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Alles andere als ein Kunstfunktionär. Mit der Nominierung des Polen Adam Szymczyk zum Künstlerischen Direktor der Documenta 14 öffnet sich die Weltkunstschau neuen Perspektiven

Frisch und unangepasst



Adam Szymczyk ist neuer Leiter der Documenta 2017

Adam Szymczyk ist neuer Leiter der Documenta 2017

Nach der Documenta ist vor der Documenta. Und so hat die Findungskommission für den Posten des Documenta-Leiters bereits rund vierzehn Monate, nachdem die Documenta 13 ihre Tore geschlossen hat, heute bekannt gegeben, dass der Pole Adam Szymczyk die vom 10. Juni bis 17. September 2017 stattfindende Documenta 14 als Künstlerischer Direktor leiten wird. Zusammengesetzt war die Kommission aus acht internationalen Kunstexperten, darunter die deutschen Kuratoren Susanne Gaensheimer, Direktorin des Museums Moderner Kunst in Frankfurt und zweimalige Kommissarin des Deutschen Pavillons in Venedig, und Matthias Mühling, ab kommendem Jahr Direktor des Münchner Lenbachhauses. Mit dabei waren aber beispielsweise auch die Koreanerin Kim Hong-hee und Koyo Kouoh aus dem Senegal.


Adam Szymczyk ist im internationalen Kunstbetrieb kein Unbekannter. Nach einem Kunstgeschichtsstudium in Warschau nahm Szymczyk Mitte der 1990er Jahre am renommierten „Curatorial Training Program“ des Kunstcenters De Appel in Amsterdam teil und wirkte anschließend als Kurator in der Warschauer Foksal Gallery Foundation, die junge polnische Kunst auch auf Messen im Ausland bekannt machte. Szymczyk leitet seit 2003 die Kunsthalle Basel, ist aber auch sonst umtriebig genug, um weltweit Ausstellungsprojekte zu betreuen. So war er 2008 gemeinsam mit Elena Filipovic Co-Kurator der 5. Berlin Biennale. Andere Projekte führten ihn beispielsweise nach Göteborg oder Mexico City.

Geboren wurde Adam Szymczyk 1970 in Piotrków Trybunalski, einer Kreisstadt in Zentralpolen. Als er vier Jahre alt war, zog die Familie nach Lodz um. Bereits als Schüler interessierte er sich für Kunst. Mit 15 entdeckte er dann ein Buch, das seinen Zugang zur Kunst verändern sollte: Hans Richters „Dada – Kunst und Antikunst“, in dem der 1888 in Berlin geborene und 1940 in die USA emigrierte Dadaist seine Erinnerungen an seine wilden Zürcher Dada-Jahre Revue passieren ließ. Szymczyk: „Dadaismus, dass war etwas vollkommen Neues für mich. Vorher dachte ich, Kunst sei nur schöne Malerei so wie in der Sixtinischen Kapelle. Ich interessierte mich für Punk und New Wave Musik, und in diesem Buch ging es genau um die gleichen Dinge. Es hat auch diese rebellische Grundhaltung, aber natürlich auf eine ganz andere Art und Weise.“

Einen gewissen Hang zum Nonkonformismus verkörpert der jungenhaft wirkende Szymczyk bis heute. Der extrem schlanke, groß gewachsene Kunsthistoriker mit den stets etwas struppigen Haaren wurde von der New York Times 2011 als „kuratierender Rockstar“ bezeichnet, was durchaus als Kompliment gemeint war. Szymczyk ist alles andere als ein Kunstfunktionär im grauen Einheitsflanell verbeamteter Kuratoren. Wie kaum ein anderer sucht er die Nähe zu Künstlern und versucht, Projekte nicht über ihren Kopf hinweg sondern mit ihnen gemeinsam zu entwickeln. Er hat den Ruf, sich nach neuen, experimentellen und avantgardistischen Positionen umzuschauen. Der Bekanntheitsgrad eines Künstlers interessiert ihn dabei weniger als der innovative Gehalt seiner Arbeit. Die polnische Bildhauerin Monika Sosnowska – sie bespielte 2007 den Polnischen Pavillon in Venedig – lobt Szymczyks Offenheit: „Mit Adam zu arbeiten ist sehr speziell. Man hat das Gefühl, ein gemeinsames Abenteuer zu bestehen, man kreiert etwas zusammen, und das fühlt sich einfach perfekt an.“

Die Liste seiner Basler Ausstellungen liest sich wie ein Who’s Who der jüngeren internationalen Kunstproduktion: Christoph Büchel, Thea Djordjadze, Cyprien Gaillard, Danh Vo oder Bettina Pousttchi. Daneben wirft Adam Szymczyk aber immer wieder prononcierte Seitenblicke auf die Avantgarden früherer Jahrzehnte und natürlich auch auf die mittlerweile weltweit erfolgreiche Kunst seiner polnischen Heimat. Mit Piotr Uklanski, Paulina Olowska oder Artur Zmijewski hat er in Basel zentrale Positionen polnischer Gegenwartskunst präsentiert.

Mit Adam Szymczyk hat die Documenta in Kassel für ihre 14. Ausgabe also erstmals einen aus Osteuropa stammenden Leiter gefunden, der die wichtigsten Eigenschaften, die für einen solchen Posten nötig sind, gewiss im Gepäck hat: Internationale Vernetzung, Neugier auf neue Positionen, einen guten Draht zu Künstlern und last, but not least eine gehörige Portion Unangepasstheit.

www.documenta.de



22.11.2013

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Nicole Büsing & Heiko Klaas

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