen Strafen geahndet werden sollen. Eingeladen vom Goethe-Institut, war Gütschow nach Moskau unterwegs, um an einem gemeinsamen Workshop mit russischen und deutschen Kollegen teilzunehmen, dessen Ergebnis, eine Fotoausstellung zum Thema „Die Zukunft fotografieren“, anschließend im so genannten „Deutschlandjahr“ zwischen Mitte 2012 und Mitte 2013 auf eine Tournee durch fünf russische Städte gehen sollte.


Die Ausstellung ist mittlerweile an ihrer einzigen deutschen Station im Hamburger Museum für Kunst und Gewerbe (MKG) angekommen. Fünf deutsche und fünf russische Fotografen, die Älteste 1962 und die Jüngste 1987 geboren, waren aufgefordert, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen und jeweils neue Arbeiten für die Ausstellung zu entwickeln. Beate Gütschow, die kurz überlegt hatte, das Projekt wieder abzusagen, hat dafür zwei subtile Stillleben geschaffen, die sie in eleganten Leuchtkästen präsentiert. Mittels sorgfältig ausgewählter und präzise fotografierter Objekte schafft sie ein anspielungsreiches Arrangement, das auf Korruption in der orthodoxen Kirche ebenso verweist wie auf sexuelle Gewalt und Homophobie in der russischen Gesellschaft. Chiffren statt Plakatives. Die Zensur hat sie damit offenbar geschickt ausgetrickst.

Für Esther Ruelfs vom MKG, die das Projekt gemeinsam mit ihrer russischen Kollegin Ekaterina Lazareva kuratiert hat, stand von vornherein fest, dass das von Politikern und Sponsoren aus der Wirtschaft ausgewählte Ausstellungsmotto nicht einfach nur unkritisch bedient werden dürfte. „Der Künstler heute ist nicht mehr die Figur der Klassischen Moderne, die die großen Entwürfe schafft, sondern eher der Kritiker“, sagt sie und fügt hinzu: „Wir wollten auch keine Ausstellung über den technologischen Aspekt der Zukunft machen.“

Herausgekommen ist daher vielmehr eine Schau, die die oftmals schon im Keim gescheiterten Zukunftsversprechen der Politiker auf den Prüfstand stellt. Sofia Gavrilova etwa begab sich an den Moskauer Autobahnring, einst eine Art Pufferzone zwischen der Stadt und ihrer grünen Umgebung. Dass mittlerweile auch hier gegen den Widerstand der Bevölkerung gebaut wird, zeigen ihre großformatigen Aufnahmen, die sie anschließend lasierend mit Farbe übermalt hat, um zumindest den Anschein grüner Wiesen und blauen Himmels wiederherzustellen. Olga Chernysheva wiederum thematisiert die neue Lust der Russen auf Börsentermingeschäfte. Ihre Aufnahmen zeigen sterile Bankinterieurs, in denen „Futures“, hochspekulative Terminkontrakte, gehandelt werden.

Die Leipziger Fotokünstlerin Ricarda Roggan wiederum hat Fahrsimulatoren der Firma Sega aus den 1980er Jahren fotografiert, die, bedeckt vom Staub der Jahrzehnte, vor sich hingammeln. Die einst populären Computerspielautomaten wirken wie Relikte aus einer längst vergangenen Ära des Geschwindigkeitsrauschs. In die ungewisse Zukunft jugendlicher Asylbewerber in einer ehemaligen bayerischen Kaserne begab sich Eva Leitolf. Ihre wandfüllenden Dokumentaraufnahmen von anonymen Schlafplätzen versammeln modische Accessoires, technische Gadgets und – lebensnotwendig - deutsche Vokabellisten.

„Die Zukunft fotografieren“ ist eine sehenswerte Fotografieausstellung, die wichtige Repräsentanten beider Länder präsentiert. Zum Glück arbeiten sich sowohl die Kuratorinnen als auch die Teilnehmer an dem von Politik und Wirtschaft vorgegebenen, beliebig wirkenden Ausstellungstitel eher kritisch ab, als ihn brav zu illustrieren.

Die Ausstellung „Die Zukunft fotografieren“ ist bis zum 4. Mai zu sehen. Das Hamburger Museum für Kunst und Gewerbe hat dienstags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr, donnerstags zusätzlich bis 21 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 10 Euro, ermäßigt 7 Euro; für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahre ist er frei.

Kontakt:

Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg

Steintorplatz

DE-20099 Hamburg

Telefon:+49 (040) 428134 880

Telefax:+49 (040) 428134 999

E-Mail: service@mkg-hamburg



06.04.2014

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Nicole Büsing & Heiko Klaas

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07.02.2014, Die Zukunft fotografieren

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