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Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Moderne und zeitgenössische Kunst bei Grisebach in Berlin

Betonwiese



Max Liebermann, Garten in Noordwijk-Binnen, 1909

Max Liebermann, Garten in Noordwijk-Binnen, 1909

Mit Grisebachs Versteigerung ausgewählter Werke erreicht die Auktionssaison in diesem Herbst wieder einen seiner Höhepunkte. Der Berliner Versteigerer kann diesmal über sechzig hochkarätige Arbeiten vom ausgehenden 19. Jahrhundert bis zur Gegenwart mit Schwerpunkten auf dem deutschen Expressionismus und der Nachkriegsavantgarde vorlegen. Den Beginn machen Klassiker des Impressionismus wie Max Liebermann, dessen Leidenschaft für prachtvolle Blumengärten sein mittleres und spätes Schaffen nachhaltig prägte. Sein heiterer Blick in einen „Garten in Noordwijk-Binnen“ entstand 1909, dem Jahr, als er ein Gelände am Großen Wannsee in Berlin erwarb. Dort baute er später eine Villa und legte einen eigenen Garten an. Unzählige Bilder zeugen von seiner Begeisterung in dieser neuen Umgebung; eines dieser Zeugnisse, die Blumenterasse vor dem Haus nach Nordwesten wohl aus dem Jahr 1915, bietet Grisebach ebenfalls an. Das ältere, etwas größere Gemälde liegt bei 500.000 bis 700.000 Euro, das jüngere bei 350.000 bis 500.000 Euro.


Aus dem Kreis der Worpsweder Künstler gelangt Paula Modersohn-Becker am 28. November mit zwei Arbeiten zum Aufruf: zunächst dem Frühwerk „Landschaft mit Moortümpel“ aus dem Jahr 1900, als sich die junge Künstlerin gerade mit Otto Modersohn verlobt hatte und mit ihm zusammen arbeitete (Taxe 70.000 bis 90.000 EUR), und sodann das expressivere Doppelbildnis „Auf einem Stuhl sitzendes Mädchen mit Kind auf dem Schoß vor Landschaft“ von circa 1904. In Stil und Duktus ist es ein weitaus charakteristischeres Werk der bereits drei Jahre später verstorbenen Malerin (Taxe 250.000 bis 350.000 EUR). Heinrich Vogeler, der ebenfalls zu den Worpswedern gehörte, präsentiert sich mit seinem symbolistischen, etwas manierierten Frauenakt vor einer weiten Landschaft als „Kommender Frühling“ von 1909 (Taxe 40.000 bis 60.000 EUR).

Der Dresdner Expressionismus beginnt wild und feurig mit Karl Schmidt-Rottluffs 1907 entstandenem Stillleben „Vase mit Georginen“, das die Familie des Einlieferers in den 1960er Jahren noch direkt beim Künstler erwerben konnte. Stilistisch geht das Bild mit seinem pastosen Auftrag der kleinen Farbpartikel in die Richtung der französischen Postimpressionisten, die seinerzeit auch Wassily Kandinsky beeindruckten (Taxe 300.000 bis 400.000 EUR). Fünf Jahre später hatte sich Schmidt-Rottluffs Malweise komplett gewandelt: Große kontrastreiche Farbflächen prägen sein „Watt bei Ebbe“, wie Glut leuchtet das Wasser im Licht der untergehenden Sonne, während die Erde und die Boote in schwere blau-schwarze Schatten gehüllt sind. Das großartige, für die Landschaftsauffassung des Meisters wertvolle Bild gelangt für 1 bis 1,5 Millionen Euro aus einer nordrhein-westfälischen Privatsammlung zur Versteigerung. Aus späterer Zeit wird noch Schmidt-Rottluffs schönes Stillleben mit Orangen in einem Korb und einigen Erdnüssen von 1928 für 180.000 bis 240.000 Euro angeboten.

Andere „Brücke“-Künstler kommen mit Arbeiten aus der Zeit nach Ende der Künstlervereinigung zum Zuge, so Otto Mueller mit dem zarten Kreideaquarell „Zwei Mädchen im Wald“ von circa 1925 (Taxe 180.000 bis 250.000 EUR). Aus der Erinnerung an seinen Aufenthalt 1914 in der Südsee schuf Hermann Max Pechstein 1917 das von drei Aktfiguren gesteuerte „Segelnde Kanu“ (Taxe 100.000 bis 150.000 EUR). Emil Nolde ist abgesehen von einer Reihe Druckgrafiken und Aquarellen – so mit der Farblithografie „Die heiligen drei Könige“ von 1913 für 40.000 bis 60.000 Euro oder den „Blumen mit ägyptischer Statuette“ aus den „Ungemalten Bildern“ für 80.000 bis 120.000 Euro – auch mit dem Ölbild „Figur und Blumenstillleben“ aus dem Jahr 1916 für 300.000 bis 400.000 Euro vertreten.

Für den Kreis der Münchner stehen zwei Frauen. Gabriele Münter beeindruckt durch ihr „Interieur mit Weihnachtsbaum“ von etwa 1912/14, in dem vor allem die Transparenz des auf einem Tisch platzierten Bäumchens mit seinen grün-weiß schillernden Farben gut beobachtet ist. Über die USA und die Schweiz kehrt das Gemälde jetzt erst einmal nach Deutschland zurück (Taxe 350.000 bis 450.000 EUR). Die Zweite im Bunde ist Marianne von Werefkin. Unverwechselbar trägt die Bergwelt „A l’Aube“ die Handschrift ihres locker schraffierenden, aber in großen Flächen mit starken Werten denkenden Pinsels. Gemalt hat sie den Bergsee mit aufragenden Felsen 1914/17 in der Schweiz, wohin Werefkin nach Ausbruch des Ersten Weltkriegs zusammen mit Alexej von Jawlensky in kürzester Zeit fliehen musste (Taxe 80.000 bis 120.000 EUR). Jawlensky selbst entsendet zwei Blumenstillleben in die Auktion, das ältere, locker gemalte um 1916 für 100.000 bis 150.000 Euro, das jüngere mit zentraler blauer Vase von 1936 für 80.000 bis 120.000 Euro.

Großen Einfluss auf die Münchner Künstler hatte der Franzose Pierre-Paul Girieud, von dem Grisebach das Großformat „Grand Lesbos“ von 1910, auch unter dem Titel „Baigneuses“ geführt, für 150.000 bis 200.000 Euro anbietet. Man fühlt sich bei den sieben nackten, distanziert wiedergegeben Damen am See ein bisschen an Girieuds Vorbild Paul Gauguin erinnert, aber auch an die Vorläufer der Neuen Sachlichkeit wie den Schweizer Félix Vallotton. Als weiteres Exemplar eines ausländischen Künstlers ist Ossip Zadkines überlebensgroße Holzfigur „Jeune Fille a la cruche“ von 1920 zu nennen, deren etwas unsichere Körperhaltung wohl nicht nur aus der Last des Wassereimers, sondern auch aus der Schlankheit des zur Verfügung stehenden Holzblocks resultiert (Taxe 400.000 bis 600.000 EUR).

Von Lyonel Feininger gibt es das karikaturhafte Ölbild „Der junge Mann aus dem Dorfe (Mühle mit rotem Mann)“ aus der Zeit um 1916/17, in dem bereits deutlich kubistische Formen anklingen. Um 1934 überantwortete der Künstler das Bild dem Quedlinburger Sammler Hermann Klumpp. Später ging es an Feiningers zweite Frau Julia. Nach deren Tod 1970 zunächst in der Nationalgalerie zu Berlin-Ost aufbewahrt, war Feiningers 2011 verstorbener Sohn Theodore Lux Feininger sein letzter Besitzer. Aus dessen Nachlass wird es jetzt für 500.000 bis 700.000 Euro offeriert. Auch Georg Tappert liebte das Überzeichnete und Bizarre. Seine „Groteske I“ von 1919 ist ein absurdes buntes Fest von menschlichen und halbmenschlichen Wesen, die vor einer expressionistisch-kubistischen Landschaft ihren Tanz aufführen (Taxe 150.000 bis 200.000 EUR). Kubistische Züge nimmt zudem Gerhard Marcks’ frühe Holzstele „Weltangst“ von 1919 an, die an eine afrikanische Figur erinnert (Taxe 80.000 bis 120.000 EUR).

Die Abstraktion beginnt mit Erich Buchholz’ in Schwarz, Rot und Gold bemaltem Holzrelief „Neue Tafel Nr. 10“ von 1923 und Carl Buchheisters überwiegend aus schwarzen Flächen bestehender „Dreiformvariation“ von 1928 für jeweils rekordverdächtige 80.000 bis 120.000 Euro. Fritz Winters Bildfolge „Triebkräfte der Erde“ datiert von 1944, als der Künstler sich gerade von einer Kriegsverletzung erholte. Ein Exemplar aus dieser Serie, die eigentlich ganz wider die nationalsozialistische Kunstauffassung stand und nur heimlich auf kleinem Format geschaffen werden konnte, wartet für 50.000 bis 70.000 Euro auf einen Abnehmer.

Nach dem Krieg feierte die abstrakte Malerei fröhliche Urständ mit Willi Baumeisters prachtvoller Komposition „MO“ von 1954, in deren Zentrum sich ein großer schwarzer Klecks ausbreitet (Taxe 250.000 bis 350.000 EUR), seinem trotz des Titels ausschließlich gemalten, zeichenhaften „Relief mit grüner Figur (überarbeitet)“ von 1953/54 für 400.000 bis 600.000 Euro sowie den beiden Arbeiten „Mit gelbem Vogel“ 1950 und „Figuration in Blau und Rot“ 1963 von Ernst Wilhelm Nay für jeweils 200.000 bis 300.000 Euro. Informell bleibt es mit Gerhard Hoehmes quirligem Zeichensystem „Unter der Last der Erinnerung immer drängt der Hoffnung blühender Raum“ von 1965 (Taxe 40.000 bis 60.000 EUR) und Emil Schumachers etwas weniger aufwendig betiteltem „Tebaga“ in Glutrot mit schwarzen Furchen von 1961 für 180.000 bis 240.000 Euro.

Für die Skulptur jener Zeit steht Norbert Krickes aus unzähligen kleinen Edelstahlstäben geschweißte Plastik „Chi“ von 1961, die ihre Fühler wirr in den Raum ausstreckt (Taxe 100.000 bis 150.000 EUR). Auf geometrischen Grundformen baut dagegen Hermann Glöckners spitzwinklige Stahlblechskulptur „Mast mit zwei Faltungszonen“ von 1975 auf (Taxe 18.000 bis 24.000 EUR). Die jüngere Kunst repräsentieren Roy Lichtensteins gerasterte „Nude with blue hair, state I“, ein Farbhochdruck von 1994 für 120.000 bis 150.000 Euro, und Isa Genzkens konzeptuelle „Wiese“ von 1990 aus einem Stück Beton mit einer welligen, zerfurchten und gerissenen Oberfläche auf schlichtem Stahlgestell (Taxe 200.000 bis 250.000 EUR).

Rund 330 weitere Werke der modernen und zeitgenössischen Kunst bietet Grisebach am 29. November an. Für die teuersten Stücke muss man hier voraussichtlich noch einmal mittlere bis hohe fünfstellige Beträge berappen, etwa für 40.000 bis 60.000 Euro für Christian Rohlfs’ postimpressionistischen „See mit Badenden“ von 1903 oder 50.000 bis 70.000 Euro für Franz Radziwills surrealistischen „Vogelzug über Dangast“ von 1960. Etwa im gleichen Preisrahmen bewegt sich Johann Georg Müllers dunkles „Stillleben mit Birnen“ von 1959. Der in der breiten Öffentlichkeit fast unbekannte Pfälzer kann sicher wieder auf seinen zahlungsfähigen Fanclub rechnen. Hans Purrmanns sommerlich-südlicher Blick über Florenz in kräftigen Farben von 1936 verlangt 50.000 bis 70.000 Euro, Barthel Gilles’ drei Jahre jüngeres, neusachliches „Stillleben mit Amaryllis am Fenster“, hinter dem sich eine verschneite Winterlandschaft auftut, dagegen nur 6.000 bis 8.000 Euro.

Ansonsten werden auch Freunde weniger bekannter Namen fündig. Von dem Expressionisten César Klein steht ein kraftvolles Stillleben mit Blumen, Früchten und Büchern aus der Zeit um 1915 zur Verfügung (Taxe 30.000 bis 40.000 EUR). Der 1931 früh verstorbene Helmut Kolle wartet mit einem nachdenklichen „Jeune homme en chemise“ von 1930 auf. Charakteristisch für den gebürtigen Berliner, der zu jener Zeit allerdings schon lang in Frankreich lebte, sind der breite Farbauftrag und die holzschnittartigen Kontraste, mit denen er seine Motive auf die Leinwand bannte (Taxe 20.000 bis 30.000 EUR). Fast gleichzeitig datiert Lotte Lasersteins „Spanische Frau“, die mit ihrem unsicheren Blick an die Gestalten Karl Hofers erinnert (Taxe 20.000 bis 30.000 EUR).

Eine buntfarbige und fast abstrakte „Erinnerung an Hamburg“ stellte Curt Ehrhardt 1920 zusammen. Die genossene Liebe scheint in sich einer vollbusigen Frauengestalt bemerkbar zu machen (Taxe 15.000 bis 20.000 EUR). Bemerkenswerte dadaistische Zeugnisse in einer zunehmend erdrückenden politisch-gesellschaftlichen Atmosphäre sind die Collagen des Leipzigers Karl Hermann Trinkaus. Als schien er das Kommende zu ahnen, stellte er 1931 aus zahllosen Papierschnipseln mit Totentanz- und Vanitas-, aber auch politischen Motiven eine Gasmaske zusammen, die sich dem Betrachter unmittelbar und frontal entgegenstreckt (Tax 8.000 bis 10.000 EUR). Bei den Jüngeren sind Wojciech Fangors blau-grüner Kreis auf weißem Grund „E 18“ von 1966 (Taxe 40.000 bis 60.000 EUR), Uwe Lausens nihilistisches „Relief Nr. 4, Die Gattung Mensch“ von 1964 (Taxe 35.000 bis 45.000 EUR) und aus der aktuellen Riege eine unbetitelte Raumverschachtelung Martin Kobes aus dem Jahr 2003 zu nennen (Taxe 25.000 bis 35.000 EUR).

Die Auktion „Ausgewählte Werke“ beginnt am 28. November um 17 Uhr, die „Moderne Kunst“ am 29. November um 11 Uhr und Zeitgenössische Kunst um 14:30 Uhr. Die Besichtigung der Werke ist bis um 25. November täglich von 10 bis 18 Uhr, am 26. November von 10 bis 17 Uhr möglich. Der Internetkatalog listet die Objekte unter www.villa-grisebach.de.

Kontakt:

Grisebach

Fasanenstraße 25

DE-10719 Berlin

Telefon:+49 (030) 885 91 50

Telefax:+49 (030) 882 41 45

E-Mail: auktionen@grisebach.com



25.11.2013

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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28.11.2013, Ausgewählte Werke







Heinrich Vogeler, Kommender Frühling, 1909

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Taxe: 40.000 - 60.000 EURO

Zuschlag: 90.000,- EURO

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Taxe: 80.000 - 120.000 EURO

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Paula Modersohn-Becker, Auf einem Stuhl sitzendes Mädchen mit Kind auf dem Schoß vor Landschaft, um 1904

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Taxe: 250.000 - 350.000 EURO

Zuschlag: 420.000,- EURO

Losnummer: 5

Otto Mueller, Zwei Mädchen im Wald, um 1925

Otto Mueller, Zwei Mädchen im Wald, um 1925

Taxe: 180.000 - 250.000 EURO

Zuschlag: 290.000,- EURO

Losnummer: 13




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