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Im Park von Schloss Mainberg bei Schweinfurt, 1874  / Hans Thoma

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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Moderne und zeitgenössische Kunst bei Van Ham in Köln

Krawatte mit Blumen



Annähernd doppelt so umfangreich wie das Angebot aus der klassischen Moderne ist der Bestand an zeitgenössischer Kunst, den das Kölner Auktionshaus Van Ham in dieser Woche seinen Kunden vorlegt. Und auch die Schätzpreise stehen bei ihnen den Schöpfungen der älteren Kollegen nicht nach. Das Hauptlos wird sogar von einem lebenden Künstler gestellt: Für Gerhard Richters kleinformatige „Alpenlandschaft im Winter“, eine schwarz-weiße Leinwand mit einer kleinen zugeschneiten Berghütte aus dem noch fotorealistischen Jahr 1966, möchten die Erben des 2012 verstorbenen Unternehmers und Kunstsammlers Friedrich Victor Rolff und das Auktionshaus 300.000 bis 500.000 Euro sehen. Aus anderer Provenienz gelangt eine braune „Vermalung“ desselben Künstlers für 40.000 bis 60.000 Euro zur Auktion, entstanden 1972 als Stück einer 120teiligen Serie gleichformatiger Bilder, die als Jahresgabe des Westfälischen Kunstvereins Münster unter die Leute gebracht wurde.


Zeitgenössische Kunst

ZERO wird am prominentesten von Otto Piene vertreten, der für den 28. November fast anderthalb Dutzend Bilder stellt, vorwiegend seine markanten Feuerbilder, aber auch das strukturalistische „Rasterbild“ in Gelb aus den Jahren 1959/60 (Taxe 30.000 bis 50.000 EUR). Zum ZERO-Umkreis gehört der gebürtige Brasilianer Almir da Silva Mavignier, was man auch seiner 1964 datierten, unbetitelten Leinwand mit mehreren quadratischen Farbfeldern, die in unterschiedlichen großen Punkten aufleuchten, auf schwarzem Grund ansieht (Taxe 40.000 bis 60.000 EUR). Ein weiterer Brasilianer, Ivan Serpa, erlebt erst seit jüngstem auf dem internationalen Auktionsmarkt einen erstaunlichen Aufschwung von bescheidenen vier- und fünfstelligen Preisen inzwischen bis in die hunderttausender Werte. Eine Privatsammlung aus dem Heimatland des Künstlers hat Van Ham nun mit drei quadratischen Leinwänden der Jahre 1968 und 1972 beschickt, auf denen der Künstler seine an die Konkrete Malerei erinnernden Farbfeldstrukturen erprobte. Je nach Größe liegen die Preise die Bilder mit dekorativer Signalwirkung zwischen 30.000 und mutig-forschen 120.000 Euro.

Ein weißes, zweimal gelochtes „Concetto spaziale“ Lucio Fontanas, der 1899 ja auch in Südamerika geboren wurde, von 1961 erfordert voraussichtlich den Einsatz des hohen, aber marktüblichen Betrages von etwa 120.000 bis 180.000 Euro. Weitere ungegenständliche Arbeiten im Hochpreissegment sind ein weißgraues, zartes Kissenbild Gotthard Graubners von 1969 (Taxe 40.000 bis 60.000 EUR) und Jan Schoonhovens weißes Papiermaché-Relief „R72-6“ mit quadratischen Eintiefungen (Taxe 30.000 bis 50.000 EUR). Etwas bescheidener sind die 2.000 bis 3.000 Euro, die zugunsten der Stiftung Kunstfonds in Bonn für Gerhard Winds konstruktive „Figuration G.X – Ponza II“ aus dem Jahr 1959 eingenommen werden sollen. Einen betonten Gegensatz zu diesen Positionen baut Candida Höfers mit der rund zwei mal drei Metern monumentale Fotografie „Teatro Colón Buenos Aires I“ von 2006 auf. Fast schon unwirklich leuchtet einem das mondäne Innere des historistischen Zuschauerraumes entgegen (Taxe 40.000 bis 50.000 EUR).

Zu den bedeutendsten Plastiken gehört Tony Craggs schwarz patinierte Bronze „Manipulations“ von 1990/91 mit den stilisierten Fingern einer riesenhaften Hand für 50.000 bis 70.000 Euro. Auf dem Etikett einer großen, extrem bunten Katze namens „Kasimir“ von Niki de Saint Phalle aus dem Jahr 1991 stehen dann 110.000 bis 130.000 Euro. Ein Ladenhüter scheint allerdings Christos gezeichnetes und collagiertes Verpackungsprojekt „Wrapped woman“ von 1968 zu sein. 2010 schon einmal bei Van Ham, dann 2011 bei Ketterer in München und Koller in Zürich, ist es jetzt wieder in Köln gelandet und mit 35.000 bis 38.000 Euro preislich gegenüber dem ersten Mal etwa auf die Hälfte gefallen. Mit Feng Zhengjie hat Van Ham auch wieder einen chinesischen Zeitgenossen im Programm. 2007/08 hatte der 1968 geborene Maler seinen großen Boom auf dem internationalen Markt mit hohen sechsstelligen Zuschlagspreisen, inzwischen aber hat sich die Aufregung spürbar gelegt, und sein weibliches „Porträt Nr. 68“ von 2005 rangiert nur bei 30.000 bis 50.000 Euro.

Klassische Moderne

Fast hätte man sich denken können, dass bei der klassischen Moderne wieder ein Rudolf Bauer eine der vorderen Positionen besetzt. Der deutsch-amerikanische Abstrakte gehört seit Jahren zum Standardprogramm bei Van Ham – und siehe da, wieder ist es ein Objekt, das sich früher in der Solomon R. Guggenheim Collection in New York befand. 1938 entstand diese „Andante“ betitelte Ansammlung geometrischer Formen auf quadratischem Format, 230.000 bis 330.000 Euro soll sie kosten. Auch das zweite Los auf der Schätzpreisliste gehört der ungegenständlichen Richtung aus der Zwischenkriegszeit an: Kurt Schwitters’ collagierte Merzzeichnung „Mz 318. ch.“ von 1921, die zwischen 1956 und 1971 durch zahlreiche Ausstellungshäuser in Deutschland, den Niederlanden und der Schweiz tourte, wird bei 140.000 bis 200.000 Euro gehandelt. Mit Max Liebermanns „Reitknecht mit Pferd am Strand“ wohl von 1909 hat Van Ham auch das Werk eines prominenten Impressionisten zu bieten (Taxe 110.000 bis 130.000 EUR), ebenso mit Lesser Urys 1892 datierter „Heuernte“ mit noch realistischem Einschlag für 40.000 bis 60.000 Euro.

Eine schwüle Atmosphäre erzeugt Lovis Corinth 1893 in seiner Darstellung der alttestamentlichen Begebenheit von Simson und Delila in dem Augenblick, da letztere mit ihrem Gefolge gerade ins Gemach des Schlafenden eindringt, um ihm das Haar abzuschneiden und ihn damit seiner übermenschlichen Kraft zu berauben. Der schraffierende Pinselstrich lässt deutlich den seinerzeit starken Einfluss des Pariser Postimpressionismus auf Corinths Malstil erkennen (Taxe 80.000 bis 120.000 EUR). Ein weiteres schönes Werk dieser Richtung, das auch zur derzeitigen Jahreszeit passt, ist Edward Cucuels quadratische „Herbsteinsamkeit“ mit einer jungen Frau unter bunten gelb-braunen Baumkronen für 25.000 bis 30.000 Euro. In einem etwas radikaleren, vor allem in seiner Buntfarbigkeit für den Postimpressionismus bezeichnenden Stil ist Elfriede Thums südliches „Flussufer“ von circa 1913 gehalten. Über die Künstlerin, die ausschließlich unter dem Namen Erich Thum arbeitete, weiß man immer noch ziemlich wenig (Taxe 10.000 bis 15.000 EUR).

Mit dem siebzigsten Todestag Otto Modersohns verbindet Van Ham die Offerte mehrere herbst- und winterlicher Landschaften aus den 1930er Jahren für bis zu 50.000 Euro, dazu kommen zwei weitere Landschaftsbilder seiner Frau Paula Modersohn-Becker für bis zu 60.000 Euro. Mehr in Richtung Symbolismus tendiert Max Ernsts kleines Frühwerk „Die Rabenburg“, gegen 1909 von dem damals etwa 18jährigen geschaffen. Vor einigen Jahren wurde es am selben Ort schon einmal für 18.000 Euro gehandelt, jetzt soll es 25.000 bis 30.000 Euro einbringen. Franz von Stucks an seinen Felsen geketteter „Prometheus“, der unbeweglich die Stürme der Nacht und vor allem die Fressgier des Adlers Ethon ertragen muss, ist hier natürlich ein Musterbeispiel. Das um 1926 geschaffene Gemälde war kürzlich Teil der Christie’s-Auktion von Kunst des 19. Jahrhunderts in London, wurde bei 130.000 bis 180.000 Pfund aber zum Rückgang und ist jetzt für 130.000 bis 150.000 Euro zu haben.

Den Übergang zum Expressionismus markieren Karl Hofers „Lagernde Amazonen“ von 1912. Der Malstil des Bildes mit seinen ineinanderfließenden Farbflächen und den wackelnden Konturen ist für heutige Begriffe aber kein „typischer Hofer“ (Taxe 60.000 bis 80.000 EUR); eher schon die „Fünf Knaben“ von 1954 in ihrer holzschnittartigen Kantigkeit (Taxe 22.000 bis 28.000 EUR). Werke von Lehrer und Schüler der 1932 geschlossenen Breslauer Kunstakademie begegnen sich in Oskar Molls kubistisch beeinflusstem Portrait „Inge mit schwarzem Käppchen“ von circa 1930/32 (Taxe 30.000 bis 40.000 EUR) und Johannes Molzahns tektonisch aufgebautem Profilbildnis „Loretto VI“ von 1952 für 20.000 bis 30.000 Euro.

Besondere Versteigerungsbedingungen verbinden sich mit Alexander Kanoldts neusachlichem „Stillleben mit Gitarre“ aus dem Jahr 1926. Erster Besitzer des Ölgemäldes war der jüdische Rechtsanwalt Ismar Littmann, dessen Sammlung 1935 jedoch von den Nationalsozialisten teilweise beschlagnahmt und zerstört wurde. Kanoldts Stillleben blieb immerhin erhalten, wurde in der Staatsgalerie Stuttgart aufbewahrt und erst 2008 vom Stuttgarter Galerieverein den Littmann-Erben restituiert. Der Ersteigerer erhält den Zuschlag nur unter Vorbehalt, da der Galerieverein respektive die Staatsgalerie innerhalb von einer Woche nach der Auktion ein Vorkaufsrecht wahrnehmen können (Taxe 90.000 bis 120.000 EUR).

Unter den Werken mit kleineren Schätzpreisen sind Eberhard Viegeners unbestechlich nüchternes Stillleben mit Zwiebeln von 1932 (Taxe 4.000 bis 6.000 EUR), Ernst Honigbergers neoklassizistisch „Schreitende Frau mit Krug“ von 1928 (Taxe 6.000 bis 8.000 EUR), Karl Hagemeisters von Gischt bekrönte „Bewegte See“ von 1915 (Taxe 8.000 bis 12.000 EUR), Edgar Endes nächtlich-surrealistische Bootsfahrt am „Felsen im Meer“ von 1936 (Taxe 10.000 bis 15.000 EUR) und Richard Müllers „Meisen“ an einem fast ornamental dahinfließenden Bachlauf von 1924 zu nennen (Taxe 3.000 bis 5.000 EUR). Pablo Picasso ist übrigens auch mit von der Partie, aber nicht nur mit seinen zahlreichen Druckgrafiken, sondern auch mit einer Handzeichnung in Wachskreiden: Blumen und Blüten finden sich da auf einem Velinbogen gezeichnet, der zuvor in die Form einer Krawatte geschnitten wurde. In die Tat umgesetzt wurde der wohl eher spielerisch gemeinte Entwurf allerdings offenbar nicht (Taxe 20.000 bis 25.000 EUR).

Die Auktion beginnt am 28. November um 11 Uhr und wird am 29. November ab 10 Uhr mit der Abteilung „Schätzpreise bis 3.000 Euro“ fortgeführt. Die Besichtigung der Objekte ist bis zum 26. November täglich von 10 bis 18 Uhr möglich. Der Katalog listet die Objekte unter www.van-ham.com.

Kontakt:

Van Ham Kunstauktionen

Hitzelerstraße 2

DE-50968 Köln

Telefon:+49 (0221) 925 86 20

Telefax:+49 (0221) 925 86 24

E-Mail: info@van-ham.com



26.11.2013

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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Alexander Kanoldt, Stillleben mit Gitarre (Stillleben VI), 1926
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Karl Hagemeister, Bewegte See, 1915

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Taxe: 8.000 - 12.000 EURO

Zuschlag: 30.000,- EURO

Losnummer: 41

Lesser Ury, Heuernte, 1892

Lesser Ury, Heuernte, 1892

Taxe: 40.000 - 60.000 EURO

Losnummer: 137

Otto Modersohn, Herbstlicher Birkenweg im Moor, 1904

Otto Modersohn, Herbstlicher Birkenweg im Moor, 1904

Taxe: 8.000 - 12.000 EURO

Zuschlag: 7.500,- EURO

Losnummer: 81

Paula Modersohn-Becker, Zwei Bäume am Weg, um 1903

Paula Modersohn-Becker, Zwei Bäume am Weg, um 1903

Taxe: 25.000 - 40.000 EURO

Losnummer: 86

Otto Modersohn, Wümmesteg im Mond, 1932

Otto Modersohn, Wümmesteg im Mond, 1932

Taxe: 15.000 - 20.000 EURO

Zuschlag: 13.000,- EURO

Losnummer: 82

Otto Modersohn, Tauwetter (Winter an der Schleuse), 1937

Otto Modersohn, Tauwetter (Winter an der Schleuse), 1937

Taxe: 12.000 - 18.000 EURO

Zuschlag: 22.000,- EURO

Losnummer: 84

Paula Modersohn-Becker, Landschaft mit Busch und roten Häusern, um 1900

Paula Modersohn-Becker, Landschaft mit Busch und roten Häusern, um 1900

Taxe: 40.000 - 60.000 EURO

Losnummer: 85

Lovis Corinth, Simson und Delila, 1893

Lovis Corinth, Simson und Delila, 1893

Taxe: 80.000 - 120.000 EURO

Zuschlag: 80.000,- EURO

Losnummer: 23

Otto Modersohn, Winter (Quelkhorner Berg), 1936

Otto Modersohn, Winter (Quelkhorner Berg), 1936

Taxe: 12.000 - 18.000 EURO

Zuschlag: 12.000,- EURO

Losnummer: 83

Franz von Stuck, Prometheus, um 1926

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Losnummer: 80

Alexander Kanoldt, Stillleben mit Gitarre (Stillleben VI), 1926

Alexander Kanoldt, Stillleben mit Gitarre (Stillleben VI), 1926

Taxe: 90.000 - 120.000 EURO

Zuschlag: 155.000,- EURO

Losnummer: 52




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