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Stilleben mit Äpfeln in weißer Schale mit blauem Glas, 1925 / Otto  Modersohn

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Ohne Titel, 2012 / Heinz Mack

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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Rückschau: Moderne Kunst im Dorotheum

Italienische Wochen in Wien



Die Herbstauktion im Wiener Dorotheum hatte sich bei der Kunst des 20. Jahrhunderts in dieser Saison vor allem auf Südeuropäisches spezialisiert. Mit einer Zuschlagsquote von knapp 60 Prozent in der Versteigerung „Klassische Moderne“ erwies sich dieses Konzept als Erfolg, und die Käufer boten für die großen Namen der italienischen Moderne fleißig mit. Doch auch das restliche Europa von Nord bis Süd und West nach Ost war vertreten und konnte die Bieter überzeugen. Den Anfang machten Italiener, die unter dem Begriff „Aeropittura“ zusammengefasst waren. Der alte Menschheitstraum vom Fliegen ist Thema dieser technikbegeisterten Futuristen; Dynamik, Bewegung, Geschwindigkeit und Stromlinien-Ästhetik wollten sie darstellen. Der Flieger galt diesen Modernen als der „Neue Mensch“. Tullio Cralis technizistisches Gemälde „Sorvolando la città“ von 1926, in dem die Propellerflugzeuge zu einfachen Parallelogrammen reduziert sind und von den Hochhäusern der Metropole aus per Scheinwerfer geortet werden, stand hier mit taxgerechten 38.000 Euro an der Spitze.


Auch die drei futuristischen Werke Alessandro Bruschettis fanden Gefallen, und so wurde seine „Aeropaesaggio“ mit Luftschlangenflügen von 1932 für 15.000 Euro zur unteren Schätzung verkauft, die vergleichbare „Aeropittura“ aus demselben Jahr erzielte 32.000 Euro (Taxe 25.000 bis 35.000 EUR), und der Fahrradfahrer in „Velocità“, ebenfalls von 1932, spielte überraschend gute 16.000 Euro ein (Taxe 9.000 bis 12.000 EUR). Giacomo Ballas dekorativ-ornamentales „Linee andamentali“ von etwa 1920 konnte die Erwartungen nicht ganz erfüllen und erreichte nur für 55.000 Euro statt erwarteter 60.000 bis 80.000 Euro. Genau den unteren Rand der Taxe von 50.000 bis 70.000 Euro traf seine rote, zackige Skulptur „Linee di forza del pugno di Boccioni II“ aus dem Jahr 1915, und schon bei 20.000 Euro wanderte Ballas puristisches Landschaftspastell „Campagna Romana“ von 1902 in neue Hände (Taxe 25.000 bis 35.000 EUR).

Eine erste große Überraschung bot Amedeo Modiglianis zarte und doch ausdrucksstarke Porträtzeichnung des Dichters Blaise Cendrars von 1918, die den Bietern statt 45.000 bis 65.000 Euro sogar 125.000 Euro wert war. Egon Schieles ebenfalls überlängter „Weiblicher Rückenakt mit den Händen auf der Hüfte“ wirkt dagegen deutlich kraftvoller und zeigt den typischen, zirkelnden und geschwungenen Strich des Künstlers. Für das Blatt von 1917 fiel der Hammer bei 70.000 Euro (Taxe 70.000 bis 90.000 EUR). Noch mehr Kraft im Strich besaß Ernst Ludwig Kirchner, dessen Kohlezeichnung „Allee mit Pferdefuhrwerk“ ihren Schätzwert von 4.000 bis 5.000 Euro vervierfachen konnte und für 16.000 Euro den Besitzer wechselte.

Der vielleicht größte italienische Name an diesem Tag, mit insgesamt neun Werken aber in jedem Fall der am stärksten vertretene, war Giorgio de Chirico. Den Anfang machte hier sein frühes Selbstporträt von 1930, das den Metaphysiker mit skeptischem Blick und ohne Lächeln offenbart. Das Gemälde ging für die unteren anvisierten 50.000 Euro über das Auktionspult. Die für den Maler typischere, fast menschenleere „Piazza d’Italia“ von 1964 überzeugte bei 210.000 Euro (Taxe 200.000 bis 300.000 EUR), ebenso wie die silbern glänzende Bronzeskulptur „Il consolatore“ von 1970 bei 19.000 Euro (Taxe 18.000 bis 25.000 EUR). 36.000 Euro erzielte der eher expressionistisch anmutende „Cavaliere e Cavallo“ aus den 1950er Jahren (Taxe 35.000.40.000 EUR). Eine Besonderheit boten die sechs Farblithographien der Serie „Metamorphosis“ von 1929. Sie waren den Sammlern die taxierten 8.000 Euro wert. Liegen blieb bei de Chirico unter anderem die stille „Piazza d’Italia con monumento a Cavour“ aus dem Jahr 1949 (Taxe 190.000 bis 250.000 EUR).

Das Spitzenlos der Auktion kam von einer Berlinerin, die in Bayern berühmt wurde. Gabriele Münters kraftvoll hingeworfene Berglandschaft „Winter in Elmau“ von 1933 ist eine typische Vertreterin der mittleren Werkphase der Künstlerin, in der sie sich auf die frühe Schaffenszeit vor dem Krieg zurück besann und sich wieder einem gemäßigten Expressionismus verpflichtet sah. Den Bietern gefiel es, und so ging das Ölgemälde für 270.000 Euro über den Ladentisch (Taxe 260.000 bis 300.000 EUR). Ebenfalls eine Winterszene stammt von Alfons Walde, dessen „Weiber am Kirchweg“ bei Sonne auf dicken Schneemassen 105.000 Euro kosteten (Taxe 70.000 bis 100.000 EUR). Eher herbstlich und nachdenklich ist dagegen Otto Dix’ „Erntewagen“, der bewusst an altmeisterliche Landschaftstraditionen anknüpft und somit beredtes Zeugnis der „Inneren Emigration“ während der Kriegsjahre ist. Das Gemälde von 1941 wurde für 130.000 Euro gehandelt (Taxe 140.000 bis 180.000 EUR).

Weitere Landschaften gab es von Emil Nolde, dessen Aquarell „Bewegte See“ von 1930 nur aus kräftigen Farbklecksen besteht und kaum mehr an eine Naturschilderung denken lässt. Trotzdem spendierten die Sammler dafür 65.000 Euro (Taxe 50.000 bis 60.000 EUR). Ähnlich farbenfroh und ebenfalls aus großen Klecksen aufgebaut ist Arik Brauers „Grünes Blatt“ von 1963. Der fantasiereiche Blick in eine weite Ebene mit darüber schwebenden organischen Wesen kam auf 30.000 Euro, womit der Schätzpreis von 32.000 bis 42.000 Euro etwas zu hoch gegriffen war. Gustave Loiseau gab seinen spätimpressionistischen Blick auf rauchende Kähne in „Paris. Le Port Henri IV“ von 1921 bei diesigem Wetter für 65.000 Euro ab (Taxe 60.000 bis 70.000 EUR). Wieder einmal erfolgreich war Oskar Mulley mit seinem Berghof um 1930 vor steil aufragenden Felsmassen bei 45.000 Euro (Taxe 20.000 bis 30.000 EUR).

Freunde des Stilllebens mussten dieses Mal zwar etwas suchen, wurden dafür aber auch mit einigen besonderen Stücken belohnt. Ennio Morlottis dunkel-abstrakter Strauß „Fiori“ von 1961 schaffte 25.000 Euro und lag damit am unteren Rand der Erwartung, die bis 35.000 Euro ging. Wie in seinen Menschenbildern gestaltete Karl Hofer um 1932 auch seine Birnen in einer Schale auf einem Tusch sehr verhalten. 30.000 Euro wurden hier bewilligt (Taxe 30.000 bis 40.000 EUR). Ebenfalls mit Birnen befasste sich Broncia Koller-Pinell und arrangierte das Obst in einer weißen durchbrochenen Schale, was ihr 8.000 Euro einbrachte (Taxe 6.000 bis 9.000 EUR). Den Hochsommer fängt Oskar Kokoschka mit seinem farbenfrohen Aquarell „Rittersporn“ aus dem Jahr 1971 ein; die Bieter honorierten dies mit stolzen 95.000 Euro (Taxe 60.000 bis 70.000 EUR). Fast naiv und puristisch tritt indessen Craigie Aitchisons Blumenstillleben „Wild Flowers“ aus dem Jahr 1966 auf, das sich auf 40.000 Euro ebenfalls verbessern konnte (Taxe 25.000 bis 35.000 EUR).

Betont malerisch und klassisch kamen Maurice de Vlamincks monochrom braune „Nature Morte au Pain“ bei 28.000 Euro (Taxe 30.000 bis 40.000 EUR) und Anton Faistauers prächtiger Strauß mit Pfingstrosen von 1921 für 70.000 Euro daher (Taxe 70.000 bis 100.000 EUR). Der österreichische Expressionist konnte zudem sein Bildnis einer Frau mit Blumen zum gleichen Preis absetzen (Taxe 70.000 bis 90.000 EUR). Der holden Weiblichkeit huldigten zudem Franz von Stuck in seinem Pastell einer vornehmen Dame im Profil bei 17.000 Euro (Taxe 10.000 bis 15.000 EUR) und Alphonse Mucha in seiner schönlinigen Kreidezeichnung eines halb entblößten Mädchens mit Laute bei 8.500 Euro (Taxe 4.000 bis 6.000 EUR).

Neben den vielen Italienern gab es auch einige berühmte Spanier zu erstehen. Salvador Dalí war mit vier Werken vertreten, konnte die Sammler aber nur mit seiner Zeichnung „Christ et Chevalier“ von 1966 für sich gewinnen. Der Hammer fiel bei 30.000 Euro (Taxe 30.000 bis 40.000 EUR). Deutlich erfolgreicher zeigte sich sein Landsmann Pablo Picasso, dessen sieben eingelieferte Arbeiten allesamt verkauft wurden, darunter der Keramikteller „Visage gris“ von 1953 für 8.000 Euro (Taxe 5.000 bis 7.000 EUR) sowie die beiden Gelegenheitsblätter „Tete de Faune hereux“ von 1963 für 60.000 Euro und „Porträt d’un Homme agé“ von 1967 für 40.000 Euro, jeweils in Wachskreide, mit Widmung und zur unteren Schätzung.

Formreduktion und Kubistisches gab es von Fernand Léger, dessen Gouache „Les deux Mannequins“ um 1938 den Sammlern 60.000 Euro wert war (Taxe 60.000 bis 80.000), und Georges Braque, dessen monochrom in Grün- und Grautönen gehaltene späte Farblithografie „L’Orde des Oiseaux“ von 1962 für 6.500 Euro den Besitzer wechselte (Taxe 6.000 bis 6.500 EUR). Auch Joan Miró darf nicht unerwähnt bleiben. Die freudige Farbradierung „Gaudi XX“ von 1979 konnte bei 11.000 Euro (Taxe 9.000 bis 10.000 EUR ), liegen blieb allerdings das Set „Lapidari“ mit zwölf Entwurfsblättern für die Illustrationen zum gleichnamigen Buch aus dem Jahr 1981, das mit 120.000 bis 140.000 Euro zu hoch geschätzt war.

Die Preise verstehen sich als Zuschlag ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Dorotheum

Dorotheergasse 17

AT-1010 Wien

Telefon:+43 (01) 515 60 0

Telefax:+43 (01) 515 60 443

E-Mail: client.services@dorotheum.at



16.03.2014

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Julia Remenyi

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Egon Schiele, Weiblicher Rückenakt, die Hände auf der Hüfte, 1917

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Taxe: 70.000 - 90.000 EURO

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Amedeo Modigliani, Le poète Blaise Cendrars, 1918

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Taxe: 45.000 - 65.000 EURO

Zuschlag: 125.000,- EURO

Losnummer: 1317

Anton Faistauer, Pfingstrosen, 1921

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Taxe: 70.000 - 100.000 EURO

Zuschlag: 70.000,- EURO

Losnummer: 1324

Gustave Loiseau, Paris, Le Port Henri IV, 1921

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Taxe: 60.000 - 70.000 EURO

Zuschlag: 65.000,- EURO

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