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Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Design, Kunst und Murano-Glas bei Quittenbaum in München

Stofftierinvasion



Fernando und Humberto Campana, Sessel „Banquete-All Animals“, 2007

Fernando und Humberto Campana, Sessel „Banquete-All Animals“, 2007

Am Nachmittag des 24. September ist es wieder so weit: Freunde edlen Designs des 20sten und frühen 21sten Jahrhunderts können sich im Münchner Auktionshaus Quittenbaum in einer reichen und erlesenen Auswahl von mehr als sechshundert Einzelobjekten oder Ensembles bedienen und sich mit Klassikern des Stahlrohrs über Klappfahrräder der 1970er Jahre bis hin zu kupfernen skandinavischen Stieltöpfen von Henning Koppel aus der Zeit um 1960 für 500 bis 600 Euro eindecken. Besonders die Lampenfreunde werden wieder auf ihre Kosten kommen, etwa mit einer sachlich-funktionalen Stehleuchte des französischen Künstlers und Entwerfers Charles Martin aus der Zeit um 1930 in einer Wiederauflage der 1980er Jahre für 10.000 bis 12.000 Euro oder der filigranen Wandleuchte „JIB“ seines Landsmanns Jean Prouvé aus der Zeit um 1947 für 9.000 bis 10.000 Euro. Liebhaber nordeuropäischen Designs werden in einer eigenen Abteilung mit Klassikern wie Bodil Kjaers zeitlos elegantem Schreibtisch samt Rollcontainer von circa 1959, die sogar in zwei James Bond-Filmen zu sehen waren, und Verner Pantons schwarzledrigem Zweiersofa samt Ablage „S420 C“ und den beiden ebenso wulstigen Sesseln „S420 H“ von 1963 für jeweils 12.000 bis 15.000 Euro bedient.


Design

Zu den frühesten italienischen Designermöbeln gehören die Schöpfungen Osvaldo Borsanis, von denen Quittenbaum eine kleine Anrichte mit Ziegenlederbespannung in zarter Blumenmalerei aus den 1940er Jahren für 8.000 bis 10.000 Euro anbieten kann. Noch älter ist Gio Pontis von der Antike inspirierte Henkelvase. Sie datiert in die mittleren 1920er Jahre (Taxe 4.500 bis 5.000 EUR). Borsani ist dann noch einmal mit dem spartanischen Garderobenständer „AT 16“ von 1961 zugegen, dessen Kugelhalterungen wie ein Planetensystem wirken (Taxe 5.500 bis 6.000 EUR). Futuristische Ideen standen zudem bei Goffredo Reggianis glänzender Stehleuchte „spirale“ aus eben dieser zeit Pate (Taxe 1.800 bis 2.200 EUR). Streng und sachlich in der Materialbehandlungen wirken Geneviève Dangles’ und Christian Defrances dreiteilige Sitzgruppe mit petrolfarbenen Stoffen um 1955 und ein ebenfalls aus zwei Sesseln und einem Sofa sowie einem Sofatisch bestehendes Ensemble mit knallrotem Bezug, das Ico Parisi um 1961 für das Hotel Lorena in Grosseto schuf (Taxen je 5.000 bis 5.500 EUR).

Seit den späten 1960er Jahren wurden die Ideen immer ausgefallener, wie der raumkapselartige Gartensessel „Sunball“ von Herbert Selldorf und Günter Ferdinand Ris aus den Jahren 1969/71 (Taxe 7.000 bis 10.000 EUR) oder ein Lichtobjekt von Jacques Vojnovic in Form eines gelben, an einen Bügel gehängten Anzugs von 1983 belegen (Taxe 800 bis 900 EUR). Aus jüngster Zeit stammt das teuerste Designobjekt: Fernando und Humberto Campanas Sessel „Banquete-All Animals“ von 2007, bei dem zahllose Stofftiere ein Stahlrohrgestell bevölkern, steht mit 20.000 bis 25.000 Euro zur Disposition. Der Münchner Silberschmied Gerd Rothmann hinterlässt auf seinen Kreationen gerne persönliche Zeichen, so auch 2011 bei seiner großen Schale „Flüchtiger Abdruck von Puttos Händchen“ (Taxe 6.000 bis 7.000 EUR) oder bei der flachen, ein Jahr jüngeren Version „Von Engelshand berührt“ (Taxe 7.000 bis 9.000 EUR).

Künstlerisch hochwertig wird es mit Jean Lurçats etwas über zwei Meter breiter Tapisserie „Ocoteas“ mit einer leicht kubistisch aufgebauten Urwaldlandschaft aus den 1950er Jahren (Taxe 6.000 bis 7.000 EUR). Ihm schließen sich die streng geometrischen, quadratischen Teppichkreationen „Progetto 21b“ und „Progetto 22“ in Grau-Schwarz von Marcello Morandini aus dem Jahr 1988 (Taxe je 1.500 bis 1.800 EUR) sowie zwei unregelmäßige Kreationen Karim Rashids aus dem Jahr 2004 an. Die bunte Teppiche „kr1“ und „kr2“ mit ihren amöbenartigen Mustern sollen 1.200 bis 1.500 Euro beziehungsweise 2.000 bis 2.200 Euro einspielen.

Kunst

Quittenbaum hat aber auch eine richtige kleine Kunstsektion zwischendurch eingeschoben, in der sich etwa Carl Buchheisters informelle „Komposition mit roter Trennlinie“ von 1953 (Taxe 8.500 bis 9.000 EUR), acht Streichholzcollagen erotischer Frauenakte des amerikanischen Fluxus-Künstlers Al Hansen aus dem Jahr 1982 (Taxe 13.000 bis 15.000 EUR) und Fritz Köthes Pop Art-Acrylbild „Senator (One)“ von 1986 für 5.000 bis 6.000 Euro finden. 16 leicht konkave quadratische Silberspiegel Adolf Luthers mit dem Titel „Licht und Materie“ von 1970 liegen bei 7.000 bis 8.000 Euro bereit. Für 8.000 bis 10.000 Euro kann man vielleicht Wolfgang Flatz’ schwarzen, mit Maiskörnern gefüllten Ledersack „Bodycheck/Physical Sculpture No. 5“ von 1992 erstehen, der einem Boxsack ähnlich sieht und 1992 Teil einer großen Installation auf der Documenta in Kassel war.

Glas aus Murano

Am 25. September widmet sich Quittenbaum im zweiten Teil der Versteigerung wieder den gläsernen Kostbarkeiten aus Murano. Zeitlich reichen die Arbeiten bis ins ausgehende 19te Jahrhundert zurück, teuer aber wird es erst mit den Produkten um 1930, etwa einem seinen geöffneten Schnabel nach rückwärts richtenden „Anatroccolo“, einem Entenkücken Napoleone Martinuzzis von 1928, aus farblosem Glas mit kobaltblauen Spiralfäden für 8.000 bis 12.000 Euro oder einem knallroten Elefanten desselben Künstlers mit weit hochgerecktem Rüssel um 1933 für 10.000 bis 14.000 Euro. Auch Gefäße aus dieser Zeit gibt es in Fülle, vor allem von Carlo Scarpa wie etwa die fast kugelrunde Vase „A bollicine“ aus grünem Schaumglas für 5.000 bis 6.000 Euro. Preislich übertroffen werden alle diese Arbeiten von Ercole Baroviers eisartig wirkender Vase „Primavera“ von 1929/30 mit kontrastreich aus schwarzer Glasmasse angesetztem Fuß und Mündung. 30.000 bis 40.000 Euro möchten Einlieferer und Auktionshaus für das rund 22 Zentimeter hohe Gefäß sehen.

Nach dem Zweiten Weltkrieg erreichte Murano mit seinen bunten, teils schrillen Entwürfen großer Meister einen seiner Höhepunkte. Fulvio Bianconi stellt eine seiner berühmten Vasen „Pezzato“ um 1950 mit rechteckigen Farbflecken für 4.000 bis 5.000 Euro zur Verfügung. Paolo Venini greift mit seinem konisch sich verjüngenden „Zanfirico mosaico“ aus dem Jahr 1954 die venezianische Glaskunst des 17ten Jahrhunderts mit ihren charakteristischen weißen Spiralfäden wieder auf (Taxe 5.200 bis 6.000 EUR). Dino Martens’ ebenfalls „Zanfirico“ betitelte Vase aus den späten 1950er Jahren erinnert dagegen an eine aufgerichtete Rakete, die sogleich vom Boden abheben möchte (Taxe 5.000 bis 6.000 EUR). Archimede Segusos zartgrün schimmernde „Merletto irregulare“ von 1953 macht ihrem Namen aufgrund der freien Umrissformen alle Ehre (Taxe 9.000 bis 12.000 EUR). Auch Flavio Polis ovaloid geformte Vase „Valva siderale“ von 1952 (Taxe 7.000 bis 9.000 EUR) und Pollio Pereldas bunt vergnügte „Farfalle“ von circa 1960 repräsentieren diese ungemein kreative Murano-Epoche (Taxe 5.000 bis 6.000 EUR).

Das teuerste Stück der Zeit stammt von Enrico Capuzzo und Paolo Venini, eine gut einen Meter lange Unikat-Deckenleuchte in „Barchetta“-Form von 1958 für 16.000 bis 20.000 Euro. Die 1960er Jahre sind mit Thomas Stearns’ streng horizontal gegliederter, zylindrischer Vase „Incalmo“ aus der Zeit um 1962 (Taxe 7.000 bis 8.000 EUR) und Miroslav Hrstkas fast monochrom orangerotem Exemplar „Miros due“ von 1967/68 für 6.000 bis 8.000 Euro vertreten. Hochpreisig wird es dann noch einmal mit einer Schöpfung aus jüngster Zeit: 20.000 bis 24.000 Euro sollen drei dreiseitig, helixartig verdrehte Vasen kosten, die der japanische Architekt Tadao Ando 2011 anlässlich des neunzigjährigen Jubiläums der Manufaktur Murano entworfen hat. In insgesamt 30 Exemplaren wurde das Trio damals hergestellt, vorliegendes ist mit seiner kirschroten Einfärbung besonders auffällig. Den Abschluss der dreiteiligen Auktionsreihe macht am späten Nachmittag ein Konvolut von knapp hundert Objekten afrikanischer Kunst aus der Sammlung Ulrich Klever mit Schätzpreisen bis 3.000 Euro.

Die zweitätige Auktion beginnt am 24. September um 15 Uhr und wird am 25. September um 15 Uhr fortgesetzt. Die Vorbesichtigung läuft am 19. und 20. September von 10 bis 18 Uhr, am 21. und 22. September von 13 bis 17 Uhr und am 23. September von 10 bis 15 Uhr. Der Katalog ist im Internet unter www.quittenbaum.de einsehbar.

Kontakt:

Quittenbaum Kunstauktionen

Theresienstraße 60

DE-80333 München

Telefon:+49 (089) 273 702 125

Telefax:+49 (089) 273 702 122

E-Mail: info@quittenbaum.de



22.09.2013

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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Jean Prouvé, Wandleucht „JIB“, um 1947
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Fulvio Bianconi, Vase „Pezzato“, um 1950
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Paolo Venini, Vase „Zanfirico mosaico“, 1954
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Enrico Capuzzo und Paolo Venini, Deckenleuchte „Barchetta“, 1958
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Taxe: 12.000 - 15.000 EURO

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Jean Prouvé, Wandleucht „JIB“, um 1947

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 Venini & C., Tadao Ando, Drei Vasen, 2011

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Jean Lurçat, Tapisserie „Ocoteas“, 1950er Jahre

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Taxe: 6.000 - 7.000 EURO

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Karim Rashid, Teppich „kr1“, 2004

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Herbert Selldorf und Günter Ferdinand Ris, Gartensessel „Sunball“, 1969/71

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Taxe: 7.000 - 10.000 EURO

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Gerd Rothmann, Schale „Flüchtiger Abdruck von Puttos Händchen“, 2011

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Napoleone Martinuzzi, Anatroccolo, 1928

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 Venini & C., Paolo Venini, Vase „Zanfirico mosaico“, 1954

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