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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Messe-Vorbericht

Die neue Ausgabe der Art Karlsruhe hat mit 230 Ausstellern ihre Tore geöffnet

Großmarsch ins neue deutsche Kunstmessejahr



Die Galerie Haas mit einer One Artist Show zu Hans Uhlmann

Die Galerie Haas mit einer One Artist Show zu Hans Uhlmann

Eher wie ein Flughafenterminal mutet die Architektur der Karlsruher Messe mit ihrem weit auskragenden Vordach an. Vielleicht mag die offene, lichtdurchflutete Gestalt der Hallen auch zum Abheben der Art Karlsruhe beigetragen haben, dessen elfte Ausgabe gerade beginnt. Wie ein Lichtgemälde aus kleinen Leuchtkreisen verwoben, beherrscht die groß dimensionierte Plastik „Chandelier“ heuer das Entree, 16 Meter hoch und acht Meter im Durchmesser. Der fulminante Auftritt der Künstlerin Rosalie setzt sich in der ersten Halle fort, wo deren „LightScapes“, eine 15 Meter hohe und 10 Meter breite Lichtinstallation, Malerei, Grafik, Plastik und Architektur simultan vermittelt und neue Maßstäbe auf dem Sektor raum- sowie zeitbasierter Künste zu setzen versucht.


Die Art Karlsruhe ist auch heuer für Überraschungen gut und verfolgt unbeirrt ihr eigenes Konzept, eine große künstlerische Bandbreite von der Zeit um 1900 bis in die Gegenwart anzubieten. Das Hauptgewicht liegt auf den Disziplinen der Malerei und Skulptur, dezidiert auch unter Einbeziehung von Künstler der Region. Die Affinität zu den Künsten allgemein und die Akzeptanz moderner Kunst im deutschen Südwesten bilden weitere wichtige Faktoren, die die Erfolgsgeschichte der Messe begründen. 230 Aussteller haben diesmal ihre Kojen aufgebaut, darunter sind 38 erstmals teilnehmende. Davon kommt wiederum die Hälfte aus dem Ausland, was zeigt, wie stark die Messe auch hier punkten will. Neben den speziellen Gewichtungen künstlerischer Disziplinen sind auch die Skulpturenplätze, One Artist-Schauen, Museumsauftritte und Sonderausstellungen privater Kunstsammlungen – heuer ist eine Auswahl aus der Sammlung des Kunsthistorikers und Stern-Verlegers Henri Nannen zu sehen – Markenzeichen der über jeweils zwei Basis- und Ergänzungshallen sich ausdehnenden Veranstaltung. Fotografie und Medienkünste stehen dagegen weniger im Fokus.

Gleich am Beginn der ersten Halle präsentiert Christian Marx aus Düsseldorf im Rahmen einer „One Artist Show“ sieben Gemälde der Malerin Marina Sailer. Unter den eine altbackene Häuslichkeit persiflierenden Sujets mit blau durchzogenen Tönen sticht besonders „Das Klavierzimmer“ aufgrund des längsrechteckigen Formats von 125 auf 260 Zentimeter hervor, das Marx für 11.000 Euro offeriert. Aktuelle Bezüge verspricht Maxim Wakultschiks Arbeit „Hinter den Grenzen“. Sie besteht aus kosmischen, an der Wand angebrachten bemalten Halbkugeln, die in ihren Motiven auf die Welt des Abhörens anspielen. Gleich nebenan gibt sich auch der Essener Kunst-Raum Schulte-Goltz + Noelte hochaktuell. Auf zwei Porträts von Holger Kurt Jäger ist die deutsche Kanzlerin vieräugig und manchmal doppelmündig in etwas provozierenden Gesichtszügen festgehalten, eines mit dem Titel ihrer Doktorarbeit „Der Einfluss der räumlichen Korrelation“ benannt und bereits verkauft. Andreas Flügel, ein junger, an der Münsteraner Akademie ausgebildeter Maler, stellt Kaiser Wilhelm in einem Nahporträt vor und nimmt auf das Kriegsanfangsjahr 1914 Bezug. Das Gemälde in Öl, Acryl und Lack kostet 4.900 Euro.

Die Bege Galerien aus Ulm widmen sich dem Plastiker Robert Schad, dessen Metallarbeiten sich preislich zwischen 1.500 Euro und 32.000 Euro bewegen. Ausnahme ist eine 5,2 Tonnen schwere Skulptur aus zwei versetzt zueinander stehenden, aufsteigenden Zylindersegmenten, die den Skulpturenplatz vor der Koje einnimmt und 58.000 Euro verlangt. Gegenüber hat die Galerie Koch aus Hannover ein seltenes, von dynamischen Strukturen durchzogenes Rasterbild aus dem Jahr 1958 von Heinz Mack mitgebracht. Auf dem Etikett der in Öl auf Holz und Hartfaserplatte gestalteten Arbeit stehen 98.000 Euro. Hier steht zudem die kleine, subtil ausgearbeitete Bronze „Capriccio“, ein expressiv bewegter sitzender Frauenakt von Georg Kolbe aus dem Jahr 1921, für 55.000 Euro.

Koch-Westenhoff aus Lübeck bietet eine kleine Tierplastik von der derzeit in einer Berliner Retrospektive vorgestellten Bildhauerin Renée Sintenis zum Kauf an. Die liebevoll ausgearbeitete Bronze „Spaniel 19“ kostet 11.000 Euro. „Sommerliche Wiesen bei Fischerhude“ von Otto Modersohn, ein Ölgemälde aus dem Jahr 1912, ist hier für 59.000 Euro zu haben. Aus Zürich hat J & P Fine Art Jedlicka & Partner eine Auswahl erlesener Grafiken und Gemälde aufgehängt. Neben Grafiken Georges Vantongerloos sticht vor allem die in abgedunkelten Tönen gehaltene Abstraktion „Geflecht“ mit ihren amorphen Formen aus dem Jahr 1927 von Wassily Kandinsky heraus, in die man rund eine Million Euro investieren muss. Der Hannoveraner Robert Drees wartet dagegen mit frischen hellen Farben auf, so in der Form eines Ölgemäldes des Düsseldorfer Akademieschülers Jürgen Jansen aus bunten, ausblühenden Farbklecksen für 10.800 Euro.

Die Galerie Schlichtenmaier aus Stuttgart gibt sich stark heimatverbunden. Im Gepäck hat sie etwa Gemälde des Hard Edge-Malers Georg Karl Pfahler für 15.000 Euro und 24.000 Euro. Eyecatcher des Galerieauftritts ist ein gigantisches, aus fünf monochromen Farbtafeln zusammengesetztes Ölbild von Rolf-Gunter Dienst. „Voyelles“, entstanden 2006/07 als Hommage an ein gleichnamiges Gedicht von Arthur Rimbaud aus dem Jahr 1872 mit chargierenden Farbveränderungen, will stolze 160.000 Euro sehen. Nebenan hat die Galerie Haas aus Zürich dem berühmten Berliner Plastiker und Grafiker Hans Uhlmann eine gelungene Personenschau ausgerichtet; seine Arbeiten liegen in einem Preisrahmen von 8.000 Euro bis 160.000 Euro. Der auf Arbeiten auf Papier spezialisierte Hamburger Kunsthändler Thole Rotermund hat unter anderem ein Aquarell von Werner Tübke mitgebracht. „Abends auf Hydrá“, festgehalten in liebreizenden Farben im Jahr 1982, kostet 12.000 Euro.

Bewegung auf dem Stand der Galerie Boisserée aus Köln bringt eine seltene, in nur fünf Exemplaren existente Computersimulation von Julian Opie. „Verity Walking“ – Preis auf Anfrage. Weitere Hingucker bei Boisserée sind die ungestüme, gestische Malerei „Janusköpfig“ von Walter Stöhrer aus dem Jahr 1974 für 64.000 Euro sowie das „Berlin-Mitte“ betitelte, realistische Frauenportrait von Xenia Hausner für 78.000 Euro. Wieder mit einer Auswahl hochkarätiger Gemälde dabei ist die Galerie Ludorff aus Düsseldorf. Alles dreht sich hier um eine Landschaft mit einem blühenden Apfelbaum von Hermann Max Pechstein. Das 1928 entstandene Ölgemälde will für 590.000 Euro übernommen werden. Von Gerhard Richter hat Rainer Ludorff unter anderem das Vierfarbfeld „Quattro Colori“ von 2008 für 89.000 Euro am Stand hängen. Auch der Fotografiefreund wird hier fündig. Neun Bilder aus der Reihe der 1988 aufgenommenen Typologie „Wassertürme“ von Bernd und Hilla Becher kann er für 135.000 Euro kaufen.

Wer mehr zum Religiösen neigt, dem seien die „Betenden Hände“ von Katharina Fritsch empfohlen. Die Plastik aus Kunststoff und Aluminium kostet am Stand der Düsseldorfer Galerie Schwarzer 22.500 Euro. Heinz Mack, Otto Piene und Günther Uecker haben anlässlich ihrer berühmten Dreierschau in Haus Lange 1963 ein gemeinsames Kunstwerk für Raimund Schröder, den engagierten Restaurator der Krefelder Kunstmuseen, geschaffen. Die nicht allzu große Papierarbeit ist dreizonig aufgebaut mit einem Metallrelief von Mack, darunter einer Feuergouache von Piene und einem Nagelrelief von Uecker. Das Stück Kunstgeschichte fordert bei Schwarzer 245.000 Euro. Henze & Ketterer warten mit einer ausgedehnten Werkschau des Schweizer Landsmannes Daniel Spoerri auf. Seine auf Tischplatten konservierten Überreste von Mahlzeiten unter dem Label „Nouveau Réalisme – Fallenbild“ bewegen sich zwischen 8.000 Euro und 125.000 Euro. Eine andere Kunstgattung dann bei der Galerie Rother aus Wiesbaden: Der Glasmaler Nabo Gaß ist mit Glasbildern vertreten, etwa mit „Flyl“ aus dem vergangenen Jahr für 21.000 Euro, auf dem sich harmlos fliegende Vögel mit einem aggressiven Mann mischen.

Die Galerie Geiger aus Konstanz wartet mit einigen internationalen Künstler wie Heinz Mack als auch mit Lokalmatadoren auf. Weniger präsent ist vielen der zu den Nachfolgern Baumeisters zählende Hard Edge-Maler Günther C. Kirchberger, von dem ein abstraktes Farbfeld für 14.500 Euro zu haben ist. Wieder einmal hat der Berliner Michael Schultz eine Koje aufgebaut, die die Massen anlocken will. Das ausladende Automobil „Porcelain-Car II“ des 1974 geborenen Chinesen Ma Jun aus dem Jahr 2008 ist umgeben von großformatigen Gemälden von A.R. Pencks und Helge Leibergs. Die Preise teilt Schultz auf Anfrage mit. Der junge Galerist Thomas Fuchs konzentriert sich auf malerische Positionen, nimmt erstmals an der Art Karlsruhe teil und hat aus Stuttgart Gemälde des Neuen Wilden Rainer Fetting im Gepäck, darunter mehrere Männerportraits für bis zu 40.000 Euro. Sinnlich bringt er sie mit Bildern jüngerer Künstler etwa des Italieners Rudy Cremonini in Verbindung.

Im Mittelpunkt der Auswahl der Galerie Döbele aus Dresden stehen Werke von Hermann Glöckner und Max Ackermann. Alles dreht sich hier um Ackermanns halb abstraktes Ölgemälde „Sonnenblumenmädchen“ aus dem Jahr 1932, das mit 120.000 Euro ausgezeichnet ist. Immer wieder gibt es Highlights zu entdecken, so Max Ernsts „Les jeunes et les jeux twistent“, ein von bewegten abstrakten Linienstrukturen durchzogenes Gemälde aus dem Jahr 1964, das „Die Galerie“ aus Frankfurt in ihrer Präsentation herausgestellt hat (Preis auf Anfrage). Angrenzend wartet die Düsseldorfer Galerie Vömel mit Arbeiten dort beheimateter Künstler auf, so etwa einem frühen Selbstporträt Ewald Matarés aus dem Jahr 1920. Der Holzschnitt kostet 13.500 Euro und existiert in nur sechs bekannten Abzügen. Die Galerie Clairefontaine aus Luxemburg ist eine der wenigen, die Fotografie im Angebot hat. Ein großer C-Print von Herlinde Koelbl zeigt eine Serie vieler kleiner Politikerporträts und ist für 7.500 Euro zu haben.

Die Art Karlsruhe läuft vom 13. bis zum 16. März und hat täglich von 12 bis 20 Uhr, am 16. März von 11 bis 19 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 18 Euro, ermäßigt 14 Euro, die Zweitageskarte 26 Euro bzw. 22 Euro, die Dauerkarte 32 Euro bzw. 28 Euro und die Abendkarte ab 17 Uhr 12 Euro. Der Katalog kostet 25 Euro.

Kontakt:

Messe Karlsruhe

Messegelände

DE-76287 Rheinstetten



16.03.2014

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Hans-Peter Schwanke

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13.03.2014, Art Karlsruhe 2014

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