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Sonja Gangl konserviert in ihren Zeichnungen die Zeit, wählt dafür Filmbilder aus und überhöht sie. Die Albertina in Wien hat ihr jetzt die erste museale Einzelausstellung in Österreich ausgerichtet

Das Ende wird eingefroren



Es scheint eine Konstante der Nachkriegsmoderne zu sein, dass Kino und Kunst sich immer wieder als Gegenbilder brauchen, um interne Unterschiede benennen und operationalisieren zu können. Im Fall von Sonja Gangl entstehen Zeichnungen, die als Referenzraum stets das Medium Film haben. Im Grunde ist es nur das finale Bild, das jeweils letzte Motiv eines Films, das die 1965 in Graz geborene Künstlerin in ihre Zeichnungen übersetzt. Einmal liegt die Hauptfigur aus Alfred Hitchcocks Komödie „The Trouble with Harry“, längs ausgestreckt auf dem Boden, ein anderes Mal künden die in Versalien geschriebenen Buchstaben „THE END“ von der letzten Einstellung des Kubrick-Klassikers „The Killling“. Das alles reicht aus, um den Betrachter mitten in die dramatische Abschlussszene zu holen.


In ihrer Serie „CAPTURED ON PAPER_THE END“, die bis Februar im Rahmen der Personale „Dancing with the End“ in der Albertina zu sehen war, transformiert Sonja Gangl die Schlussbilder bekannter und weniger bekannter Kinofilme in das Medium Zeichnung. In minutiöser Arbeit konzentriert sie sich auf Details und Bildausschnitte, blendet den großen Zusammenhang aus und übersetzt das Gesammelte in Zeichnungen unterschiedlichen Formats. Die gleichmäßige Schraffur und Textur der Bleistift- und Buntstiftstriche tritt in den Vordergrund und verändert den Bildtypus.

Sonja Gangl geht es vor allem um den Transfer einzelner Motive und Bildelemente von einem künstlerischen Medium in ein anderes. Das Filmbild wird zum Standbild – ein dramaturgisches Mittel, das den Abschied ins Unendliche verlängert. Anfänglich erklärt die Künstlerin, habe sie „nur die Typografie interessiert. Dann das Spannungsverhältnis von Schrift und Bild… und welches Bild als das Letzte ausgewählt wird“. So entstanden Zeichnungen, in denen Gangl jenes letzte Schlussbild, die Schnittstelle von der Illusion (des Films) und der Realität (des Kinosaals) in den Fokus rückt. Die akribisch und bis ins kleinste Detail modifizierten Filmstills konserviert Gangl in einem Archiv von Schlussszenen – eine nüchterne Kollektion von Überbleibseln einer Kurzweilkultur, die noch die Muße hatte, ein Ende zu finden.

Auch der zweite ausgestellte Zeichnungszyklus von Sonja Gangl hat seinen Ursprung im Film. In „CAPTURED ON PAPER_eyes“ beschäftigt sie sich in einer Serie extremer Close-ups mit den vielschichtigen Aufgaben und Möglichkeiten des menschlichen Auges, eines Organs, das die Kontaktaufnahme mit der Welt ermöglicht, Distanz überwindet und gleichzeitig herstellt, Informationen an das Gehirn weitergibt und äußerst verletzlich ist. Gangl zeigt das Auge in Großaufnahme und widmet sich mit äußerster Präzision jenen Details von Wirklichkeit, die sich in den Pupillen widerspiegeln. Sie zeigt das Auge als den Ort, wo Außen und Innen, Distanz und Nähe aufeinandertreffen und folgt damit einer kunstgeschichtlichen Tradition, die angefangen bei Jan van Eyck, über Claude-Nicolas Ledoux, Arnold Böcklin, Lovis Corinth, bis zu René Magritte, Giuseppe Penone und Rainer Wölzl mit zahlreichen Beispielen aufwartet. Überraschende formale Parallelen zeigen sich vor allem zu Maurits Cornelis Eschers 1946 in Mezzotinto-Technik entstandenem „Auge“.

Neben den Filmstills waren auch Zeichnungen von Augen ohne jeden filmischen Kontext Bestandteil der Wiener Ausstellung. Es sind Augen von Freunden und Freundinnen der Künstlerin. Auch hier thematisiert Sonja Gangl die Themen Nähe und Distanz von Raum und Zeit. Dasjenige, was bekanntermaßen sieht, wird selbst zum betrachteten Objekt und die Netzhaut zur wesentlichen Naht, die das Trennende miteinander verknüpft. Der Rückgriff auf bereits bestehende Bilder bleibt auch hier zentral.

Kontakt:

Albertina

Albertinaplatz 1

AT-1010 Wien

Telefax:+43 (01) 53 37 69 7

Telefon:+43 (01) 53 48 30



04.03.2014

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Jacqueline Rugo

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Veranstaltung vom:


30.10.2013, Sonja Gangl - Dancing with the End

Bei:


Albertina

Künstler:

Sonja Gangl










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