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Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Resultate: Moderne und zeitgenössische Kunst bei Nagel in Stuttgart

Morgenrot gefangen



Ein frühes Werk des sächsischen Expressionisten Karl Schmidt-Rottluff stand im Mittelpunkt der jüngsten Versteigerung moderner und zeitgenössischer Kunst bei Nagel in Stuttgart. Die „Kantine“, so der Titel des 1906 datierten Ölbildes auf Karton, war erst kürzlich aus dem Besitz eines süddeutschen Unternehmers wiederaufgetaucht. Mit seinem kräftigen pastosen Pinselstrich schuf der 1884 geborene Künstler hier ein signifikantes Beispiel für die Beeinflussung der deutschen Avantgardisten durch ihre nur wenig älteren Kollegen in Frankreich, insbesondere Henri Matisse, Maurice de Vlaminck und André Derain. Nagel hatte das gut siebzig Zentimeter breite, farbsprühende Bild mit 700.000 Euro taxiert, und diesen Preis konnte das Auktionshaus während der Versteigerung denn auch erzielen. Nun hängt das Gemälde bei einem Privatsammler in den USA.


Knapp dreißig hervorragende Werke hatte Nagel als Abschluss der Versteigerung von rund achthundert Losnummern ausgewählt. Noch manch weiterer beachtlicher Zuschlag kam hier für Meisterwerke des deutschen Expressionismus zustanden, etwa 90.000 Euro aus der Hand eines deutschen Interessenten für Emil Noldes „Bewegte See mit zwei Dampfern“, ein koloristisch raffiniertes Aquarell aus der Zeit um 1945 (Taxe 90.000 EUR), oder 15.000 Euro für einen weiteren Schmidt-Rottluff, diesmal den 1913 gedruckten Holzschnitt „Frau mit aufgelöstem Haar“ mit den charakteristischen Ecken und Kanten, der auch in der Propagandaausstellung „Entartete Kunst“ der Nazis hin (Taxe 12.000 EUR). Auf 16.000 Euro verdoppelte sich der Wert von Otto Dix’ trotz allen Aufputzes etwas derangiert wirkender „Dame“ der zweifelhaften Gesellschaft auf einer Radierung von 1922. 14.000 Euro gab es für Gabriele Münters „Stillleben mit Büchern“, ein eher neusachliches als expressionistisches, kleines Gelegenheitswerk unbekannten Datums, das vom zuständigen Kuratorium dennoch ins Werkverzeichnis aufgenommen wurde (Taxe 12.000 EUR).

Bei den Franzosen schloss eine zerbrechliche Winterlandschaft mit allmählich wegschmelzendem Schnee, um 1890 von Camille Pissarro in Pastell festgehalten, bei 18.000 Euro ab (Taxe 15.000 EUR). In etwa derselben Preisklasse rangierten auch einige Zeitgenossen wie Otto Piene" target="Otto Piene" name="Otto Piene">Otto Piene mit einer unbetitelten Feuergouache mit schwarzer Wulstlinie auf rotem Grund von 1967 für 19.000 Euro (Taxe 7.000 EUR), Günter Brus mit einer Suite von vierzehn bemalten Postkarten aus den 1970er Jahren für 10.000 Euro (Taxe 3.000 EUR) oder einer größerformatigen Fantasie desselben Künstler mit dem Titel „Der Morgenrotfänger“ von 1979 für unerwartete 15.000 Euro (Taxe 1.800 EUR). Auch Brus’ zusätzlich eingeschobene Blätter aus dem Nachlass des Grafikdesigners Kurt Weidemann, darunter die traumhafte Landschaft „Der Döm“ von 1980 für 6.000 Euro, gingen alle über den Schätzungen weg. Kein Abnehmer fand sich dagegen für Walter Stöhrers informelle Zeichnungs- und Grafiksuite „Die – Bewegung – der – Zähne“ mit zweimal fünfzehn nachkolorierten Kaltnadelradierungen für geschätzte 50.000 Euro.

Lag die losbezogene Zuschlagsquote bei den ausgewählten Werken etwas unter 50 Prozent, stieg sie bei den kleinen Schätzpreisen unter 1.000 Euro auf etwas über die Hälfte an. Stark nachgefragt waren die grafischen Arbeiten Leonard Baskins. Der 2000 verstorbene Amerikaner, der stets die menschliche Figur in den Mittelpunkt seines Schaffens rückte, konnte alle Positionen losschlagen, darunter die 24teilige Illustrationsfolge zu „William Shakespeare – Titus Andronicus“ bei 550 Euro an der Spitze (Taxe 600 EUR). Diesen Preis erzielten taxgerecht jeweils auch die drei aus kleinen Motiven aufgebauten Farbserigrafien Thomas Bayrles von 1971, darunter mit den Köpfen von Norman Mailer und Orson Wells. Auf 1.100 Euro sprang dann Salvador Dalís „Pegasus“, eine Radierung mit Heliogravüre aus der Folge „Mythologie“ von 1963/65 (Taxe 800 EUR), auf 1.500 Euro gar Lyonel Feiningers weitgehend abstrakte Häuserschlucht „Manhattan 3“ von 1955 (Taxe 600 EUR).

Nagel hatte auch einige fotografische Positionen in die alphabetische Reihenfolge gemischt. Hier zog Robert Häussers bekannter Silbergelatineabzug mit dem verpackten Rennwagen „J.R. 5-9-70“ von 1970 bei 1.300 Euro einiges Interesse auf sich (Taxe 500 EUR). Alfred Seiland steuerte seine vier farbigen Amerika-Bilder mit menschenleeren Küstenstreifen für bis zu 240 Euro bei (Taxe je 180 EUR) und Bert Stern seine beliebte Aufnahme der Leinwanddiva Marilyn Monroe in nachdenklicher Pose für die anvisierten 800 Euro. Das Dreigestirn von ZERO setzte dann seinen Erfolgskurs der letzten Jahre fort: Heinz Mack mit seinem 100 Mal aufgelegten farbglühenden „Flügelbild“, einer Serigrafie mit Metallprägung von 1972, bei 1.000 Euro (Taxe 600 EUR), Otto Piene mit dem Blick über den blau eingefärbten Tiber in „Rom“ von 1969 mit buntem Regenbogen über Engelsburg und Petersdom bei 240 Euro (Taxe 150 EUR) und Günther Uecker mit seinem zweiteiligen Prägedruck „Schrift der Nägel“ von 2007 bei 1.600 Euro (Taxe 900 EUR). Aus der jüngeren Künstlerriege kamen Peter Doig mit seinen vier Farbradierungen einsamer Gestalten in unwirklichen Gegenden für bis zu 550 Euro (Taxe je 300 EUR), Götz Diergarten mit seiner auf Farbflächen beruhenden Fotografie zusammengestellter Strandhäuschen „De Haan I“ von 2003 bei 450 Euro (Taxe 400 EUR) und Daniel Richters bedrohliche Farblithografie „Die Rettung“ von 2003 bei 280 Euro gut an (Taxe 250 EUR).

Das mittlere Preissegment hatte mit 44,5 Prozent die geringste losbezogene Absatzquote. An erster Stelle stehen hier mit jeweils 9.000 Euro Jeff Koons’ Minivariante seines „Balloon Dog“ von 1995 aus silbern-rotem Porzellan in einer Auflage von 2.300 Stück (Taxe 6.000 EUR) und Lambert Maria Wintersbergers großer, gekappter Daumen unter dem Titel „Spaltung 1“ von 1969 (Taxe 3.000 EUR). 5.500 Euro konnte Salvador Dalís aquarellierte Radierung „Portrait de Marguerite“ von 1968/69 aus der Folge „Faust“ auf sich vereinen (Taxe 1.800 EUR), 2.800 Euro Wilhelm Lehmbrucks vollbusig in Rötel gezeichneter weiblicher Halbakt (Taxe 1.800 EUR) und 3.300 Euro Maria Caspar-Filsers Stillleben mit einem sommerlichen Wiesenblumenstrauß (Taxe 1.500 EUR). Schwäbisches fand ebenfalls mit Manfred Henningers bunt expressiver Landschaft „Blick von Verscio gegen den Lago Maggiore“ bei 3.000 Euro (Taxe 2.200 EUR) und Jakob Bräckles naivem „Bauer in Erntelandschaft“ von 1938 bei 2.200 Euro Anklang (Taxe 1.500 EUR).

Für die Design-Auktion, die Nagel am selben Tag abhielt, muss man konstatieren, dass die Zeit der neobarocken Schöpfungen des Tschechen Borek Sipek vorüber ist. Kaum eines seiner zahlreichen verspielten Glasobjekte und Möbel fand einen Abnehmer, so dass beim Design von 92 Positionen nur 24 und damit 26 Prozent des Angebots verkauft wurden. Zum teuersten Stück avancierte hier mit 5.000 Euro Ludwig Mies van der Rohes Freischwinger „MR 20“, der sogenannte „Weißenhof-Sessel“, mit brauner Eisengranbespannung in einer frühen Ausführung um 1930 (Taxe 5.000 EUR), gefolgt von einer futuristischen Bodenlampe aus stapelbaren Ringelementen von Luciano Vistosi aus den 1970er Jahren bei 3.000 Euro (Taxe 3.000 EUR).

Alle Preise verstehen sich als Zuschläge ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Nagel Auktionen

Neckarstraße 189-191

DE-70190 Stuttgart

Telefax:+49 (0711) 649 69 696

Telefon:+49 (0711) 64 96 90

E-Mail: contact@auction.de



19.01.2014

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander/Ulrich Raphael Firsching

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Camille Pissarro, Winterlandschaft mit Restschnee, um 1890
Camille Pissarro, Winterlandschaft mit Restschnee, um 1890







Camille Pissarro, Winterlandschaft mit Restschnee, um 1890

Camille Pissarro, Winterlandschaft mit Restschnee, um 1890

Taxe: 15.000,- EURO

Zuschlag: 18.000,- EURO

Losnummer: 1000




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