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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Einige Überraschungen und viel Althergebrachtes bei der Grafikauktion von Winterberg in der Schlossstadt am Neckar

Nur für brave Kinder



Albrecht Dürer, Das Wappen mit dem Totenschädel, 1503

Albrecht Dürer, Das Wappen mit dem Totenschädel, 1503

Auch in diesem Oktober bediente das Kunstantiquariat Winterberg in Heidelberg wieder vor allem die Liebhaber der Grafik und Druckgrafik. Vom 15ten bis ins 21ste Jahrhundert reichten die Angebote. Dabei kam Altbekanntes unter den Hammer genauso wie einige Perlen, die sich als Überraschungserfolge entpuppten. Die drei im Vorfeld hoch taxierten Blätter Albrecht Dürers taten sich beispielsweise schwer beim Publikum. So konnten „Der Liebesantrag“ von 1495 und das Brustbild des Kaiserlichen Reichskammergerichtsverwalters Ulrich Varnbühler von 1522 wohl wegen des schlechten Zustandes nicht überzeugen. Hier hatten 17.800 Euro und 12.500 Euro auf dem Etikett gestanden. Für das gut erhaltene, äußerst dekorative „Wappen mit dem Totenschädel“ von 1503 fiel der Hammer bei 20.000 Euro und blieb somit etwas hinter den erwarteten 22.800 Euro zurück.


Einige Sensationen machte dies allerdings wenig später wieder wett. Für zwei Kinderbücher trieben die Bieter den Preis um ein Vielfaches der Taxe nach oben. Die 44 Scherenschnitte als Vorlagen für die „Fibel für artige Kinder in Silhouetten und Reimen“ von Karl Hermann Fröhlich konnten statt der veranschlagten 450 Euro stattliche 3.400 Euro erzielen. Das um 1869 publizierte Werk trägt den charmanten Titel „Herzblättchens rothes ABC“ und weckte das Interesse wohl auch wegen der handschriftlichen Vermerke des Künstlers. Ähnliches gelang einer Ausgabe der Geschichte vom Wettlauf zwischen Hase und Igel, wohl aus dem Jahr 1855. Die Mappe von Gustav Süs mit aquarellierten Bleistiftzeichnungen und Tuschfederzeichnungen auf dem Umschlag erzählt die berühmte Fabel in niederdeutschen Texten und insgesamt elf zauberhaften Zeichnungen. Sie war dem Käufer statt anvisierter 300 Euro schließlich 2.400 Euro wert. Diese zwei von einigen weiteren lukrativen Überraschungserfolgen relativieren die eher niedrige Zuschlagsquote von knapp 34 Prozent.

Gleich zu Beginn der Auktion hatten die Kunden Lust auf eine Weltkarte von Abraham Ortelius. Der Antwerpener Kartograf konnte seinen teils kolorierten „Typus Orbis Terrarum“ in der deutschen Ausgabe um 1590 für 1.650 Euro loswerden (Taxe 500 EUR). Renaissance-Kunst gab es etwa noch mit der Holztafel eines Memento mori mit vier Totenschädeln vor einem schlafenden Säugling, die der Werkstatt des Nürnbergers Barthel Beham zugewiesen wurde und sich mit 8.500 Euro ebenfalls erfolgreich schlug (Taxe 6.500 EUR), oder dem fahlen Clair-obscur-Holzschnitt mit den Aposteln Petrus und Johannes von Ugo da Carpi, der auf 1.100 Euro schnellte (Taxe 180 EUR). Jedoch blieb es durchgehend dabei, dass die großen Namen sich schwer taten. Von den neun teils hoch taxierten Rembrandt-Blättern fand nur ein einziges den Weg zum Käufer. Die Radierung „Christus am Ölberg“ um 1663 traf genau den Schätzpreis von 1.800 Euro. Die mit 28.000 Euro veranschlagte „Große Judenbraut“ von 1635 blieb hingegen liegen, genauso wie eine „Diana im Bade“ von 1631 (Taxe 14.800 EUR) oder „Der Tod der Maria“ von 1639 (Taxe 7.500 EUR).

Überzeugen konnte der Klassizist Jakob Philipp Hackert. Sein Blick auf die Farnesina in Rom, eine aquarellierte Federzeichnung von 1769, wechselte für 12.000 Euro den Besitzer (Taxe 5.800 EUR). Als sichere Bank erwies sich außerdem Giovanni Battista Piranesi. Zwar blieben seine Vedutenblätter aus Rom durchweg leicht hinter den Erwatungen zurück, jedoch konnten sieben der neun Losnummern verkauft werden, darunter eine fein austarierte Darstellung der Basilika St. Maria Maggiore von 1749, die für 1.500 Euro über die Theke ging (Taxe 1.850 EUR), und ein detailreicher Stich des Teatro di Marcello von 1757 für 1.300 Euro (Taxe 1.650 EUR). Gabriel Hornstains gründlich ausformulierte Zeichnungen mit Altarblattwiedergaben aus der Leidengeschichte Jesu schlugen sich mit jeweils 1.700 Euro (Taxe 1.980 EUR).

Auch einige Franzosen fanden sich im Angebot wider. Aus dem Umfeld Jean-Baptiste Camille Corots stammte eine duftige Landschaftsimpression mit Waldweg, Bäuerin und Kind im typischen Barbizon-Stil. Mit einem Zuschlag von 5.000 Euro übertraf das Ölgemälde den Schätzpreis von 2.400 Euro deutlich. Erfolglos blieb indessen Henri Fantin-Latour. Keine seiner drei Akt-Lithografien, „Danses“ von 1898 (Taxe 1.280 EUR), „Sara la Baigneuse“ von 1888/99 (Taxe 380 EUR) und „Reverie“ von 1903 für 980 Euro, fand einen Abnehmer. Einige deutsche Künstler mussten ebenfalls einige Federn lassen. Louis Gurlitts durchlichtete Landschaft in der Campagna mit Eselreiter kam nur auf 10.000 Euro und lag somit deutlich unter dem Schätzwert von 16.500 Euro. Rudolf Jordans stimmungsvoll-romantischer Blick auf Tivoli von 1877 blieb liegen (Taxe 3.200 EUR), ebenso wie Julius Schnorr von Carolsfelds ungewöhnlich dynamischer Illustrationsentwurf zu „Ahabs Untergang“ von 1858 (Taxe 5.800 EUR).

Großzügig umwarben die Kunden in der Grafikofferte des 19ten Jahrhunderts einige Blätter Ludwig Emil Grimms, so etwa die Radierung einer alten „Märchen-Frau aus Nieder-Zwern in Kur-Hessen“ von 1814 mit 390 Euro (Taxe 240 EUR). Das gleiche widerfuhr Peter Becker mit der dicht radierten Waldgegend „Hohe Bäume an einem Flusslauf“ bei 520 Euro (Taxe 320 EUR) oder der Entwurfsskizze zu einem Denkmal Kaiser Ludiwgs des Bayern als Ritter mit dem Modell des Isartors von Ludwig Foltz d.J. bei 320 Euro (Taxe 150 EUR). Louis Coblitz’ anrührend gezeichneter Junge aus Fügen mit einem Vogelkäfig von 1835 wurde mit 670 Euro bedacht (Taxe 320 EUR), Carl Rottmanns flotte Kompositionsskizze mit einer Landschaft in Aulis für ein Wandbild von 1847 mit 620 Euro (Taxe 480 EUR) und Karl Ludwig Seegers realistisches Ölgemäldes eines bewaldeten Bachlaufs mit 5.200 Euro (Taxe 6.400 EUR).

Erst das 20ste Jahrhundert stieß dann Einiges wieder kräftig über den Haufen. So machten sich die zwei abstrakten Grafiken Max Ackermanns als erste Position bei 1.400 Euro davon (Taxe 420 EUR). Diesen Wert fuhr zudem Eduard Bargheers Aquarell einer südlich warmen „Landschaft mit Palmen“ von 1965 ein (Taxe 1.200 EUR). Einer der wenigen Skulpturen im Angebot gelang außerdem ein respektabler Erfolg. Arno Brekers bronzene Christusfigur „Ecce Homo“ aus dem Jahr 1968 mit expressiv zerklüfteter Oberfläche erzielte statt 850 Euro ebenfalls erfreuliche 1.400 Euro. Marc Chagalls leuchtende Farblithografien kamen bei den Bietern gut an. Von den insgesamt elf Losnummern wurden acht verkauft, darunter „David et Absalon – Jérémie“ von 1956 für 420 Euro und „La Baie des Anges“ von 1960 für 400 Euro (Taxe je 450 EUR). Den Schätzpreis fast verdreifachen konnte Chagalls filigrane Glückwunschkarte aus dem Jahr 1960. Die „Carte de Voeux pour Aimé Maeght“ kletterte von 580 Euro auf 1.600 Euro. Aus der wie immer gut bestückten Suite mit Karikaturentwürfen um 1900 nahmen die Sammler etwa John Jack Vrieslanders Tuschezeichnung einer vornehmen Dame auf der Chaiselongue um 1901 für 1.200 Euro (Taxe 1.450 EUR) oder Friedrich Stahls Aquarellgrisaille eines fast menschenleeren Künstlercafés für 980 Euro mit (Taxe 450 EUR).

Kein Interesse fanden einige bekannte Namen wie Hannah Höch, deren schwungvolles Ölgemälde zweier Mädchen mit Katze aus dem Jahr 1930 unverkauft blieb (Taxe 16.500 EUR), oder Alexej von Jawlenskys um 1930 entstandenes Blatt „Mein Fenster“, das recto eine zarte Blumenvase und verso einen Brief an Tony Kirchhoff zeigt (Taxe 14.500 EUR). Auch die drei Lithografien mit Aktdarstellungen von Otto Mueller für bis zu 19.800 blieben unbeachtet. Erfolgreicher war der Österreicher Friedensreich Hundertwasser. Seine Entwürfe für die Buchcover der Brockhaus Enzyklopädie von 1987/89 brachten zwar nicht die gewünschten 18.000 Euro ein, aber wenigstens 12.000 Euro. Für Karl Schmidt-Rottluffs kraftvollen, blau-schwarzen Holzschnitt „Dünen und Mole“ von 1917 fiel der Hammer bei 25.000 Euro (Taxe 29.500 EUR), und auch für Wilhelm Schnarrenbergers pastoses Stillleben „Tischgedeck“ von 1943 gab es nur 6.500 Euro (Taxe 9.500 EUR).

Einige kleinere und größere Knaller schlossen die Auktion ab, darunter die 1.150 Euro für eine kräftig rot leuchtende Streifenschichtungen auf einem Deckfarbenaquarell von Heinrich Wildemann aus dem Jahr 1955 (Taxe 780 EUR), die 600 Euro für die grauschwarze kühle Raumerfindung in gleicher Technik von Ben Willikens aus dem Jahr 1993 (Taxe 350 EUR) oder die 3.200 Euro für die schwarze Streifenschraffur auf der Radierung „Eau-forte Nr.6“ von Pierre Soulages aus dem Jahr 1957 (Taxe 280 EUR). Auch Max Slevogts „Verschneiter Waldweg“ aus dem Jahr 1918 sorgte für Furore. Das von blassem Winterlicht durchflossene Gemälde zeigt eine von Frost und Reif bedeckte Waldlandschaft, in der man das Klirren der Kälte fast spüren kann. Die Bieter hoben dieses Beispiel atmosphärischer Freilichtmalerei auf einträgliche 33.000 Euro und machten Slevogts kleines Meisterwerk somit zum Spitzenlos der Auktion (Taxe 19.800 EUR).

Alle Preise verstehen sich als Zuschläge ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Winterberg Kunst

Hildastraße 12

DE-69115 Heidelberg

Telefon:+49 (6221) 915 990

Telefax:+49 (6221) 915 99 29

E-Mail: info@winterberg-kunst.de



03.11.2013

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Julia Remenyi

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Taxe: 1.850,- EURO

Zuschlag: 1.500,- EURO

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Louis Gurlitt, Landschaft in der Campagna mit Eselreiter

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Taxe: 16.500,- EURO

Zuschlag: 10.000,- EURO

Losnummer: 272

Max Slevogt, Verschneiter Waldweg, 1918

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Taxe: 19.800,- EURO

Zuschlag: 33.000,- EURO

Losnummer: 1044




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