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Kym IV, 1999 / K. O. (Karl Otto) Götz

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Im Park von Schloss Mainberg bei Schweinfurt, 1874  / Hans Thoma

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So viel Schönheit ist kaum auszuhalten: Mit der Ausstellung „Feuerbachs Musen – Lagerfelds Models“ huldigt die Hamburger Kunsthalle einmal mehr mythologischen Themen und deren romantischer Verklärung

König Karl durchstreift Arkadien



Anselm Feuerbach, Nanna, 1864

Anselm Feuerbach, Nanna, 1864

„Wo befinden wir uns hier?“, fragt Hubertus Gaßner, der Direktor der Hamburger Kunsthalle. „In der Mottenkiste der Trivialliteratur oder in der Hochkunst?“ Die Ausstellung „Feuerbachs Musen – Lagerfelds Models“, die Gaßner zusammen mit der Kuratorin Luisa Pauline Fink im Sockelgeschoss der Galerie der Gegenwart eingerichtet hat, lässt den zur Zeit omnipräsenten Tausendsassa Karl Lagerfeld und den Maler Anselm Feuerbach, einen Vertreten des klassisch orientierten Historismus, aufeinanderprallen. „Ich verstehe die Ausstellung als eine Kontrastkopplung“, so der Kunsthallendirektor in Anspielung auf die kuratorischen Vorlieben seines Vor-Vorgänger Werner Hofmann.


Kontrastreich ist diese Doppelschau denn auch allemal. Doch es gibt auch viele Gemeinsamkeiten zwischen dem von antiken Sujets besessenen Deutsch-Römer und dem Modezaren Lagerfeld, der seine Kreativität gern auch als Fotograf auslebt. In Hamburg zu sehen sind zunächst einmal über 40 Gemälde und Zeichnungen von Anselm Feuerbach. Neben dem Monumentalwerk „Das Urteil des Paris“ von 1870 aus dem Besitz der Kunsthalle werden vor allem weibliche Porträts aus den 1860er und 1870er Jahren gezeigt. Anselm Feuerbach malte in dieser Zeit immer wieder die dunkelhaarige Anna Risi, genannt Nanna, in unterschiedlichen Rollen. Ihn faszinierte an diesem Modell, das gleichzeitig seine Geliebte und Muse war, vor allem das griechisch anmutende Profil. Feuerbach ist dafür bekannt, dass er seine weiblichen Figuren häufig in Unterperspektive malte, so dass ihr Körper erhaben wirkt und der Kopf eher klein. Eine fragwürdige Version von Weiblichkeit, die offensichtlich auch Adolf Hitler faszinierte: eines der Nanna-Bilder hing auf dem Berghof.

Der als „König Karl“ bekannte Couturier Karl Lagerfeld, der als sein Geburtsjahr 1938 angibt, hingegen entdeckt für seine choreographierten Modenschauen und opulenten Bildbände immer wieder neue Modelle, die er dann mit großem Aufwand in Szene setzt. Für die Hamburger Schau fertigte er im vergangenen Jahr den Bilderzyklus „Moderne Mythologie“. Ausgangspunkt hierfür ist die antike Liebesgeschichte „Daphnis und Chloe“ des griechischen Dichters Longus, eine erotisch aufgeladene Hirtendichtung mit tragischem Ausgang. Maestro Lagerfeld verlegte den Schauplatz ins Hinterland der Côte d’Azur. Im Mittelpunkt des inszenierten Fotozyklus stehen die Models Baptiste Giabiconi und Bianca Balti, die zeitweise zu Lagerfelds Favoriten zählten. Der erste Raum ist ganz einer stark homoerotisch aufgeladenen Serie mit dem nackten Baptiste Giabiconi gewidmet. Die anschließende mit großem Pathos überzogene Bilderzählung gipfelt dann in einer Szene, die Daphnis und Chloe, Giabiconi und Balti, glücklich vereint und unbekleidet auf einem Fell zeigt. „Das ist hohe Erotik ohne Pornographie“, schwärmt Hubertus Gaßner.

Schönheit – Mode – Kunst. Dieser scheinbar harmonische Dreiklang bildet den Grundtenor der Hamburger Schau, die es wagt, Thesen aufzustellen und vielleicht auch Tabus zu brechen. „Es geht in der Ausstellung darum, dass zum ersten Mal das Modell aus seiner dienenden Rolle heraustritt und selbst zum Star wird“, erläutert Gaßner. Anna Risi jedenfalls verließ den Maler 1865 und wurde durch das Modell Lucia Brunacci ersetzt, die ihr verblüffend ähnlich sah. Und auch Lagerfelds einstigem Lieblingsmodell und Geliebtem Baptiste Giabiconi war der Rummel um den perfekten Körper am Ende zu viel. Er ließ sich nahezu am ganzen Körper tätowieren und machte sich so für den Laufsteg unbrauchbar.

Die kuratorische Entscheidung, Lagerfeld und Feuerbach zwar in einer Ausstellung, jedoch niemals zusammen in einem Raum zu präsentieren, darf als kluge Setzung gewertet werden. Dem direkten Vergleich halten die Bilder nämlich nicht Stand. Hubertus Gaßner jedenfalls ist sich bewusst, dass die Entscheidung, einen vielfach begabten Modemacher ins Museum zu holen, kritische Diskussionen auslösen könnte. Rein vorsorglich stellt er klar: „Wir wollten Karl Lagerfeld durch diese Ausstellung nicht zum Künstler machen.“ Der für Lagerfeld typische Starrummel dürfte trotzdem garantiert sein.

Die Ausstellung „Feuerbachs Musen – Lagerfelds Models“ ist bis zum 15. Juni zu sehen. Die Hamburger Kunsthalle hat täglich außer montags von 10 bis 18 Uhr, donnerstags zusätzlich bis 21 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 12 Euro, ermäßigt 6 Euro. Als Kataloge hält das Museum „Nanna – Anselm Feuerbachs Elixir“ aus dem Michael Imhof Verlag für 29,80 Euro, „Moderne Mythologie – Karl Lagerfeld“ aus dem Steidl Verlag für 48 Euro und eine Ausgabe von Longus’ „Daphnis und Chloe“ aus dem Verlag L.S.D. für 15,80 Euro bereit.

Kontakt:

Hamburger Kunsthalle

Glockengiesserwall

DE-20095 Hamburg

Telefon:+49 (040) 428 131 200

Telefax:+49 (040) 428 543 409



09.03.2014

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Nicole Büsing & Heiko Klaas

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21.02.2014, Feuerbachs Musen – Lagerfelds Models

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Hamburger Kunsthalle

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Das kleine Schwarze hat sie nie erfunden

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Ein Tausendsassa im Überforderungsstrudel

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Anselm Feuerbach, Das Urteil des Paris, 1870
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Anselm Feuerbach, Nanna, 1861
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Anselm Feuerbach, Am Strande. Fischermädchen in Antium, 1870
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Anselm Feuerbach, Nanna, 1864
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Anselm Feuerbach, Die Mandolinenspielerin, 1864/65
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Anselm Feuerbach, Das Urteil des Paris, 1870

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Anselm Feuerbach, Nanna, 1861

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Anselm Feuerbach, Am Strande. Fischermädchen in Antium, 1870

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Anselm Feuerbach, Die Mandolinenspielerin, 1864/65

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Anselm Feuerbach, Studienkopf zur Stuttgarter Iphigenie, 1870

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Anselm Feuerbach, Nanna, 1861

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