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Das Franz Marc Museum in Kochel antwortet mit einer sehenswerten, aber unaufgeregten Schau auf Florian Illies’ Erfolgsbuch „1913. Der Sommer des Jahrhunderts“. Unter dem Motto „Bilder vor der Apokalypse“ reflektiert man das künstlerische Spektrum der Moderne am Vorabend des Ersten Weltkrieges

Das Gleichzeitige des Ungleichzeitigen



August Macke, Vor dem Hutladen, 1913

August Macke, Vor dem Hutladen, 1913

Die Welt ist verführerisch beschaulich in den Bildern von August Macke und Franz Marc. Mackes 1913 entstandenes Gemälde „Vor dem Hutladen“ mit seinen warmtonigen, flächigen Bildelementen ist eine städtische Nachmittagsidylle. Aber er hat sie mit seinen fast konstruktiven, stilisierten Formen, die immer etwas Unscharfes suggerieren, ohne die übliche pittoreske Detailverliebtheit mit kühner Reduktion in Szene gesetzt. Streng modern sind auch Marcs rote und lilafarbene Gazellen und die blauen Pferde. Beseelt von paradiesischer Unberührtheit, von einer Reinheit und Ausgewogenheit, wie sie die Zivilisation am Anfang des 20. Jahrhunderts schon gar nicht mehr kannte. Von einer Apokalypse oder besser von der Vorahnung eines gewaltigen Weltenbrandes ist in diesen Bildern und auch in Ernst Ludwig Kirchners expressionistischer Farbzeichnung „Zwei Frauen“ oder in Erich Heckels urwüchsigem Gemälde „Parksee“ nichts zu spüren.


Cathrin Klingsöhr-Leroy, Direktorin des Franz Marc Museums in Kochel am See, hat mit ihrer Ausstellung „1913: Bilder vor der Apokalypse“ denn auch andere Ambitionen, als die seismografische Andeutung einer unmittelbar nach diesem Jahr einsetzenden Katastrophe auszuleuchten. Und auch wenn Ludwig Meidner in seinen Grafiken „Straße bei Nacht“ und „Die Beschießung einer Stadt“ die Welt ins Wanken bringt, ist das kaum als Prophezeiung eines Krieges zu sehen, sondern eher als Ausdruck einer berstenden Unruhe, als Zeichen einer explosiven Stimmung. Die Kunst dieses einen Jahres: ein Gegensatzpaar.

Inspiriert von Florian Illies’ nuancen- und detailreichem Bestseller „1913. Der Sommer des Jahrhunderts“, hat man im oberbayrischen Kochel ebenfalls die Moderne als ein Mosaik des „Gleichzeitigen im Ungleichzeitigen“ zusammengesetzt. Denn das, was wir gemeinhin Moderne nennen, ist ein facettenreiches Feld, zersplittert in die verschiedensten Strömungen, Stile und Ismen, bestimmt von unterschiedlichen künstlerischen Intentionen und Handschriften. Im Nebeneinander und in der Gegenüberstellung ist es leichter, die Gemeinsamkeiten des scheinbar Konträren wahrzunehmen: Jenes tief sitzende Zweifeln der Moderne an der Zivilisation, an der üblichen Wahrnehmung der Realität, an der Gesellschaft und an der Rolle der Kunst. „Wir leben heute nicht in einer Zeit, in der die Kunst Helferin des Lebens ist…“, heißt es etwa im Katalog zum Ersten Deutschen Herbstsalon. Ein klares Statement zu einer Kunst, die sich nicht einbinden lassen will.

Die Stadt und das Land neu vermessen, auch mit überhöhten, zum Kubischen tendierenden Mitteln, wie etwa Oskar Kokoschka in seinem Gemälde „Alpenlandschaft bei Mürren“, oder sich der dunklen, sozialkritischen Seite der Gesellschaft zuzuwenden, wie Käthe Kollwitz in ihrer nüchtern realistischen Kohlezeichnung „Entbindung im Gefängnis“, all das wollte die Moderne. Mit zittrigen Umrisslinien setzte Egon Schiele seine von Erotik und Einsamkeit gleichermaßen erfassten Kreaturen aufs Papier und versuchte, die seelischen Untiefen des Menschen an einem Wendepunkt der Zeit zu ergründen. Und das Wahrhaftige schlechthin zu erkennen in Abstraktion und Rastern, die rhythmisch und geometrisch die Leinwand überziehen, das etwa verfolgte Michail Larionow mit seiner „Rayonistischen Komposition“. Das Jahr 1913, so suggeriert die Ausstellung, war ein Gipfelpunkt der Moderne. So frei, so unbelastet und unbeschwert konnte die Kunst später nicht noch einmal Bahnbrechendes vollziehen. Denn zu diesem Zeitpunkt hatten weder Weltkrieg und Hungerjahre noch Inflation und Straßenschlachten ihren Geist gezügelt.

Die Schau in Kochel erzählt viel über das Jahr 1913. Aber, auch das ist zu spüren, das Franz Marc Museum ist nicht das MoMA. Für Florian Illies sind Kasimir Malewitschs „Schwarzes Quadrat“ und Marcel Duchamps erstes „Ready made“ die Kulminationspunkte der Moderne. Aber schließlich kostet es weder Versicherungen noch Transport, um über die großen Momente dieses besonderen Jahres, die wie Marksteine aus der Geschichte der Kunst herausragen, zu schreiben. Wohl aber, sie ins beschauliche Alpenvorland zu holen. Das sollte man im Hinterkopf behalten. Die Zeitreise durch Kunst und Kultur hingegen ermöglichen eine Wandinstallation von Cyril Mariaux und der im Sieveking Verlag erschienene Katalog mit einem Vorwort von Florian Illies und zahlreichen Abbildungen.

Die Ausstellung „1913: Bilder vor der Apokalypse“ ist bis zum 19. Januar zu sehen. Das Franz Marc Museum hat täglich außer montags zwischen 10 und 17 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 8,50 Euro, ermäßigt 6 Euro bzw. 3,50 Euro. Der Katalog kostet im Museum 29,80 Euro.

Kontakt:

Franz Marc Museum

Franz Marc Park 8-10

DE-82431 Kochel am See

Telefon:+49 (08851) 924 880

Telefax:+49 (08851) 924 88 15

E-Mail: info@franz-marc-museum.de



09.01.2014

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Sabine Spindler

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