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Feuerbachs „Nana“ in Wiesbaden

Anselm Feuerbach, Nanna, 1861

Was mag Anna Risi für Anselm Feuerbach gewesen sein? Dieser Frage geht seit dem Wochenende das Museum Wiesbaden nach. Ausgangspunkt für seine Ausstellung „Nanna – Anselm Feuerbachs Elixier einer Leidenschaft“ bildet das bestandseigene Bild „Nana“ aus dem Jahr 1861, in dem Feuerbach seine Muse und Geliebte mit gesenktem Blick und sanfter Schwermut verewigt hat. Darum hat das Wiesbadener Haus rund 80 Werke bedeutender Museen aus dem In- und Ausland gruppiert, die das Verhältnis zwischen Künstler und Modell in den Blick nehmen. Den Kurtoren ist es dabei gelungen, alle erreichbaren Nanna-Bildnisse zusammenzuführen. Der Besucher kann sie nun vereint studieren, was Feuerbach selbst aufgrund des großen Verkaufserfolges seiner Gemälde verwehrt blieb.

Anna Risi, die aus einfachen Verhältnissen stammt und 1860, vielleicht auch schon 1859 mit Anselm Feuerbach zusammentrifft, dominiert seine Bilder von da mit ihrem Wesen, ihrer Persönlichkeit und ihrer faszinierende Erscheinung. Sein in diesen Werken neu entwickeltes Frauenbild geht weit über die bislang übliche künstlerische Wechselwirkung zwischen Maler und Modell hinaus. Feuerbach malt, was er fühlt, nicht was er sieht. Bis zu ihrer von Feuerbach als schmerzhaft empfundenen Trennung im Jahr 1865 wird Anna Risi ihm alles sein, alles für seine Kunst. Sie ist Auslöser für eine von Feuerbachs produktivsten und künstlerisch wertvollsten Schaffensphasen. Als sein Modell malt er sie in verschiedenen Motiven: mythologisch, religiös, literarisch. Dies hat zur Folge, dass Nanna immer nur innerhalb ihrer Rollen interpretiert wird.

Mit ihrem klassischen Profil, dem vollen schwarzen Haar und ihrer edlen Gestalt entsprach Anna Risi dem Schönheitsideal der Zeit. Schon vor dem Zusammentreffen mit Feuerbach stand sie anderen Maler, etwa Frederic Leighton, Modell und wurde damit zum Inbegriff einer von Idealen der Antike geprägten Frau. Ferdinand Keller oder Nathanael Schmitt porträtieren sie in der Nachfolge Feuerbachs. Julius Allgeyer, der spätere Biograf Anselm Feuerbachs, sah ihre Erscheinung „von geradezu imponierender Hoheit“. Nach der Trennung übertrug Feuerbach dieses Bild der königlichen Künstler-Muse auf sein Nachfolgemodell Lucia Brunacci, von der ebenfalls Grafiken und Gemälde zu sehen sind. Doch vor allem die Nanna-Porträts sind die reinste Inkarnation seiner Malerei.

Die Ausstellung „Nanna – Anselm Feuerbachs Elixier einer Leidenschaft“ ist bis zum 26. Januar 2014 zu sehen. Das Museum Wiesbaden hat täglich außer montags von 10 bis 17 Uhr geöffnet, dienstags und donnerstags zusätzlich bis 20 Uhr. Geschlossen bliebt an Heiligabend, 1. Weihnachtsfeiertag, Silvester und Neujahr. Der Eintritt beträgt 10 Euro, ermäßigt 7 Euro. Der Katalog kostet 28 Euro.

Museum Wiesbaden
Friedrich-Ebert-Allee 2
D-65185 Wiesbaden

Telefon: +49 (0)611 – 335 2250
Telefax: +49 (0)611 – 335 2192

Quelle: Kunstmarkt.com/Ulrich Raphael Firsching

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Anselm Feuerbach, Nanna, 1861
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Anselm Feuerbach








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