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Die Düsseldorfer Galerie Ludorff zeigt eine feine Schau mit Werken von Christian Rohlfs

Begrüßung mit Blumen



in der Ausstellung „Christian Rohlfs. Magie der Farben“

in der Ausstellung „Christian Rohlfs. Magie der Farben“

Aus 16 roten Tulpen besteht der Strauß, mit dem der Besucher im Foyer der Düsseldorfer Galerie Ludorff begrüßt wird. Bestechend abgetönt und variiert sind die kräftigen Blütenfarben, die aus dem gezackten grünen Blätterwald hervorquellen. Auch Narzissen und Amaryllis bereichern das Angebot an hübschen Blumenaquarellen. Mit Emil Nolde wird Christian Rohlfs zu den begnadeten Blumenmalern der deutschen Kunst im frühen 20sten Jahrhundert gezählt. Um Licht und Farben zu einer Einheit zu verschmelzen, bewegte sich Rohlfs im Laufe der 1920er Jahre weg von der Ölmalerei hin zur Aquarell- und Temperamalerei, die er weiter verfeinerte und entmaterialisierte. Farbschichten wischte er partiell oder ganzflächig ab, um sie danach wieder zu bemalen; zudem schabte er die Blätter mit der Drahtbürste ab. Damit verlieh Rohlfs seinen Werken eine durchscheinende, lichte Wirkung. Im Laufe der Jahre gelangen ihm Farbklänge von hoher Subtilität. Zudem bevorzugte Rohlfs ein vorherrschendes Grundkolorit, dem er gegenseitig steigernde Begleittöne beiseite stellte. Konkret lässt sich diese Entwicklung anhand seiner stimmungsvollen Blumenbilder nachvollziehen.


Rund 30 erlesene Arbeiten Christian Rohlfs’ verwandeln derzeit die herrschaftlichen Räume der Düsseldorfer Galerie Ludorff in der Beletage über der Königsallee in eine Zone kontemplativer Muße. Drei Salons widmen sich unterschiedlichen Sujets. Von eigenem Reiz beseelt sind die Architekturmotive im ersten Raum. „Häuser in Soest“, ein Ölgemälde auf Leinwand, stammt aus dem Jahr 1907 und führt Rohlfs malerische Anfänge vor Augen. Kleine kurze Striche in durchgängig graubraunen Erdfarben ergießen sich über die gesamte Bildfläche, durchsetzt von blauen und roten Einsprenkeln. Einst gehörte das Bild dem Kunstmuseum in Marl, bevor es zugunsten der Neuausrichtung auf Skulpturen schon vor Jahrzehnten veräußert wurde und in eine Privatsammlung gelangte. Nun steht das museale Stück erneut zum Verkauf (Preis auf Anfrage). Schemenhaft gefasste Stadtansichten von Bad Sooden-Allendorf aus dem Jahr 1923 zeigen Rohlfs’ langsame Loslösung von konkreten Motiven. Die aquarellierten oder in Wassertempera gehaltenen Arbeiten lassen ähnlich wie beim Blick durch eine vom Regenschauer nasse Scheibe die Bauten eher erahnen als konkret fassen.

Christian Rohlfs, geboren 1849 in Niendorf im schleswig-holsteinischen Kreis Segeberg, hatte zwischen 1870 und 1900 seine künstlerische Prägung in Weimar erhalten. Durch einen Kletterunfall 1863 verletzt und zwei Jahre ans Bett gefesselt, begann er zu Zeichnen und kam mit Personen in Kontakt, die sein Talent förderten. Kurz nach Antritt des Studiums musste er wegen der Amputation des rechten Beines erneut eine Auszeit nehmen. Im Herbst 1874 setzte er seine Ausbildung fort und bezog 1881 in Weimar ein eigenes Atelier. Sein Werkschaffen war zunächst von der Schule von Barbizon beeinflusst. Nach dem Studienabschluss 1884 beschäftigten ihn die französischen Impressionisten, in dessen Folge sein Malstil lockerer und lichterfüllter wurde. Die schon erwähnten „Häuser in Soest“ dokumentieren Rohlfs’ pointillistische Phase. In diesen Jahren inspirierten ihn auch Gemälde Vincent van Goghs sowie anderer Nachimpressionisten, die Rohlfs im Hagener Museum Folkwang sah, wo ihm der Initiator Karl Ernst Osthaus um 1900 ein Atelier einrichtete.

Nun geht es Schlag auf Schlag: Rohlfs reist viel, lernt bedeutende Künstler wie Edvard Munch, Henri Matisse oder Emil Nolde kennen, gibt schließlich sein Weimarer Atelier auf und weilt ab 1919 rund zwei Jahre in der Avantgardestadt München, wo er sich im Windschatten der „Neuen Künstlervereinigung München“ und des „Blauen Reiters“ künstlerisch weiterentwickelt. Von einem gemäßigten Impressionismus gelangt er zu einem lyrischen Expressionismus von deutlich abgeschwächten Schärfen. Wie sich in den Jahren nach 1912 Rohlfs’ Formensprache zunehmend vom Gegenstand löst, zeigen nach Bauten und Blumen die „Visionären Landschaften“ im dritten Raum. Farben und Formen wandern an die Grenze zur Abstraktion. Die meisten der Motive spielen am Lago Maggiore. Rohlfs, der sich immer häufiger in Ascona aufhält, malt flirrende Lichtspiegelungen, kreiert Farbklänge von großer Subtilität, bei denen Licht und Farbe zur Einheit verschmelzen und eine luzide Atmosphäre erzielen.

Zwar wird ihm 1930 in der Hagener Villa Post ein eigenes Museum eingerichtet, was übrigens das erste öffentliche Museum für einen Maler der Avantgarde in Deutschland ist, doch der Groll gegenüber seinem Heimatland wächst. Die in der Ausstellung zusammengestellten Landschaftsbilder aus den 1930er Jahren zeigen – adäquat zu den Geschehnissen der Zeit – eher düstere, abgedunkelte, bei weitem nicht mehr so leuchtende Farben. Als „Entarteter Künstler“ muss er es noch mit ansehen, wie 1937 über 412 Arbeiten aus deutschen Museen beschlagnahmt werden; darüber hinaus erhält er Ausstellungsverbot. Am 8. Januar 1938 verstirbt Rohlfs in seinem Hagener Atelier.

Die Ausstellung „Christian Rohlfs. Magie der Farben“ ist noch bis zum 11. Januar 2014 zu sehen. Die Galerie Ludorff hat dienstags bis freitags von 10 bis 18 Uhr, samstags von 11 bis 14 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei.

Kontakt:

Galerie Ludorff GmbH

Königsallee 22

DE-40212 Düsseldorf

Telefon:+49 (0211) 32 65 66

Telefax:+49 (0211) 32 35 89

E-Mail: mail@ludorff.com



18.11.2013

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Hans-Peter Schwanke

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in der Ausstellung „Christian Rohlfs. Magie der Farben“
in der Ausstellung „Christian Rohlfs. Magie der Farben“

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Christian Rohlfs, Bad Sooden-Allendorf, 1923
Christian Rohlfs, Bad Sooden-Allendorf, 1923

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Christian Rohlfs, Canna indica, 1932
Christian Rohlfs, Canna indica, 1932

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Christian Rohlfs, Mondschein am Lago Maggiore, 1932
Christian Rohlfs, Mondschein am Lago Maggiore, 1932

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Christian Rohlfs, Häuser in Soest, 1907
Christian Rohlfs, Häuser in Soest, 1907

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Christian Rohlfs, Rote Tulpen in Vase, 1910
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Künstler:


Christian Rohlfs







Christian Rohlfs, Bad Sooden-Allendorf, 1923

Christian Rohlfs, Bad Sooden-Allendorf, 1923

Christian Rohlfs, Canna indica, 1932

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Christian Rohlfs, Mondschein am Lago Maggiore, 1932

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Christian Rohlfs, Häuser in Soest, 1907

Christian Rohlfs, Häuser in Soest, 1907

Christian Rohlfs, Rote Tulpen in Vase, 1910

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