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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Moderne, zeitgenössische und Schweizer Kunst bei Koller in Zürich

Marktplatz für den Impressionismus



Camille Pissarro, Paysage avec trois paysans, 1891

Camille Pissarro, Paysage avec trois paysans, 1891

Zu einem Spezialisten für die Vermittlung französischer Kunst aus Impressionismus und Nachfolge auf dem mitteleuropäischen Markt scheint sich das Zürcher Auktionshaus Koller zu entwickeln. Im vergangenen Frühjahr bereits konnten hier Spitzenwerke von Vincent van Gogh, Gustave Caillebotte, Alfred Sisley und anderen teils zu Millionenpreisen veräußert werden. In der kommenden Versteigerung von Impressionismus und Moderner Kunst gelangen erneut mehrere Arbeiten dieser Epoche um 1900 unter den Hammer. Die Provenienzen sind unterschiedlich. Aus einer Zürcher Privatsammlung stammt etwa Camille Pissarros in Gouache gezeichnete stimmungsvolle „Paysage avec trois paysans“ in dichtem Grün von 1891 für 350.000 bis 450.000 Franken. Nur mit „Privatsammlung Europa“ ist die Herkunft eines 1929 datierten „Portrait de femme en face“ mit hochgezogenen Augenbrauen von Chaïm Soutine angegeben, das mit seiner schrundigen Pinselführungen bereits sichtlich über den Impressionismus hinausgeht. 900.000 bis 1,5 Millionen Franken werden hier erwartet.


Moderne Kunst

Ein deutscher Privatsammler hat die Werke, die er jetzt für den 6. Dezember bei Koller eingeliefert hat, bei demselben Auktionshaus zum Teil schon vor zwanzig und mehr Jahren eingekauft. Pierre-Auguste Renoirs mittelgroßes Ölbild „Le Pont d’Argenteuil“ von circa 1888 beispielsweise ging hier im Juni 1983 für 370.000 Franken über den Tresen und soll jetzt 900.000 bis 1,4 Millionen Franken kosten. 1992 erwarb er Claude Monets „Pourville près Dieppe“ aus dem Jahr 1882. Die menschenleere Strandlandschaft war unter anderem 1915 bei Durand-Ruel in New York öffentlich ausgestellt (Taxe 1,2 bis 1,8 Millionen SFR). Auch Pierre Bonnards kleine verschwommene Kollegenhommage „Toulouse-Lautrec au Café (La Terrasse)“ von 1897 (Taxe 250.000 bis 350.000 SFR) und seine „Trois personnages au pied d’un arbre“ in saftigem Grün auf einem Hochformat von 1917/18 kommen aus dieser Sammlung (Taxe 1 bis 1,5 Millionen SFR), ebenso Marc Chagalls mit Tinte gezeichnete und mit Gouache kolorierte Traumvision „Le coq et les deux visages“ von 1956 (Taxe 350.000 bis 450.000 SFR).

Höhepunkt der Offerte ist Paul Signacs abendlich leuchtende Landschaft „St. Tropez. La Ville et Les Pins“ von 1902, in der der Künstler seine revolutionäre Technik punktartig nebeneinandergesetzter ungemischten Farben zur vollen Entfaltung brachte. 2,5 bis 3,5 Millionen Franken stehen hier auf dem Etikett. Von Signac gibt es darüber hinaus das Frühwerk „Quai de Saint-Quen“, bei dem sich der etwa 22jährige 1885 noch in traditionellen impressionistischen Bahnen bewegte (Taxe 350.000 bis 550.000 SFR). Ebenfalls aus Schweizer Privatbesitz kommt Henri Martins leicht pointillistisch angehauchter „Pont à Labastide du Vert“ in die Auktion (Taxe 150.000 bis 200.000 SFR). Bei drei Küstensteifen mit teils bewegter See Jean-Baptiste Armand Guillaumins aus den mittleren und späten 1890er Jahren sind die Formen und Farben kräftiger ausgebildet (Taxen zwischen 40.000 und 70.000 SFR).

Für die Abstraktion stehen so unterschiedliche Positionen wie Kurt Schwitters’ collagierte Merzzeichnung „Konstruktion des Raumes“ von 1921 (Taxe 200.000 bis 300.000 SFR), Wassily Kandinskys in Gouache auf schwarzem Papier gebanntes Formenspiel „Der Zickzack“ von 1938 (Taxe 350.000 bis 450.000 SFR) und Fernand Légers konstruktivistisches Spiel roter, grüner, blauer und orangefarbener Flächen auf kariertem Grund „Les Disques“ von 1924 (Taxe 170.000 bis 250.000 SFR). Auch Alexej von Jawlenskys „Variation“ von 1915 lässt nur mehr entfernt an eine herbstliche Landschaft mit Bäumen denken (Taxe 100.000 bis 150.000 SFR). „Grausame Tiere“ zeichnete Paul Klee 1926 auf einen Karton, der ansonsten mit einem wesenlosen Farbnebel in Gelb-Rot-Violett bedeckt ist. Worin sich die Barbarei der Bestien niederschlägt, wird allerdings nicht deutlich (Taxe 250.000 bis 350.000 SFR). Aus dem Jahr 1953 gesellt sich Marino Marinis „Scena Equestre“ hinzu. Nur ein Pferdekopf ist als solcher ansatzweise noch erkennbar (Taxe 80.000 bis 120.000 SFR).

Zeitgenössische Kunst

Fast Folioformat in Quadratform hat Koller diesmal dem Katalog der zeitgenössischen Kunst am 7. Dezember gegönnt. Auf dem Titel springt den Betrachter James Rosenquists collageartig verschachtelte, in Öl gemalte „Sister Shrieks“ an, ein großformatiges Pop Art-Bild aus Andy Warhols Todesjahr 1987 (Taxe 450.000 bis 650.000 SFR). Ein weiteres Werk dieser Richtung ist Tom Wesselmanns in Aluminium geschnittene, knallbunte „Iris Nude with Motherwell (Filled In)“ von 1995, das auch mit seinem unregelmäßigen Außenrand das spielerische Spätwerk des Meisters repräsentiert (Taxe 400.000 bis 500.000 SFR). Den Betrachter bezieht Michelangelo Pistolettos Spiegelbild „Rosa e Enzo“ von 1984 ins Kunstwerk ein, wenn er davor steht und sich plötzlich selbst neben dem nach rechts sitzenden Menschenpaar sieht. Koller hat die für diesen Effekt im Katalog notwendige Spiegelfolie gleich eingefügt (Taxe 150.000 bis 250.000 SFR).

Wer es doch lieber wieder ungegenständlich mag, sei an Karel Appels informelles Frühwerk „Paysage noir“ von 1960 mit pastosen Farbklecksen in Rot, Grün und Schwarz auf weißem Grund verwiesen (Taxe 140.000 bis 240.000 SFR) oder an Serge Poliakoffs puzzleartige „Composition abstraite 62-17“ mit dominierendem Rot für 220.000 bis 280.000 Franken. Nur noch auf Ziffern ließ sich der Konzeptkünstler Roman Opalka ein und wollte mit seiner unendlichen Zahlenfolge den Lauf der Zeit sichtbar machen. Das in Tusche gezeichnete Detail 4045225-4047928 von 1965 gibt es für 48.000 bis 58.000 Franken. Als Plastiker tritt Tony Cragg mit einer gut 130 Zentimeter hohen Chromstahlstele von 2008 in Erscheinung, deren Profil wie in einer aufwärts steigenden Drehbewegung eine janusköpfige Doppelbüste ergibt (Taxe 250.000 bis 350.000 SFR). John Chamberlain erfreut mit einem Spätwerk von 2006, „Memo to Charlie Parker“ geheißen und eine Hommage an den 1955 gestorbenen Jazzmusiker. Furios wie dessen Saxophonkantilenen flattern in Chamberlains bunt lackierter Metallplastik dünne Bänder schräg hinauf, als seien sie von einer Windmaschine in permanente Bewegung versetzt (Taxe 400.000 bis 600.000 SFR).

Schweizer Kunst

Albert Anker ist wieder der Star der Abteilung Schweizer Kunst. Gleich drei potentielle Millionenwerte seiner realistischen Meisterwerke werben hier um die Gunst der Bieter: die „Drei Mädchen beim Kränzewinden“ aus dem Jahr 1868 für 1,5 bis 2 Millionen Franken, die liebevolle Nahaufnahme „Knabe und Mädchen mit Bilderbuch“ von 1867 für 1,2 bis 1,8 Millionen Franken und der nachdenklich blickende „Alte Mann mit Kaffeemühle“ von 1886 für 900.000 bis 1,3 Millionen Franken. Die beiden erstgenannten Bilder waren bereits unmittelbar nach ihrer Entstehung gemeinsam in einer Ausstellung in Neuchâtel zu sehen und die beiden letztgenannten in der Gedächtnisausstellung 1911 im Kunsthaus Zürich. Daneben hängen noch weitere kleinere Arbeiten des unbestechlichen Beobachters bereit, so der „Knabe mit Reisigbündel“ von 1872, zu dem es auch die dazugehörige Kohlestudie für 5.000 bis 8.000 Franken gibt, und das Bildnis eines schon etwas älteren Berner Mädchens, dessen Datierung nicht genau bekannt, das sich aber spätestens seit 1897 in Lausanne nachweisen lässt (Taxen je 280.000 bis 380.000 SFR).

Als zweiter großer Schweizer ist Ferdinand Hodler mit von der Partie, wenn auch mit etwas weniger kostspieligen Arbeiten. Dazu gehört die Studie eines alten Mannes in weißem Umfang vor etwas karger Landschaft, die 1892/93 unter dem Titel „Der Herbst“ für das großformatige Gemälde „Eurhythmie“ entstand (Taxe 250.000 bis 350.000 SFR). Genauso viel soll eine von vier bekannten Versionen seines Portraits der bislang wenig erforschten Tänzerin Francine Maylac von 1916 kosten. Den Expressionismus führt Giovanni Giacometti mit seiner dörflichen Szene „Bacaria“ von 1924 ein (Taxe 500.000 bis 700.000 SFR). Etwas braver wirken seine „Kühe in einer Berglandschaft“ unter weitem stahlblauem Himmel von 1931/32 (Taxe 120.000 bis 180.000 SFR). Auch als Stilllebenmaler leistete Giacometti Beachtliches, wie seine roten Pfingstrosen in hellblauem Krug von 1908 mit ihren scharfen, fast unschönen Farbkontrasten belegen (Taxe 140.000 bis 180.000 SFR).

Die Neue Sachlichkeit in ihrer Spätphase vertritt Adolf Dietrichs fast überexakt dokumentierter, dabei aber steril wirkender „Löwenmäulchenstrauß“ in einem Steinguttopf vor dem Bodensee von 1947 (Taxe 80.000 bis 120.000 SFR). Als ihr Vorläufer macht sich Félix Vallotton mit einem trotz des erotischen Motivs vollkommen nüchtern anmutenden „Femme torse nu, lisant“ von 1906 (Taxe 120.000 bis 180.000 SFR) und der noch fast symbolistisch schillernden Uferpartie „Le lac du Bois de Boulogne“ im Herbstlicht von 1921 für 250.000 bis 300.000 Franken bemerkbar. Einige der ältesten Stücke dieser Rubrik stammen aus einer Westschweizer Privatsammlung, darunter Wolfgang-Adam Töpffers biedermeierliches Bürgervergnügen „Collation campagnarde“ von 1805 mit schönem Ausblick auf die Berge (Taxe 40.000 bis 60.000 SFR) oder Franz Niklaus Königs detailfreudige Ansicht des Zytglogges, des mittelalterlichen Uhrturms mit astronomischer Uhr und Glockenspiel in Bern (Taxe 20.000 bis 30.000 SFR).

Die Auktion beginnt am 6. Dezember um 14 Uhr mit der Schweizer Kunst, um 17 Uhr folgen Impressionismus und Moderne. Am 7. Dezember steht ab 16 Uhr die zeitgenössische Kunst auf dem Programm. Der Katalog ist im Internet unter www.kollerauktionen.ch abrufbar.

Kontakt:

Koller Auktionen

Hardturmstrasse 102

CH-8031 Zürich

Telefon:+41 (044) 445 63 63

Telefax:+41 (044) 273 19 66

E-Mail: office@kollerauktionen.ch



04.12.2013

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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