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Antwerpen beheimatet eine renommierte Kunstakademie, die 2013 ihren 350sten Geburtstag mit einer großen Ausstellung im MAS feiert

Von der gestelzten Ordnung zum multimedialen Chaos



in der Ausstellung „Happy Birthday Dear Academie. 350 Jahre Königliche Akademie für Schöne Künste Antwerpen“

in der Ausstellung „Happy Birthday Dear Academie. 350 Jahre Königliche Akademie für Schöne Künste Antwerpen“

Ist Kunst eine Wissenschaft? Muss Kunst schön sein? Was heißt Schönheit? Und letztendlich: Was überhaupt macht Kunst aus? Anlass, diesen Fragen einmal so weit wie möglich konkret auf den Grund zu gehen, bot nun der 350ste Geburtstag der Antwerpener Kunstakademie. Das Jubiläum betreibt sie mit einer Reihe von Aktionen, die die gesamte Metropole an der Schelde einbeziehen. Kunstwerke auf Straßen und Plätzen, Stadtwanderungen oder zahlreiche Veranstaltungen laden zum Mitfeiern ein. Gleichzeitig begeht die bekannte Modeakademie, ein Fachbereich der Kunstakademie, ihr 50jähriges Bestehen. Eine Ausstellung im Modemuseum widmet sich dem Modestudium an der Akademie und seiner weltweiten Geltung.


Antworten auf die eingangs angeführten zentralen Fragen versucht die zentrale Ausstellung im MAS – Museum Aan de Stroom zu geben. Die Kuratoren waren sichtlich bemüht, keine reine geschichtliche Entwicklung aufzuzeigen, sondern in einem eher philosophischen Diskurs zeitübergreifender Gegenüberstellungen von Werken Phänomene der Kunstproduktion aufzuzeigen. In einem einstimmenden „Säulensaal“ sind Werke von „Säulenheiligen“ wie Leonardo da Vinci, Pieter Bruegel d.Ä., Peter Paul Rubens oder David Teniers d.J. sowie Klassiker unter den Skulpturen, etwa Abgüsse der Laokoon-Gruppe oder des Herkules Farnese, versammelt, die einerseits Kunst als zu studierendes Handwerk darstellen, andererseits auch Vorbildcharakter beinhalten. An deren Beispiel eigneten sich Akademiestudenten ihre Zeichenpraxis an.

David Teniers d.J. gilt als Gründer der Antwerpener Akademie. Offiziell wurde sie am 6. Juli 1663 ins Leben gerufen, als König Philipp IV. von Spanien nach langen Verhandlungen seine Unterschrift unter die Gründungsurkunde setzte. Nach vorangegangenen Akademiegründungen, darunter in Mailand, Florenz, Rom, Paris oder im Jahr zuvor in Nürnberg, hatte man sich in Antwerpen dazu entschlossen, die erste ihrer Art im niederländisch-flämischen Raum ins Leben zu rufen, um der Region zu neuen Impulsen zu verhelfen. Zunächst zog die neue Institution ins Börsengebäude der Stadt ein, wo mit der „Grote Schilderskamer“, einer prunkvollen „Malerkammer“, eine Art „Showroom“ eingerichtet wurde. Die hier präsentierten Werke sollten das Außergewöhnliche Antwerpener Künste vor Augen führen. Durch eine schwebende Rekonstruktion dieses Prunksaales aus dem 17ten Jahrhundert werden die Besucher in die frühen Anfänge der Akademie geleitet. Gemälde von Frans Floris I., Jacob Jordaens, Jan Baptist Boel II. sowie Skulpturen von Willem Kerrickx, Lodewijk Willemsens und Artus Quellinus sind hier anzutreffen.

Der große Ausstellungssaal bietet als Nukleus der Schau in so genannter St. Petersburger Hängung 120 Bilder an langen, gold eingefärbten Wänden. Das grandiose Wandpanorama, ergänzt von Installationen und Plastiken im Raum, vereint Spitzenwerke aus 350 Jahren Akademiegeschichte. Links sind weitgehend Landschaften und sinnliche Sujets platziert, während sich in der rechten Hälfte vornehmlich Leben und Tod reflektierende Bilder finden. Georges Vantongerloo, Jean-Auguste-Dominique Ingres, Jan Hendrik Luyten, Gustave Wappers, Constant Permeke, Vincent van Gogh, Wilhelm von Schadow, Andreas Achenbach und Henry van de Velde schlagen dann Brücken zu Arbeiten berühmter Kunstschaffender der Jetztzeit wie Luc Tuymans, Fred Bervoets oder Anne-Mie van Kerckhoven in der Malerei und Film oder Panamarenko sowie Jan Fabre auf dem Sektor der Plastik. Ausgewählt wurden die 210 Werke in der Ausstellung, darunter 33 Plastiken und acht Videoarbeiten, vom Modeschöpfer Walter Van Beirendonck und vom Kunsthistoriker Paul Huvenne, dem Direktor des Königlichen Museums für schöne Künste in Antwerpen.

Die Zusammenstellung führt vor Augen, wie mit van Gogh die Avantgarde in die Antwerpener Akademie einzog. Die Perspektive wird zurückgedrängt, Linien werden durchlässig und Motive fließender. Farben werden immer unrealistischer und vermitteln stärker Gefühle. Eigene Empfindungen gewinnen an Stärke, Ordnung und Klarheit verlieren sich bald völlig. Die Entdeckung der Fotografie begünstigt ausschnitthafte Sujets. Nach Protesten im 19ten Jahrhundert muss sich auch die Antwerpener Akademie neu erfinden. Junge Künstler begeben sich verstärkt auf die Suche nach sich selbst, einer persönlichen Formensprache und einer eigenen Geschichte. Trotz allem genießt die Antwerpener Akademie im 19ten Jahrhundert großes internationales Ansehen. Der Franzose Ingres oder der Deutsche Schadow übernehmen Leitungsfunktionen an der Akademie.

Über Grundprinzipen hinaus erhält in der Kunst ähnlich wie in der Wissenschaft das Experiment einen zentralen Stellenwert, wobei der Künstler zudem persönliche Visionen zur Geltung bringen möchte. Der Expressionismus wirkt in Antwerpen noch lange nach. Wieder kommt es dann zu Protesten. In den 1960er Jahren rebellieren Performancekünstler auch hier gegen etablierte Kunstformen und kulturelle Werte. Happenings sind die Antwort auf das Verlangen nach einer Kunst ohne Regeln und Kommerz. Das flüchtige Schaffen ohne Ewigkeitsanspruch wird ebenso wichtig wie das Endprodukt. Videoarbeiten von Panamarenko und anderen verdeutlichen den Weg von der gestelzten Ordnung zum multimedialen Chaos. Wie wichtig dennoch das Zeichnen an der Akademie bleibt, unterstreicht zum Abschluss ein Zeichensaal, in dem Studierende der heutigen Akademie vor lebenden Modellen eine Jahrhunderte lange Tradition aufrecht erhalten.

Die Ausstellung „Happy Birthday Dear Academie. 350 Jahre Königliche Akademie für Schöne Künste Antwerpen“ ist bis zum 26. Januar 2014 zu sehen. Das MAS – Museum Aan de Stroom hat täglich außer montags von 10 bis 17 Uhr, samstags und sonntags bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 8 Euro, ermäßigt 6 Euro. Zur Ausstellung ist ein umfangreicher Katalog erschienen, der im Museum 35 Euro kostet.

Kontakt:

MAS – Museum Aan de Stroom

Hanzestedenplaats 1

BE-2000 Antwerpen

Telefon:+32 (03) 206 09 40

Telefax:+32 (03) 227 08 71

www.happybirthdaydearacademie.be



23.12.2013

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Hans-Peter Schwanke

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MAS – Museum Aan de Stroom

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in der Ausstellung „Happy Birthday Dear Academie. 350 Jahre Königliche Akademie für
 Schöne Künste Antwerpen“
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 Schöne Künste Antwerpen“
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 Schöne Künste Antwerpen“
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Variabilder:

Nachbildung der Laokoon-Gruppe
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Die rekonstruierte „Malerkammer“
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Das MAS – Museum Aan De Stroom in Antwerpen
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Blick in
 den „Zeichensaal“
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Blick
 in den „Zeichensaal“
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in der Ausstellung „Happy Birthday Dear Academie. 350 Jahre Königliche Akademie für Schöne Künste Antwerpen“

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Nachbildung der Laokoon-Gruppe

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Die rekonstruierte „Malerkammer“

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Das MAS – Museum Aan De Stroom in Antwerpen

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Blick in den „Zeichensaal“

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