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Im Park von Schloss Mainberg bei Schweinfurt, 1874  / Hans Thoma

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Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

20 Jahre im Kinsky werden mit einer Jubiläumsauktion gefeiert

Gratulanten allerorten



Jan Breughel d.J., Bacchus und Gefolge, um 1635

Jan Breughel d.J., Bacchus und Gefolge, um 1635

Ebenso umfangreich und bedeutend wie Modere und Zeitgenössische Kunst sowie der Jugendstil-Sektor sind deren ältere Pendants bei der großen Jubiläumsauktion zum zwanzigjährigen Bestehen des Wiener Auktionshauses im Kinsky. Wer hat sich hier alles zum Gratulieren eingestellt? Bei den Alten Meistern zum Beispiel Bacchus samt Gefolge in einer märchenhaften, paradiesischen Landschaft Jan Breughels d.J. aus der Zeit um 1635. Der Gott des Weines hat soeben sein Glas erhoben und scheint mit dem Betrachter für 70.000 bis 140.000 Euro anstoßen zu wollen. Bei David Vinckboons d.Ä. ist es um 1610 eine elegante Gesellschaft, die sich unter Bäumen nahe einer Burg ein Stelldichein gibt und bei Musik, guten Gesprächen und Wein das schöne Leben genießt. Einer der Herren hat allerdings schon einen über den Durst getrunken und sich einfach im Schoß einer Dame niedergelassen. Hier stehen 80.000 bis 150.000 Euro auf dem Etikett. Bei den Neueren Meistern geht uns Ferdinand Georg Waldmüllers „Veilchenmädchen“ aus des Künstlers letztem Lebensjahr 1865 für 130.000 bis 250.000 Euro fröhlich entgegen. Und zwei lustig guckende Herren, ein Papst und ein Mönch, haben sich in der Antiquitätenabteilung auf die Knie geworfen. Wem sie damit huldigen, ist anhand des Fragmentes allerdings nicht ersichtlich. 20.000 bis 40.000 Euro soll das originalfarbig gefasste Lindenholzrelief des Meisters von Heiligenblut aus dem frühen 16. Jahrhundert kosten.


Alte Meister

Jede Rubrik hat wieder ihren eigenen Katalog bekommen. Die Alten Meister sind mit knapp siebzig Losnummern angetreten. Dort finden sich große Schätze wie eine erdige Landschaft mit drei Landleuten von Jan van Goyen aus dem Jahr 1642 (Taxe 40.000 bis 80.000 EUR) oder Nicolaes Berchems südliche Hafenansicht mit vornehmer Figurenstaffage auf einem Queroval von circa 1660 (Taxe 70.000 bis 120.000 EUR), aber auch kleinere, günstigere wie das Bildnis des jungen Fürsten Francesco I. de’ Medici aus der Hand des Florentiners Tommaso Manzuoli, genannt Maso da San Friano, um 1560, oder eine schöne Vermählung der heiligen Katharina mit dem Jesusknaben auf Kupfer, die für Hans Rottenhammer in Anspruch genommen wird (Taxen je 15.000 bis 30.000 EUR). Reichliche Ernte hält der Tod in einem Gemälde wohl von Antoine Caron, das eine Allegorie des Krieges darstellen soll. Soeben macht sich das Gerippe an einen vornehmen Feldherrn heran, der ihm allerdings ziemlich unerschrocken aus seinem Zelt entgegentritt, während sich die Hofnarren hinter Gewehren und Schilden verstecken (Taxe 50.000 bis 100.000 EUR).

Das prachtvolle österreichische Rokoko vertreten Franz Christoph Jannecks Pendants der Kreuzabnahme und der Grablegung Christi aus dem Jahr 1758 für je 25.000 bis 50.000 Euro und Johann Georg Platzers fast in Miniaturformat verbildlichte Szene aus Torquato Tassos „Gerusalemme Liberata“, in der der junge Kreuzritter Rinaldo von der Zauberin Armida in ihr Schloss entführt wird (Taxe 50.000 bis 100.000 EUR). In zwei feinen, von Blaumeise und Fink belebten Blumenstillleben aus dem Jahr 1796 lässt Johann Baptist Drechsler die Stilllebenmalerei der alten Niederländer wieder hochleben (Taxe 50.000 bis 100.000 EUR). Schon eine Flusslandschaft mit Dorffest des 1676 geborenen Theobald Michau kann als Beispiel eines frühen Retro-Stils gelten, mutet die gut achtzig Zentimeter breite Holztafel doch wie ein Werk der Breughel-Familie an, die rund hundert Jahre vorher gewirkt hatte (Taxe 40.000 bis 80.000 EUR). Den Übergang in die neue Epoche des Klassizismus markieren ein Brandopfer in einem monumentalen Rundtempel von Ludwig Kohl aus dem Jahr 1815 (Taxe 4.000 bis 8.000 EUR), eine schöne junge Frau in Gestalt der Jugendgöttin Hebe von Johann Baptist Lampi d.Ä. (Taxe 15.000 bis 30.000 EUR) und einige Karnevalsgestalten vor dem Dogenpalast in Venedig von Giuseppe Bernardino Bison um 1830/40 (Taxe 20.000 bis 40.000 EUR).

Neuere Meister

Die Heimkehr einer Herde bei aufziehendem Gewitter in einer weiten Landschaft, gemalt 1853 von Friedrich Gauermann, macht den stürmischen Beginn der Neueren Meister auf der Jubiläumsauktion (Taxe 70.000 bis 140.000 EUR). Wenig später kommt der österreichische Biedermeiermaler noch mit einer idyllischen Ansicht der Leinersäge beim Lachenbauer zum Aufruf, ein bemerkenswert reifes Frühwerk des etwa 19jährigen Wiener Akademieschülers aus dem Jahr 1826 (Taxe 50.000 bis 100.000 EUR). Ein hübsches Genrebild schuf Josef Danhauser 1844 in Gestalt seines „Dorfpolitikers“, der sich gestenreich in einem Wirtshaus produziert, bei seinen Zuhörern damit aber nur spöttische Blicke oder gar wohligen Schlaf hervorruft. Johann Matthias Ranftls durch einen treuen Hund „Bewachte Mittagrast“ zweier kleiner Mädchen von 1839 rechnet dagegen mit der Gefühligkeit des Betrachters (Taxen je 25.000 bis 50.000 EUR).

Auf den ersten Blick ein alter Bekannter auf dem österreichischen Kunstmarkt scheint Friedrich von Amerlings „Mädchen mit Strohhut“ um 1835 zu sein, das den Kopf nachdenklich auf den Arm gestützt hat und nach links aus dem Bild herausschaut. Doch das Gemälde, das vor drei Jahren im Dorotheum für stolze 1,3 Millionen Euro über den Tresen ging, war eine andere Version desselben Motivs. Die jetzt angebotene, fast formatgleiche und nur vielleicht etwas summarischer angelegte Fassung hat das Kinsky vorsichtig mit 100.000 bis 200.000 Euro angesetzt. Fast naturalistisch beobachtet, wirkt Albin Egger-Lienz Ölstudie eines knienden Mannes, geschaffen während der langwierigen Entstehung von seinem frühen Hauptwerk „Ave Maria nach der Schlacht am Bergisel“ 1894/96. Das Gewehr auf dem Rücken und die Binde um den Kopf zeugen noch von den Auseinandersetzungen der Tiroler Bauern gegen Bayern und Franzosen 1809 (Taxe 50.000 bis 100.000 EUR).

Die bedeutendsten Papierarbeiten kommen wieder von dem reisenden Aquarellisten Rudolf von Alt, der unter anderem gegen 1853 den Prager Karlsbrückenturm auf der Kleinseite exakt portraitierte (Taxe 50.000 bis 100.000 EUR). Zwei im Riesenformat identische, prachtvolle Alpenpanoramen schuf der lange in München ansässige Engländer Edward Theodore Compton für ein Luxushotel im Nordtiroler Ort Igls. Der Blick geht einmal ins Stubaital und einmal ins Inntal (Taxen je 35.000 bis 70.000 EUR). Groß ist die Auswahl an Werken des österreichischen Impressionismus mit Theodor von Hörmanns weitem Blick über die Ruinen von Taormina hinweg auf den schneebedeckten Ätna aus dem Jahr 1894 (Taxe 45.000 bis 90.000 EUR), Emil Jakob Schindlers „Schwefelbacherl bei Goisern“ mit einem badenden Kind von 1885 (Taxe 50.000 bis 100.000 EUR) oder vor allem zwei großformatige Pendants mit sommerlichen und herbstlichen Alleen von Olga Wisinger-Florian aus den Jahren 1909 bis 1911 (Taxen zwischen 100.000 und 300.000 EUR).

Skulpturen und Antiquitäten

Hunderttausenderwerte gelangen auch bei den Antiquitäten zum Aufruf, so eine große, bronzene Reiterstatue des aus Mergentheim stammenden, in Tirol wirkenden Meisters Caspar Gras und seiner Werkstatt. Wen der Mann hoch zu Ross darstellt, ist nicht ganz klar, doch dürfte es sich um Erzherzog Ferdinand Karl von Tirol handeln, der 1646 bis zu seinem frühen Tod 1662 die Provinz regierte (Taxe 80.000 bis 150.000 EUR). Gar 100.000 bis 200.000 Euro soll die Carraramarmorfigur „Psyche“ von Josef Kähsmann kosten, der 1823 bis 1829 als Stipendiat in Rom lebte, dort von Bertel Thorvaldsen gefördert wurde und unter seinem und der reichen römischen Kunsttradition Einfluss in der Mitte jener Jahre die unterlebensgroße Frauengestalt meißelte. Der Hand Johann Peter Schwanthalers d.Ä., Mitglied jener weitverzweigten süddeutsch-österreichischen Bildhauerfamilie, entstammt eine bewegte Maria Immaculata im Stil des späten Rokokos für 35.000 bis 70.000 Euro.

Unter den Möbeln wird ein österreichischer Barockschreibschrank mit Aufsatz ob seiner feinen, reich von vergoldeter Bronze unterstützten Verzierung am höchsten gehandelt (Taxe 50.000 bis 100.000 EUR). Zu den ältesten Stücken gehört ein trauernder Johannes aus einer unterlebensgroßen Kreuzigungsgruppe Tiroler Herkunft der Zeit um 1400 für 40.000 bis 80.000 Euro. An Jahren übertroffen wird die anrührende Holzfigur allerdings von einem prachtvollen Ring in Steigbügelform mit großem Jadeit und herrlicher Cloisonné-Verzierung – und auch den weiteren Weg hat er hinter sich: Mitte des 11. Jahrhunderts soll er, so vermuten die Experten, in Byzanz entstanden sein. Aus Wiener Privatbesitz wird er jetzt für 25.000 bis 50.000 Euro zur Jubelauktion eingeliefert, deren es übrigens bald wohl eine weitere geben wird: Denn zwar wird das Kinsky jetzt 20, hält aber in Kürze auch seine 100. Versteigerung ab. Im Mai 2014 dürfte also nochmals groß gefeiert werden.

Die Auktion beginnt am 27. November um 17 Uhr mit den Skulpturen und Antiquitäten, am 28. November folgen ebenfalls um 17 Uhr die Alten Meister und um 18 Uhr die Bilder des 19. Jahrhunderts. Die Besichtigung ist bis zum Auktionsbeginn täglich von 10 bis 18 Uhr, samstags von 10 bis 17 Uhr und sonntags von 11 bis 17 Uhr möglich. Der Katalog listet die Objekte unter www.imkinsky.com.

Kontakt:

im Kinsky - Kunst Auktionen GmbH

Freyung 4

AT-1010 Wien

Telefax:+43 (01) 532 42 00-9

Telefon:+43 (01) 532 42 00

E-Mail: office@imkinsky.com



25.11.2013

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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26.11.2013, 98. Auktion - 20 Jahre Auktionshaus im Kinsky

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im Kinsky - Kunst Auktionen

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Gratulanten aller Arten

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Tommaso Manzuoli, genannt Maso da San Friano, Francesco I. de’ Medici, um 1560
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Josef
 Kähsmann, Psyche, 1826
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Trauernder Johannes, Tirol, um 1400
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Josef Danhauser, Die Dorfpolitiker, 1844

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Taxe: 25.000 - 50.000 EURO

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Johann Baptist Drechsler, Blumenstillleben mit Schmetterling und Blaumeise – Blumenstillleben mit Schmetterling und Fink, 1796

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Taxe: 50.000 - 100.000 EURO

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Losnummer: 57

Nicolaes Berchem, Südlicher Hafen mit eleganter Staffage, um 1660

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Taxe: 70.000 - 120.000 EURO

Zuschlag: 90.000,- EURO

Losnummer: 17

Rudolf von Alt, Brückenturm auf der Kleinseite in Prag, um 1853

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Taxe: 50.000 - 100.000 EURO

Zuschlag: 65.000,- EURO

Losnummer: 140

Olga Wisinger-Florian, Ulmenallee im Park des Klosters Euxinograd bei Varna am Schwarzen Meer, 1911

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Franz Christoph Janneck, Grablegung Christi, 1758

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