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Henri Laurens in Bielefeld

Keine Angst vor der Monumentalität der Frau



Seinen entscheidenden Anstoß empfing die Arbeit von Henri Laurens durch den Kubismus. Schon 1911 lernte er Georges Braque in Paris kennen. Seitdem stand Henri Laurens kontinuierlich im Zentrum der französischen Kunstentwicklung. Auch die Motivwahl des Bildhauers kann aus dem Repertoir der Gruppe um Braque und Picasso erklärt werden. Wie bei vielen anderen Kubisten entstanden (neben der Beschäftigung mit dem Stilleben) die wichtigen Arbeiten in der Auseinandersetzung mit dem weiblichen Körper. In der Bielefelder Kunsthalle wird deshalb noch bis zum 27. Mai der Künstler Henri Laurens unter dem Titel "Frauenbilder, Frauenkörper" vorgestellt.


Von dem Frühwerk des französischen Meisters, der 1885 in Paris als Kind einer einfachen Arbeiterfamilie zur Welt kam, ist heute nur wenig erhalten. Eine Zeichnung aus dem Jahre 1905 zeigt ein Selbstporträt im düsteren Schattenlicht. Doch die Dunkelheit verfliegt mit dem Einfluß des Kubismus. Die Materialarbeiten in der Mitte der 1910er Jahre spiegeln die neuesten Errungenschaften der Pariser Künstler wieder: Assemblage und Collage. Bei Henri Laurens kommen Hölzer und Bleche vor, die allerdings durch die oft gleichmäßige Bemalung verfremdet werden und dadurch wieder mehr in den Kontext der Malerei gestellt sind. Auch zeigt sich bei ihm eine kubische Aufsplitterung der Einzelformen, wie in "Bouteille, verre et journal" zu sehen ist. In der Arbeit von ungefähr 1915 ist das Bildsujet nur noch durch den Titel zu erschließen.

Eine Auseinandersetzung mit dem weiblichen Körper in der frühen Zeit des kubistischen Einflusses zeigt die Papiercollage "Joséphine Baker (danseuse)" aus dem Jahr 1915. Der Körper löst sich hier in strenge, geometrische Elemente auf. Die geometrische Reduktion bleibt auch in der folgenden Schaffenszeit erhalten. "Tête de boxeur" von 1920 verdeutlicht aber den Wandel: die Figur wird deutlich kompakter und gewinnt an Körperhaftigkeit. Dadurch, dass Henri Laurens sich von der Assemblage-Technik abwendet und die Figur aus einem Steinblock schlägt, wird die Massigkeit zusätzlich unterstützt.

Mit dieser Entwicklung geht auch das weiter zunehmende Interesse am weiblichen Körper einher, der ab 1921 das zentrale Bildmotiv von Henri Laurens wird. Die "Femme au bras levé" aus dem Jahr 1928 vermittelt deutliche Spuren eines klassizistischen Einflusses, der sich unter anderem in der rechtwinkligen und blockhaften Anordnung findet. Auch wenn die Formen in der Folgezeit fließender werden und etwas von ihrer Monumentalität verlieren, bleiben die Körperhaftigkeit und die geschlossene Gestalt bestimmend. Gesucht ist nicht der vorübergehene Eindruck und die kurzzeitige Expression: „Ich strebe nach der Reife der Formen“, erklärte der Künstler seine Motivation.

"La drapeau" von 1939 zeigt eine sitzende Frauengestalt mit einem geschwungenen Kontur. Trotz ihrer schmalen Taille und ihres "schwachen" stützenden Armes, scheint die Figur keineswegs umzufallen. Die freien Bewegungen wirken "wie gefrorene Kammerstücke der Musik", findet Thomas Kallein, Herausgeber des Ausstellungskataloges. Die Bielefelder Ausstellung vereint über 60 Beispiele aus rund 40 Schaffensjahren des Künstlers, die sich aus Beständen der Familie Claude Laurens, des Centre Pompidou und zahlreichen öffentlichen Museen und privaten Sammlern aus Deutschland, der Schweiz und den Niederlanden zusammensetzt.

Die Ausstellung ist bis zum 27. Mai dienstags bis sonntags von 11 bis 18 Uhr geöffnet, mittwochs bis 21 Uhr, samstags ab 10 Uhr. Der Eintritt kostet 10 Mark, ermäßigt 5 Mark. Es ist ein knapp hundertseitiger Katalog erhältlich, der etwas wenig Informationen liefert, aber hübsch gemacht ist (28,-DM).

Kontakt:

Kunsthalle Bielefeld

Artur-Ladebeck-Straße 5

DE-33602 Bielefeld

Telefax:+49 (0521) 329 99 50 50

Telefon:+49 (0521) 329 99 500

www.kunsthalle-bielefeld.de



06.04.2001

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Lars Breuer

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