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Das Kunstmuseum Bonn zeigt Papierarbeiten des Videopioniers Marcel Odenbach

Die Doppelbödigkeit des schönen Scheins



Marcel Odenbach gilt als einer der wichtigsten Protagonisten der Videokunst in Deutschland. Seit rund 35 Jahren verquickt er in seinen oft aus dokumentarischem Material zusammengesetzten Werken biografische Elemente mit Themen von historischem, politischem oder zeitgeschichtlichem Rang. Seine Arbeiten drehen sich häufig um die Verbrechen des Nationalsozialismus und deren kollektive Verdrängung. Sie untersuchen Phänomene wie Fremdenfeindlichkeit, Kolonialismus, Macht- und Repräsentationsgesten in Politik und Wirtschaft. Sie berühren aber auch wesentlich persönlichere Bereiche wie die Geschichte der eigenen Familie. Odenbach gelingt es wie nur ganz wenigen anderen Künstlern, das Private mit dem Allgemeinen intelligent zu verzahnen und im Medium der Videokunst in eine Bildsprache von großer suggestiver Kraft zu übersetzen.


Dass Marcel Odenbach daneben aber auch ein umfangreiches zeichnerisches Werk sowie zahlreiche Collagen und andere oft hybride Arbeiten auf und mit Papier geschaffen hat, ist bisher weniger bekannt. Das Kunstmuseum Bonn tritt nun an, diesen zentralen Werkaspekt intensiver zu beleuchten. „Marcel Odenbach. Papierarbeiten 1975-2013“ lautet der Titel einer in enger Zusammenarbeit mit dem Künstler entwickelten Schau, die erstmals in dieser Fülle einen Odenbach jenseits bewegter Videobilder präsentiert.

Marcel Odenbach wurde 1953 in Köln geboren. Noch während seines Studiums der Architektur, Kunstgeschichte und Semiotik in Aachen entstanden die ältesten Arbeiten, die jetzt in der Bonner Schau zu sehen sind: eine launige Zeichnung aus dem Jahr 1975 etwa mit dem Titel „Wenn das so weitergeht, fühle ich mich wie eine ausgequetschte Zitrone“. Sie stammt aus einer Phase, in der Odenbach, ganz ähnlich wie sein Generationskollege Martin Kippenberger, seinen Alltag in der bundesrepublikanischen Wirklichkeit der 1970er Jahre zwischen Ölkrise und RAF, Ostpolitik und Anti-Atomkraft-Bewegung teils ironisch, teils sarkastisch kommentierte. Mit seinen tagebuchartigen Zeichnungen schloss er allerdings bereits früh ab: 1977, auf der Documenta 6, versah er sie während einer Performance mit dem Stempel „abgelegt“ und verschenkte sie ans Publikum.

Während er sich jetzt primär dem Medium Video zuwandte, entstanden weiterhin Arbeiten auf Papier: gezeichnete Planskizzen, häufig ergänzt um Text- und Collageelemente, die größere Videoinstallationen vorbereiten. So das Blatt „Sich selbst bei Laune halten (Konzept für die Videoarbeit gleichen Titels)“ aus dem Jahr 1977, auf dem Odenbach Zeitungsfotos von den Entführungen und Attentaten der RAF mit Zeichnungen von bunten Kinderspielzeugen kontrastiert.

Odenbachs neueste, meist sehr großformatige Arbeiten, wie etwa die 242 auf 152 Zentimeter große Collage „Sitzfleisch“ aus dem vergangenen Jahr – sie zeigt den umstrittenen kongolesischen Präsidenten Joseph Kabila in seinem Büro sitzend –, entstehen aus unzähligen kleinen Papierfragmenten. Odenbach verwendet Vorlagen aus Printmedien sowie private Dokumente, die er fotokopiert und anschließend einfärbt. Um die zahlreichen darin versteckten Botschaften, die Doppelbödigkeit des schönen Scheins, zu entschlüsseln, ist der Betrachter gefordert, ganz genau hinzuschauen. „Es ist die Haltung des skeptischen Beobachters und Selbstbeobachters, die aus Odenbachs Werk spricht“, fasst Stephan Berg, der Direktor des Bonner Kunstmuseums, eine der Grundkonstanten im Werk Odenbachs zusammen.

Die Ausstellung „Marcel Odenbach. Papierarbeiten 1975-2013“ ist bis zum 5. Januar zu sehen. Das Kunstmuseum Bonn hat täglich außer montags von 11 bis 18 Uhr, mittwochs zusätzlich bis 21 Uhr geöffnet. An Heiligabend, am ersten Weihnachtsfeiertag und an Silvester bleibt das Museum geschlossen. Der Eintritt beträgt 7 Euro, ermäßigt 3,50 Euro. Der 160seitige Katalog ist im Kerber Verlag erschienen und kostet im Museum 32 Euro, im Buchhandel 38 Euro.

Kontakt:

Kunstmuseum Bonn

Friedrich-Ebert-Allee 2

DE-53113 Bonn

Telefax:+49 (0228) 77 62 20

Telefon:+49 (0228) 77 62 60



05.10.2013

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Nicole Büsing & Heiko Klaas

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Veranstaltung vom:


19.09.2013, Marcel Odenbach. Papierarbeiten 1975 - 2013

Bei:


Kunstmuseum Bonn

Künstler:

Marcel Odenbach










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