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Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Alte Meister im Wiener Dorotheum

Sinnspruch im Rund



Pieter Breughel d.J., Besuch auf dem Bauernhof, 1611

Pieter Breughel d.J., Besuch auf dem Bauernhof, 1611

Zahlreich zugegen ist die köpfereiche Familie der Breughel in der kommenden Auktion Alter Meister im Wiener Dorotheum. Ältester Vertreter ist hier Pieter Breughel d.J., dessen „Besuch auf dem Bauernhof“ wohl die Anwesenheit des Gutsherrn samt Gattin bei seinem Untertanen aus Anlass einer Kindstaufe schildert. Die Holztafel in diesmal nicht allzu derben Formen ist auf das Jahr 1611 datiert und soll 350.000 bis 500.000 Euro kosten. Nur je 12,5 Zentimeter im Rund messen seine Verbildlichung des Sprichwortes „Perlen vor die Säue werfen“ für 100.000 bis 150.000 Euro und das mit 30.000 bis 40.000 Euro etwas günstigere Bildnis eines jungen Mannes, der den Betrachter etwas verhalten anblickt. Von Pieters Neffe Jan Breughel d.J. gibt es vor allem Koproduktionen mit anderen Künstlern: zum einen eine dichte Waldlandschaft mit einem Kinderreigen, in die Pieter van Avont eine Venus beim Bade einfügte, zum anderen einen prachtvollen Blumenstrauß, dessen vergoldete Vase Frans Francken II. mit einer reliefierten Reiterschlacht geschmückt hat. Beide Gemälde stehen für jeweils 80.000 bis 120.000 Euro zum Kauf.


Jans d.J. Vater Jan Brueghel d.Ä. wiederum schuf gerne mit dem Deutschen Hans Rottenhammer zusammen. Eine dieser Gemeinschaftsarbeiten ist die „Vorbereitung der Hochzeit von Poseidon und Amphitrite“ auf fast zwei Meter breiter Leinwand von etwa 1595/1600. Gerade kommt die fast unbekleidete Braut mit großem Gefolge herbeigeschippert, und zwei Putten schweben schon herab, um sie zu bekränzen (Taxe 250.000 bis 350.000 EUR). Der weniger bekannte Abraham Brueghel versuchte in Italien sein Glück, wo er wohl in den frühen 1670er Jahren zusammen mit Luigi Garzi an einer allegorischen Darstellung des Sommers in Form einer schönen jungen Frau mit Früchten wirkte (Taxe 30.000 bis 40.000 EUR). Gillis van Valckenborchs 1597 datiertes „Götterbankett“ mit dem Gewimmel einer Unzahl mehr oder weniger nackter Leute (Taxe 150.000 bis 200.000 EUR), ein annähernd lebensgroßes Ganzfigurenportrait König Philipps II. von Spanien aus der Werkstatt des Anthonis Mor (Taxe 60.000 bis 80.000 EUR), Gerrit Adriaensz Berckheydes Köln-Impression mit Blick auf die romanischen Kirchen St. Pantaleon und St. Gereon (Taxe 90.000 bis 120.000 EUR) und Aelbert Cuyps Wachstube an einem Fluss mit Fernsicht auf Dordrecht sind als weitere Meisterwerke niederländischer Künstler zu nennen (Taxe 100.000 bis 150.000 EUR).

Nicht weniger beeindruckend ist am 15. Oktober die Auswahl an italienischen Schöpfungen. Darunter findet sich auch das Hauptlos der Auktion: Guido Renis eineinhalb Meter hohe „Fortuna mit Geldbeutel“, deren Provenienz schon seit 1636 belegt ist, wird dem Spätwerk des Bologneser Meisters inkorporiert und gilt als Prototyp, nach welchem eine Reihe von Wiederholungen nachweisbar ist. Mit 800.000 bis 1,2 Millionen Euro machen sich Einlieferer und Auktionshaus Hoffnungen auf einen siebenstelligen Ertrag. Weitere Preziosen des italienischen Früh- und Hochbarock sind eine betende Maria vor einem Buch von Annibale Carracci aus den mittleren 1580er Jahren (Taxe 300.000 bis 400.000 EUR), Antonio Zanchis großformatige Rettung der Agrippina vom Schiffbruch mit Liechtenstein-Provenienz (Taxe 100.000 bis 150.000 EUR) und Salvator Rosas büßender Hieronymus in wilder Felslandschaft, ehemals im Besitz der Könige von Neapel, für 80.000 bis 120.000 Euro. Giovanni Francesco Barbieri, genannt Il Guercino, deckt mit seinem „Tod des Adonis“ in italienischer Landschaft aus der frühen Zeit um 1613/15 (Taxe 300.000 bis 500.000 EUR) und seinem heiligen Franz von Paola in gottergebener Haltung mit Blick gen Himmel antike Mythologie und christliche Religion ab (Taxe 100.000 bis 150.000 EUR).

Der Werkstatt Tizians dürfte eine büßend gen Himmel schauende Maria Magdalena entstammen, die sich lange Zeit in England befunden und zeitweise sogar als eigenhändiges Werk des venezianischen Meisters firmierte (Taxe 100.000 bis 150.000 EUR). Fast gleichaltrig war Lorenzo Lotto, dessen jüngst wiederentdeckte „Ecce homo“-Tafel aus der Zeit um 1520 kürzlich in der Galleria Nazionale della Puglia in Bitonto öffentlich ausgestellt war (Taxe 150.000 bis 200.000 EUR). Als schönes Beispiel des italienischen Manierismus lässt sich Orazio Samacchinis Anbetung der Hirten ansprechen mit ihren gesuchten Körperhaltungen und der bewusst gewählten Farbharmonie (Taxe 40.000 bis 60.000 EUR), ebenso Paris Bordones „Neptun und Amphitrite“, die als intimes Paar gezeigt werden und damit offenbar schon einen Schritt weiter sind als beim Duo Brueghel/Rottenhammer (Taxe 100.000 bis 150.000 EUR).

Eine der wenigen Künstlerinnen des Tages ist Margherita Caffi, die mit ihren beiden fast impressionistisch hingetupften Blumenstillleben aus dem Jahr 1696 allerdings stattliche Formate von jeweils gut einem mal knapp zwei Metern füllt. Ihr zur Seite steht Sofonisba Anguissola mit dem ruhigen Bildnis eines Geistlichen im Halbprofil (Taxe je 40.000 bis 60.000 EUR). Bühnenbildqualitäten besitzen Stefano Orlandis hypertrophe Thermen mit, mit denen der Bologneser alle Register der Architekturfantasie zieht (Taxe 80.000 bis 120.000 EUR). Als weitere Meister der italienischen Rokokomalerei treten Francesco Guardi mit einem venezianischen Ruinencapriccio am Wasser (Taxe 100.000 bis 150.000 EUR) und Giovanni Domenico Tiepolo mit einer Madonna und dem Ziehvater Josef im Hintergrund bei 120.000 bis 180.000 Euro an. Nach Italien eingewandert sind der Franzose Valentin de Boulogne, dessen heiliger Paulus Eremit sich der römischen Malerei anverwandelte (Taxe 80.000 bis 120.000 EUR), und der Spanier Jusepe de Ribera, der auch mit seinem vor einem Totenschädel betenden Franziskus die Kunst in Neapel bereicherte (Taxe 120.000 bis 150.000 EUR).

Die ältesten Werke der Auktion stammen ebenfalls von niederländischen und italienischen Künstlern. Der Mailänder Giovanni Ambrogio Bevilacqua zeichnete um 1500 für eine Darstellung des toten Christus verantwortlich, wie er sitzend in seinem Steinsarg von zwei Engeln gestützt wird, derweil das Blut aus seiner Seite in einen Kelch rinnt (Taxe 80.000 bis 120.000 EUR). Eine Madonna Bernardino de’ Contis aus Pavia steht stilistisch Leonardo da Vinci und Sandro Botticelli nahe, zeugt in ihrem feinen Ausdruck jedoch durchaus von eigenständiger künstlerischer Haltung (Taxe 150.000 bis 200.000 EUR). Zu den frühesten Gemälden der Niederländer gehört eine Madonna unter einem Baldachin mit Ausblick auf ein Dorf, die dem um 1520 in Antwerpen tätigen Meister mit dem Papagei zugeschrieben wird. Hier stehen 40.000 bis 60.000 Euro auf dem Etikett.

Unter den jüngeren Künstlern kommen auch einige aus dem deutschsprachigen Raum zum Zug, allen voran der gebürtige Südtiroler Johann Georg Platzer. Geradezu versessen stopfte er wohl Mitte der 1730er Jahre eine knapp einen Meter breite Kupfertafel mit einem „Konzert im Palast“ bis in die letzten Details hinein voll (Taxe 120.000 bis 150.000 EUR). Ebenso lustig geht es in seinen kleineren Holztafeln „Das Kartenspiel“ und „Musikgesellschaft im Freien“ zu, die als Pendants für zusammen 90.000 bis 120.000 Euro auf einen Abnehmer warten. Galantestes Rokoko ist auch Christian Wilhelm Ernst Dietrichs Bildnis eines eleganten Herrn, der sich als Pierrot verkleidet hat und in der Art der Commedia dell’arte eine junge Frau als Helena raubt. Gerade geht es – allerdings mäßig stürmisch – in ein Boot am See (Taxe 60.000 bis 70.000 EUR).

François Boucher, sonst ebenfalls für allerlei neckische Spielchen bekannt, hat sich diesmal eines biblischen Themas angenommen und den Einzug der Tiere in Noahs Arche mit malerischer Verve auf die fast quadratische Leinwand gebannt (Taxe 30.000 bis 40.000 EUR). Noch ins 17te Jahrhundert datiert Johann Heinrich Roos’ Hirtenfamilie vor einer südlichen Gebirgskulisse mit Ruinen; das stimmungsvolle Gemälde entstand 1675 (Taxe 25.000 bis 35.000 EUR). Eine kleine Suite mit klassizistischen Arbeiten schließt die Auktion zeitlich ab, darunter Jakob Philipp Hackerts stürmisches Meer mit dem Hafen von Livorno und der Rettung einiger Schiffsbrüchiger aus der mittleren Schaffensphase der 1770er Jahre (Taxe 25.000 bis 30.000 EUR), Jean-Simon Berthélemys ovales Bildnis einer antikisch gewandeten jungen Frau mit Armspange und Jean Jacques François Taurels Ansicht des Titusbogen in Rom mit einigen Staffagefiguren von 1817 (Taxe je 12.000 bis 15.000 EUR).

Die Auktion beginnt am 15. Oktober um 17 Uhr. Die Besichtigung ist bis zum Auktionsbeginn täglich von 10 bis 18 Uhr, samstags von 9 bis 17 Uhr und sonntags von 10 bis 17 Uhr möglich. Der Katalog listet die Objekte unter www.dorotheum.com.

Kontakt:

Dorotheum

Dorotheergasse 17

AT-1010 Wien

Telefon:+43 (01) 515 60 0

Telefax:+43 (01) 515 60 443

E-Mail: client.services@dorotheum.at



10.10.2013

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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