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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Glaskunst aus 500 Jahren bei Fischer in Heilbronn

Streisands Vase



Henri Bergé oder Emile Wirtz, Vase mit Narzissen, um 1900

Henri Bergé oder Emile Wirtz, Vase mit Narzissen, um 1900

Bedeutendes hat sich das Heilbronner Auktionshaus Dr. Fischer für seine 220ste Versteigerung vorgenommen. Nicht nur das übliche Programm aus erlesenem Glas von der Frühen Neuzeit bis zur Gegenwart wartet am 12. Oktober auf Kundschaft, sondern vor allem rund siebzig Gläser und Glasensembles aus dem Besitz des Sammlers und Buchautors Udo Schröder. Einen eigenen, fest gebundenen Katalog war Fischer dieser bedeutende Schatz wert. Seit den frühen 1980er Jahren konzentrierte sich Schröder auf den Erwerb von Gläsern aus Jugendstil und Art Déco und beteiligte sich unter anderem 1984/87 an den Auktionen des künstlerischen Nachlasses der Manufaktur Daum in Tokio. Aus diesen Beständen stammt etwa eine um 1919 mit Freesien geschmückte, äußerst schlanke, gelbgrüne Stangenvase von mehr als fünfzig Zentimetern Höhe, die Fischer für 11.000 Euro anbietet. Noch weitere bemerkenswerte Provenienzen finden sich in der Sammlung. So befand sich eine weitere Vase de Daum Frères nach Entwurf von Henri Bergé und Emile Wirtz mit Narzissen aus der Zeit um 1900 bis zu ihrer Versteigerung bei Christie’s im März 1994 im Besitz der Schauspielerin und Sängerin Barbra Streisand. Sie ist jetzt ebenfalls auf 11.000 Euro taxiert.


Diese Schätzpreise sind jedoch vergleichsweise „harmlos“. Weitaus teurer wird es für Emile Gallés 35 Zentimeter hohe Vase „Hemerocallis“ aus dem Jahr 1900 in herrlichem Rot-Orange. Die in Marqueterietechnik aufwändig gearbeitete Taglilie steht für 28.000 Euro bereit. 20.000 Euro soll ein Produkt der Firma Cristallerie du Val Saint Lambert kosten, die in ihrem kontrastreichen Farbenspiel sichtlich den Einfluss der fernöstlichen Holzschnittkunst dokumentiert; als Schöpfer der mit Hortensien verzierten Vase ist Louis Léon Ledru genannt. An Claude Monets Seerosenlandschaften erinnert eine leicht balusterförmige Vase von Burgun, Schverer & Co. um 1895/1903, auf deren violetter Wandung Wiesenblumen, Gräser und vor allem japanische Kirschblüten umherranken (Taxe 15.000 EUR). Das teuerste Stück der Versteigerung gelangt mit einer überschlanken und dabei schwungvoll in konkavem Bogen nach emporstrebenden Intercalaire-Vase der New Yorker Firma Louis Comfort Tiffany aus der Zeit um 1913 zum Aufruf, deren Dekor lediglich aus fünf wundervoll irisierenden Pfauenfedern besteht. 55.000 Euro stehen hier auf dem Etikett.

Das Art Déco ist mit René Laliques fast farbloser, nur partiell braun patinierter, seltener Karaffe „Sirènes et grenouilles“ aus dem Jahr 1911 erreicht (Taxe 11.000 EUR). Noch weitaus höhere Qualität besitzt Aristide Colottes annähernd kugelförmige Vase aus den späten 1920er Jahren mit äußerst plastischem Reliefdekor, der unter anderem zwei kubistisch anmutende Pferdeköpfe präsentiert (Taxe 28.000 EUR). Aus dieser Epoche sind auch einige kraftvoll monochrome Vasen von Verreries Schneider mit stilisiertem floralem oder auch ganz abstraktem Dekor für bis zu 28.000 Euro zu nennen. Gerade die schon weitgehend abstrakte Gestalt der Serie „Fileté“ hatte es Udo Schröder angetan; von diesen seltenen Vasen konnte er immerhin sieben Exemplare zusammentragen.

Aus dem deutschsprachigen Raum ragen vor allem Gläser hervor. Koloman Moser steuert ein Paar hochstieliger Sherrygläser aus Serie „Meteor“ um 1900 mit ihrem lediglich einfarbigen Fuß und Schaft sowie der kugeloptischen Kuppa bei (Taxe 22.000 EUR). Je drei Trinkgefäße Peter Behrens’ mit roten Schäften, entworfen für die Rheinische Glashütten-Actien-Gesellschaft, liegen bei 28.000 Euro und 30.000 Euro, sein ebenfalls strenges Weinglas aus der Serie „Aegir“ mit rotem, facettiertem Nodus bei 11.000 Euro. Unverwechselbar sind auch zwei Losnummern mit würfelförmig dekorierten Weingläsern Otto Prutschers für bis zu 33.000 Euro. Zahlenmäßig umfangreich ist das Angebot an Arbeiten der Firma Lötz Witwe, doch preislich liegen deren Erzeugnisse mit bis zu 11.000 Euro für eine Vase mit herzförmigen Auflagen in Violett noch immer deutlich unter den Spitzenstücken.

Solche wertmäßigen Höhen werden im Hauptprogramm kaum einmal erreicht, doch gerade in der Jugendstil- und Art Déco-Abteilung gibt es auch hier Bedeutendes wie eine mohnblumengeschmückte Vase von Daum Frères um 1906 (Taxe 12.000 bis 15.000 EUR), eine weitere mit sprießenden Krokussen nach Entwurf Henri Bergés (Taxe 11.000 bis 13.000 EUR) oder ein Exemplar von Emile Gallé aus der Mitte der 1890er Jahre, deren grünlich-rote Wandung von einer Türkenbundlilie eingenommen wird (Taxe 10.000 bis 12.000 EUR). Ein in der Schröder-Offerte ungenannter Name ist André Thuret, der unter anderem für einen bereits um 1950/60 geschaffenen Flakon aus dickem Glas mit teils gelben, teils goldenen Einschmelzungen verantwortlich zeichnet (Taxe 8.000 bis 10.000 EUR).

In derselben Zeit erlebte auch Murano einen seiner großen Höhepunkte. Davon zeugen die unverwechselbar buntfarbigen, neoexpressionistischen Gefäße Dino Martens’ aus der Serie „Oriente“ für bis zu 16.000 Euro, Ercole Baroviers mystisch wie ein Kirchenfenster leuchtende Vase „Oriente“ von 1940 (Taxe 8.000 bis 10.000 EUR) oder Archimede Segusos Vase „Merletto“ mit grünen Bändern und haarfeinem weißem Netz von 1952 für 8.000 bis 10.000 Euro. Hier stehen auch zwei weitere Hauptlose Versteigerung bereit: Carlo Scarpas rauchgraue Deckelvase „Corroso a relievi“ von etwa 1936/38 wird bei 20.000 bis 25.000 Euro gehandelt, und 17.000 bis 20.000 Euro sollen es für ein stehendes blaues Männchen sein, das Egidio Costantini 1962 nach Entwurf von Pablo Picasso in Glas geformt hat.

Als eines der ältesten Stücke hat eine venezianische Tazza mit charakteristischem Spiralfädendekor aus der Wende vom 16ten zum 17ten Jahrhundert bei 3.000 bis 3.500 Euro ihren Auftritt. Aus deutschen Landen gelangt eine Reihe schöner Schnittgläser zum Aufruf, darunter ein ulkiger Spottbecher des Potsdamer Meisters Elias Rosbach um 1730 mit einer Darstellung mehrerer Frauen, die sich um eine Männerhose streiten (Taxe 1.500 bis 1.700 EUR). Schon in die Zeit um 1820 datiert ein Wappenbecher des Krainer Hieronymus Hackel, doch die Darstellungen des heiligen Ludwig und eines akanthusgeschmückten Wappens sind noch durchaus barock (Taxe 3.500 bis 3.800 EUR). Ausführliche Klage führt ein polnischer Patriot auf einem von Anton Simm gravierten Pokal der Glashütte Neuwelt, der 1831/32 das Schicksal seiner von Russland unterdrückten Heimat betrauert (Taxe 2.500 bis 3.500 EUR).

Buntfarbig wird es mit einigen in Email bemalten Gläsern, unter anderem mit einem sächsischen Humpen von 1685 samt prächtigem Wappen und der Aufschrift „Hofkellerey Dresden“ (Taxe 4.000 bis 4.500 EUR) oder mit einem im Fichtelgebirge lokalisierten Deckelhumpen, dessen leicht grüne Wandung eine Verbildlichung der Justitia und die Datierung 1759 aufweist (Taxe 3.000 bis 3.500 EUR). Höchste technische Meisterschaft und zugleich eine Freude an der Verschleierung der Materialität kennzeichnen die böhmischen Produkte gegen Mitte des 19ten Jahrhunderts. Ein um 1835 aus den Gräflich Buquoyschen Glashütten in Georgenthal oder Silberberg hervorgegangener Fußbecher ist derart prächtig in Blau und Grün bemalt, dass man meint, er sei aus Marmor oder Edelsteinen (Taxe 5.500 bis 6.500 EUR). Ein anderer Pokal wurde von Karl Pfohl um 1860 ausschließlich in tiefem Blau überfangen und mit einer Reproduktion von Raffaels berühmter Madonna della Seggiola graviert (Taxe 2.700 bis 3.000 EUR). In Gelbgold schimmert ein Pokal von Franz Anton Pelikan, auf dessen Wandung eine Sauhatz nach einer Vorlage des Kupferstechers Johann Elias Ridinger verläuft (Taxe 3.000 bis 3.500 EUR).

Ein seltenes Produkt schwedischer Glaskunst ist Bengt Edenfalks dunkelgraue Vase mit vier sitzenden Kinderpuppen ist stark abstrakter Zeichnung von circa 1960 (Taxe 5.000 bis 6.000 EUR). Für die großartige tschechische Tradition stehen mit Pavel Hlavas konstruktivistischem Objekt „Synthese“ von 1995 (Taxe 5.000 bis 6.000 EUR) und Borek Sipeks ansatzweise figural anmutender Collage „Anima – Animus“ von 1997 für 9.500 bis 11.000 Euro zwei eher günstige Arbeiten. Unverwechselbar in ihrem malerisch-abstrakten Gestus sind zwei Schalenobjekte der Amerikanerin Mary Ann Zynsky von etwa 1990 für bis zu 8.500 Euro, während sich Kyohei Fujitas siebeneckiges Deckelgefäß „Red and white plum blossoms“ von circa 1985 schon durch den schillernden Dekor als die Schöpfung eines Meisters aus dem ostasiatischen Raum zu erkennen gibt (Taxe 7.000 bis 10.000 EUR). Zu den jüngsten Arbeiten gehören eine mit feinen Horizontalbändern in Braunorange und Violettschwarz geschmückte Vase Lino Tagliapietras aus dem Jahr 1993 (Taxe 10.000 bis 12.000 EUR) und ein 2001 von der heute noch existierenden Firma Daum ausgeführter Entwurf des berühmten spanischen Künstlers Manolo Valdés: Seine in 125 Exemplaren aufgelegte rote „Meninas“ rekurriert unverwechselbar auf Diego Velázquez’ berühmtes Gemälde im Prado (Taxe 8.000 bis 10.000 EUR).

Die Auktion beginnt am 12. Oktober um 11 Uhr. Die Vorbesichtigung läuft vom 7. bis zum 10. Oktober täglich von 11 bis 17 Uhr, am 11. Oktober von 9 bis 16 Uhr. Der Internetkatalog listet die Objekte unter www.auctions-fischer.de.

Kontakt:

Kunstauktionshaus Dr. Jürgen Fischer

Trappensee-Schlösschen

DE-74074 Heilbronn

Telefax:+49 (07131) 15 55 720

Telefon:+49 (07131) 15 55 70

E-Mail: info@auctions-fischer.de



07.10.2013

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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Veranstaltung vom:


12.10.2013, 220. Auktion: Europäisches Glas & Studioglas - Glas des Art Nouveau & Art Déco. Sammlung Schröder

Bei:


Heilbronner Kunst- und Auktionshaus Dr. Jürgen Fischer

Kunstwerk:

Henri Bergé oder Emile Wirtz, Vase mit Freesien, um 1900
Henri Bergé oder Emile Wirtz, Vase mit Freesien, um 1900

Kunstwerk:

Vase „Filetè“, Verreries Schneider, Epinay-sur-Seine 1922/25
Vase „Filetè“, Verreries Schneider, Epinay-sur-Seine 1922/25

Kunstwerk:

Kugelvase „Filetè“, Verreries Schneider, Epinay-sur-Seine 1922/25
Kugelvase „Filetè“, Verreries Schneider, Epinay-sur-Seine 1922/25

Kunstwerk:

Vase „Filetè“, Verreries Schneider, Epinay-sur-Seine 1922/25
Vase „Filetè“, Verreries Schneider, Epinay-sur-Seine 1922/25

Kunstwerk:

Vase „Filetè“, Verreries Schneider, Epinay-sur-Seine 1922/25
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Kunstwerk:

Koloman Moser, Paar Sherrygläser „Meteor“, um 1900
Koloman Moser, Paar Sherrygläser „Meteor“, um 1900

Kunstwerk:

Peter Behrens, Weinglas „Aegir“, 1905
Peter Behrens, Weinglas „Aegir“, 1905







Peter Behrens, Weinglas „Aegir“, 1905

Peter Behrens, Weinglas „Aegir“, 1905

Taxe: 11.000,- EURO

Losnummer: 465

Vase „Filetè“, Verreries Schneider, Epinay-sur-Seine 1922/25

Vase „Filetè“, Verreries Schneider, Epinay-sur-Seine 1922/25

Taxe: 11.000,- EURO

Losnummer: 455

Vase „Filetè“, Verreries Schneider, Epinay-sur-Seine 1922/25

Vase „Filetè“, Verreries Schneider, Epinay-sur-Seine 1922/25

Taxe: 28.000,- EURO

Losnummer: 451

Vase „Filetè“, Verreries Schneider, Epinay-sur-Seine 1922/25

Vase „Filetè“, Verreries Schneider, Epinay-sur-Seine 1922/25

Taxe: 17.000,- EURO

Losnummer: 453

Peter Behrens, 3 Trinkgläser, 1900/01

Peter Behrens, 3 Trinkgläser, 1900/01

Taxe: 30.000,- EURO

Losnummer: 466

Vase mit japanschen Blüten, Burgun, Schverer & Co., 1895/1903

Vase mit japanschen Blüten, Burgun, Schverer & Co., 1895/1903

Taxe: 15.000,- EURO

Losnummer: 418

 Rheinische Glashütten-Actien-Gesellschaft, Peter Behrens, 3 Trinkgläser, 1900/01

Rheinische Glashütten-Actien-Gesellschaft, Peter Behrens, 3 Trinkgläser, 1900/01

Taxe: 28.000,- EURO

Losnummer: 467

Vase „Filetè“, Verreries Schneider, Epinay-sur-Seine 1922/25

Vase „Filetè“, Verreries Schneider, Epinay-sur-Seine 1922/25

Taxe: 17.000,- EURO

Losnummer: 452

Louis Comfort Tiffany, Intercalaire-Vase mit Pfauenfedern, New York um 1913

Louis Comfort Tiffany, Intercalaire-Vase mit Pfauenfedern, New York um 1913

Taxe: 55.000,- EURO

Losnummer: 428

Henri Bergé oder Emile Wirtz, Vase mit Freesien, um 1900

Henri Bergé oder Emile Wirtz, Vase mit Freesien, um 1900

Taxe: 11.000,- EURO

Losnummer: 411

Vase mit Mohnblüte, Verreries Schneider, Epinay-sur-Seine 1923/25

Vase mit Mohnblüte, Verreries Schneider, Epinay-sur-Seine 1923/25

Taxe: 22.000,- EURO

Losnummer: 448

Otto Prutscher, Paar Weingläser, 1906

Otto Prutscher, Paar Weingläser, 1906

Taxe: 22.000,- EURO

Losnummer: 469




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