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Europäisch-javanischer Grenzgänger in Coburg

Raden Sarief Bustaman Saleh Ben Jaggia, Ernst II. und Alexandrine nach der Jagd auf der Terrasse vor Schoss Rosenau, 1844

Die Bayerische Schlösserverwaltung macht derzeit in Schloss Ehrenburg in Coburg auf einen exotischen Maler des 19ten Jahrhunderts aufmerksam: Raden Sarief Bustaman Saleh Ben Jaggia. In der westlichen Kunstgeschichtsschreibung ist der Prinz aus Java ein weitgehend Unbekannter, doch im Kölner Auktionshaus Van Ham konnte er hierzulande schon einige Erfolge feiern. Mit seinen romantischen Jagdbildern machte der „exotische Prinz“ Mitte des 19ten Jahrhunderts auch in Deutschland aufmerksam. „Diese Sonderausstellung wirft einen faszinierenden Blick auf die gebrochene Lebensgeschichte dieses bedeutendsten javanischen Malers und zeigt die künstlerische Frucht seiner lebenslangen Freundschaft mit Herzog Ernst II.“, betont der Kurator der Ausstellung und zuständige Museumsreferent, Peter O. Krückmann.

Im Mittelpunkt der Kabinettschau stehen zwei 1876 in Coburg entstandene Gemälde: Eine javanische Dschungellandschaft im abendlichen Sonnenlicht und das Bild eines röhrenden Hirschs. Bei genauem Hinsehen entpuppt sich dieses gemeinhin als „typisch deutsch“ angesehene Jagdmotiv als erstaunlich genau beobachtete Studie eines javanischen Pferdehirschs. Nicht nur die zwischen Java und Deutschland oszillierende Identität, sondern auch die Jagd als verbindende Leidenschaft mit seinem Freund und Förderer Herzog Ernst II. von Sachsen-Coburg und Gotha kommt hier zum Ausdruck. Beide begegneten sich erstmals 1840 in Dresden, wo der talentierte Zeichner Raden Saleh in Kreisen der Ronantiker verkehrte, die seine fantastischen Darstellungen ungezähmter Natur, Pferde reißender Löwen und orientalischer Schlachtszenen schätzten. Ernst II. lud ihn 1844 nach Coburg ein, um für einige Zeit sein Gast zu sein. Hier konnte der Künstler fruchtbare Kontakte in den europäischen Hochadel knüpfen, die der Schwager von Queen Victoria vermittelte. Am Fürstenhof rasch integriert, erfreute sich der Jagdbilder sowie Porträts malende exotische Prinz großer Beliebtheit; besaß er doch das Talent, die Anwesenden erheitern zu können.

Geboren 1811 auf der unter holländischer Kolonialherrschaft stehenden Insel Java, kam Raden Saleh mit einem Stipendium nach Den Haag, wo er eine Ausbildung zum Maler absolvierte. Ab 1839 wirkte er freischaffend in Dresden, Paris und Coburg. 1852 kehrte er nach Java zurück und hatte mit der Überheblichkeit der Kolonialherren zu kämpfen. Ab 1875 weilte er daher noch einmal für kurze Zeit in als Gast des Herzogs in Coburg, bevor er 1878 endgültig in seine Heimat zurückkehrte, wo er 1880 verstarb.

Die Ausstellung „Prinz Raden Saleh – Begründer der modernen javanischen Kunst“ ist bis zu 15. Oktober zu sehen. Schloss Ehrenburg hat täglich außer montags von 9 bis 18 Uhr geöffnet, ab Mitte Oktober von 10 bis 16 Uhr. Der Eintritt beträgt 4,50 Euro, ermäßigt 3,50 Euro.

Schloss Ehrenburg
Schlossplatz 1
D-96450 Coburg

Telefon: +49 (0)9561 – 80 88 32
Telefax: +49 (0)9561 – 80 88 31

Quelle: Kunstmarkt.com/Hans-Peter Schwanke

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Raden Sarief Bustaman Saleh Ben Jaggia, Ernst II. und Alexandrine
 nach der Jagd auf der Terrasse vor Schoss Rosenau, 1844
Raden Sarief Bustaman Saleh Ben Jaggia, Ernst II. und Alexandrine nach der Jagd auf der Terrasse vor Schoss Rosenau, 1844

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Raden Sarief Bustaman Saleh Ben Jaggia, Javanische Landschaft
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Künstler:

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