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Vom verhinderten Rechtsanwalt zum Anwalt mit der Kamera: Das Jüdische Museum Berlin zeigt das von einem tiefen Humanismus geprägte fotografische Werk des in Dresden geborenen New Yorker Fotografen Fred Stein

Gesichter der Straße und der Geisteswelt



Fred Stein, Kinder lesen Zeitung, Paris 1936

Fred Stein, Kinder lesen Zeitung, Paris 1936

„Die Kamera unterscheidet nicht zwischen Berühmtheiten und einem Niemand, zwischen einem guten Freund und einem völlig Fremden, wenn sich der Verschluss öffnet.“ Getreu dieser Devise porträtierte Fred Stein berühmte Schriftsteller, Wissenschaftler und Geistesgrößen wie Albert Einstein, Bertolt Brecht, John Updike oder Hannah Arendt. Ausgestattet mit einer zutiefst humanistischen Grundhaltung, fotografierte er aber mit der gleichen Würde und Wertschätzung auch anonyme Passanten und Blumenverkäuferinnen, Bauarbeiter oder spielende Kinder im New Yorker Stadtteil Harlem. Das Jüdische Museum Berlin widmet diesem unfreiwilligen Quereinsteiger in die Profession des Fotografen aktuell die erste große Ausstellung in Deutschland. Mehr als 130 seiner Schwarz-Weiß-Fotografien, vornehmlich Straßenszenen und Porträts, sind in der Schau „Im Augenblick – Fotografien von Fred Stein“ zu sehen.


Geboren 1909 in Dresden als Sohn eines Rabbiners, absolvierte Fred Stein zunächst ein Jurastudium. Der Zugang zum Referendariat wurde ihm aber 1933 aufgrund seiner jüdischen Herkunft verweigert. Da er zudem in der antifaschistischen Sozialistischen Jugend engagiert war, sah er sich bereits im Herbst 1933 gezwungen, Deutschland zu verlassen und mit seiner Frau Lilo ins Pariser Exil zu gehen. Im Handgepäck hatten die beiden nicht viel mehr als eine gebrauchte Kleinbildkamera der Marke Leica, die sie sich gegenseitig zur Hochzeit geschenkt hatten. Auf den täglichen Broterwerb angewiesen, machte Fred Stein sein Hobby zum Beruf und begann, seine Fotos Agenturen und Zeitungen, Magazinen und Buchverlagen anzubieten. Anstellen ließ er sich nirgends; seine Unabhängigkeit war ihm wichtiger als ein geregeltes Einkommen.

Bereits in der Pariser Zeit entwickelte Stein seine beiden ästhetischen Vorlieben: die Soziologie der Straße und die mit psychologischem Einfühlungsvermögen betriebene Porträtfotografie. Sein wohl berühmtestes Bildnis, eine Aufnahme Albert Einsteins, entstand 1946 in Princeton. Fast wäre sie jedoch nicht zustande gekommen. Einstein, der sich dem Fotografen zunächst verweigerte, gewährte ihm schließlich zehn Minuten. Was folgte, war ein angeregtes Gespräch über zwei Stunden. Steins Trick bestand darin, sich intensiv auf sein Gegenüber vorzubereiten. Oft las er erst zwei oder drei Bücher, ehe er sich mit Berühmtheiten wie Egon Erwin Kisch, Thomas Mann oder Frank Lloyd Wright traf. Das Ergebnis sind keine flüchtigen Schnappschüsse sondern sensible Porträts, die am Rande von oft stundenlangen Begegnungen entstanden. Stein bevorzugte eine geradlinige, nicht inszenatorische fotografische Handschrift. Blitzlichter, aufwendige Retuschen oder sonstige manipulierende Nachbearbeitungen des Negativs lehnte er ab.

Die Berliner Ausstellung zeigt aber auch Steins Straßenfotografie. Mit einem der letzten Dampfer, der S.S. Winnipeg, gelang ihm und seiner Familie 1941 von Marseille aus die Flucht nach New York. Dort angekommen, setzte er das fort, was er zuvor schon in Paris begonnen hatte: die fotografische Erkundung der Stadt in all ihren Facetten. Ausgestattet mit einem feinen Humor und einem untrüglichen Gespür für den besonderen, manchmal auch anekdotischen Moment, fotografierte Stein in beiden Metropolen die unterschiedlichsten Menschen: in Salons posierende Mannequins ebenso wie übermüdete Schuhputzer auf dem Bürgersteig, Liebespaare im Pariser Winter oder am Strand von Coney Island, die Pariser Bohème oder herausgeputzte Italo-Amerikanerinnen in Little Italy. Sein fotografischer Nachlass liest sich wie ein verdichtetes, fast zeitloses Soziogramm dieser beiden Weltstädte. Das Zustandekommen der Berliner Schau verdankt sich dem Engagement seines Sohnes Peter, eines ehemaligen Kameramannes in Hollywood, der das fast in Vergessenheit geratene Werk seines bereits 1967 verstorbenen Vaters seit 1997 systematisch aufbereitet und erforscht hat.

Die Ausstellung „Im Augenblick – Fotografien von Fred Stein“ ist bis zum 23. März zu sehen. Das Jüdische Museum Berlin hat täglich von 10 bis 20 Uhr, montags zusätzlich bis 22 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 8 Euro, ermäßigt 3 Euro. Der 200seitige Katalog aus dem Kehrer Verlag mit 128 Duoton-Abbildungen kostet 49,90 Euro.

Kontakt:

Jüdisches Museum Berlin

Lindenstraße 9-14

DE-10969 Berlin

Telefax:+49 (030) 25 99 34 09

Telefon:+49 (030) 25 99 33 00

E-Mail: info@jmberlin.de

www.fredstein.com



13.01.2014

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Nicole Büsing & Heiko Klaas

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22.11.2013, Im Augenblick – Fotografien von Fred Stein

Bei:


Jüdisches Museum Berlin

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Fred Stein, Kinder lesen Zeitung, Paris 1936
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Fred Stein, Zeitungshut, New York 1946
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Fred Stein, Volksfront, Paris 1936
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Fred Stein, Theater-Vordach, New York 1947
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Fred Stein, Reklamewand, New York 1948
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Fred Stein, fotografiert von Lilo Stein, Paris 1935
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Fred Stein, Orchard Beach, New York 1946
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Fred Stein, Zeitungshut, New York 1946

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Fred Stein, Volksfront, Paris 1936

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Fred Stein, Theater-Vordach, New York 1947

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Fred Stein, Reklamewand, New York 1948

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Fred Stein, fotografiert von Lilo Stein, Paris 1935

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Fred Stein, Orchard Beach, New York 1946

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Fred Stein, Mann auf Bank, New York 1941

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Fred Stein, Little Italy, New York 1943

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Fred Stein, Hydrant, New York 1947

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Fred Stein, Albert Einstein (1879-1955), Princeton 1946

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Fred Stein, Eiffelturm, Paris 1934

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Fred Stein, Marlene Dietrich (1901-1992), New York 1957

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Fred Stein, Coney Island, New York 1946

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