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Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Klassische Moderne im Wiener Dorotheum

Luftschlangenflug



Künstler aus vielen Ländern des europäischen Kontinents werden um die ersten Plätze auf der Versteigerung moderner Kunst im Wiener Auktionshaus Dorotheum ringen. Da findet sich etwa der einzige bekannte Handabzug des hellblau-schwarzen existenzialistischen Holzschnitts „Die Einsamen“ von dem Norweger Edvard Munch aus dem Jahr 1899 für 180.000 bis 190.000 Euro, von der gebürtigen Russin Zinaida Serebrjakova die Nahaufnahme einer unbekleideten Odaliske als feines Pastell aus der Zeit um 1930 für 200.000 bis 300.000 Euro und von dem gebürtigen Rumänen, später in Frankreich lebenden Victor Brauner die surreale lustige Menschtiergestalt „L’air solaire“ von 1962 für 75.000 bis 100.000 Euro. Spanien schickt Joan Miró mit den zwölf in Pastell und Aquarell übergangenen Radierungen „Lapidari“ aus des Künstlers spätem Lebensjahr 1981 für 120.000 bis 140.000 Euro.


Für die Deutschen steigt am 28. November Gabriele Münter in den Ring mit ihrer harmonischen und im Pinselstrich doch radikalen Landschaft „Winter in Elmau“ aus dem Jahr 1933. Die 44 Zentimeter breite Sperrholzplatte, mit der die Künstlerin nach ihrer Rückkehr an den Staffelsee stilistisch noch einmal an ihre frühe expressionistische Phase anknüpfte, soll 260.000 bis 300.000 Euro einspielen. Dahinter folgt bei 140.000 bis 180.000 Euro das Gemälde „Der Erntewagen“ von Otto Dix, 1941 in betont altmeisterlichem Gewand gehalten, als der Künstler politisch gezwungen sich in die innere Emigration zurückgezogen hatte. Doch die Raben und die düstere Wetterstimmung künden nichts Freundliches. Wer etwas weniger Geld anlegen möchte, wird sich vielleicht an Emil Noldes um 1930 geschaffenes Aquarell „Bewegte See“, die im Farbmeer hier nun nicht mehr zu erkennen ist, für 50.000 bis 60.000 Euro halten oder an August Mackes ungefähr gleichwertiges „Mädchen vor dem Hutladen“ von 1912. In diesem Bereich rangiert auch Max Ernsts surrealer, in kristalline und transluzid wirkende Flächen aufgespaltener „Vulcano“ aus den späten 1940er Jahren, doch angesichts der Maße von 12,5 mal 9 Zentimetern ist hier der Flächenpreis erheblich höher.

Besonders bei den Österreichern warten Kandidaten für sechsstellige Zuschlagspreise auf Kundschaft, zunächst unter den Zeichnern Gustav Klimt mit einem Portrait seiner alten Mutter von circa 1904 (Taxe 90.000 bis 120.000 EUR). Bei 70.000 bis 90.000 Euro rangiert Egon Schieles weiblicher Rückenakt mit in die Hüfte gestützten Händen von 1917 etwas günstiger. Sodann sind einige Gemälde zu nennen, etwa Rudolf Wackers „Stillleben mit Maikätzchen“ aus dem Jahr 1925, das zwischen Neuer Sachlichkeit und humorvoller Illustrationskunst changiert (Taxe 90.000 bis 120.000 EUR), Anton Faistauers 1921 datiertes charakteristisches Blumenstillleben „Pfingstrosen“ für 70.000 bis 100.000 Euro, von Alfons Walde die beiden Bergweltbilder „Hof im Gebirge“ an einem sonnigen Wintertag von 1936 (Taxe 90.000 bis 120.000 EUR) und „Weiber am Kirchweg“ zur selben Jahreszeit (Taxe 70.000 bis 100.000 EUR) sowie Max Oppenheimers „Bildnis Prof. Dr. Martin Hahn“, ein Berliner Medizinprofessor, von circa 1926 für 120.000 bis 180.000 Euro. Auch auf dem Etikett von Carl Molls herbstlichen „Blick von der Hohen Warte auf Heiligenstadt“ um 1900 steht mit 280.000 bis 360.000 Euro ein ziemlich stolzer Preis.

Für etwas weniger Geld lassen ebenfalls schöne Exemplare der österreichischen Frühmoderne erwerben wie beispielsweise ein farbschönes „Stillleben mit Büchern“ von Alfred Wickenburg aus dem Jahr 1924 (Taxe 50.000 bis 70.000 EUR) oder – wem auch das noch zu teuer ist – für 16.000 bis 28.000 Euro Josef Flochs „Construction“ von 1950 mit einem großen technischen Bauwerk wohl in einer der großen amerikanischen Städte. Ebenfalls in die Nachkriegszeit datiert Anton Lutz’ flirrendes Frühlinsbild „Baumblüte am Pöstlingberg“ aus dem Jahr 1966 (Taxe 12.000 bis 18.000 EUR). Sergius Pauser hat in seinem Stillleben dann einige Tulpen zu einem kleinen Frühlingsstrauß in einem Tonkrug gebunden (Taxe 18.000 bis 28.000 EUR). Felix Albrecht Harta stellt ein ernstes Selbstbildnis zur Verfügung, bei dem vor allem der lange Bart in seinem Gesicht auffällt (Taxe 16.000 bis 23.000 EUR). An die Figurenauffassung Waldes erinnern die zahlreichen Menschen an den Ständen auf einem Marktplatz in Tirol, die Herbert Gurschner um 1925 bunt auf die Leinwand gemalt hat (Taxe 18.000 bis 22.000 EUR).

Während Artur Nikodem seine Landschaft mit Bäumen und blauem Berg 1931 aus weichen, fließenden Formen moduliert (Taxe 20.000 bis 28.000 EUR), wendet Ernst Nepo im selben Jahr bei seinem Bildnis eines jungen Herren die klare und etwas distanzierte Sprache der Neuen Sachlichkeit an (Taxe 16.000 bis 23.000 EUR). Wie eine Erinnerung an die Kunst des 19. Jahrhunderts wirkt Thomas Walchs Bauernmädchen auf einem hohen Berggipfel. Die nachdenkliche Stimmung hat er auch mit „Blick in die verlorene Heimat“ überschrieben (Taxe 5.000 bis 7.000 EUR). Auch Ungarn beteiligt sich an der Auktion mit Lajos Kassáks geometrischer Bildarchitektur samt blauem Kreis. Die Gouache von etwa 1922 verlangt 20.000 bis 25.000 Euro. Sein Kollege Hugó Scheiber steuert einen schwarzen Tänzer aus dem Variete bei, der mit seinen eckigen, überlangen Gliedmaßen und den falschen Proportionen etwas entstellt aussieht (Taxe 7.500 bis 8.000 EUR).

Die bedeutendsten Meister aus Frankreich gibt es im fünfstelligen Bereich nur mit Papierarbeiten: Henri Matisses 1925 in insgesamt fünfzig Exemplaren herausgegebene Lithografie „Nu au coussin bleu à côté d’une cheminée“, ein rasch in Wachskreide hingezeichnetes und einem jungen Dichter namens Dante Alberti gewidmetes Gesicht Pablo Picassos von 1963 und Fernand Légers abstrakte Gouache „Les deux mannequins“ von circa 1938 liegen alle etwa zwischen 60.000 und 90.000 Euro. Noch von einer impressionistischen Auffassung ist Gustave Loiseaus diesiges Wetter in „Paris. Le Port Henri IV“ von 1921 geprägt (Taxe 60.000 bis 70.000 EUR). Von Italien zog Amedeo Modigliani 1906 in die europäische Kunsthauptstadt Paris. Sein Portrait des Dichters Blaise Cendrars zeichnete er 1918 in den für ihn charakteristischen überlängten Formen (Taxe 45.000 bis 65.000 EUR). Auch auf den gebürtigen Bremer Dietz Edzard übte die französische Hauptstadt ihre Faszination aus. Noch in seiner Heimat entstand 1917 das Diptychon einer klassischen Verkündigungsszene mit dem Engel Gabriel und der entzückten Maria (Taxe 15.000 bis 20.000 EUR).

Den Beginn der Auktion macht eine besondere Richtung italienischer Malerei, die das Dorotheum schon seit einiger Zeit regelmäßig als geschlossenen, im Katalog schwarz hinterlegten Block einfügt: die Aeropittura, in welcher Geschwindigkeit und Bewegung, insbesondere eben diejenigen des Flugzeugs, die Hauptrolle spielen. In Alessandro Bruschettis „Aeropaesaggio“ von 1932 wirbeln sie wie Luftschlangen über die hügelige Seenlandschaft (Taxe 15.000 bis 20.000 EUR), in Tullio Cralis technizistischem „Sorvolando la città“ von 1926 sind sie zu einfachen Parallelogrammen reduziert, die von den Hochhäusern der Metropole per Scheinwerfer geortet werden (Taxe 35.000 bis 55.000 EUR), und bei Gerardo Dottori hinterlassen sie 1932 große „Rondini in volo“ und kontrastieren dabei heftig mit einer kleinen alten Kapelle im Vordergrund des hochformatigen Bildes (Taxe 35.000 bis 50.000 EUR). Manches dieser Gemälde basiert sichtlich auf den Errungenschaften des rund eine Generation älteren Kubismus, etwa Renato Di Bossos „Discesa con paracadute. Aeropittura“ von 1938, das dem Betrachter den Eindruck vermittelt, als säße er selbst im Flugzeug und schaue durch dessen Scheiben auf die Erde hinab (Taxe 20.000 bis 30.000 EUR).

Auch die beiden in ihrer Farbigkeit ausgesprochen erdige Kompositionen „Espanzione di forze + atmosfera“ und „Venditrice de angurie“ von Roberto Marcello Baldessari, die schon von 1915/16 und 1917 datieren, belegen den Einfluss der etwa gleichzeitigen Franzosen (Taxen zwischen 25.000 und 60.000 EUR) – und natürlich das Werk des vielleicht prägnantesten Futuristen, Giacomo Balla. Von ihm bietet das Dorotheum zunächst das extrem breite Temperabild „Linee andamentali“ aus der Zeit um 1920 an, das wohl als Dekorationsentwurf entstand und sich allein auf ein abstraktes Linien und Flächenspiel aus Rot, Orange, Rosa, Blau, Gelb und Weiß beschränkt (Taxe 60.000 bis 80.000 EUR). Sodann gelangt für 50.000 bis 70.000 Euro noch eine rot lackierte, zackige Messingblechskulptur des Meisters zum Aufruf. Die Idee dazu hatte Balla schon 1915, doch die hier vorliegende Arbeit wurde erst 1968, zehn Jahre nach dem Tod des Künstlers, als eines von neun Exemplaren erstellt.

Zwei impressionistische Pastelle, ein Ausschnitt aus dem Garten der Villa Borghese in Rom von circa 1908 (Taxe 40.000 bis 60.000 EUR) und eine rund sechs Jahre ältere „Campagna Romana“ für 25.000 bis 35.000 Euro, stehen dagegen beispielhaft für Ballas vorfuturistische Werkphase. Der am häufigsten aufgerufene Künstler der Auktion ist ebenfalls ein Italiener, Giorgio de Chirico, großteils mit Arbeiten der mittleren und späteren Schaffenszeit. Seine „Piazza d’Italia“ etwa entstand erst 1964, die Idee des entleerten, wie aus Bauklötzen zusammengestellten Raumes ist im Werk des Meisters jedoch schon viel älter (Taxe 200.000 bis 300.000 EUR), wie schon die ebenfalls angebotene „Piazza d’Italia con monumento a Cavour“ von 1949 belegt (Taxe 190.000 bis 250.000 EUR).

Die Auktion beginnt am 28. November um 18 Uhr. Die Besichtigung ist bis zum Auktionsbeginn täglich von 10 bis 18 Uhr möglich. Der Katalog listet die Objekte unter www.dorotheum.com.

Kontakt:

Dorotheum

Dorotheergasse 17

AT-1010 Wien

Telefon:+43 (01) 515 60 0

Telefax:+43 (01) 515 60 443

E-Mail: client.services@dorotheum.at



27.11.2013

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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