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Zeichnungen schweben frei im Raum: Die Ausstellung „The Circle Walked Casually“ in der Deutsche Bank Kunsthalle in Berlin kommt als assoziativer Bilderfluss daher

Völlig losgelöst



in der Ausstellung „The Circle Walked Casually“

in der Ausstellung „The Circle Walked Casually“

Mit Unternehmenssammlungen ist es immer so eine Sache. Entweder sie führen ein verborgenes Dasein hinter den verschlossenen Türen eines Großkonzerns, oder aber sie werden landauf, landab herumgereicht und erfüllen im schlimmsten Falle den Zweck eines reinen Marketinginstruments. Bei der Deutschen Bank hat man sich nun offenbar für einen anderen Weg entschieden. Nachdem die 15 Jahre lang bestehende Kooperation mit der New Yorker Guggenheim Stiftung 2012 von den Amerikanern aufgekündigt worden war, firmiert das Deutsche Guggenheim Museum in Berlin Mitte seit April 2013 als Deutsche Bank Kunsthalle. In Zukunft sollen hier neben Wechselausstellungen zur zeitgenössischen Kunst immer wieder auch Werke aus der eigenen Sammlung gezeigt werden. Die gehört mit rund 60.000 Positionen, überwiegend Arbeiten auf Papier und Fotografie, weltweit zu den größten Unternehmenssammlungen. Internationale Kuratoren sollen nun von Zeit zu Zeit einen Blick auf die Bestände werfen und diese in einer subjektiven Auswahl in den Berliner Räumen präsentieren.


Den Anfang macht jetzt unter dem Titel „The Circle Walked Casually“ eine Ausstellung mit rund 130 hochkarätigen Zeichnungen aus der Zeit von 1903 bis heute. Kuratiert wurde die Schau von Victoria Noorthoorn. Die 1971 geborene Argentinierin ist Direktorin des Museums für Moderne Kunst in Buenos Aires. In Europa bekannt geworden ist Noorthoorn 2011 als Leiterin der Lyon Biennale, in der sie eine Vielzahl lateinamerikanischer Künstler präsentierte. Wer die Berliner Ausstellung betritt, dürfte sich zunächst einmal verwundert die Augen reiben: Kein einziges Exponat hängt an der Wand. Stattdessen mäandern die Bilder, von Nylonschnüren herabhängend, entlang einer mehrfach gekurvten Linie frei durch den strahlend weißen Raum. Alle harten Kanten sind zudem mit Hohlkehlen versehen, so dass die Begrenztheit des Raumes sich aufzulösen scheint. Gemeinsam mit der brasilianischen Bühnenbildnerin Daniela Thomas setzt Noorthoorn der ansonsten strengen Geometrie des klassischen weißen Ausstellungskubus eine fließende Ausstellungsarchitektur entgegen, die ihrem ungewöhnlichen Ausstellungskonzept nur dienlich ist. Inspiriert wurde sie dazu von der 1926 erschienenen fantastischen Kurzgeschichte „Genealogie“ des uruguayischen Autors Felisberto Hernández, in welcher sich ein Kreis und ein Dreieck begegnen und eine Weile gemeinsam auf einer horizontalen Linie entlang wandern.

Typisch südamerikanisch, verströmt auch die Schau eine Art „Magischen Realismus“, eine Befreiung von statischen Ausstellungsformaten und kunsthistorischem Schubladendenken. Und so kommt es, dass auch der Betrachter sich von ihrem assoziativen Gefüge mitreißen lässt, von Zeichnung zu Zeichnung geht und entdeckt, wie einzelne Elemente wieder aufgenommen werden, sich verwandeln oder in etwas ganz anderem aufgehen. Los geht es mit Menschendarstellungen von Käthe Kollwitz und Lucian Freud, doch alsbald geht es weiter mit schwungvoll expressionistischen Dorfansichten von Kurt Schwitters, apokalyptischen Szenen bei Otto Dix oder Raymond Pettibon über scherenschnitthafte Südstaatenszenen aus der Zeit der Sklaverei bei der farbigen US-Künstlerin Kara Walker bis hin zu grandios vereinfachten, roten Händen von Louise Bourgeois auf Notenpapier.

Über Konzeptkunst und Minimal Art wendet sich die Schau dann wieder sinnlich-expressiveren Farbexperimenten etwa bei Katharina Grosse zu, um dann am Ende die prozesshaften Arbeiten Eva Hesses mit denen der New Yorkerin Linda Matalon und der Argentinierin Marina de Caro, beide jüngere Repräsentantinnen eines sehr weiblichen Postminimalismus, zu konfrontieren. Noorthoorns klug zusammengestellte Schau ist nicht zuletzt ein flammendes Plädoyer für das im malereiverliebten Ausstellungsbetrieb oft unterschätzte Medium der Zeichnung.

Die Ausstellung „The Circle Walked Casually“ ist bis zum 2. März zu sehen. Die Deutsche Bank Kunsthalle hat täglich von 10 bis 20 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 4 Euro, ermäßigt 3 Euro; für Kinder unter 12 Jahren, für Schulklassen und montags für alle ist der Eintritt kostenlos. Der Katalog ist im Verlag Kettler erschienen und kostet 39 Euro.

Kontakt:

Palais Populaire

Unter den Linden 5

DE-10017 Berlin

Telefon:+49 (030) 20 20 930

Telefax:+49 (030) 20 20 93 20



16.02.2014

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Nicole Büsing & Heiko Klaas

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in der Ausstellung „The Circle Walked Casually“
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Ernst Barlach, Betrunkene Bettlerin, 1906
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in der Ausstellung „The Circle Walked Casually“
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Ernst Barlach, Betrunkene Bettlerin, 1906

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in der Ausstellung „The Circle Walked Casually“

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