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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Lempertz startet in Köln mit einer Auswahl preisgünstiger Gemälde des 16. bis 19. Jahrhunderts in sein Auktionsjahr

Auf in den Kampf



Christian Sell d.Ä., Feldherr auf dem Schlachtfeld zur Zeit des Dreißigjährigen Kriegs, 1854

Christian Sell d.Ä., Feldherr auf dem Schlachtfeld zur Zeit des Dreißigjährigen Kriegs, 1854

Im Alter von zwanzig Jahren ging Christian Sell d.Ä. 1851 an die Düsseldorfer Kunstakademie, besuchte dort zunächst die Fachrichtung Genremalerei, ab dem zweiten Jahr die Schlachtenmalerei und war bald einer der besten Schüler Akademie. So beurteilte sein Lehrer Theodor Hildebrandt seine „Anlage“ als „bedeutend“. Als Militär- und Schlachtenmaler konnte Sell schon als Student große Erfolge vorweisen. So berichteten die Schülerlisten der Akademie von 1852/53 „verkauft alles nach England“ und von 1853/54 „sehr gesuchte Bilder“. Waren es zunächst historische Sujets aus 30jährigen Krieg, nahm Sell im Gefolge der preußischen Armee 1864 am Schleswig-Holsteinischen Krieg, 1866 am Preußisch-Österreichischen Krieg und 1870/71 am Deutsch-Französischen Krieg teil, wechselte damit zu zeitgenössischen Ereignisdarstellungen und verbürgte seine Bilder zur Augenzeugenschaft.


Nach zwei Weltkriegen und dem vielen Leid, das durch kriegerische Auseinandersetzungen über die Menschheit gekommen ist, mutet so ein verherrlichendes Schlachtengetümmel dem Betrachter heute meist fremd an. Mit Kriegsbildern beschäftigt sich immer noch eine junge Künstlergeneration, doch geht sie meist kritisch damit um, anders als in den Pathos geschwängerten Szenen von Christian Sell, auch wenn man in späteren Arbeiten einen leichten Doppelsinn zu erkennen meint. Davon ist aber bei dem „Feldherrn auf dem Schlachtfeld zur Zeit des Dreißigjährigen Kriegs“ aus Sells Studienzeit von 1854 noch nichts zu spüren. Da wird geschossen, gestorben und mit ernstem Blick das Geschehen verfolgt. Für 4.000 bis 5.000 Euro offeriert Lempertz das Werk nun in seiner Auktion mit Gemälden des 16. bis 19. Jahrhunderts. Mit den günstig taxierten Arbeiten der Alten und Neueren Meister, die die Fünfstelligkeit gerade einmal streifen, eröffnet der Versteigerer seit einigen Jahren seine Frühjahrssaison in Köln.

Gemälde des 19. Jahrhundert

Neben dieser historisch bedeutsamen Kunst hat das 19. Jahrhundert geradezu unspektakuläre Bildgattungen hervorgebracht, etwa die Tiermalerei. Hierfür listet der Katalog zwei Hauptvertreter aus den Benelux-Staaten: Den Belgier Frans van Severdonck mit seinem Schaf und seinen zwei Ziegen von 1845, die friedlich auf der Weide lagern (Taxe 3.000 bis 3.500 EUR), und den auf Pferde spezialisierten Holländer Wouterus Verschuur, der seinem Schimmel eine Bauernfamilie bei der Rast zugewiesen hat (Taxe 10.000 bis 12.000 EUR). Ländliche Motive bedienen zudem Jan Hendrik Scheltema mit seinem Ochsengespann und Arbeitern in dunstiger Waldlandschaft (Taxe 4.000 bis 6.000 EUR), Hugo Mühlig mit seiner „Vesper auf dem Feld“ (Taxe 5.000 bis 7.000 EUR), Hans Herrmann mit seiner ebenfalls zwischen Realismus und Impressionismus stehenden „Holländischen Bleiche“ im einem Garten (Taxe 4.000 bis 5.000 EUR) oder Karl Stuhlmüller mit seiner Heuernte an einem Sommertag (Taxe 3.000 bis 3.500 EUR).

Bei Albert Emil Kirchners Gruppe junger Landleute, die er klein um ein Lagerfeuer mit einigen Schafen in die felsige Südtiroler Bergwelt mit Schloss Gandegg bei Eppan staffiert hat, dominiert schon die Landschaft, eine der Hauptgattungen des 19. Jahrhunderts (Taxe 2.000 bis 3.000 EUR). Ein Paradebeispiel nach der Natur entwickelter, aber im Atelier gemalter Komposition ist August Wilhelm Leus Blick in einen norwegischen Fjord am Morgen aus dem Jahr 1846 (Taxe 4.000 bis 5.000 EUR). Weitaus unprätentiöser geht Jules André bei seinem Waldweg mit Reitern und Kühen vor (Taxe 2.000 bis 2.500 EUR). Die nächtliche See bei Mondschein fing Andreas Achenbach 1874 mit einigen Segelbooten und Fischern ein (Taxe 5.000 bis 7.000 EUR), Max Clarenbach einen winterlichen Morgen bei Wittlaer mit einigen kahlen Bäumen (Taxe 6.000 bis 7.000 EUR), und Fritz von Wille näherte sich der im 13. Jahrhundert errichten Wildenburg in der Eifel in majestätischer Untersicht (Taxe 2.000 bis 3.000 EUR).

Auch italienische Landschaften und Städte finden sich auf zahlreichen Gemälden; war doch der Süden Sehnsuchtort vieler Nordeuropäer. Robert Alott nimmt den Betrachter zum sommerlich sonnendurchfluteten Golf von Neapel samt einigen Ruinen und Blick auf den Vesuv mit (Taxe 4.000 bis 5.000 EUR), Attilio Pratella zu einem Brunnen im Park der Villa Comunale in Neapel (Taxe 8.000 bis 10.000 EUR). Mit einem querformatigen Aquarell von Ettore Roesler Franz gelangt er zum Markttreiben vor dem Tempel der Vesta in Rom (Taxe 6.000 bis 8.000 EUR), und Emilio Longoni löst seine Piazza in einer unbekannten italienischen Stadt in einem impressionistischen Sfumato auf (Taxe 4.000 bis 5.000 EUR). Schöne Lichtstimmungen fängt zudem Arthur Kampf in seinem Sommerausflug einer bürgerlichen Familie an den Rheinwiesen bei Düsseldorf ein (Taxe 5.000 bis 6.000 EUR).

Für die Gattung Genremalerei stehen im Katalog zwei Gemälde Hubert Salentins: 1870 lässt er junge Mädchen bei einem Geistlichen zum „Gesangsunterricht“ antreten (Taxe 4.000 bis 5.000 EUR), fünf Jahr zuvor zeigt er ein einzelnes junges Mädchen, im Gebet vertieft, ausschnitthaft in einer Kirche (Taxe 1.800 bis 2.000 EUR). Bei Petrus Kiers stehen 1855 die effektvollen Lichtwirkungen in seiner dunklen Kellerszene „Heimlich noch ein Glas Wein“, das sich zwei junge Frauen gönnen, im Vordergrund (Taxe 3.000 bis 4.000 EUR). Das Stillleben spielte im 19. Jahrhundert nicht mehr die große Rolle. Dennoch gab es einige wichtige Maler, die diese Kategorie pflegten, etwa Johan Laurentz Jensen in einem feinen Rosenarrangement vor typisch schwarzem Hintergrund (Taxe 5.500 bis 6.000 EUR) oder Georgius Jacobus Johannes van Os mit einem zarten Blumengesteck auf einer Steinplatte, mit dem er sich stark an den alten Niederländern anlehnt (Taxe 3.000 bis 4.000 EUR). Das tut auch Andreas Schelfhout in seiner Winterlandschaft bei einem Kastell mit einigen Schlittschuhläufern von 1850 (Taxe 8.000 bis 10.000 EUR).

Alte Meister

Ideen könnte sich Schelfhout vielleicht bei dem Haarlemer Meister Johannes Maas d.J. geholt haben. Denn dessen Eisvergnügen vor einer holländischen Stadt aus dem Jahr 1677 hat einen recht vergleichbaren Zugriff auf das Thema (Taxe 4.000 bis 6.000 EUR). Die Abteilung mit Alten Meistern ist zahlenmäßig unterlegen; 54 Bilder stehen hier 101 bei den Neueren gegenüber. Zudem lassen sich viele Gemälde nicht eindeutig einem Künstler zuordnen. Zu den ältesten Bildern der Auktion gehört eine um 1580 entstandene Leinwand mit der heiligen Familie, der heiligen Anna und Johannes dem Täufer als Kind eines flämischen Meisters, der einen für den Manierismus charakteristischen knorpeligen Stil pflegt (Taxe 8.000 bis 10.000 EUR). Ins nächste, schon barock bewegte Jahrhundert weisen eine Tafel mit Jesus und den Pharisäern bei dem Disput über den Zinsgroschen eines flämischen Kollegen (Taxe 5.000 bis 7.000 EUR) und eine milde Anbetung der Hirten, die die Lempertz-Experten einem Maler aus dem Umfeld Ferdinand Bols zuschreiben (Taxe 4.000 bis 5.000 EUR).

Auch Joost Cornelisz Droochsloot hat sich einem religiösen Thema verschrieben und die Sieben Werke der Barmherzigkeit in einer für ihn charakteristischen dörflichen Landschaft mit zahlreichen Menschen angesiedelt (Taxe 10.000 bis 12.000 EUR). Jacob van Huysum steuert ein dekoratives Blumenstillleben vor einer Parklandschaft mit Ausblick auf ein Dorf bei, ein Maler aus dem Umkreis von Gerard ter Borch d.J. die Gartenszene „Die Erfrischung“, in der einer jungen, elegant gekleideten Dame eben ein Getränk gereicht wird (Taxe je 5.000 bis 7.000 EUR), und unter den deutschen Werken ragt eine ovale Flusslandschaft mit Burg aus dem Umkreis von Christian Georg Schütz I. heraus (Taxe 5.000 bis 6.000 EUR). Da es sich bei dem „Reiterspiel am Strand“ um die Replik einer größeren Darstellung gleich Inhalts von Philips Wouwerman handelt, wird das mit 5.000 bis 6.000 Euro taxierte Gemälde in der Werkstatt des Haarlemer Malers lokalisiert. Aus Spiel wird Ernst, wenn Jan van Huchtenburgh ins Spiel kommt. Dem niederländischen Schlachtenmaler wird ein Reitergefecht in einer offenen Landschaft zugeschrieben (Taxe 6.000 bis 7.000 EUR).

Die Auktion beginnt am 26. März um 14:30 Uhr. Die Besichtigung ist noch bis zum 25. März täglich von 10 bis 17:30 Uhr möglich. Der Internetkatalog listet die Objekte unter www.lempertz.com.

Kontakt:

Kunsthaus Lempertz

Neumarkt 3

DE-50667 Köln

Telefon:+49 (0221) 92 57 290

Telefax:+49 (0221) 92 57 296

E-Mail: info@lempertz.com



24.03.2014

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Ulrich Raphael Firsching

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Losnummer: 113

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Taxe: 8.000 - 10.000 EURO

Losnummer: 16

Ferdinand Bol Umkreis, Anbetung der Hirten

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Taxe: 4.000 - 5.000 EURO

Losnummer: 2

Johannes Maas d.J., Eisvergnügen vor einer holländischen Stadt, 1677

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Taxe: 4.000 - 6.000 EURO

Losnummer: 32

Hubert Salentin, Gesangsunterricht, 1870

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Taxe: 4.000 - 5.000 EURO

Losnummer: 131

 Flandern, Flämischer Meister, Jesus und die Pharisäer, 17. Jahrhundert

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Taxe: 5.000 - 7.000 EURO

Losnummer: 17

Jan Hendrik Scheltema, Landschaft mit Ochsengespann und Arbeitern

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Taxe: 4.000 - 6.000 EURO

Losnummer: 134

Karl Stuhlmüller, Heuernte

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Taxe: 3.000 - 3.500 EURO

Losnummer: 149

Jules André, Waldweg mit Reitern und Kühen

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Taxe: 2.000 - 2.500 EURO

Losnummer: 58

Frans van Severdonck, Eine Ziege und zwei Schafe im Stall, 1844

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Taxe: 2.500 - 3.000 EURO

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Philips Wouwerman Werkstatt, Reiterspiel am Strand

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Taxe: 5.000 - 6.000 EURO

Losnummer: 54

Hugo Mühlig, Bauernhof mit Ochsenkarren

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